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Der Schild · 1937-08-20 · 34 (20.8.1937) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
34 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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aussprechen, sondern licnkeiten mit ihrem alle vorhandenen Mög- Für und Wider darstellen. Bei den kommenden Verhandlungen wird übrigens als jüdischer Verhandlungspartner der englischen Regierung, wie der Kolonialminister Ormsby-Oore hat verlauten lassen, die Jewishl Agency kor Palesjline eingeschaltet werden, die sich bekanntzü gleichen Teilen aus Zionisten und Nichtzionjsten zusammensetz iS. d. M. begann. In nian der Haltung der i und deren Sitzung am Monistischen Kreisen sieht Agency zum Teilungsplan mit Spannung "entgegen; man bemerkt! dort, daS die Nichtzionist :n, namentlich die amerikanischen, naturgemäß Gegner einer! jüdischen Staatsgründung sind, weil ebetj ihre Einstellung zu Palästina als jüdische Heimstatt betont unpolitisch ist. Sie haben mit der Förderung des Palästina-Aufbaus niemals die Förderung jüdisch-politischer Aspirationen im Auge gehabt. ] Aus diesem Blickwinkel interessiert am Ausgang des Züricher Kongresses besonders das Referat von Kurf Blumenfeld, des früheren Vorsitzenden der Zionistischen Vereidigung für Deutschland, jetzt Direktor des jKeren Hajessod. Der Nichtzionist von früher, so bemerkte er, sei eine Erscheinung der .vergangenen Generation; man habe es heute m der Palästinaarbeit mit Zionisten oder „[mit an Palästina interessierten Antizionisten“ zu tun; wiederholt sei in den letzten Jahren versucht worden, den Palästina- Sammlungen eine p h il a n t r o p i s c h ejNote u geben. Auch bei einer zeitweiligen Nieeriage der Organisation müsse der Sieg er zionistischen Bewegung mit aller Energie Vorbereitet und herbeigeführt werden. Komme es zu einem Judenstaat, so werdi; die zionistische Idee auf eine neue Prob stellt werden: es sei kein Zweifel, daß [rlrtum der antizionistischen Welt, der i Formel vom doppelten Staatsbürgertum Ausdruck kam, in verstärkter Form au wird. Durch den Judenstaat wird und djtrf (!) keine staatsrechtliche Veränderung im bürgerlichen Status der Welt erfolgen“. J i Diese wenigen, aus dem großen Referat lumenfelds herausgezogenen Punkte deuten ereits die ganze Problematik an, um die es für die jüdische Welt jetzt geht! Wenn er dabei mehrfach von „Antizionisten“ — auch bei den Nichtzionist|en der Jewish Agency — gesprochen hat, so hat er an einer' anderen Stelle doch auch darauf hingewiesen, dajß die zionistische Propaganda vor [allem mit der Darstellung der großen Leistung (in Palästina) tpiter Ausmalung unbegrenzter äußerer Möglichkeiten operiert habe. [„Man jiabe sich in großen Zahlen und in unbegründeten Hoffnungen für! wirtschaftliche Entwicklung über boten.: im Grunde haben wir bei aller Würdigung des Geleisteten mehr auf das Gemüt und auf die Nerven als auf das Denken Eindruck zu machen versucht. Wir erzeugten Stimmung und Stimmungen, aber bewirkten nur selten eine das Leben bestimmende innere Entscheidung zum Zionismus“. Das sind begrüßenswerte Worte m zionistischer Selbstkritik. Aber — erinnen unsere Kameraden (zionistische) oder zionistische) auch, daß vor noch gar langer Zeit jeder Jude, der ähnliche an Illusionen übte, weil das Denkenbei! ihm die „Stimmung“ überwog, als . .1. „Antizibnist' verketzert wurde —P I | i uh ■ |W-V Üu-Jzei ALLIGATOR“ da* sind gute Lcdcrvs UNSERE Btrlla. TttMatxfcottna* 16 Hamburg, Jpngfcrortlf 43 K6la a. Rh., Hobaatnta klj E o. UmbwfcMnha 110 Eatan, AaaHaoptbahnboi 10 Bochum, Kortamttu aha 67 Praakfart