Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 21 (21.5.1937)
- Date
- 1937-05-21
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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HELLES ORGAN DES „SCHILD DtzS REICHSBU WES JÜDISCHER FRONTSOLDATEN Wir* jungen s Juden In Hamburg findet in diesen Wochen eine Ausstellung „Wir jungen Juden“ sti tt, in der das mannigfaltige Leben unserer jü fischen Jugend nach allen Richtungen hin i;ezeigt wird. Auch der Sport1 ist dabei gut I ieriicKsiqhtigt, und die Srnrtgruppe Schild lfgt mit ihrer Abteilung volle Ehre ein. Sehr originell ist de r Aufgang zu der Sport-Abteilung mit einer Reihe \on illustrierten Plakaten ai sgestattet. Auf d in ersten sieht man einen Läufer und die lisch rift: „Im Jahre 1936 h iben wir auf eler Aschenbahn 37 000 Kikmeter zurückgelegt Wieviel davon hast Dü jj verfolgt’“ Dsnn kommt ein Fußballspiel :r Imit der *lnschr ft: „.... haben wir 782 Tcre auf dem grüi en Rasen geschossen. Wie\ ielt haben Sie n iterlebt?“ — Das nächste Plakat bringt Teni isspieler: „Wir haben »ei unseren Teniiskämpfen 46 244 Punkte erzielt. Wieviele hat en Sie mitgezählt?“ Ein arte eres Bild zeigt eii en zeitunglesenden Philistei in seinem Ses: el. Darunter steht:- „Begnüg, » Sie sich nicht Jnit einem „trockenen“ Beriet t in der Zeitung, wenn es auf dem Sportp latz regnet...“ Und es folgt sodann ein Bit«i mit einem Spieler im Regen und Zuschauer mit Schirm i nd Mantel: Unterschrift: „Di: Spieler werden »estimmt nasser als Sie!“-Ein Mann mit Vollhart deutet auf einen jüngere n Erwachsenen i nd erhält folgende Ermahnurg: „Sagen Sie nie ht, Herr bleumann so» zuschauen, der ist jün jer als ich. Zum Zuschauen st niemand zu alt!“ „Wir Sportler warten auf...“ — jetzt fqlgt ein Spiegel mit der Imchrift: „Sie!“ Durch diesen originelle n man zu dem Saal, der ein bewegung gibt. Ein p 1 der Stadt mit kleinen Mo, und Straßenbahn zeigt jüdischen Sportplätzen Die Sportplätze selbst sind •ausgestellt. Das Modell Schildsportplatzes wurde dem bekannten Hockeyspieler des Schild, Steinberg gestellt und fand besonders großen Beifall. An einer Wand sind in Würfelform Statistiken bracht, die die Zahl Jugendlichen in den vereinen angeben. Bei geht daraus hervor, daß als ein Drittel der Mitgl eder zu den Jugendlichen zu zijhlen sind. Schild selbst ist bei j weitem der größte jüdische S| verein Hamburgs, ln g Modellen findet man an gleichen Wand die Leist, abzeichen der Verbände, neben haben die einz Vereine besondere TischJ Unsere . S p o r t g r u „ S cji i 1 d “ zeigt unter auf 'schwarzweißem O angebrachten Namen kii risch ausgeführte Figurenlj von Ausübenden aller Sportzwfeige. Es sind kleine Meisterwerke unserer Tennis- und Hoekey- Aufgang gela lgt Bild unserer Spijrtastisch er PI (teilen der Hochbj c ie Wege nach vpn Oroß-Hambdrg. in großen Mode len des UND Bericht von einer Hamburger ÄussU llung Spielerin Gpetel Schindler, die allgemei n Be- .iiufern risterwunderung erregen. Unter den beiden L liest man,' wieviel leichtathletische M schäften die Schildsportler errangen, unte - dem Fußballspieler sieht man, daß der Schild schon dreimal nordwestdeutscher Meister war, unter den Tennisspielern ist auf das gute Abschneiden im „Wolfgang Kaufmann-Fokal“ hingewiesen, unter den Hockeyspieler i auf die Erfolget der starken Abteilung in ve -schic- Noch stehen die alten Rekorde ejr ( Aber ’wie lange noch? — Werden nicht schon die nächsten Wochen uns erstaunt aufhorchen lassen, weil da und dort es wieder gelingt, jene schon sagenhaften Rekorde weiter zu verbessern, noch hö ler zu springen, noch schneller zu laufen, weiter zu stoßen? — Noch vermocht« n die alten Rekorde dem ersten Ansturm standzuhalten, war es allein der Amerikaner Sefton, der mit 4,48 m eine kaum glaubliche Höhe im Stabhochsprung erreichte. Noch stehe i auch die alten Bestleistungen des „Schild“. Viele die sie schufen, werden schon in der neuen