Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 43 (22.10.1937)
- Date
- 1937-10-22
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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gäbe gewaltigsten Ausmaßes. Sie würde bedingen, daß 1 eine einheitliche zentrale jüdische Steife \ mit ihr betraut wird, die erst zu schaffeti, wäre," In Deutschland der Urngestaltun schaffen, die ol 6chaftsauf|g den. Gewiß, das Aufgabe ist 9eit| eher noch größ keiten der Dur ist diese zentrale Stelle mit der „Jla“ nunmehr geen umrissene Gemeinb e somit anerkannt wor- „gewaltige Ausmaß“ dieser er nicht geringer, sondern r geworden, die Schwierigführung sind in vielen in . Betracht kommenden Ländern noch gewachsen. Ab:r wir können es im brennenden, nach neuem Aufbau in fernem Lande Verlangenden Interesse der Juden Deutschlands nur aufric itig begrüßen, daß zunächst einmal ein Anfang gemacht, eine organisatorisch« Voraussetzung erfüllt ist, um' di e Planung und Durchführung der überseeischen Gruppensiedlung tatkräftig in : Angriff zu, n :hmen. Bestimmt wird unser gesamter K;mjer idenkreis diesfe Nachricht mit Befriedigung iufnehmen. i , Die „Jla“,jtfc'ir«I nun in Kürze als Trägerin deir Gruppenivatderungs-Planung neben die btt-eits bestehenden Zentrais.eilen jüdischer Auswanderung treten, wobei wir an den HBfsverein selbst sowie an das Palästina-Amt denken. Daß die unersetzliche, segensreiene, in langen Jahre i aufgebaute Tätigkeit des Hflfs vereint an ihrer unschätzbaren praktischen Bedeutung für die _EinzeJ- und Familiönauswanderung nichts einbüßen kann, wird urid soll, bedarf kaum der Erwähnung. Die ,,Jfa“ kann sich vielmehr auf engste Zusammenarbeit mit dem Hilfsverein stützen, auf setinen Rat, seine Unterstützung, seine Erfahrungen upd seini Verbindungen. Man darf in der Tatsache, daß Max M. Warburg ihrem Aufsichtsrat als stellvertretender Vorsitzerfder arigehort, ein besonders glückliches Vorzeichen dieser -engen Verbindung erblicken. Aus seinem Munde wie aus dem Dr. Mark W i s ehrt i t z e r s erhielt man auf der eben stattgehabten Mitgliederversammlung des Hilfsvereins ein ungemein eindrucksvolles Bild von dessen außerordentlicher Arbeit und sachlicher Leistung,! seitdem er 1901 seine Hilfstätigkeit für durchwandernde ostjüdische Flüchtlinge aufgenommen hat, um dann seit 1933 als unersetzliches Instrument für die Auswanderung der I Juden Deutschlands bereit zu sein. Eine unübersehbare Fülle von Material des Inlands undj Auslands, der Beratungsstellen im Reich undl der Komitees in Uebersee, Auswandererind .Unterstützungsziffern usf. wurde durch den berufenen Mund Dr. Wischnitzers vor uns ausgebreitet Die Mitgliedetversammlung Konnte nicht mehr tun, als-der Verwaltung dejs Hilfsvereins ihren uneingeschränkten und einmütigen Dank auszusprechen, eine,' Anerkennung, die an dieser Stelle wiederholt sei. Allein, mal kann über Wanderungsprobleme nicht sprechen, ohne die besondere Stellung Palästinas als Einwanderungsland gebührend in Betracht zu ziehen. Träger dieser Arbeit ist In Deutschland — wie auch “sonst in der Weh das der Jewish Agency angeschlossene Palästina-Amt. Auch hiet kann und wird es für die „Jla“ sicherlich kein Gegeneinander, sondern ein Nebeneinander, besser noch ein Miteinander geben. Jetzt mehr denn je! Max Warburg betonte das Lebensinteresse an der Fortführung des unter so großen Opfern begonnenen Aufbauwerks in Palästina, erwähnte aber auch, wie immer die Zukunft werden möge, seine begrenzte Aufnahmefähigkeit; und Dr. Wischnitzer hat in seinem Referat bereits auf das starke Nachlassen der Aufnahmefähigkeit Palästinas 1936/37 hingewiesen und daraus die treffende Folgerung erhöhter Aufgaben für die nicht-palästinensische Auswanderung gezogen. Ob