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Der Schild · 1937-06-25 · 26 (25.6.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
26 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Kam. Max Rose überreicht Kam. Glaser die vom Bundesvorsitzenden verliehene Silberne Ehrennadel, und unter gleichzeitiger Mitteilung, daß auch den Kameraden Wirtheim und Rosenblatt inzwischen dieses Ehrenzeichen verliehen worden sei. wies er darauf hin, daß diese Kameraden sich durch vorbildlichen [Eifer um den Reichsbund jüdischer Frontsdldatcn im allgemeinen und die Ortsgruppe! Hannover im besonderen verdient gemacht hätten. Auch Kam. Fritz Mendelsohn erhielt die Silberne Ehrennadel. — Kam. Fürst gab bekannt, daß inzwischen die Kameraden Glaser [und. Mev^rhoff (Braunschweig) durch Verleih jng der Goldenen Ehrennadel ausgezeichne: worden 'seien, womit ihnen der Dank ür ihre Leistung für den, Bund ausgesprochen sei. Nach dem Verkauf der Kriegsopfer-Marken, der eir en ansehnlichen Erlös brachte, wurde die Versammlung geschlosstn. Kam. F. M. Zur sroOen Armee Frankfurt a. M. Unsere Ortsgruppe betrauert das Hinscheiden der Kameraden Lpdutcd Bloch, Groß-Karben. und Jakob S e h ö ij . Bcrlh Heim-.' scltni \V i rr t Ci r a c zu geh k' i. Wir haben dir traurige Pflicht, den ng der Kameraden Alfred G o 1 d - d_t (OrGer. Charlä'tenbtrrg), -Rudolf; r-f e I d (i)rtsgr. Bayern). Richard z d >r’s 'r. Prenzlauer Berg) bekannt- Kffn:gsberg Pr. Unsere Ortsgruppe beklagt dm Tod des Kameraden Alfred \volff. Aus Kameraden» und Familien l eisen ‘ - A’f*-r t->n "4 - . - Er - M:’ ' I -!cr Cer'-i.! .■’- r Kim F>r. Frif/ T 'i - [i- -i'x.i ,r B r.r «ein — 1 ‘ K D- I. -er. dt-r \ r e;ru:r-n ' , I . " ■ r>,,...- -«f.r. nR, ' rr - Er_ h*t ■ vcstiTvl ■/ 1 u' - - r h "' ■- v '-:^ ' Ir. r hit' Y ’ :*r 1' ••. r i: \Vrsi-.” vor* \:r»‘ " •' hs* c.l, .. 1 y .... -; F n : ' ' — V„ "'t ith:n V. :* d r 1 - r - F.kJ|I •: a A ign: V, . - i r.^/t «r c-n E: •" - Ha rt.L Wir :" - ■ t '.-m v r. O't :’ :"' de-: v. .i*|r?t;) ßc-t* n F VTH.:« ur! B.r.if. Berlin. J Kirn ST-cf-^rT^-S M i : r h ’ *>.•?/ < >r* z? Prer.r-!*-vr R. '{■■■'. h t ’k am 2. ff .fiel \ Fixt «i-itl Or 'nd ir * d -i BU» W tj';.idi G i nd*' •’ r : * rr Z it ve 2j wir: -h*.n ifbri^ % ttv-’n - i r -hi hi'4 T- G-i7* js-.tn z. Franbflrt a. >1. f) r V ■*>*'? -.1: “ der . Arbeit« *r~. . r- T*:-:- und r:- ' : J|.i-1. R'i--n>rj K i h- '.vir' *d>f'h d-E- Hin^ch(':d.--. Vft* -- =. ti - . Trv: *. r-.-f/t Hermann ’Kihn. tfc’- \v :r-?-* wir G' 7,-indei't':».?r IN Lan-rvn. Jvci ■ . \vi«-.‘n i-n Fe''* tni «ini Kim**rv,<-.y Ui tvt. s n- - H-r Writ-rH.s^.s Kit in dm hbrt? Ir? : ^3 ff" Oiri.’-I'tf. Re;. N*. 11 j in Dirmstidt jrcJie tt. Bergheim 1* d. Sieg. Am 3*‘i. Juni beeehea Kam. ' l'i 1! i t e v y und Qjttin dtn Ta? ihrer Silb.rhoch2:il. Carii. Lttvy hat den Vt’citkricr als Frontsoldat an des X'e^tfrzr. . ine it in Flan.lcrn. m tjemacht und ist Bundes* nitglied in t!