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Der Schild · 1937-10-15 · 42 (15.10.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
42 (15.10.1937)
Date
1937-10-15
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Damals T 1914/18 S p e Verwundet . . . Den Kriegsaufzeichnung' Paul Pulvermann, Berlln-Bi wir die folgende sehr leb' ■V' «n ritz des Kam. entnehmen ändige ScHilde- 9. Aug. 1918. rung seiner Verwundung an Der 9. August 1918. Wir laj;en bei Montdidier auf einer vorgeschobenen Stellung im Oraben. Es hatte die ganze Zei: vorher sjehon gekriselt. Starke trommelfeuerartige IJeberfälle und gewaltsame Erkundungen <ler Franzosen. So besonders auch am 9. 8. während des Vormittags 2 oder 3 derartige starke Feuer- Überfälle auf sämtliche Gräben und Verbindungswege und am Nachmittag gegen 2 Uhr ebenfalls, aber noch stärker. Ich hattei als F e r n sp r e c h e r der Nachr.-Abt. des 1.11.51 mit noch einem Kameraden eine Telef.-Stiition bei einer Kompagnie unseres 3. Batl. besetzt. Vor und dicht hinter unserem kleinen Graben, der wenig Schutz bot — es war :in ehema iger französischer Graben mit Unterständen an der Rückseite —, schlugen unaufhörlich Geschosse aller Kaliber ein, so daß der Boden dau:rnd stark zitterte. Dazu kam ein ohr mbetäube ides Gekrache und Geknattere, es schien dieimal gar nicht aufhören zu wollen. Ei l kürzlich angefangener deutscher Stollen-Eingang bot uns wenigstens etwas Unterschlupf. In einer (tanz kurzen Feuerpause sah ich etwas waghalsig über den Rand des Orabens, um mich[ zu orientieren. Eine einzige Rauch- und S] lag hinter uns auf sämtlichen Stellungen und Wegen. Nun war auch klar: Das bedeutet Generjil; bald wir nun merkten, daß das weiter nach hinten verlegt schnell heraus aus dem Graben, den Tempo, Karabiner apf durch den Kugelregen Näht gelegenen größeren und terständ, wo wir den Sergeanted teilung fanden, dem ich zugetefl war alles schon aubwolkei Verbindungen, es mir sofort angriff. So- Feuer etwas \Vurde, gipg’s und im rajsdnr Schulter, dem in der sicheren;Ununserer i Abt war. Hier de; Zt L an- Aeußersten us nicht Das Felier unser vargecht mehif zu qhau, ob Isich wie änderte, ftts und links en hat. Zurück! diesem Feuer, jelaufen, gegen mich Mso beden mit zur Verteidigung bis zum vorbereitet oder, wenn es durch^ ders ging, zum Zurückziehen, wurde aber immer stärker, schobener Posten war einfach n halten; man hielt dauernd Umsi unsere verzweifelte Lage irgend Plötzlich sehe ich, daß sich reell von uns schon alles zurückgezof < auch den kühnen Versuch gewag trotzdem es Wahnsinn ist, in Da, ich bin kaum drei Schritt komme ich einen starken Schlag Leib] wie mir scheint, sodaß ich dem Oberkörper ganz vorbieg« und d|äbei auf den Rücken fall*. Kann mich aber nach kurzer Zeit wieder erheben, trotz größerer Schmerzen, und krieche wieder zurück bis zum Unterstand, wo sich noch ein kleiner Teil von M.Qi-Kompagnie in dem anschließenden Graben hält. Ich stöhne und rufe fortwährend nach! dem Sanitäter, was natürlich vollkommen zwecklos ist; aber in dieser Vei wirrung [und ira Schmerz weiß man gar nicht, was inan in solchen Augenblicken tut. Nac i kurzer {Zeit zieht sich auch der Rest der M.G.