Palästina-Amt, ob Hilfsverein, ob „Jla“ —: der die jüdische Situation umfassende Blick sieht nur eine Oesamtaufgabe: praktische, wirksame Hilfe zur Auswanderung für die Juden Deutschlands! Hier müssen alle gangbaren Wege beschritten, alle gebotenen Möglichkeiten erschöpft werden. V ereinigung aller Kräfte und Anstrengungen auf das eindeutig vorgezeichnete reale Ziel ist unerläßlich. Die in der landwirtschaftlichen Gruppenauswanderung nach Uebersee ruhenden Möglichkeiten sind erkannt und durch die Neugründung der „Jla“ jetzt auch allgemein anerkannt worden; die Reichsvertretung als Repräsentanz der jüdischen Oesamtheit wird in ihr mitwirken, wie es die Berliner. Jüdische Gemeinde bisher schon getan. Die hier zu erschließenden Möglichkeiten wecken in weiten jüdischen Kreisen neue Hoffnung und sollen als Gemeinschaftsaufgabe trotz aller ungeheuren Schwierigkeiten tatkräftig, planvoll und verantwortungsbewußt in Angriff genommen werden. WU 'HöHtsöldak** sind dei Hleimuty... Pa 1 ä s t i n ä, das Land der Jüdischen Heimstätte brennt von Neuem! Von den ersten energischen Maßnahmen der englischen Verwaltung, von denen wir in der letzten Nummer berichteten, ist nicht Beruhigung ausgegangen sondern neue Unruhe, die sich bis zum Kleinkrieg gesteigert hat. Feuergefechte, Barrikaden, Verhaftungen, Ausweisungen, Verletzte und Tote, Sprengungen, Eisenbahnattentate, Bombenanschläge, Bandenüberfälle ... alle Register einer bewaffneten Erhebung und ihrer militärischen Bekämpfung sind gezogen. In diesen Spalten verzichten wir auf die Wiedergabe der Einzelmeldungen, das Gesamtbild, das sich aus innen ergibt, ist deprimierend genug, wenn man an die Leiden dieses kleinen Landes denkt, in welchem Juden eine gesicherte Heimstatt, eine Hoffaung auf harten, arbeitsamen, aber fruchtbringenden Aufbau suchen. Viele Gedanken flattern in diesen Zeiten hinüber zu ihnen, unter denen sich mancher Angehörige, auch mancher liebe Kamerad befindet. Döch wir finden unter den beunruhigenden Nachrichten auch manches, was uns bei allem Emst der Lage Genugtuung bietet; wir lesen etwa: „Ein heftiger Angriff, der eine ganze Stunide dauerte, wurde gegen die Siedlung Ramat Rachel geführt — die jüdische Hilfspolizei wehrte den Angriff ab.“ Aus solcher Meldung empfinden wir deutlich, daß die wehrhaften Juden Palästinas — auf welchen Posten des Landes auch immer — iihx_en Mann stehen. In der Tat ist es gerade uns alten Frontsoldaten des Weltkrieges eine Genugtuung zu wissen, daß jüdische Positionen in Palästina nicht nur und allein vom militärischen Schutz der Engländer abhängen, sondern daß sich hier auch die jüdische Wehrbereitschaft erprobt. Gewiß, die Spannungen, die sich jetzt über dem Heiligen1 Lande entladen, scheinen längst über das Ringen um das jüdische Lebens-Anrecht hinauszugreifen, sie scheinen sich zu einer weit größeren Auseinandersetzung auszuweiten, deren Wirkungen vielleicht von Palästina aus noch bis in die große arabische Welt Vorderasiens und Nordafrikas ausstrahlen werden. In dieser Erkenntnis offenbar läßt England jetzt seine militärischen Machtmittel mit gesteigerter Energie spielen, um seine Stellung im Orient erfolgreich durchzusetzen. Aber, wie immer der Ausgang sein möge, es bleibt etwas Tragisches für das Judentum, daß sein friedliches Aufbauwerk als Ausgangspunkt dieser Auseinandersetzung mit dem arabischen Nationalismus herhalten mußte. Und umso mehr ist zu hoffen, daß diesen Tagen der Zerstörung retht bald eine lange Periode des Friedens und Aufbaus folgen möge, wie sie im Orunde der) wahren Interessen aller Beteiligten, gewiß aber und vor allem den jüdischen Absichten unc) Hoffnungen in Palästina entspricht. Niemand kann dies tiefer und ernster herbeisehner als wir _ Juden in