<rr Ort<-jcuppe Bonn. | Spendet j unferen Kriegsopjernf | I ÜBerweiJungett erßeten auf j e ■ Poßfcßecßßontot Berfitt I4o2o8 ' \ I •Retcßsßund jüdiseßer Trontfofdaten " (Kriegsopferaßteilung) } ■'-...4... Der Unbekannte jOdlsdie Soldat iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinitmittitnnini Ehrentafel Ifldllcher famlllen Am 1. Juli : 1937begeht in Berlin die Lehrerswitwe'Frau Henriette Schön geh. Engelbert aus Lschwege ihren 82. Geburtstag. Von ihren drei Söhnen zog bei Kriegsausbruch einer nach dem anderen ins Feld. -Zwei von ihnen sind gefallen: der '•jüngste, Berthe Id, 1917, ein anderer, Julius, 1918 als Unter Offizier. Er wurde bis 1920 noch als „vermißt" geführt. Sein Zwillingsbruder Siegfried diente aktiv und machte so den Krieg von Anfang bis zum Schluß mit. Nach seiner Et tlasjung forschte, er dem Verbleib seines vermißten Bruders nach und erhielt schließlie t einwandfreie Klarheit über Messen Heldentod. * Lieber den gefallenen Unteroffizier Julius Schön,, der mit dem EK. II ausgezeichnet war und am 23. August 1918 bei der 4. Komp. R LR. 16 auf cem Felde der Ehre blieb, berichtet ein a isführliches Schreiben seines Kompagniekam :raden Franz Plötz vom 28. Juli 1920. lern wir die folgende Schilderung wortgetrru entnehmen. Der jüdischen Mutter aber, die das Herzblut zweier Söhne hingegeben ha , gehören zu ihrem 82. Geburtstag unser: aufrichtigen Wünsche. * Der Brief lautet: ..Ihr Bruder zing am Nachmittag des 25. 8. mit seiner MG.-Bedienung ins Vorfeld (in der Gegend von Oinchv. Morval-Combles) worunter auch ich mich als Richtschütze befand. Der Er gländer griff zunächst hart links von uns rm Vorposten an, er wurde jedoch .unter blutigen Verlusten zurückgeschlagen. Ihr Bruder, unerschrocken und von seltenem "odesmut, beobachtete dauernd mit dem Glas: in der Hand und auf der Deckung sitzerd die Vorgänge beim Feinde. Für uns war jedoch die Zeit des Handelns noch nicht gekommen, bis dann einige Gruppen Engländer vor unserem Vorpostenfeld auftauchten, und heranzukommen versuchten. Schön und ich krochen mit unschrm 1. MG. über die Deckt ingn an einen erhöhten Punkt, wobei wir dichtes Inf.-Feuer von vorn erhielten. Leider .verloren wir dadurch wohl ein wenig die Ge stesgegenwart, denn statt in ein Granatloch zu springen, bringen wir unser MO. hinter eitern alleinstehenden Baum in Stellung, was Lei klarer Ueberlegung niemals hätte gemacht werden können, weil doch der - Raum einen ta iellosen Einschießpunkt für die feindliche Artillerie bot. Wir sollten auch bald die Frücite unserer Nervosität ernten," denn kaum hatle-n wir einen Gurt zum vierten Teil abgescho^sen (nach der Beobachtung Schön’s hatten wir einen englischen Beobachtung!? posten in unsere Feuergarbe hineingezogen). da sandte uns die Artillerie ihre mißbeliebten Cirüße'in kurzen Unterbrechungen in unsere nächste Nähe, worauf wir dann ein . Zurückgeiien in unser altes Granatloch für ratsam hielten. Sofort hielt die Artillerie auch mit schießen auf, auch vom Engländer war nichts melir zu sehen. Deutsche Artillerie sandte noch einige Zuckerhüte in die englischen Stellungen und Minenwerfer nahmen das Vorfeld ut ter Feuer, wobei bedauerlicherweise mehrere. in unseren eigenen Gräben krepierten und unter uns Verluste anrichteten. In der Mittagsstunde trat dann eine unheimliche Ruhe ein, wie sie einem Sturm voranzugehen nfleg:. Wir waren auf alles gefaßt. Unsere MG.