a. M., Robmufct 15 Zaotrala, Offaabaca a. M. Urnbauhamaa 110 Zaotrala, Offaab Wnpprrtal PlhtUaM, Haraofataaba 36 ralenhUfswerk 1937 war ein Erfolg! Vier Landesverbände geben Bericht 1 Der großen Aufgabe unseres Bunde? im Zeichen unserer unvergeßlichen Gefallenen, der Kriegsopfer-Betreuung und Kaineradenhilfe, gilt auch die in diesem Jahre, wie 1i> den vorherigen, durchgeführte F e ri e ijk i n d er - Aktion. Es ist Betätigung lebendiger Frontkameradschaft und Einsatz für die Kriegshinterbliebenen, wenn in unserem Bunde einer großen Zahl von Kameradenkindern' eine Ferienerholung geschaffen wird, die diese sonst entbehren müßten. Die Schwierigkeiten, die es zu überwinden galt, waren in diesem Sommer gewachsen; aber kameradschaftliche Tatkraft hat dennoch wieder zum vollen Erfolge geführt. Allen in unserem Bunde, .die dazu mitgeholfen haben, sei es organisatorisch, sei es durch Spenden, sei es vor allem durch die gastliche Aufnahme von Ferienkindern, sei an dieser Stelle der aufrichtige Dank der Bundesleitung ausgesprochen. Den wahren Dank werden sie in dem Glück gefunden haben, das ihnen aus den Augen der Ferienkinder entgegenleuchtete. Wir gebeft. nachstehend die eindrucksvollen Berichte von vier Landesverbänden wieder. SOdwesfdenfsdiiand „Willst Du glücklich sein im Leben, Trage bei zu andrer O’ücl , Denn die Freude, die wir geben. Strömt in’s eigne Herz zurück/4 Es will heute scheinen, als ob diesä Kinderverse, die in unseren Schultagen unsere- Schwestern ihren Freundinnen in di« Poesie- Alben schrieben, ein brauchbares ReZept und tiefe Lebensweisheit seien. — Ja, was ist denn so recht! eigentlich Glück? Ein seltrjer Gast, gewiß, aber doch heute nicht seltener als früher, i" reu de scheint dazu unumgänglich notwendig zu sein, und sie zu spenden oder zu empfänden, darauf kommt es sehe nbar an. Freude, ja, da gibt es so allerhand Sorten, aber die ganz richtige, das ist doch wohl die unerwartete, die, auf die wir nicht einmal geiofft, auf die wir keinen Anspruch zu haben glaubten. Diese überraschenden glück hal ten Wendungen und erfreulichen Erlebnisse, die garnicht so selten sind, siä müssen sich ja nicht gleich immer um die großjen Dinge unseres Lebens dlrehen. Die Summe det kleinen Freuden macht oft für viele erst däs große Glück aus. Wir dürfen sie nur nicht als eine Selbstverständlichkeit oder gar als . ine und dazu noch unzureichende Abschlagszahlung auf eine verbriefte Glücksforderung an dafc Schicksal hinnehmen. Was aber hat Kameradschaft mit Freude [zu tun? — Wir stellten die Flrage anders: Was wäre Kameradschaft, wenn jsie nicht etwas Freude schaffen könnte? Wir haben sie uns [selbst beantwortet, in vollem Umfange bejahend beantwortet durch d i e Ta t. Es sollte die richtige Freude sein, di! große über die kleinen Glückszufälle, die um rwartete zusätzliche Hilfe, der überraschende kameradschaftliche Beistand in einer fast ausweglosen Lage, die kaum erhoffte Erfüllung efnes 'geheimen Wunsches. Wir glauben, dies ist uns geglückt. Uns hat jedenfalls diese Aijbeit beglückt, denn sicherlich hat sie vielen, wenn auch nicht allen, etwas von jener F eüde in ihr oft sehr mühseliges Leben gebracht. Wir sind ja keine \ä/ohlfahrtsorganisation, und keiner wird von uns die Stützung -seiner Existenz oder die Behebung seiner Not er- warten; dies ist die Aufgabe anderer Stellen. Aber unsere Kameradschaft drängte danach, wenn nicht durchgreifend zu helfen, so doch durch Freude über eine unerwartete Hilfe die Nöte leichter tragbar zu machen. Von kleinsten Anfängen wuchs i us dem Willen zur Leistung die bereitwillige Hilfe der Freunde unserer Arbeit zu stets größerer Leistung. Freude hat uns und unseren Gönnern dieses Freudespenden gemacht und sie wird unseren Hilfswerken Bestand und Wachstum sichern. 