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Der Schild · 1937-06-25 · 26 (25.6.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
26 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Bund Boden (.lischt graiwi als bei uns. So erscheint uns Ibstverständlichkeit, daß ein jüdischer in Palästina nur auf zionistischem stehen kann; .und ebenso selbstandere sind als 8' verständlich erscheint (H'fiziersbund es in teil ich en Charakter der Offiziersvereinitin: ins Auge >prijiguider L’-n t e r s c h i e d in der Struktur liegt darin; daß die Vereinigung [in Palästina ihre Mitgliedschaft auf ehemalige < )ffi/iere, Sanitätsoffiziere und Offiziersanwärter begrenzt An dieser Abgrenzung ist mich; wie wir hören, bereits von jiidimiieriSeite außerhalb Deutschlands Kritik geübt Worden. Wie uns scheint, zu L’nrecht. 1 n>erj Reichsbünd selbstumfaßt seit seiner linuiijung alle jüdischen Frontkämpfer der .doli deutschen Wehrmacht, ohne einen l'nt.:sj :;i <!,!> militärischen Dienstgrades oder der Für. erlichen Stellung zu kennen. Nichtsl;:..-; können wir verstehen, daß im judisJ rii P . i tina eben andere Voraussetzungen g; io n a!s bei ui:-.; denn unsere Bundesk. c'ii r.u er Miiu -die aus der soldatischen Schuir di.: gleichen 'Armee hervorgegang i; i:t P .lastina hingegen sind Juden, und nie: r ,::-Teii auch. Soldaten, aus aller Herren - l. iir e n . .timinengestromt; wahrscheinlich gibt da er-t die Ofti/ierseigensehaft die (jev. i.r für eine gewisse Homogenität, den ii diese Vereinigung nicht entraten kann, " v: ii >iv ihre At tgabe ertuli.n soll, dem bw ifr ringenden Judentum Palästinas ein eng ■zi:>.::amengesch\veißtes und hoch qualifiziertes F ii h t e r k o r p s zu stellen. Gewissermaßen da«. iT-tegeschlossene jüdische Offizierskorps. Wir glauben also nicht, daß es sich hier um eine unangebrachte Exklusivität handelt. Tatsächlich will ja die Jewish Ex.-Officers Associatiqn, wie Wir, über alle innerjüdischen Programme hinweg alle jüdischen Schichten ihres Landes für die besonderen Werte gewinnen, die im Soldatentum wurzeln und die an keine Richtung gebunden sind. Auch sie geilt von einer Erinnerungsgemeinschaft, von der Gemeinsamkeit des Fronterlebnisses aus, wie wir. Aber mit erfreulicher Deutlichkeit ist in ihrer Werbeschrift dargetan, daß jene Werte, die der E r i n n e r u ri gs pflege entspringen, von höchster und realer Zukunftsbedeutung für das ganze Judentum sind' i Diese Liebereinstimmung in der Grundhaltung sprich! auch aus dem herzlichen Ton des Begleitschreibens, mit dem uns die Kameraden aus Palästina ihre Werbeschrift übersandt und die unmittelbare Verbindung mit uns aufgenommen haben. Sie haben uns mitgeteilt, daß eine Reihe von'Kameraden aus Deutschland Mitglieder ihrer Vereinigung sind, und sie haben uns mit herzlichen Worten ihrer kameradschaftliche Verbundenheit versichert. aber hoffen gerin sie ist, Palästina uns für einen ju- Palästina, daß er sich z:t einem national betonten Zionismus hekenjnt. Im übrigen aber betont dieses Pronicht minder deutlich den unpar- WU 7-toHtsotdaU* |dr, daß der Geist, dessen Träder Geist des jüdischen werde. güng.j Wie beim Reichsbünd jüdischer Frontsoldaten wird hier jedem Mitglied die Freiheit seiner persönlichen jüdisch-politischen Einstellung gewährleistet und die Kamera 1 sic h a f t als überpolitisches Band des Zusammenhalts' angesehen. Wie bei uiis Un Reichsbund finden wir auch liier 'Pflege bewußten Judentums und bewußten Soldatentums zu einer Einheit miteinander verschmolzen. Wie bei uns wird neben der Kameradschaft der soldatische Geist der Disziplin und Ordnung betont* und wie wir es in [unserem Sportbund „Schild" bereits anstrdhen. wenn auch ohne Pflege des Wehrsports. so stellt sich auch der Offiziersbund in Palästina die Aufgabe, dis sportfähige Juglnd in überparteilicher Form durch korperlicnc Ertüchtigung in diesem soldatischen Geist für den üemeinschaftsgedanken zu erziehet). sind de* pleututiQ'... Die Staatszjonistische Organisation hat am Donnerstag, qen 16. Juni 1937, in Berlin eine Kundgebung veranstaltet, bei der ihr Vorsitzender, Direktor Georg Kareski, über das Thema: „Wai hat der Staatszionismus den jüdischer. Sol laten zu sagen?