-Bedienung bestand nur aus drei Mann, Elntero fizier Schön,' ein fremder und ich, auch son<t schienen wir von aller Weit verlassen, dem es blieben jegliche Befehle für uns aus, auch kam keine Ablösung, natürlich war es unsere Pflicht, auszuharren. Bis wir uns dann plötzlich von der rechten Flanke aus a,gegriffen sehen. Der Tommy war lange ut bemerkt geblieben und hatte schon einige Vorposten überrumpelt. Wir wurden desselben gewahr, wie er bereits auf ca. 100 m herangekommen war, und wir konnten nicht verstehen, daß unsererseits nirgends geschossen wurde. Daraufhin begannen wir uns zurückzuziehen, wobei wir uns dann natürlich dem auf der ganzen Linse langsam anrückenden Gegner präsentieren mußten. Der 2. Mann von unserem MG. wkr während der Feuerpause nach hinten gelaufen und entkommen, sodaß Unteroffizier Schön und ich allein blieben. Schön kletterte Als erster aus unserem Trichter, ich folgte ihjrn mit dem MG. (leichtes) auf der Schulter, Schön trug die Kästen mit Patronen. Natürlich war unser Rückgehen vom Tommy bemerkt worden, und sowie wir auf der Deckuhg erschienen, bestreute er uns mit eineil, Maschinengewehr. Die Kugeln pfiffen ununterbrochen an uns vorbei, oder schlugin bei ufls ein. Ich hatte Schön eingehplt, dann sprangen wir wieder auf, und Schön, der mir ca. 2 Schritte seitlich voranlief, wurde im Rücken getroffen, er drehte sich um und hob beide Arme hoch und schrie auf, höchstwahrscheinlich wurde er dann nochmal x etroffen, denn er tat noch einen Schrei' und f ei dann hin. Ich warf mein MG. fort und lejte mich lang ins Gras um nach Schön zu seh< n. Er lag mit dem Gesicht auf der Erde uid rührte sich nicht mehr. Dann sah ich den Tommy mit seinem MG. etwa 10 m auf mich herankommen. Ergeben wollte ich mich ni< ht und sprang noch einmal auf. Wieder pfiffen mir die Maschinengewehrkugeln um die Ohren. Nur fünf Schritte hatte ich get; n, als ich dann plötzlich in einen tiefen Schütz? ngraben kopfüber hineinstürzte, ich 1 wähnte mich getroffen, doch es war nicht der F; II. Nun benutzte ich den Graben zur Deckung und gelangte so nach 400 m Laufens in eir en Hohlweg, woselbst unsere Kompagnie s ch verschanzt hatte und dem Ansturm der Engländer standhielt. Hier tobte der Kampf run hin und her, dreimal stürmte der Engländer vergeblich unsere Straße, und den gan; en Nachmittag lag die Höhe, wo Ihr Bruder gefallen war, unter Minen- und litfantc! ie- Feuer. Am Abend bei Dunkelheit jerhiel en wir Befehl, uns zurückzuziehen. Uns?re Kompagnie war vollständig zersprengt. In Gingay (bei Combles und Albert) muß :en wir uns sammeln. Aber nur 32 Mann fanden sich ein, die übrigen kamen nie wieder, unsere Toten lagen im Bereiche der Engländer. Ihren Bruder und noch zwei Mann habe ich fer Kompagnie gemeldet, er wurde als vern ißt geführt.“ .... 1 Archiv-1 Üd Io Nr. 24 berichteten wir Ober das neue Denkmal füi den jüdischen General Louis Bernheim in Brüssel. Das Bild zeigt d e Statue des berühmten * belgischen Kriegst elden und ihren Schöpfer, den Bildhauer Edmond de VaMriola« 4

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