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Der Schild · 1937-06-11 · 24 (11.6.1937) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
24 (11.6.1937)
Date
1937-06-11
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Witwen und Hinterbliebenen der OiefaHenen zu unterstützen. Das etwa waren die wichtigsten der aufgezählten Punkt/ im Aufgabenkreis der Britischen Legion. U n s e re Aufgaben sind uns. nicht durch königlichen Charter, sondern durch jüdisches Pflichtgefühl gestellt. Aber sind es dort nicht im wesentlichen die gleichen Grundsätze und Ziele, die auch die I unseren sind? Auch wir stellen das heilige Gedenken derer, die als.Juden auf dehn Felde der Lhre geblieben sind, voran. Auch wir wollen das Bewußtsein der Einigkeit, der Schicksatsgemeinsviliaft über alle sozialen oder weltanschaulichen Unterschiede hinweg unter ail-'^edett verbreiten, die einer wie der andere im Felde ihre Pflicht erfüllten. Aach+wir fordern und fordern die Kamera d-slc h a f t, die gegenseitige; Hilfsbereitschaft, und erstrecken sie auf die Hinterbliebenen unserer Gefallene*. i Tjitd um /am?chlun zu kommen richten wir an Sie-,' hebejr Kamerad X., di« Frage: Sollte die Lrfiilluqg dieser Aufgaben, die sich die mächtige Brinkche- Legion in iTeii reichen iu;d gewaltigen englischen Reiche ge:cfzt hat, njeht erst recht und noch viel mehr eine dr ernste Verpflic soviel schwäche Judentums in jene Ideale, um daten des Wehkijii -erst recht s a t z? Hat Frontkämpfer in die Pflicht, das zusammenstehen Frontsoldaten, u zustreben? Dü nur Liner sich rade w ir uns v bund in der-J htang Mit dieser G«gi ben wir alles b auf dem Herz« n noch einen kur : Sie selbst grü Treulosigkeit zi ein inneres Rec rt. echter Kamerace. Mit ngende Notwendigkeit und für uns Frontsoldaten des und so schwer ringenden I leutschland sein ...? Lohnen c ie sich in Lngland 500 000 Soiieges geschaart haben, nicht nscren vollsten Einjeder ehemalige jüdische Deutschland hundertfach mehr Seine,, zu tun, daß „wir alle . im Reichsbund jüdischer n.jenen hohen Aufgaben naches möglich sein, daß auch i$nen entzieht —? Dürfen geirgendeinem Frontkämpfer- 1t beschämen lassen? nie! t on -W;l enfrage, die keine ist, glauantworiet zu haben, was Sie hatten. Gestatten Sie nur en Schlußsatz, über den wir idlich nachzudenken bitten: verurteilen hat nur derjenige der beweist, daß er selbst ntreue fähig ist. — — kameradschaftlichem Gruß! Die -bdiriftleitung Ein Denhmal für General Louis Bernheim I.m Herzen von Brüssel, am Marie Louise- S“:.jre, wurde kürzlich ein Denkmal eines Uer_ bcdeutcndsien belgischen Generale im \v c.tkiicge emgew cilit; in der Gestalt des juüiatiicn Generals Louis Bemhciin \ereurt ganz Belgien einmütig einen s;iner bcrnhmte-teii nationalen Heiden. Fuhren Je Regierui:gsinngiicder, Angehörige der W enrmacht unu der uipiomatic vereinigten sich, um dem Gedenken iJtrnlieims bei uer emdri cksvolie.n F eier zu huldigen, mit der seine Siaiue entr hüllt wurde. Die llauptFede hiel: de Bürgermeister .von Brüssel Adplpii Max. Lr benutzte die Gelegenheit, um Belgien daran zu erinnern, daß die Lrrichtuiig des Denkmals für General Uernheitn im rechten Augenblick komme, wo es für die moralische, uesundiieit der Nation wesentlich sei, die [Tugenden dieses gronen Mannes ins Gedächtnis,zurückzurufeu. Louis B c r n lt e i in vv urde am 1. September lMil