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Der Schild · 1937-08-06 · 32 (6.8.1937) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
32 (6.8.1937)
Date
1937-08-06
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Krieg in China Jüdisch^ Freiwillige beim Chinafeldzug 1900 sen Wieder einmal haben Wicklungen um P c i p i der Welt auf China gi des Friedens“ — der Omen!) ist uns mit P e k i ng geläufig, we Nordens“ bedeutet, wi des Südens. Bevor nannt wurde, war es China und damit die chinesischen Riesenreicl) en Vers|amkeit „S(adt kein Pekii d : die kriegerisch g die Aufmerk! Hlenkt. Peiping Name ist hief nem früheren 4>ai)ien eher „Hauptsta 1 Nanking Haupi ing in Peiping r Sitz der Kaisb frühere Hauptsta <se Die nationale Aufersji die Stelle des morschen tums eine nationale Repi Süden aus, und dam# Siege, Nanking Sitz der stens verknüpft war di Namen des Dr. Sun-Yal Führers und ersten sehen Republik, und Kai-Schek, des siegreich ihm an die Spitze des Als jüdische Frontso|i der Name des jüdischen der bei diesen geschiehst bemerkenswerte m i 1 i t ' spielt hat. Eigentlich hiä nahm frei einem kanai Weltkrieg in Frankreich schaftliche Beziehungen sischer Patrioten an und nach China mit einem der ihn bei Dr. Sun-Y dieser ihn geschätzt hervor, daß er Cohen Adjudanten machte und und schwierigsten Reorganisation der chi unterstand das A u s b i Kanton-Armee, Tschiang-Kai-Schek gan neuerte. ha i zu Aul g; ai 1932 Ob Noch im Jahre Kämpfe um Shangha Moishe die Seele des sischen Widerstandes aktive Rolle spielt und bekannt. Sicher ist er tendsten militärischen Oesta im neuen China es. all« i itsi adt mr bezon des ehung Chinas, die Kai und schwachen ublik setzte, ginfr wurde, nach s ih Zentralregierung, f^ngan i6eryom em it ■bepi cjiii hi. Bewegung n^i -Sen, des verstoi isidenten der i Marschalls Tsi :n Feldherrn, der neuen China i trfil. daten interessie: General Mo ichen Vorgängen irische Rol ß er Morris C c ischen Regime: teil, knüpfte zu einer Gruppe ging schließlich chinesischen Kauf: at-Sen einführte en muß, geht seinem persö hn bei der wicht, abe einsetzte ■(esischen Armee, dungswese: deren Spitze China einte ui it frei ch res als die schweren gingen, war General heldenmütigen thineer gegenwärtig eine welche, ist uns 1 nicht eine der bedeuten Peking, die alte < hinesische Kaise stadt des Nordens, war im Jahre 1900 das Ziel jenes internationalen Expeditionskorps iinter dem Oberbefehl des C rafen Waldersee, das anläßlich des Boxeraufs andes von den Großmächten nach China t ntsandt worden 1 war. Zum ersten Mal seit dem Kriege 1870/71 kamen hier deutsche Truppen wieder i in’s Feuer. Es waren ausschli ißlich Fre i wi 1 hi g e, aus denen sich das deu sehe Expeditionskorps zusammensetzte. Und ej ist für uns eine geschichtlich interessante Erinnerung, daß rnter diesen Freiwilligen dan als auch jüdische Soldaten in China gekä npft haben. Die Feststellung dieser Tatsache verdanken wir vor allem einer Verhandlung des deutschen’ Reichstags im Frühjahr 1914, bei der der Abgeordnete Müller-Meiningen einem anderen Abgeordneten entgegentra t, der die Tcilm hfne jüdischer Freiwilliger ai der Chinaexpedition 1900 wie an den Kämp en gegen die He eros 1904/07 bestritten hatte. Dies gab Veranlassung zu Nachforschungen von jüdischer Seite bei denen 20 jüdische Teilnehmer am Herercfeldzug 1904/07 und die Ns men von 35 jüdischen Freiwilligen der Chinae: Spedition von 190) ermittelt werden konnten (Vergl. die Nan lensliste im Schild Nr. 6, 1933, Seite 45!). Obwohl die hier festgestellte Ziffer eine im Verhältnis recht beachte iswerte Beleih jung jüdischer