160 Kindern (davon fast ein Dritte] aus mittleren und kleinen Plätzen stammend) hat die) Kriegsopferbetreuung „Kameradenhilfe“ desl Landesverbandes Südwestdeutschland in diesem Jahre die große Freude und Wohltat ei« es drei- bis vierwöchigen Ferienaufenthaltes auf dem Lande gebracht. Im Angesictt solcher Fülle von Kinderglückseligkeit spricht-, man nicht gerne von den Mühen, den zu überwindenden Schwierigkeiten, die eine (.andverschickung solchen Ausmaßes gemacht hat. Da hält man sich nicht lange auf bei der Arbeit, die die Organisation, die Werbung der Ferienplätze, die Aufbringung der : sehr beträchtlichen Mittel all den treuen und selbstlosen Mitarbeitern am Werke auch in den Nächbarverbänden gebracht haben. Da erzählt man lieber von der Freude, die unsere Kameraden und Kameradinnen empfanden,; als sie hörten, daß das Ferienhilfswerk ihre erholungsbedürftigen, oft sehr untergewichtigen Lieblinge aufs Land senden würde. Da schildert man besser die Freude, die auf fast hundert Fahrten die Fahrer der uns zur Verfügung gestellten Privatwagen mit ihrer munteren Last hatten, als sie sie den Pflegeeltern zuführten und heimholten. Und Freude wird auch der schönste Lohn der Gastgeber unserer Ferienkinder gewesen sein, da diese sich fast ausnahmslos ganz prächtig erholt haben. Tausendfache Freude und darum ein schöner Erfolg unseres Ferienhilfswerks 1937. Berlin und Hark - Berlin. Der Landesverband Berlin und Mark Hann mit Freude melden, daß sein Ferienhilfswerk auch in diesem Jahre geklappt hat und reibungslos abgewickett wurde. Die Durchführung der Ferien verschick ung war in diesem Jahre besonders schwierig. Da unser Landesverband kaum ländliche Bezirke umfaßt, so mußten wir uns wiederum an die übrigen Landesverbände wenden. Da viele Juden aus den kleinen Orten verzogen sind oder aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage waren, Kinder aufzunehmen, so konnten iins leider wenig Plätze zur Verfügung gestellt werden, da begreiflicherweise die anderen Landesverbände ihre eigenen erholungsbedürftigen Kinder zuerst in den ländlich jn Bezirken untergebracht haben. Der Landesverband Berlin und Mark mußte daher in diesem Jahre einen anderen Weg einschlagen, [wenn er überhaupt eine ansehnliche Schar von Kindern verschicken wollte: Es mußte »uf bezahlte Plätze zurückgegriffen werden, was wir im vorigen Jahr kaujm nötig hatten. Ziemlich erhebliche Mittel wären hierfür erforderlich, die vom Landesverband, seinen Ortsgruppen und den einzelnen Kameraden aufgebracht werden mußten. Wir glaubten es aber unserer erholungsbedürftigen lugend, die ja unsere Zukunft darstellt, ächufdig zu sein, ihr auch in diesem Jahre während der Ferien die Möglichkeit zu geben, sich in frischer Luft und bei guter Verpflegung zu erholen, die Gesundheit zu kräftigen und dabei auch neue Eindrücke zu sammeln. Begeisterte Briefe und Karten der Kinder i und auch der Eltern-- beweisen, daß wir mit unserer Absicht verstanden worden sind. Bei den verschickten Kindern war es keine Seltenheit, daß manche 8 bis 10 Pfund zugenommen haben. Man kann sich daher vorstellen, mit welcher Freude die -Kinder am Bahnhof von ihren Eltern wieder in Empfang genommen -wurden, die ja auch während der Abwesenheit der Kinder eine Entlastung gehabt haben.- Bemerkenswert ist die Feststellung, daß , diese Großstadtjugend die Freude an der Natur und am Tier in keiner Weise verloren hat, obwohl viel-

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