Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 27 (2.7.1937)
- Date
- 1937-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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I Palästina zitieren) etwas, was : andere jüdische Organisationen nicht haben — und auch.' nicht .haben können, weih sie eben nicht wie unser Frontbund auf einer Erlebnis- Gemeinschaft beruhen, So erwächst ihm eine besondere und einmalige Stellung im jüdischen Lehen und, aus der Pflege gemeinsamer Erinnerung, ersteht die ihm eigentümliche Haltung, die das w irklich Wesentliche, Zeitlo-e, Wcrtbes ändige und V erbindende im Judentum /» verwirklichen sucht: jene Haltung, dw ^es höchsten Heroismus fähig, mit ihrem letzten Herzschlag der Mutier gedenkt und mit ihrem letzten Atemhauch sich zum Schma Jisroel bekennt. h. »- WU T-\ahUoldateH sind Ae* 1/tleihUHQ'.. Wie Juden 1 v h r an..-; Heut gruppen haben unter den ü il i s c h e n gestanden, jüdischen mancher Leutnant Ir 1 in' u itr im sä ml in im b1 im Berufs hlands auch die j ■ r im‘Weltkrieg ihren Mann ’umi .un;-: ib-u min Je.-iciis 12 n> XI (ivf.dienen befindet sich auch so Aimelrorige dieses B.erufs. Da war (i.ittfrie.l" S e mler , der als erster' Lehrer in der alt, n \\ ehrmaclu während des Weltkrieges da- I i-ern.e Krtu/ erster Klasse elf hielt und dr--ee gesammelte Feldpostbriefe ein blei- 1h iidcs Dokument sind: d^ war Max Strauß, de-sen lliu|.tmann an das Bürgermeisteramt seiner Heimatstadt < icmJa die Worte schrieb: „.".Mojen die jungen Männer Ihrer Gen:-. ind.i an seinem Beispiel lernen die Liebe inni Ii.ue /u Kaiser und Refell. „ den riicksi. eii Finsat/ für unsere heilige Sache, tr -:e;’e Pflichterfüllung bis /um letgten Aterrj- /i.e" Da war der bekannte Kampfflieger J.,!. I.i ilirm;nn. der schw erverw unJet , heimkv hre:> durfte. Von ihm ist. gferade jet/t bei der Scl’uherualtung der Jüdischen (uni». i;tit /u Berlin tunsehr intercisante Stati.«-ik -:i«; den Altersaufbau' undj die Vorbildung i|,r bei der Jüdischen (jcmeirtde /u Berlin beschäftig en Lehrkräfte erarbeitet worden. Bei der < iesamt/ah! von £9U Köpfen stellen 'Alter bis i’5 Jahren, Aber um 25 bis 50, Jahijen, Alter von i i bis 40 Jahren, Alter um lo bis 5o Jahren, Aber i m 5o bis 00 JahJen, . ~ Alter von 0!; Jahren und darüber. Den In,eliste» Anteil hat demnadh mit 29,3 . (J. die Altersgruppe von 40 bis, 50 Jahren. 1 >i'-er und der (iruppe von 50 bis 60 Jahren, deren Artteil 22,4 V. H. betragt, gehören die Lehret aus der Frontgeneration an. Stark ist der Anteil der weiblichen Lehrkräfte mit 17,^ v- LI. der Gesamtzahl. Vom gesamtjüdischen Standpunkt wäre aber ein): Ergänzung dieser Statistik dahin, wieviel vort den männlichen; Lehrkräften Frontkämpfer waren .und wie groß ihr Anteil an dem beiden in frage kommenden Altersgruppen ist, recht interessant. Wir sind, über zeugt, 'daß das Ergebnis eitler solchen Erhebung für die jüdische Lehrerschaft sehr ehrenvoll sein würde, und schlagen vor, sie nach/uholen. Wenn der ,, 'ouncil for German u J e w r y " jüngst den ersten zusammenfassenden Arbeitsbericht über das Jahr 1936 vorlegte, so findet dieser das lebhafteste Interesse unseFcr Kameraden, da die Tätigkeit des Council" der Förderung der jüdischen A u s - .Wanderung aus Deutschland dient, mithin auch für die Auswanderungsmöglichkeiten der ehemaligen Frontsoldaten und ihrer Kinder "von wesentlicher und materieller Bedeutung ist. Die wichtigste Vorbedingung der Aus- : Wanderung ist eine entsprechende Vorbereij tung, d. h. insbesondere Beru'fsschulung -und* - Umschichtung. Für diese überwiegend in Deutschland selbst zu leistenden . Arbeiten, für^A us w an de ru n g nach allen Ländern bezw. Rückwanderung in die : Heimatländer und schließlich auch für Berufsausbildung au lerhalb Deutschlands hat der Council 176 001 Pfund aufgewandt. - Für Ansiedlu tg von Juden aus Deutschland m.Palästin a wurden entschließ!, der Bp träge für Bode terwerb durch den Keren Kajemeth 275 500 Jfund investiert. 