Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 28 (9.7.1937)
- Date
- 1937-07-09
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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I opf^rabeinJ. Redner: Kam. Oberlandesgcrichjtsrat i. D. Dr. Ernst Rosenthal. Thema: Dei* Reichsbund jüdischer Frontsoldaten und seine Kijiegsopferarbeit. Berlin, Ortsgr. Nord. Im Anzeigenteil dieser Nummer erscheint erstmalig eine Anzeige, diej unttider l/eberschrift, „Jede Arbeit übernehpienjin Berlin“ die Namen von zehn erwferbsloscn Kameraden der Ortsgruppe Nord mif Anschriften auf führt. Die Ortsgruppe Ncjrd bezweckt, da» .jede r Kamerad, der künftig . irgendeine Arbeit, sei es in seinem - Gcschä», sei es in seinem Haushalt oder soiistwi^ zu vergeben hat, sofort weiß, an wen er sich wenden kann- Jeder der dortgenaiinten Kameraden wird auf eine, Postkarte hir sofort zur Stelle sein, um die gewünschte Ar teil aus zuführen und sich damiti etwas zu veidientin. Wir bitten unsere Berliner Kameraden, Jon dieser neuen £inrichtuncj der Ortsgruppe lNord im'Interesse ihrer Erwerbslosen reichlich Gebrauch zu machen. Ost-Westpreußen Tilsit. Kam. Tierarzt Dr. Hermani Davidsohn ,j. Tilsit. wurde am JS.. Juni bO Jahre aItf. Er hat sich ütn die Ortsgruppe Tilsit, deten Mitglied er seit der Gründurtg ist, sehr verdient gemacht und in schwier gster Zeit sie mejtrere Jahre als Vorsitzend \X|r wjiinschen dem all» Gjüte für die Zukunft.' konnte der t riegsopfersachbearbeiter, Kam. Willi Silberbei g, Vlotho, verschiedene Kameraden über Kriegsopferansprüche belehren: Westdet rtschland Bonn. Der \ cteran von 1870/71. unser Ehrenmitglied Kam Mofc* Bier.’Bad Honnef (Rh), hat am 1. Juli einen 91. Geburtstag gefeiert. Unse/ Kassierei Kam. Erwin Kober, Bcuel/Bonn. der seit Grüoduni der Ortsgruppe dem Vorstand angeh >rt, hat am 28. Juni seinen SO. Geburtstag begangen. Kam. Hamberg aus Sieghurg, hat Anfangs Juni die silberne Hochzeit gefeiert. Er zeichnete sich stets durch tatkräftige Förden ag unserer Sportgruppe aus. Aus Kampraden- und Familienkreisen ter unseres mehrfach verwundeten, mit ausgezeichneten Kameraden 'Kurt Noh<.r. Frau Emma N o h e r , begeht am n 75. Geburtstag. Mi :i Berlin. Die C.K. I. und II. Kl <>rts^ruppe Zoo, 12. Juli 1037 ihn Stuttgart. Nach Ablebvn unseres mußten, i-t nun am 21. Juni, <cincs Vater«!,* d •J'irch einen ätraH.- Teilnahme der Jti /hei den Fr ntkam geprüften Mutter Zeit Itr geleitet, jugendfrischen Jubilar Magdeburg Su« i. .August ihren Niedersachsen Gruppe Schaumburg. Am i. Juli) fand - ine Zijsammenkunft heim Kam. Wilhelm Lehmann. Rintelnfstab, an der 1' Kameraden Teilnahmen. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles Aus der bewegunk/ cm wir erst kürzlich in Nr .23 vom vam. Albert M a y e r Kenntnis gefcen he traurige Mitteilung zu machen, daß nige Wodicn nach dem Hinscheiden t ssen Sohn Lutz auf tragische Wci-w nunfall ums Leben gekommen ist. Oie :i ischcn Gemeinde Stuttgart*, insbesondere »fern, wendet sich allgemein der sihwer- •st. Frau Martha Lubrainschik feiert am 60. Geburtstag. Frontsoldatendes Auslandes Auf einer renz des BuH ziere wurde jeder Form t Kampf ansagt Tel Awiw abgehaltenen Konfedes ehemaliger jüdischer Offieine Entschließung gefaßt, die er Teilung Palästinas schärfsten Berlin von \-l E A L4a h und GeschÄftspaplere S\ H IB II Einstampfung garantiert! Tel. 68 32 06 FHJGQ KARO. Cuvrystr. 27 Altpapier I [ Buchdruckereien BUCHDRUCKEREI Jacobowitz \ .. C 25, Prenzlauer Str. 47 51 42 76 ^Fr- _ »Sinti. Druckarbeiten Krankenpflege [ Adolf Naftanlel It ts. Am Nordhaf.n 5 Ullts tauftmit Elnatampf-Oarantia E E Ankauf 3 Ha»it»altiauflöiung«a Möbel, komplWobog Sbirnimiftz-hAchst.Preis freihdg.MUalliau« A^ISdl f Gr. Frankfurter Str. 63 / 59 39 79 Altpapier, Akten Efastarepfung unter Garantie Jo4ef Scfcott, N>ne Frledrtdjstr. 