Freiwilliger ergibt, ist sie doch zweifellos unvollstä idig und wird leider auch nicht mehr lückenl >s vervollständigt werden können. Dies firn et seine Bestätigung 190) des schon in der Tatsache, daß wir letzten Jahrgang des Schild, 1936, von weiteren Kämeraden unseres berichteten, die am Chinafeldzug genommen haben. Es sind dies der am 1936 zur Großen Armee abgerufene Alex Kuschinski (Berlin) und Simon v. d. Walde (Emden), der serer Marinenummer (Nr. 20, 1936) aus Erinnerungen erzählt hat. Beide Kam Kuschinski und v. d. Walde, die in Jugend sich freiwillig nach China g hatten, haben im reifen Mannesalter noi n im z w e i I Sundes teif- 9. 12. Kam, Kam in unseinen i raden, ihrer ejmeldet >< :h den den en ingch na uns $ li e, <;ine pell : n, am ilndine- 1922 mann, Wie daraus glichen igsten der Ihm der dann lid er- Als 1900 der deutsche Gesandte in China ermordet wurde und ein deutsches Expeditions-' korps unter Graf Waldersee im Verein mit anderen Mächten eine Strafexpedition unternahm, meldeten sich zu dieser' Trup] Deutschland zahlreiche Freiwillige. ihnen befand sich auch Oskar M ein junger Mensch aus Hannover, dejr vorher seiner Dienstpflicht bei der A genügt hatte. Sein Vater hatte früher ein in der Nähe von Hannover besesse i darauf eine kleine Pferdezucht betrieb^: daß er vonfugend auf mit Pferden Y war. Seine Meldung wurde angenommen er machte den Feldzug als Angehöriger Munitionskolonne, später als Kavallerist Die Pferde für die Chinaexpedition nämlich in Argentinien eingekauft, da d< Pferde das Klima nicht vertragen k<)i In pferdesportlich interessierten Kreisen heute noch bekannt, daß die deutsche^ ziere, die damals nach Argentinien e wurden, durch die Wildheit des materials, das völlig ungeritten eingej, wurde, Verluste erlitten. Es war also leichte Aufgabe, diese Pferde in Chiija zureiten und zu fahren. Moser hat sich in dieser Tätigkeit in China sehr bewäf er die wildesten Pferde bändigen konnte. 11 Moser hatte sich, wie aus seinen mi liegenden Originalbriefen und Tageh^c hervorgeht, in voller Begeisterung f deutsche Sache nach China gemeldet; lieh reizte es aber den jungen Menschen fremde Länder und Völker kennen zu und er spielte mit der Möglichkeit, siel leicht im fernen Osten eine Existenz gründen. Dies gelang nicht, weil es grund lieh deutschen- Expeditionsteilnehmern gestattet wurde, im Lande zu bleiben, s alle mit ihrem Truppenteil nach Deutsch zurückkehren mußten. Nach vielen Strapa gefährlichen Kämpfen und überstan Krankheiten kam er denn auch heil Heimat zürück. Trotz des nun schon rückten Alters meldete er sich 1914 frei cv sofort an die Front, machte auch den g > Weltkrieg mit, starb aber kurz nach Rückkehr an den Folgen einer Operatioi ein in beiden Kriegen zugezogenes N leiden notwendig gemacht hatte. Von seinen Erlebnissen in China berfcseine Aufzeichnungen viele interessante Kampfhandlungen waren freilich in China so häufig wie in anderen Kriegen, abe Strapazen durch das Klima, die Anstrengn bei den Märschen, waren den Leistungp: jedejm anderen Feldzug ebenbürtig. Am 4. September 1900 ging es im Tram portdampfer von Bremerhaven ab, dieser war laturgemäß sehr besetzt, und es wurde au: der ganzen Fahrt stark exerziert. Am 24. Oktober erfolgte die Landung und am 25. Oktober der Einzug in Tientsin. Moser kam sofert zu dem Dienst des Zureitens neueingefrroertenerargentinischer Wildpferde, und waä noch schwieriger war, chinesischer Maultiere eine pe in Unter scr, kurz tillerie Gut und n, solertraut und einer mit. urden utsclie nnten. ist cs Offi-, ütsandt lfferdeämren kerne zujerade rt, da . vorhern die natiirauch, Semen, yiel- ’ zu sätzniclit dndern land zen, Jenen die \|orge- ,illig nzen einer , die erenhten Dinge, nicht die ngen n in Weltkrieg an der Front mitgemacht. Im Weltkrieg selbst haben wir Juden in China auf deutscher Seite ein Todesopfer zu beklagen. Bei der Verteidigung des damals deutschen-, auch bei den gegenwärtigen Kriegshandlungen wieder genannten Tsingtau fiel der Unteroffizier beim 3. Seebtl. Johann Meyer-Cohn aus Berlin am 7. 