“ sprach. Es mußte naturgemäß unser Intersesse erregen, w elche Bean wortung diese Frage finden würde. Die Antwort, die der fesselnde Vortrag des temperamentvollen Redners gab, enthielt freilich keine praktischen Mitteilungen zum Thema der Kriegsopferbetreuung und Kameradschaf sarbeit. Es, war vielmehr eine eminent p o i t i s c h e Antwort. Sie entwickelte die Grundgedanken und Ziele-jener von Jabotinsli geführten zionistischen Richtung des Revi: ionismus, der m der Neuzionistischen Organes ttion bzw. in Deutschland in der Staatszionistist hen Organisation seine Form gefunden hat. Si ’h mit ihnen auseinanderzusetzen, überläßt der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten seinen .einzelnen Mitgliedern als persönliche Angelegenheit; denn unsere eigene Bewegung vol zieht sich auf einer unpolitischen Ebene, wenn tuch gewiß in einer bestimmten menschlichen Haltung, die durch die Begriffe Frontso datentum, Judentum, Ehre und Kameradschaft gekennzeichnet wird. Daß das w eltanschaulic te Programm des Revisionismus, des Staatszionismus, gewisse Wesenszüge enthält, von deren sich alte Soldaten in ihrer eigenen Haitu tg angesprochen fühlen können, w urde durch Kareskis Vortrag bestätigt, der ein Bekenntnis zu soldatischer Disziplin, zu Respekt vor ter eigenen Geschichte und Religion, zu wahrhaftem Denken, zu straffer Autorität in einer schwer ringenden Gemeinschaft enthielt. Gern schlagen wir in die dargebotene Kameradenhand ein. Wir unsererseits wünschen der Jewish Ex-Officers Association in Palestine bi ihren Bestrebungen vollen Erfolg. Vor allem Ein anderer Sprecher, Kamerad unseres Bundes-, hat | in der Aussprache, also nach aufmerksamer Kenntnisnahme des Vortrages einige klare Fragen gestellt, in denen — ohne’ jeden unfreundlichen Akzent — sicher die Meinung sehr vieler, ja wohl der meisten jüdischen Frontsoldaten zum Ausdruck kam. Er fragte: Ist eine eigene staatszionistische Frontkämpfergruppe eine Notwendigkeit? Sind im ReitMbund jüdischer Frontsoldaten nicht alle Frontkämpfer und Kriegsopfer bestens aufgehoben? Ist die Wahrnehmung z- B. eines Versorgungsanspruchs durch einen Kriegsverletzten oder Kriegshinterbliebenen und dessen Vertretung vor den Versorgungsbehörden etwa von der jüdisch-politischen Einstellung abhängig? Die Schaffung einer Frontkämpfer- Abteil und innerhalb der Staatszionistischen Organisation, j so äußerte der Redner, habe den Zweck, |eine Lücke in ihrer bisherigen Organisation tu schließen und, die staatszionistischen Gedanken und Ziele an solche Menschen mit soldatischer Haltung und besonders entwickeltem Ehrgefühl heranzutragen, denen „die Pflege der Erinnerung allein“ nicht genüge. ZuM Reichsblind hin erklärte der Führer der Staatszionisten, daß er bedauern würde, wenn! hieraus der Eindruck eines unfreundlichen Aktes entstehen sollte. Dies würde eine Verkennung seiner Absichten sein. "Es habe sei: langem keine Reibungen zwischen diesen beiden Organisationen gegeben, und an die: em Zustand etwas zu ändern, bestehe seinerseits nicht der Wunsch. Die Staatszionistische Organisation habe bewußt von der Möglichkeit abgesehen, eine allgemeine Frontkämpferorganisation zu gründen, die man als „Konkurrenz“ gegen