in Samt Josse-ten-Nuode geboren. Mit 10 Jähren wurde er Unterleutnant] bei den Grenadieren. löSa wurde er für kurze Zeit dem Generalstab zugeteil;. Auch lehrte er Kriegsgeschichte und Geographie an der Königlichen Militärakademie. Spater kam er zu den Grenadieren zurück, wurde 1001 lAdjudant- Major und 1004 Major. nend undurch brachen. d ringlichen Houthulster Wald ka i Bentheim kritischsten legeiilieit entsi maiuio, daß sei, und befal beriiheim aber notig und v König Aloert. igid stimmte Schlacht re; 'ui »einen jüdisLl Laj;< die eit;htl e Bei Kriegsscl held. Er natt: nur von Belg e; V erbündeten. Inspektor diesen Posten rucktep Alters Februar- 1931 Spitze der bei einer Par tionen. Als ei Begräbnis zuteil das gesamte Bahre schrittet 192 Vele nte niemals Furcht, ln der e war er kalt. Bei einer Ge- 4ned das belgische Oberkombelgische Stellung getanrdet 1 einen taktischen Kuckzug. hielt einen Kuckzug für Unrat seinen Standpunkt beim Lfheser kannte berniieuns Können hin bet. Der Ausgang der rügte des Königs Vertrauen hen General, luß war Bernheim ein Nationalhohe Auszeichnungen nicht n, sondern von allen seinen 20 wurde er zpnr Generald e r Infanterie ernannt; gab er 1023 wegen, vorgeauf. Kurz vor seinem Tode im wurde sein Erscheinen an der ranen seines alten Regimentes de in Brüssel Anlaß zu Ovastarb, wurde ihm ein Staatsbei dem König Albert und diplomatische Korps hinter seiner Helden-Ehrung ln Ungarn Vor dem Heldentempel in Budapest veranstaltete die Pester Israelitische Kultusgemeinäe und die Chewra Kadischa im Rahmen eines Festgoitesdienstes eine Heldenehrung für die jüdischen Kriegsgefallenen Ungarns. An der Feier, die sehr stark besucht war, nahmen die führenden Persönlichkeiten der jüdischen Körperschaften mit dem Präsidenten der Israelitischen Landeskanzlei, Hofrat Samuel Stern, an der Spitze, teil. Das Honved- und das Stations-Kommando von Budapest waren durch eine Offiziersabordnung vertreten. Die jüdischen Angehörigen der Armee waren vollzählig aufmarschiert, die Frontkämpfer hatten eine Lhrenkompagnie unter dem Kommando des Oberstleutnants a. D. Cäsar de Scardelly und des Hauptmanns a. D. Franz Schalk gestellt. Der KriegsinvalidenverbatvJ war durch eine Abordnung unter Führung des Landesmitvorsitzenden Franz Sarkay und der Oberbürgermeister von Budapest vertreten. Auch die Schuljugend nahm an der Feier teil. Nach dem Nationalen Credo sang Oberkantor Abrahamsohn mit Cliorbegleitung einen Psalm. Oberrabbiner Dr. Simon Hevesi gedachte der jüdischen Helden des Weltkrieges und sprach ein Gebet um den Segen des Allmächtigen für das Vaterland. Auch auf dem Israelitischen Friedhof in Rakoskeresztur fand eine Gedenkfeier an den Heldengräbern statt. Das Oberhaus war bei dieser Feier ebenfalls durch Dr. Samuel Glückstal vertreten, das Honved- und das Stationskommando hatten Abordnungen, die Hauptstadt und die Leitung des Landesfrontkämpferbundes hohe Funktionäre entsandt. Bei der Heldengedenkfeier auf*der Heldenparzelle des Frieuhofs der Ofener Kultusgemeinde leiteten Oberrabbiner Dr. Adolf Kiss und Oberkanto'r Prof. Sirota die religiösen Funktionen. Beim Festgottesdienst in der orthodoxen Pester Hauptsynagoge sprach Rabbiner Steif vor geöffneter Tora-Lade ein Gebet für die gefallenen Helden. mmüi Schuhe ftlr Mutter und Kind Bei Ausbruch des Weltkrieges stand Bentheim beim 7. Infanterie-Regiment