Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 26 (25.6.1937)
- Date
- 1937-06-25
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der Bundesarbeit Baden Marnheim. Im gut I «suchten Saale des Jüdischen Kulturbundes Fand am 19- Juni 1937 die Generalversammlur g der Ortsgruppe statt. In Abwesenheit des (OrtsgruppenVorsitzenden wurde die Versammlung vom 2. Vors. Kam. Dr. O ö t z 1, geleitel. Einer Traditfon im Frontbunde entspreche td, gedachte er zjunächst in einer Gedenkminut« der Opfer des Weltkrieges und der Kämp e an Rhein und Ruhr, in Oberschlesien und iin Baltikum. Dabei galt das Gedenken auch dei im letzten Jahre verstorbenen Kam. Salli l eeser, Emil Goldmann, Dr. Max Jeselsohn un i Nathan Loher. Hiernach rief Kam. Dr. Oötzl all den aus gewanderten Kameraden seine besten Wünsche nach. Sodann erstattete er den Tätigkeitsbericht den wir im Auszuge ■ viedergeben: Seit seiner Gründung hat der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten die Wahrung soldatischer Tradition im bsten Sinne des Wortes und die Betreuung der Kriegsopfer und Kriegshinterbliebenen als s :ine ersten [und vornehmsten Aufgaben 1 «trachtet.!; Die Herausgabe dei Folge Herojsc re . Gestalten jüdischen Stami nes als Beispiel für die heutige jüdische Jugend kann als beweiskräftige Erhärtung des vom Frontbund [ stets behaupteten Gedankens gelten, daß Soldatische Tugend im Verlaufe der jüdischen Geschichte immer eine Rolle gespielt hat. Dis^ip in und Unterordnung, Gemeinschaftssinn unp Hilfsbereitschaft, Einsatzwille und Verantwprtungsbewußtsein sind für den Soldaten Elementare Begriffe seines Denkers überhaupt. Aus dieser Grundeinstellung erga d sich von selbst ein zweifaches Aufgabengebiet. Zweifach i isofern, als einmal der Bund [von seinen Mitgliedern nicht nur als ein belangloser Verein angesehen sein will, bei dem mit der Beitragsleistung die Mitgliedspflichten erfüllt sind und aus der Beitragsleistung nur Rechte abgeleitet Verden. Vielmehr stellt der Bund an seine Angehörigen eine ganze Reihe von Forderungen^ deren restlose Erfüllung er on ihnen geradezu fordert. Die zweite Seih! ist die seine r [aktiven Fürsorge und Betreuuig und seines Eintretens für die ihm angeschl >ssenen Kameraden, insbesondere die Kriegsopfer, die Hinterbliebenen unserer gestorbenen (ameraden. | Nehmen wir vorwej die Forderungen, die der Bund an seine Mitglieder stellt In allen Bundestagungen, die früher jährlich stattgefunden naben, hat der Bundesvoriitzende immer und immer wieder die Mainung an alle Kameraden gerichtet, in jeder L:benslage, innerhalb und außer! lalb ihres Berufqs, sich ihrer soldatischen Tradition würdi? zu erweisen. Dabei gilt as erstes Gebot die Erhaltung und Vertiefung echter Kameradschaft, jener selbstverständlic len Treue in Gerinnung und Tat, die allen F -ontsoldaten wertvollstes und ewig lebendiges Vermächtnis ileä Weltkrieges ist. Gerade vir Juden missen uns auch als solche mit Freude der l’fljege der Kameradschaft hinget en, da Treue gegenüber jeder Gemeinschaft von Alters ker unb tsiritten.es Gebot der jüdischen Gesetzgebung ist. Unsere Haltung verlangt vor jedem Kameraden ein makelloses Verhalten in jeder Lebenslage. Andererseits will di r Bund zeige,, daß er von sich aus auch ai die Kamerad:n denkt. Heute beweist er es besonders durch seine Arbeit der Fürsorge und Betreuung an den Kriegsopfern und Kri tgshinterbliebepen. Aber auch frühehat er praktische Beweise seiner Tätigkeit für die Kameraden gegebei. Ein UtenatHrgcmässe . jHSsbehieidang Zu haben In den gu len Fachgeschäften solcher ist B e r u