den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hätte ansehen können; sie Wolle in ihrer Frontkämpfer-Abteilung nur diejenigen Frontsoldaten sammeln, die ihr politisches Wollen teilen und aus Ueberzeugunfr Staatszionisten sind. Auf eine frage aus der Versammlung, ob Frontkämpfer, die Mitglieder der Staatszionistischen [Organisation seien, auch dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten angehören dürften, erklärte der Redner noch ergänzend: Wir machen! keinem eine Vorschrift, ob er im Reichs burid bleiben will oder nicht. '' Er hoffe vielmehr auf ein freundschaftliches Nebeneinander. Herr Kareski selbst hat in seinem Schluß- ( wort die Bemerkung“ dieses Kameraden zum Thema „Kriegsopfer“ als „goldene Worte" bezeichnet. Wir begrüßen dies; denn in der Tat wäre die Arbeit für die Kriegsopfer das ungeeignetste Objekt etwa für Zwecke jüdischpolitischer Propaganda. Niemand wird dic> verkennen! Gent -es doch hierbei um sachliche Betreuung und Hilfe für schwergeprüfte Menschen, deren Schicksal meist ein sehr hartes ist. Diese Hilfe leistet der Reichsbünd jüdischer Frontsoldaten aus der seelischen Bereitschaft heraus, die bei ihm ausschließlich in der Treue zu den gefallenen Frontkameraden wie zu den überlebenden ihre Wurzel hat. Er leistet sie und kann sie nur leisten auf der breiten Grundlage eines über das ganze Reich organisierten* durch Erlebnisgcmejnschaft eng zusammenhängenden Bundes, der den umfassenden Zusammenschluß der großen Mehrheit der jüdischen Frontsoldaten darstellt. Und er verwirklicht diese Aufgabe auf Grund weitgehender praktischer und versorgungsrechtlicher Erfahrungen, deren Träger die fachlich geleitete Kriegsopfer-Abteilung bei der Bundesleitung ist mit ihren Kriegsopfer- Dezernenten bei den 16 Landesverbänden und ihren Kriegsopfer-Obleuten bei rund 350 Ortsgruppen.- Wir nehmen bestimmt an, daß man sich auch bei der Staatszionistischen Organisation der weitgehenden Voraussetzungen bewußt: ist, wenn man Kriegsopferbetreuung mit der deforderlichen Verantwortlichkeit den Betreuten gegenüber in die Hand nimmt. Fürther Bergbräu | überall beliebt \ Wir Frontsoldaten sind der Meinung, daß man es von unserem Standpunkt aus begrüßen darf, wenn bei einer jüdisch-politischen Gruppe eine deutliche Aufgeschlossenheit für jene bewußt mannhafte Geisteshaltung zu finden ist, die wir Frontkämpfer ja möglichst in alle jüdischen Gruppen und Gremien — unbeschadet ihrer weltanschaulichen Richtung — hineintragen möchten. Wenn eine solche politische Gruppe die ihr angehörenden ehemaligen Frontkämpfer zu einer besonderen Abteilung zusammenfaßt, so muß es naturgemäß ihrem eigenen Ermessen überlassen bleiben, ob sie dies vom übergeordneten gesamtjüdischen Blickpunkt für notwendig und zweckmäßig hält, wie es bei der Staatszionistischen Organisation offenbar der Fall ist. Entscheidend erscheint uns, daß dabei der Charakter des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten als der umfassenden, unparteilichen und in ihrer Haltung autonomen Frontkämpfer- und Kriegsopfer-Organisation gewahrt und anerkannt wird; dies ist bei der Staatszionistischen Kundgebung unzweideutig von maßgebender Stelle zum Ausdruck gebracht worden. Wie bisher, so können und werden auch künftig diejenigen jüdischen Männer, die sich gesinnungsgemäß. zum Staats Zionismus bekennen und in ihm betätigen, auch in unseren Reihen als Kameraden stehen, wenn ihre frontsoldatische Vergangenheit sie hierzu berechtigt. Und wir werden, wie seit je so auch fernerhin, jeden jüdischen Frontkämpfer und jedes jüdische Kriegsopfer, unbeschadet seiner jüdisch-politischen Einstellung, nach besten Kräften vertreten und betreuen. § 2 t

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