-Kompagnie Wegen Munitionsmangel zurück, da stjheTnbar die Franzosen schon in einiger Entfernung zu sehen sind und aas den Gräben springen, trotzdem die Feuerwelle noch kurz hinter' uns liegt. Soll ich nun gj nz allein] Zurückbleiben? Der Instinkt treibt mich den anderen Kameraden nach. Nur nicht alleiii in Gefangenschaft kommen! Mit deeinen Hand die schmerzende linke Brusts«ite haltend, klettere ich oben über den Grabenrand hinaus ohne irgend eine Deckung und taumele den anderen die schon weit voraus sind. nach, Kaum wieder uns einige Schritt vom Oraben entfernt, bekomme i;h einen furchtbaren Schlag iri's Genie k , als ob ein Baumstamm auf mich fiele, s:hlage der Länge nach auf den Bojden hin und denke im Fallen noch: Jetzt hqt’s dich aber erwischt, jetzt ist’s aus! Ein furchtbarer Schmerz unter dem linken Schlüsselbein, als ob der ganze Arm weggerissen istl sehen ' kann ich nichts, denn ich hege-platt auf dem Ciesicht, alle Gliedmaßen weit von ]nir' gestreckt und kann mich absolut nicht bewegen! Nun merke ich trotz der Aufregung auch, wie das warme Blut in kleinem Strahl aus dem Halskragen spritzt am Kinn vorbei. Ich ahne, mein letztes Stündleinlist gekommen. Denke noch schnell an diej Lieben , daheim und — — ah’, ein herrliches; wohliges Gefühl der Erdentrücktheit, kein Schmerz, alle Glieder strecken sich, es ist, als bb man srhwebe! Vorbei! — — — Als ich wieder zu mir lebe ich wunderbarerweise noch. Afl Vorgänge spielten sich in Bruchteilen von Sekunden ab, viel schneller, als ich es schreibeg kann. Erst jetzt kann ich beginnen, Iangsatn über meine Lage nachzudenken. Ein Glied zu bewegen, ist mir unmöglich, ich versuche, den Kopf zu drehen. Es geht ein wenig. Aber das Gras, in dem ich liege, ist sehr hoch, ich kann nichts sehen. Die Sonne scheint unbarmherzig vom Augusthimmel. Es kommen mir allerlei Gedanken: Wie weit werdin wohl die Franzosen vorstoßen, wie weit die] Unsrigen zurückgehen? Werde ich die Nacht zwischen den beiderseitigen Stellungen liegenbleiben und dem Feuer ausgeset Schreckliche Aussicht! Da — — — Sssstisssst-ssst! Eil f chritte vor mir schlagen dumpf kla M.G.-Kugeln ins Gras! Ein wenig ange Kriegnopfern Oberwelinngen erbaten auf Poatacheckkonto Berlin 140208 Reichsbund jüdischer Frontsoldaten e. V. f Kr legaopferabt eilang) MIIMIMIHIMMIMM «MIHimHIIIMtHHIIMMMMlIHmiHMIItllllM comme, diese mich ve w u ß 11 Da meir jetzt den Gräb' im Arm. und win kommen serer Sa zugeteilt Tragbahfi bewußt, gefangen In apathisch sich übe Ich werd|e an die Ich muß behutsan Schmerze; nehm, ir Gräben, zu werde da endlic die ein Nähe setz' so-daß wurde. t sein? paar sehend lehmes Gefühl! Es kommt mir der verzweige te Get anke, möge dich doch eine Kugel gleich i ichtig treffen, daß du gleich weg b st und l eine Schmerzen mehr aushalten muß . Aber «s kommt nichts mehr. Ja, doch, nach üniger, nir unendlich dünkender Zeit fremde Stimmen und Rascheln im Gras, aber es i;t zu weit, sie sehen mich nicht. Ich versuche inun unter äußerster Anstrengung, den rechten Fuß etwas zu bewegen und eF geht. Damit winke ich nun unaufhörlich, indem ich i in hin und her bewege. Kein Erfolg! So liege ich; mehrere Stunden im glühenden Sonnenbrand. Die Gedarfken, die mir in dieser langen, unendlich langen Zeit kommen, zu beschreiben, ist unmöglich. So wirr und phantastisch geht e» einem durch den Kopf! Endlich, nach einiger Zeit wieder Stimmen, diesmal viele und noch näher. Ich schöpfe neuen Mut und bewege den Fuß unaufhörlich. Ich werde auch, e idlich entdeckt, und der erste, der, Zu . mir kommt, ist ejn kleiner, schon älterer Franzose. Das Gewehr hat er umgehängt. Er! dreht mich vorsichtig um, sieht mich an un]l sagt dabei vorwurfsvoll als erste Begrüßung: Warum du Kriek gemakt? , als ob er sagen wollte: Siehst Du, das hast - Du nun davon! Ich kann ihn darauf ] nichts antworten, ich stammle nur: i ,,De l’eau, monsieur, de leau!