Saison nicht mehr an den Start gehen k innen, sind inzwischen ausgewandert. — Npci war es ja nicht möglich die Bestleistung :n zu überbieten, werden auch die nächsten Wochen für uns eine Anlaufszeit sein. Aber müssen sie stürzen, denn es ist nun mH kein Kampfsport denkbar, der nicht immer versucht aus sich heraus Kräfte zu die neue, bisher von einer Gruppe erreichte Leistungen vollbringen. a n nn len >tung; t i v e schafft die M iglichkeit der objektiven Bewertung einer sportlichen, Leistung. Sie bestimmt die Wertskala, in der wir dann vergleichend rechnen. Aber nie darf jene subjektive Bewertung dem» Turnieren. Ferner ist die Zahl der Rasenspiele im vergangenen Jahr angegeben. Wertvolle Preise, die der Schild errungen hat, schmücken den Tisch, Pokale aus Klubkämpfen, Fußball- und Hockeyturnieren. Daneben liegen zahlreiche Diplome, die von Mitgfie lern erkämpft wurden, das prächtige Album mit der illustrierten Chronik des Schild. Ai den Nebenwänden finden sich zahlreiche lebendige, Aufnahmen aus dem Leben des Spo tbundes „Schild“ in allen seinen Abtei- 4 lunj en, große Photomontagen mit Plänen und Statstiken, welche beweisen, wie ausgedehnt und wertvoll die Arbeit des Sportbundes selbst ist. Wimpel, Fahnen und Plaketten schmücken den ganzen Stand von allen Seiten. Die Gesamtausstellung selbst gibt ein anschiuliches Bild von dem Leben unserer jüdischen Jugend, vom Kindergarten, über die Schule, die Vereine und Bünde bis zur Berufs Vorbereitung und den Bildungsbestrebungen Vieles wäre wirklich wert, auch einmal übedie Grenzen Hamburgs hinaus Beachtung zu finden. Es gibt da Statistiken und bild iche und plastische Darstellungen von i gro len- Anschauung«;- und künstlerischem Wet. J.L. Weltnoch und wir a t Be ‘ wir dann vieder lilden, nicht sein «nge- SCHL nehr pp e 'Ausstellung Ein Tisdi des „SdrUd" auf der Hamburget wollen über dem Rechnen vergessen werden, jene FaFtoren, aus denen eine sportliche Leistung ' erwachst, die sich nicht rechnerisch erfassen zahlenmäßig darstellen lassen. Vergleichen objektiv die Tabelle der leieh4liletischen Weltrekorde jnit den Istleistungen des „Schild“, — sollten immer das anspruchslosere „Bestleis :ung“ statt „Rekord“ als Bezeichnung wählen —, so erkennen wir sofort eine große Lei tungsspanne. Gewiß verkleinert sie sich , vor Jahr zu Jahr, gewiß haben einige, besonders unsere Frauen, die Differenz zwischen beiden Marken geringer werden lassen, aber . obj sktiv, mit Weltmaßstab gemessen, sind unsere Leistungen zu einem Großteil nur mit ielmäßig, . durchschnittlich. Aber so, wie ma i die Statistik die „moderne Form der Lüge“ nannte, können auch objektive Zahlenver lältnisse ein völlig falsches Bild geben. De in es gibt nun einmal Dinge, die nicht in der Zahlen sichtbar werden, und die doch vieleicht für die Bewertung einer-sportlichen Lei itung, der Arbeit einer Sportbewegung ent- 1 scheidender sind: eben jene mehr subjektive Faktoren, die von der Situation einer Gemeinschaft, von dem einzelnen Menschen und len Verhältnissen bestimmt sind. Wir haben es immer wieder festgestellt, daß ohne Gegner, mit geringen Mitteln, auf schlechten Plätzen uam. nur^ine sehr beschränkte Leistung zu vollbringen ist. Aber trotzdem dürfen wir nie aufhören, zu vergleichen; — nie den Willen verlieren, jene Leistungsspanne immer mehr auszumerzen; — nie vergessen, daß einem, Aktiven, wenn nicht hier, dann woanders vielleicht die Kampfmöglichkeiten gegeben werden, die ihn weitaus bessere Leistungen vollbringen lassen. Nie können wir auf diesen Willen zur sportlichen Leistung verzichten, der sorgfältiges Training, und letzten Einsatz verlangt. — Der Wert einer sportlichen Leistung wird nichts allein durch eine erreichte Zah^7 lengröße, sondern auch von jenen vielfältigen Faktoren bestimmt, aus denen eine .sportliche Leistung erwächst. — Wir sollten uns auch nicht schämen, zu sagen: Wir haben nichts Besseres, aber -doch mindestens 5