fs u seine praktische Mitarbeit sn der mschichtung, wie sie in Großdes Sportbundes „Schild“ hat den raden die Möglichkeit gegeben, ihre körperlich feu stählen. Die Ortsgruppe Mannheim hat an Gaglow verwirklicht wurde. Die Schaffung des Gefallenengedenkbuches war eine kameradschaftliche Tat, weil durch di: Zusammenstellung nach amtlichen Belegen die Pflichterfüllung der Juden im Kriege unter Beweis gestellt worden ist. Die Organisierung Kameugend .... . allen diesen Arbeiten für den Kreis ihre^Kameraden teilgenommen Huch im ahgelaufenen Geschäftsjahr war in dieser Hinsicht eine, Flille der Arbeit zu leisten, die nur dadurch durchgeführt werden konnte, daß sich alle Vorstandsmitglieder freudig in die Arbeit geteilt haben. Den Mitgliedern wurde über d e Arbeit mehrfach Bericht erstattet. Es sp aclien z. B. Kam. Dr. Oötzl über den erzieherischen Wert des Sportes und Kam. Dipl. Ing. Brauer über den Wert der Anlernwerkstätten; Kam. Dr. Neter gab ein Bild des jüdischen Frontsoldaten. Im Nov. äußerte sich Kam. Dr. Strauß zu den jüdischen Gemeindewahlen.. Trude Rosenbusch-Auerbach und Alfred Auerbach füllten einen Abend mit Rezitatiofi und Tanz. Im Februar führte -die Sportp rappe „Schild“ ihren in jeder Beziehung gelungenen Sportabend durch. In einer Reihe von Vorstandsunc Vereinsratssitzungen wurden die laufende Arbeiten durcngesprochen: Unterstütgungsg:suchc und kleine Beihilfen zu Auswandei] mgen. sonstige Angelegenheiten der Kriegsopfer im Einzelnen, Sportfragen. Die Kriegsopferabteilung steht durch die beauftragten Kameraden gut geleitet und festgefügt da. Die Sportgruppe „S child“ ist unter der tatkräftigen Leitung des Kam. Wolff eine starke Gruppe, die in vorbildlicher Weise die körperliche Ertüchtigung der Jugend auf breiter Basis durchführt, ohne dabei zi vergessen, auch gute Einzelresultate zu erstreben. Auch im kommenden Jahre wird es;n Arbeit nicht mangeln. Die Betreuung unc Fürsorge für die Kriegsopfer — und auch diejenigen die nicht Mitglieder sind—, die ' vir als vornehmste Aufgabe des Bundes zu betrachten haben, verlangt, daß wir arbeiten- Die Leitung der Ortsgruppe ist zu dieser Arbeit we,terhin bereit. Wir verlangen aber von den (ameraden, daß sie uns für diese Tätigke t die Resonanz itirer kameradschaftlichen Gefolgschaft geben. Um auf den Ausgangspunkt dieser Betrichtungen zurückzukommen Die Pflege echter und wirklicher Kameradschaft ist in schw eren Zeiten besonders wichtig; s e vermag vie, wenn sie richtig und tatl räftig gelebt wird. Die jüdische Allgemeinheit soll in uns ein! Vorbild sehen an Einsatz Bereitschaft des Einen für den Anderen, an Disziplin, an Gemeinjschaftswillen, an charakterfestem soldatischer^ Verantwortungs- und 1 ’flicht bewußtsein. Nach dem inj, Beifall aufgcnominencn Täligkc.'tbericht erstattete der Sihatrmeistcr, Kam': Mever. den ICassenbericht. Aus Ilm ging die tidellnsc Kassenfiihrunlind die verantwort rngchcwußte Wirtsrhaft’ichkeit des Karo- Meyer hervor, für die ihm besonders gedankt wurde. Die beiden Referate Raben dem Kam. Dr. Straul Veranlassung. die Entlastung des Vorstandes zu bcai tragen, niabei sprach ’r allen Vorstandsmitgliedern den w rmsten Dank der Kaneraden aus. Kam. Dr. Ö5trl dank e .den Kameraden fii die einstimmig erteilte Entlastung. Fr dankte seiner» ts allen Kamerad-n. die mitgearbcitd haben, besonders aber dem Kameraden Meyer, der leider so n Amt als Schatzmeister zur Verfügung gestellt hat. Daralf gab er in seiner E igenschaft als Mitglied des Führerra es des Bundes bekannt, dal, der Bundesvorsitzende Kau. Dr I Awenstein der Kam. Dr. Dieser weiterhin in seinem Amte als Ortsrrupnenvorsitzenden, bestätigt hak. Kim Dr Diaser hat seinerseits den Vorstand wie folgt efnanrl: 2. Vorsitzender: Kam. Dr. D t/1 t. Schriftführer: Kam. Dir. Wolff 2. Schriftführer: Kam. Orünbaum - Schatzmeister: Kam. Emst Mever Es folgte noch! die Ernennung des VereinsratesJ Mil einem nochmaligen Appel! an unbedingte Diszipi n. pfliel tgeffih! und tatkräftige! Kameradschaft schloß Kam. Dit D! tri. die harmonisch verlaufene Generalversammlung. Niedersachsen Hannover. Am Mittwoch, - den 16. 