11. 1914. Auch er ein jüdi§pher Chinakämpfer, dessen Andenken bei uns nicht vergessen werden soll! Inzwischen ist uns ein weiterer jüdischer Freiwilliger des Chinafeldzugs 1900 bekannt geworden: Oscar Moser. Ueber ihn liegt uns von unterrichteter Seite der nachfolgende Beitrag vor, der gerade "heute interessieren dürfte, weil er auf Grund von Mosers Erinnerungen einen unmittelbaren Eindruck des damaligen Krieges in China vermittelt. schwere Arbeit, die oft gefährlich war, bei der er sich aber vielfach auszeichnete, sodaß er auch bald von der Munitionskolonne zur Kavallerie kam. Nun gab es vie^e Streifzüge in die Umgegend, Patrouillen, die sich infolge mangelnder Drahtverbindungen oft tagelang ausdehnten. Einige Male trafen die deutschen Reiter mit berittenen Boxerabteilungen zusammen, die rflit Lanzen, Bogen,und Pfeilen ausgerüstet waren. Es gab harte und. nicht ungefährliche Kämpfe. Einmal mußten .sie, wie Moser berichtet, mit wenigen Reitern einen Transport von 600, bis dahin völlig frei lebenden Wildpferden begleiten, wobei ihnen nicht weniger als 200 ausrissen. Und das war noch ein verhältnismäßig geringer fall bei den Schwierigkeiten solcher Transporte!" Im Winter kam der Vormarsch nach Peking bei eisiger Kalte. Es lag fußhoher Schnee, die Pferde stürzten fortwährend. Dabei mußten sie imfrier Patrouillen reiten, Gebirgsbatterien in einzelnen Geschützteilen auf die Berge bringen und an der Belagerung der Festung Poatingfu teilnehmen. Moser wurde hierbei auch einmal verwundet. Mehrfach zeichnete er sich in den Gefechten und Patrouillenritten aus und wurde daher auch eine Zeitlang zum persönlichen Dienst als Ordonnanz zu General von Kettler kommandiert. Die fürchterlichen Strapazen, zuerst durch Kälte und dann durch Hitze, die gänzlich ungewohnten Umstände in Unterkunft und Verpflegung, unter denen die europäischen Soldaten mehr litten, als unter den eigentlichen Kampfhandlungen, die Last der Pferdepflege — das alles stempelt doch die Leistungen dieser Männer zu wirklichen Kriegstaten. Moser erwählt! nur einmal seinen jüdischen Glauben, als er von einem Zusammentreffen mit einem jüdischen Sanitätsunteroffi- "zi er spricht, der ein sehr netter Mensch ge-, wesen sei. Sein gutes Herz zeigte sich darin, daß er aus seiner Löhnung des. öfteren arme Eingeborene unterstützte, und daß er vollauf seine Pflicht tat, beweist die Verleihung von zwei ausländischen Ordensauszcicbnungen, von der er mit Stolz berichtet. Am 10. August 1901kam er wieder in .Bremerhaven an, wo ihm und seinen Kameraden ein kaiserlicher Prinz die Chinam e d a i 11 c anheftete. Moser ist, wie aus seinen Aufzeichnungen hervorgeht, das Beispiel eines einfachen und guten Soldaten gewesen, eines Mannes, der mit Selbstverständlichkeit die schwersten Pflichten erfüllte, der eine freiwillige Meldung zum Kriegsdienst ebenfalls für die natürlichste Sache der Welt und eines gedienten'Soldaten vollkommen angemessen ansah. In zwei Kriegen hat er seine Pflicht treu erfüllt und sich daher auch das Recht erworben, im Kreise jüdischer Frontsoldaten nicht ganz vergessen zu werden. Kam. J. L. t

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