204 000 Pft nd dienten zur Unterstützung Ausgewanderter außerhalb Deutschlands, ihre Berufsausbildung, Umschichtung um Weiterwanderung. Insgesamt wurden 655 000 Pfund * für die Hilfstätigkeit les Council aufgebracht. Und zwar im einzelnen 302000 Pfund von der Britischen Sekion des Council, 210 000 Pfund vom American [joint, 50 000 Pfund vom United Paleitine Appeal of America und 25 000 Pfund vom Keren Hajessoth- So ansehnlicn diese Beträge sind, so wird doch die ursprünglich vorgesehene Summe von 750 000 Piitnd jährlich auf die Dauer von 1 Jahren als I das Minimum dessen bezeichnet, was zur ordentlichen Durchführung der dem Council gesetzten Aufgaben erforderlich'sei. Um unseren Kameraden einen Begriff von den Summen iu geben, die für eine planvolle Auswanderungfehilfe erfordert werden, sollen hier noch einige Ziffern für das laufende Jahr 1937 aus [dem Bericht angeführt werden. So ist die Britiiche Sektion für 1937 inzwischen bereits Verpflichtungen von etwa 194 000 Pfund eingegangen, während aus dem vergangenen Jahr noch Verpflichtungen in Höhe von rund 170 000 Pfund [bestehen. Es sind ^omit 364 000 Pfund für d* laufende Jahr aufzubringen. Da der Kassenbestand rund 100 000 Pfund beträgt, so sind| noch über 250 000 Pfund bar einzuzahlen. Wir sehen | aus diesen Millionen-Mark- Ziffern erneut daß das ausländische, insbesondere das [englische Judentum sich ganz bedeutende Opfer auferlegt, um der jüdischen Aus« anderüna aus Deutschland kraftvoll Hilfsstellung At leisten. Wenn mancher Kamerad, den es für sich oder die Seinen nach einer neuen Heimat drängt, verständlicherweist manchmal ungeduldig wird und wenn er die Frage stellt, op denn auch wirklich ausreichend für Mittel unll Möglichkeiten zur Auswanderung gesorgt kverde, so möge er aus den hier genannten S tan men des Council for Oerman Jewrv sich silbst ein Urteil bilden; er möge angesichts ditser erheblichen finanziellen Bemühungen dds Council aber auch erkennen, welch außenordentlich große Mittel eine Massen-Auswpnderung und ihre Vorbereitung erfordert— hingewiesen, daß die neüe_ 4 bändige T -Eine laufende Besprechung der Frschciminischen Büchermarkt gehört nicht aben unseres Bundesorgans. Hier taucht ein Buch auf, in dessen Berührungspunkte mit unserer Itung erkennen. Auf solche Bedien wir unsere Leser hinweisen insere Meinung nicht vorenthalten, n—der Brandus'schen Verlagsbuchichienene Roman „Noah Pandre“ Schnöur. Er hat es verdient, febersetzung aus dem Jiddischen gemacht zu werden; die dichteltung des Titelhelden spricht uns Sportkameraden lebhaft an; denn or uns ein jüdischer Vollmensch, •isch, unverbogen, gesund an Seele r. Ein prachtvolles Stück naturlens. Eine solche Lektüre ist erd gesunde Kost. Auch von dem Verlage erschienenen Kulturroman 'rager jüdischen Zunftlehen „Der r von Prag“ von Emanuel Worlik uns angesprochen. Er entrollt das Geschichtliche Bild einer jüdischen leit, deren Schwergewicht noch der Seite eines einseitigen Intellekverlagert war, in fesselnd erndm. An Prag knüpft sich ja —' hur erinnert sei — im übrigen stolze soldatische Erinnerung des — Weiter seien unsere Kame- Sportkameraden besonders darauf gen am jü zu den Auf, und da abe Inhalt wir ’ eigenen H Ziehungen uijd ihnen Da ist der handlung e von Salma uns durch zugänglich rische Ges Front- und hier steht kraftvoll, f und Körp haften Le treulich u im