Deutschland ausnahmslos^ die wir im fernem Lande nichts als neue unc ehilenhafte Existenz suchen. Zar groQen Arm Rheine L W. Die Ortsgruppe /beklagt das F inscheiden ihres Kam. Karl Hoffmann a ts Neuenkirchen b. Rheine. Er war Mitg linder der Ortsgruppe und ausgezeichnet mit d :m EK. II. .und dem Frontehrenkreuz'. Wir v erden sein Andenken in Ehren halten. Berlin. Ortsgruppe Nord b :trauert den Heimgang ihres Kam. Bernhard S üssmann. itafel jadllcher Familien . Frau Witwe Karl Daniel in Drove Düren. Cr. Düren) wird am 30. Okt. 90 .Jahre alt. hr 1921 verstorbener Gatte war ca. 50 Jahre Vorsteher der Synagogengemein le Drove. Von Wen zehn Kindern leben noch leun. Sechs löhne und zwei Schwiegersöhne varen Soldaten. Von ihnen standen die Kam (lex, Michael, Leopold und Max Daniel an ler Front, ebenso die beiden Schwiegersöhne, (am. Moritz Lichtenstein in Wal lenrath wurtk bereits 1914 durch Granatsplitter ^verwundet rerlor das rechte Auge und ist i m gelähmt. Kam. Ludwig Holländer, 1914 als Kriegsfreiwilliger bis Kriegsschluß ar Hie Front. — Der Jubilarin gelte i unsere herz lichsten Glückwünsche :r verwundet ti Tinken Arni , Düren, girif IIIMIIIIIHUniNMIlimiMinillimmiHMMIIMIIIMKMIMIIIIIMIIIII imMIIIIIMMMMMIMIIimtlll Der „Abenteurer Goffes" „Tröstet, tröstet mein Volk“ sind die berühmten Worte, die das vierzigste Kapitel lim Jesaia-Buch einleiten. I is muß unser: (Aufmerksamkeit als Juden erwecken, daß der /Verfasser dieser Kapitel 40—55, dessen Name;i wir nicht kennen, im Mittelpunkte eines bei E. P. Tal u. Co., Leiflzig-Wiei t, erschienenen Romans steht: „Der Abenteurer Gottes“. /Sein Verfasser K. A. Meißinger schildert ihr I in dieser sehr lebendigen und farbigen Dar- [Stellung nicht nur als den beredten Künder und Deuter der Geschicke des Volkes Israe, sondern auch als erfolgreichen Neerführe- und Frontkämpfer. Der Prophe; ist in Meißir-! gers Roman im Besitze hervc Tragender str? - tegischer Fähigkeiten und hat an dem Sieg des persischen Großkönigs Kyros über de i lydischen König Kroisos in der Schlacht ar i Halys (um 546 v. d. gew. Zei trechnung) en - scheidenden Anteil. „Er ist auf eine ihm selbst unverständliche Weise zugleie h Führer uni Soldat, der einhaut wie alle anderen und d;- bei in jedem Augenblick weiß, was seine Leute zu tun haben. Sie tun genau, was er will, ohne daß er ein Wort sagt. Es hätte auch keinen Sinn, einen Befel 1 hinauszurufen, niemand würde" ihn hören. Der Wille strah t von seinem Leib aus und wiri im Geschehen der Schlacht Gestalt“. (S. 1 >9). Auch sei r anschaulich und lebendig ist die Darstellung, mit der Meißinger diese Schilderung der Schlacht am Halys abschließt. (Zum Verstäne!- nis des Folgenden sei bemerk , daß Meißing» r den Propheten unter dem N, imen Sira eirführt, seinen treuen Begleiter Elieser nennt . „Sira sitzt in seinem Zelt. Ei hat zugesehei , wie es seine Leute inmitten les zerstampften Leichcnfeldes errichtet haben. Er ist wieder in die Wirklichkeit zurückgekehrt: tödliche Erschöpfung und stechender Schmerz, als ih n Elieser mit Segenssprüchen un 1 zärtlichem Lc b den zerrütteten Linnenpanzer von dem dampfenden Leib schälte und ihm drei leicht blutende Wunden verband, ven denen er bis jetzt nichts empfunden hatte“. (S. 171). Meißingers Schilderung hat keine geschieh tlichen Grundlagen. Es ist abe r doch sehr b:- merkenswert, daß hier eine jüdische Prophete igestalt wahrhaft heroische Zige aufweist. Rabb. Dr. Stecketmadier, Lut wigsbajen a. R ft. Ein Gener; im jüdischen Gern imtie verstand Dem auf Orund einer Einheitsliste gewählten neuen Vorstand der jüdischen Gemeinde von Rom gehört unter anderen n imhaften Persö ilichkeiten der General At gelo di No!a an; ebenso der Aelteste der faschistischen Miliz Ettore Bass an.