4, 52 11 44 E -4- AnHauf von Flaschen Sorten Flj.dwnßrofchandlunß MAX VICTOR W1*I Halkreuthstrafcc IS .' Tel. 3545t J E Bandagen landagen PUttiufcciiiUg» nf £ C Haba.Gtfaabdnick, ■r J OrtbopAd. 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Voller Tragik ist auch der Anteil, den die Juden des damaligen Spanien an den Kämpfen der beiden einander befehdenden Herren des Landes, der mohammedanischen Mauren und der christlich-abendländischen Könige,nehmen: auf beiden Seiten kämpfen Juden und halten ihren jeweiligen Landesherren die Treue. Auf beiden Seiten auch stehen jüdische Diplomaten im Dienst ihrer Landesherren, und bringen diesem Dienst ihr Leben zum Opfer. Ein kleines Büchlein „Iberia“ von Dr. M. L e v i n , das der spanischen Epoche der jüdischen Geschichte gewidmet ist, spricht davon. In Sevilla, dieser herrlichen Stadt, deren Erbauung Herkules zugeschrieben wird, und die von Julius Cäsar mit Mauern und Türmen umgeben wurde, wirkte als Fürst der Juden Albalia, der beim (maurischen) Könige Almutamed die Stelle eines Hofastronomen inne hatte. Almutamed unterhielt mit dem katholischen Könige von Castilien Alfonso VI ein inniges Freundschaftsverhältnis, das auch dann 'nicht gestört wurde, als Alfonso Toledo eroherte, das mächtigste Bollwerk der Mohammedaner nach Norden hin. Doch Alfonso hatte einen weiteren Plan; er wollte der mohammedanischen Herrschaft auf iberischem Boden ein Ende bereiten. Er richtete dieserhalb seinen Blick zunächst auf Sevilla. Um einen Grund zu finden, den befreundeten König zii bekriegen, schickte Alfonso seinen getreuen Diplomaten Ihn Schalbib (Jude) zu j\lmutamed, .daß er diesen! durch eine unangemessene Rede zur Feindseligkeit herausfordere. Obwohl Schalbib ahnte, daß es um sein Leben geschehen sei, befolgte er 1 doch den Willen seines Köpigs. Als nun Almutamed, von den Worten Schalbibs gereizt, diesen hinrichten ließ, (i^tte Alfonso den gesuchten Grund, gegen; seinen Freund den Feldzug eröffnen zu können. In der Schlacht von Zalai^a (1086) zeigte cs sich deutlich, wie dije Juden verschiedener Länder, obgleich durch die Religion , innig verbunden, im Kriege gegen einander stehen und je zu ihrem Vaterlande in Treue und Anhänglichkeit halten. Wie Albalia der tteuestc Ratgeber Almutameds, und Schalbib der sich opfernde Gesandte Alfonsos war, so standen auch in den Heiden Heeren an 40 000 Juden unter Waffen.: Dem Könige Alfonsp nützte seine Treulosigkeit nichts; er wurde geichlagen. Gleichwohl war der endgültige Sieg dem Abendlande gewiß, den Ferdinand und Kabella. errangen. Aus Glaubensgründep, auf Betreiben des Generalinquisitors, Torquemada, Wurden alle Juden aus den spanischen Landen ausgewiesen, die nicht den christlichen Glauben annahmen. Im eben eroberten Granada, wurde das Ausweisungsedikt' unterzeichnet Aber das Jahr 1492 hat noch eine andere Bedeutung: „Der Ewige ist Gott!“ Dieselbe Feder, die in der Alhambra dtn Söhnen Judas Gottes Erde streitig machte dieselbe Feder Unterzeichnete das Bcstal ungsdekret für Columbus. Am 2. August 1492 verließen die Juden das spanische Land, einen Tag darauf, am 3. August, steuerte Columbus dem Westen zu. Wie bei den poitugiesischen Entdeckungen und Eroberunger Juden eine bedeutsame Rolle spielten, so befand sich auch in der Begleitung von Colun bus ein jüdischer Jüngling, Luis de Torr :s, der ihm bei der Entdeckung wichtige Dienste leistete; wie das den Juden gewaltsam allgenommene oder entliehene Gold die Entdei kungsfahrten bestritt, so sollte der Mann, den Aberglauben beherrschte, im Dienste der von blindem Glaubenseifer getriebenen Is abeila la catolica ein Werkzeug der Vorsehung werden: ,einen neuen Himmel und eine neue Erde zu schaffen.“ Mitgeteilt /on Kam. LEOR.