in Antwerpen. Er nahm an den ersten Schlachten des Krieges leitenden Anteil. In Anerkennung Seiner f ulirerqualitäten erhielt er November 1914' das Kommando der 3. gemischten Brigade. An der Yser bewährte sich sein Regiment vorzüglich und seine Regimentsfahne wurde mit dem Leopoidsorden dekoriert. Beriiheim gehörte niemals zu jenen Offizieren des Hauptquartiers, die die Gefahren der vordersten Front mieden. Er War immer da, wo der Kampf am härtesten war. Ein Mann von gesteigerter Lebenskraft, hatte er die Fähigkeit, überall sich auch um die geringsten Einzelheiten der Kampfhandlungen zu kümmern. Am 7.. September 1915 wurde er durch ein Schrapnell verwundet, das in einem Graben krepierte. Ein Stückchen Stahl drang in seinen Rücken, dicht neben der Wirbelsäule. Die Verletz&ng war so ernst, daß Teile des Rückens entfernt -werden mußten; aber nach zwei Monaten war er wieder im aktiven Dienst. Während der großen Offensivei von 1918 wurde ihm das Kommando über die nördliche Division der belgischen Armee übertragen, die aus dem l.,7. und 12. Regiment zusammengestellt war. Unter seinem Befehl standen die Truppen, die durch den anschei- Fron)-Kameraden finden slth Im Fronf-Bund Zu dem Beitrag „Gemeinsame Flandern- ErinneFungen‘ im „Schild“ vom 4. 6. 1937 schreibt uns Kam. Gustav Kahn aus Pirmasens: „In dem obigen Artikel wird neben Kam. Samuel, Rcdalben, auch Dr. med. F. genannt. Ich bitte um die genaue- Anschrift von Dr. m> d. F., da ich seinen im August 1913 gefalli nen Freunde MGK-Führer vom R. I- Regt 5, Leutnant Hans Lewin, zusammen mit meinem Bataillonskommandeur Oberh utnant Trötsch Beistand geleistet soweit es 'bei\inach seiner schweren Verwundung n ich möglich war. Ich selbst war damals n< ch bet der Minenwerfer-Abt. 1. Batl, R. I. R. 5. Mit 8 Mann und Oberleutnant Tt ätsch sind wir vom 1. Batl. aus der Fland :rn-Schlacht zurückgekommen.“ Die Erinne ungen des Kam. L. S. (Ludwig Samuel) als jüdischer Landwehr-Offizier in der Flandern: chlacht („Schild“ Nr. 22) hatten den Kamera len , Dr. F. (Dr. med. Rudolf Feilchenfeld, ierlin) veranlaßt, sich zu melden, weil er sich erinnerte, ihm einmal an einem denkvvürdigei Kampftage in Flandern begegnet zu sein; , dab:i erwähnte Kam. Dr. F. seinen Freund, den 1918 bei Bapaume gefallenen Leutnant d. R. Hans Lewin. Und ftun meldet sich wiederum Kam. Kahn-Pirmasens ■‘als derjenige, der dem Kameraden Lewin nach seiner Verwundung den letzten Beistand leisten half. Seine Bitte um die Anschrift des Kam. Dr. F. ist selbstverständlich gern erfüllt worden. Verraten sei nun noch, daß auch die in der Zuschrift „Gemeinsame Flandern-Erinnerungen“ gestellte Frage nach dem Regts.- Kommandeur Oberst von Haasy („Lebt er noch?“) bereits durch die Zuschrift eines Kameraden beantwortet worden ist und erfreulicherweise im bejahenden Sinne. Wer aber diesen Austausch von Kriegserinnerungen und Frontschicksals-Verknüpfungen verfolgt, der findet darin von neuem bestätigt daß es so etwas wie eine jüdische - Frontkameradschaft gibt, daß sie heute 1 b b e n - d i g und gegenwärtig ist wie einst; und daß der Träger und Mittler dieses Zusammenhalts in gemeinsamer Vergangenheit und gemeinsamem Schicksal nicht zuletzt der ,. S c h i 1 d " ist, das Bundesorgan des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. 2 i

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