“ Darauf vendet er sich zurück, fragt aber dabei: Dd you speak english? Ich rufe in der Auflegung schnell oui, oui! statt yes. Aber sclon ist er weg und holt ein paar Kameraden, die sich um mich bemühen, mir vorsichtig] einen Tornister unterlegen und mir etwas Wein aus i iren Feldflaschen geben, mich vei binden wollen, viel gestikulieren und geschäftfg tun. Das starke Granatfeuer ist inzwischen schwächer geworden, klingt entfernter. Es dauert eine Weile, bis ich den Fr«nzosen < urch Augenzwinkern begreiflich machen kann, «zo meine Verbandpäckchen im Rock stecken. Bewegen kann ich mich gar nicht, bin liiflos wie ein kleines Kind. Wo und vie sie Endlicl reicht. Mann Deutsche Vin d e t e r e n (iMlMIIMMMnilMMMimilMItMIIII binden, spüre ich nicht, halb b e - s lasse ich alles mit mir geschehen. Kopf etwas erhöht lidgt, sehe ich all die Franzosen zu Dutzenden aus en steigen, ganz gemächlich, Gewehr Einige der mich Umstehenden rufen Ijen und zu meinem großen Erstaunen 4 ältere deutsche Sanitäter uni.-Kompagnie 16, die der Division ist, mit einer großen Stange als e heran. Da wird mir so dunkel daß alles bis weit nach hinten schon ist. em Zustand läßt man alles ganz mit sich geschehen, man wundert ■ gar nichts und fragt auch nichts, jetzt in eine Zeltbahn gelegt, diese Sjtange gebunden und los g e h t ’ s . sagen, daß die Sanitäter mich so wie möglich trugen, da ich ja starke n hatte. Es ist gerade nicht angesolch schaukelnder Zeltbahn durch Tunnels, bergauf, bergab getragen) n. Der Transport war sehr schwierig, h unsere schwere Artillerie einsetzte, paar schwere „Brocken“ in unsere te und außerdem die Zeltbahn noch riß, ilch herausfiel und eine andere nötig war der franz. Verbandsplatz erele lagen schon dort auf der Erde, neben Mann, Franzosen und und immer Neue kamen hinzu. Minuten wurden zu Stunden c h bei den f kam unc Franzosel Ich laf mich! Der hatte mii ment b er auf n Endlich, Nach lanü fahrt mit Hintergel ii und nach Zelt-Laza mont, wi 5 Uhr ei jrchtbaren Schmerzen. Auto um Auto trug die Verwundeten, zuerst die natürlich, davon. da, es kümmerte sich keiner um Arzt, der mich flüchtig untersuchte, .schon aufgegeben! „Mortellelesse“ tödlich verwendet, schrieb einen Anhängezettel auf der Brust, mdlich kam auch ich an die Reihe, er, rasender und schleudernder Nachtdem großen Sanit.-Auto durch das inde der gewaltig bewegten Front einem kurzen Aufenthalt in einem -ett, ging es nach Feld-Lazarett Clerwir am nächsten Morgen gegen iütrafen. — — — i Aus Kameraden- und Familienkreisen Ki Berlin. Ortsgruppe tiefe Trauer verband teitfci waren alle die Bundcslcfcti der Heimgc, i se .i Mannbcfaii m i t g 1 i e Simon der OrtsgruJ>i die herzlicl ei mittein. Kan hohen Alter über die Kam Berlin, begeht am als Stukate^i geschäfts). Sportabteilui Fritz Kleczewski, Vorsitzender der Ost, ist durch das Ablehen seiner Oattin in versetzt worden, an welcher der ganze Landes* Jmmt. Bei der Beisetzung am letzten Sonntag Berliner Ortsgruppen, der Landesverband und tung vertreten; Kam. Dr. Wcitzenkorn widmete;angenen einen warmherzigen Nachruf. Halle. Dir Kam. O. Tiqhauer beging mit seiner Oaltin das 1 rest der Silberhochzeit. Er ist M i t g r ü n d e r der Ortsgroj pe und gehört ihr seitdem an. Er ist ihr treuer Anhänger, u id nie ist der Ruf an ihn vergeblich ergangen, wenn es uni die Interessen der Ortsgruppe ging. Wir gratulieren lerzlichstt Ortsgr. K>blenz. Kam. Ferdinand Loeb II in Vallendar t>eging am 13. Oktober 1937 seine Silberne Hochzeit. Wir gratulieren ihm und seiner Oattin herzlichst. Am 5. Oktober 1937 feierte unser Ehren* Altvcteran von 1870/71, Generalkonsul inen 85. Oeburtstag. Die beiflen Vorsitzenden pe Mannheim nahmen Gelegenheit, dem Jubilar eu Glückwünsche -der Ortsgruppe zu über* . Generalkonsul Simon erfrept sich trotz seines er h einer erfreulichen Rüstigkeit und war erfreut Ohckwünsche, die ihm übermittelt wurden. m. Fritz D a n z i g e r , Ortsgr. Tiergarten, 15. Oktober sein 30jähriges Bcrofsjubiläum tir and Maurer (jetzt Inhaber eines Bau- Kam. Danziger war s. Z. Mitbegründer der l» des Reichsbundes jüdischer FronUoldaten. i g

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