gleiche aus dem Fahnenreif fühlen wir lebendige Vergangen) nicht nach tualismus zählender woran hi . auch eine Judentums raden un nt ii über deren wir erst in vom J. Kaufjfi jetzt auch in nersche Bibelübersetzung, geschlossenes Erscheinen (Seite 4) berichtet hatten Verlag, Frankfurt a. M., . einzigen Bande auf Dünndruckpapier gebracht worden ist. Ueber die hoher züge dieser Uebersetzung wurde hier gesprochen; bleibt die vorzügliche butl nische Gestaltung der Dünndruck-Ausgii erwähnen. In dieser Form können Kameraden nun das Werk schon zum von RM 7.50 erstehen, und für diese iichkeit darf man dem Verlage Dank Das Buch , der Bücher, das viele v selbst während des Krieges im T begleitet hat, gehört schlechthin zum Sen Lebensbestand eines I jeden Juden - leneration zu Oeneratioti. — Aus bibl Stoff hat Martha WertHeimer den ne Band der Jüdischen Büch-Vereinigung schöpft: „Dienst auf den Höhen“ ist jen in Kanaan, den die Bibel'geißelt, weil e reinen Dienst am Gotte j Israels zuwidth Der „Schild“ sieht, wie gesagt, grunds: von Buchkritik ab; auf dieses Buch ab: gewiesen zu werden, habCn unsere Karne ein Anrecht. Jüdische Geschichte und Gestalten, Davids Geschleicht, Salomo de und Staatsmann, werden mit visionärer und mit gestaltender Einfühlung in der ihrer Zeit lebendig. Groß und düster oft ■Atriden- und Wälsungen-Schicksal, aber Licht jüdischer Glaubenshaltung durch Ein Werk, an dem man nicht vorübei j kann und soll. llr. v Ol Tor > r I eorczyn ab- 20 mann einem Heraus- Vorschun htechbe zu .insere Preise Mügisseu ininister geistivi >n schein ue*>ten ge- Kult dein r i-t. ät/livii r hinra.leii iltie Mann Kraft Ge :-t wie vom Hflutet. geben Neues Frontkämpfer gesefz in Diigfüni Nach Budapester Pressemeldungen wird der vom ungarischen Ministerrat angenommene Entwurf des neuen Frontkämpfer- Gesetzes den Namen „Feuerkämifer- Gesetz“ tragen, und dementsprechend wird auch der bisherige Fröntkämpferverb ind in „Feuerkämpfer-Verband" umbenannt. Das Gesetz soll in erster Linie für den „wahren, unmittelbaren Frontkämpfer“ Schutz und Unterstützung des Staates schaffen. So verden nach dem Gesetzentwurf künftig der Staat die staatlichen und privaten Unternehmungen verpflichtet, zumindest zu einem Fünftel der Angestellten Frontkämpfer zu beschäftigen. Die gleiche Verpflichtung gilt für den Grundbesitz über 1000 Morgen. Bei allen staatlichen und städtischen Lieferungsaufträgen erhalten Frontkämpfer eine Vergünstigung von 3 Prozent gegenüber den;andefen Bewerbern. Ferner sichert das Gesetz den Beamten, der Polizei, der Post und dei Eisenbahn eine Wiedergutmachung der durch die Teilnahme am Weltkrieg ihnen entstandenen Nachteile (Beförderung etc.) und Schi den zu, darüber hinaus auch eine besondere Berücksichtigung bei der Steuerveranlagur g. Das Gesetz teilt die Frontkämpfer in sechs Gruppen auf. Zu der ersten gehören die den Heldenorden tragenden Kriegsbeschädigten, zu der zweiten die allgemein Kriegsbeschädigten, zu der 3. Gruppe die dem Heldenorden angehörenden Frontkämpfer, zu der 4. die Kämpfer der Schützenlinie, zu der 5. die allgemeinen Frontkämpfer und z i der 6. die übrigen Kriegsteilnehmer- Das neue Feuerkämpfergesetz soll bereits in der nächsten Zeit von der Regierung dem Abgeordnetenhaus zur Verhandlung vorgelegt werden. Zum ersten Vorsitzenden der J irdischen Blindenanstalt von Deutschland EV., Berlirt- Steglitz, wurde Herr Dr. med. h. c. Paul Perls gewählt. Er hat sich nicht nur um das Blindenwesen, sondern auch um die Zurückführung von Schwerkriegsbeschädigten in den Arbeitsprozeß ganz .besondere und anerkannte Verdienste erworben!, auf die im „Schild“ bereits ausführlicher hingewiesen wurde.