6. 37, abends 20y4 Uhr, begrüßte in der alten Synagoge Bergstr. Kam. Glaser die erschienenen Kameraden, deren Angehörige, Mitglieder der Kriegsopfer-Abteilung sowie die Witwen verstorbener Kameraden. Der Schriftführer der Ortsgr., Kam. Fritz Mendelsohn, verlas hierauf die Protokolle der seit der letzten Jahresversammlung stattgehabten Veranstaltungen der Kriegsopfer-Abteilung, nämlich: Abendfeier im Beethovensaal am 5. 9. 36, Autofahrt in die Heide am 13. 9. 36, Preisskat im Cafe-Restaurant „Körnerstraße“ am 22. 10. 36 sowie Heldengedenkfeier auf dem Strangrieder Friedhof am 21. 2. 37. Danach ergriff Kam. Erich Glaser das Wort zu einer Heldenehrung, in der er der Millionen- Kameraden und mit ihnen der 90 000 jüdischer Männer gedachte, die dem Rufe zur Fahne gefolgt waren; er gedachte ferner der 2 Millionen gefallener deutscher Kameraden, unter ihnen der 12 000 jüdischen Gefallenen. Anschließend verlas er die Namen der im letzten Jahre verstorbenen Kameraden der Ortsgruppe Hannover, worauf eine allen unseren Toten gewidmete Minute stillen Gedenkens folgte, während derer sich alle Erschienenen von ihren Plätzen erhoben. Kam. Walter Wirtheim erstattete nun einen ausführlichen Bericht über die der Kriegsopfer-Abteilung obliegenden .umfangreichen Arbeiten, wobeier alle Erschienenen immee wieder aufforderte, sich mit allem, was sie in Kriegsopfer-Angelegenheiten auf dem Herzen hätten, stets an ihn zu wenden. Nachdem er noch eine Anzahl interessanter Bei- > spiele aus der Praxis angeführt hatte? bat er um weitgehende Unterstützung der Bestrebungen der Kriegsopfer-Abteilung. Er schloß mit der Versicherung, daß von der Kriegsopfer-Abteilung im Reichsbund' jüdischer Frontsoldaten alles getan werde, um den Kriegsopfern in allen Lebensfragen als treuer Berater zur Seite zu steheij. Es gehöre zu den höchsten Pflichten, diesen durch das Leben so schwer geprüften 'Menschen helfen zu können. - Nun richtete Kain. Gläser an ".alle Kameraden die Bitte, das diesjährige FeriCnhilfswerk' durch Geldspenden und dadurch zu unterstützen, daß möglichst viel Freiplätze für erholungsbedürftige Kinder zur Verfügung gestellt würden; eine einmalige Umlage in Höhe von mindestens RM 2— erwarte er von jedem Kameraden. Dem anwesenden- Der Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Köln, Kriegsopfer-Abteilung, ruft mit Genehmigung des Gemeindevorstandes zu einer Sammlung für die allen jüdischen Kreisen angehörenden Kriegsbeschädigten, Kriegerwitwen und Kriegerwaisen auf. Sammeltag ist Sonntag, der 4. Juli 1 937. Im Gedenken an die 12 000 jüdischen Gefallenen des Weltkrieges und zur Betreuung der bedürftigen Kriegsopfer muß diese einmalige Aktion, bei deren organisatorischer Durchführung die Jüdische Winterhilfe sich uneigennützig in liebendwürdiger Weise zur Verfügung gestellt hat, ein großer Erfolg werden, wie dies in zahlreichen andern Städten auch der Fall 'gewesen ist. •_ Zu allen Kreisen gehören die zu Betreuenden, An alle Kreise wendet sich die Sammlung, Aus allen Kreisen erwarten wir Mithilfe. 3