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Der Schild · 1937-05-21 · 21 (21.5.1937) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
21 (21.5.1937)
Date
1937-05-21
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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entfeint, liegt tief im Backbett unser Freiluftbadezimmer. Ständig fließendes Wasser, eine richtige Badewanne, was will man mehr! Es ist ein erhebendes Gefül I, wieder einmal richtiger Mensch zu sein. $iuber! Ach, man fühlt sich noch einmal so uro hl. Die Borpschuten verschwinden gleichfs 11s um diese Ziit. Und dann die Sonnenunteij änge. Nach qer Tagesarbeit ist gut ruhen! Heißt ein Spri wort. Und so ist es. In Rul e diese herrliche Tropennacht zu beobachten, das Scheiden des Tages. Ein Bild, ein Erlebnis, wie es eben nur die Breitengrade des - eouators hervorzaubern können. Diese Wolk entnldungen, diise Farbtöne! Unten zu unseren Füßen der dunkle Wald, darüber der langsam funkler werdende Himmel. Die untergehende Sonne, die nochmal alles mit ihrem goldenen Schein bed Doch gar zu rasch kommt dann die Nadht Aber was für eine Nacht! Palmensilhouetren stehen gegen den sternent bersäten Tropenhimmel, lauwarm die N> icht, Leuchtkäfer durchrasen die Lüfte, die Urilien zirpen, nie übrige Tierwelt geht schlafen. Ueber allem wacht der Orion. Kann man so etwas schildern, sol| man so etwas schildern? zieht man sich zurück, setzt sich auf eiäen der vieleri Baumstämme, die den Brand überdauert h4ben. Leis geht che Ziehharmonika, weit klingt das Lied durch die Nacht. Die Töne verhallen, noch sitzt man stumm, dlnn spricht man über Zukunft und Vergangenrteit, Heimat lind Freunde. Doch vor allem ober die Zukunft. Und wieder klingt ein Lied, ein Lied,! ein letztes. Langsam gehen wir hinter Palmen dem Rancho entgegen. Hell klar leuchtet über allem der Orion. Händedrück, Oute Nacht! Morgen ist w ein Tag! pnd in ler Früh wurden die Pferde gesattelt. Dies deht nicht so | wie daheim. Erst beginnt eine große Jagd. Hgt man die Wild inge endlich, wird gefüttert [und geputzt. Und dann kann es losgehen. Herrlich solch eu> Morgen im Airwald. Den Karossenweg geht es aufwärts. Langsam schlängelt er sich vom Tale enfcor auf den Hauptespegonweg zu. Rechts und links Urwald, der mal lichter, mal dichter wird. Bunte Schmetterlinge gaukeln um eisten herum, in der Feme überall, in allen GröBen und Faijben. An dicken Bäumen ranken sich Lianen impor. Hier und da prachtvolle Orchideen, sußmilde duftend. Taufeucht der Weg, die Faijmen, der Wald. Riesenhafte Spinnen arbeiten ihr feinmaschiges Netz. In dikses Halbduäkel versucht die Sonne ihre eisten Strahlen zu senden. Hoc hohen auf den größten Bäumen sitzen farbenprächtige Papageien bnd andere märchenhaft schön« Vögel. Auch zeigt sich däna und wann eine Affenfamilie lind bestaunt die seltsamen Reiter da unten. lEin Friedens über allem! Weiter geht es, bis Iwii den Espegon erreichen. Jetzt kann man einer leichtert Trab anschlagen. Zunächst imntei noch Urwald, doch aand kommt man I an Maisfeldern, einem Sägewerk vorbei. Klein« Baumwollplantagem sind im Entstehen. Öoct da vorn an der Straße liegen Ranchos, wüst« Dinger, in denen Neger und Mischling« hausen: Die Kinder sind mit einem Oewant bekleidet, das ihnen immerhin, von oben | ge rechnet, bis zum Bauchnabel reicht. Rechts hinter diesen Hütten liegt das f4ug fekl in spc. Doch weiter!geht es. Gleich härter der nächsten Biegung überschreitet man dh Bahn,! dann scharf links und der Stadtulat; Rolandia liegt einige Meter vor einem Freundliche, wenn auch ' einfache Häi steilen am Wege, nette Menschen tfJvor Brasilien? Nein, Europa! Hier stehen Pferde vor der Tür, die Retter sind in der Vändn (Klein-Wertheim), dort klatscht jemand indl: Hände und begehrt von der Hausfrau Einlaß. Deutsche Worte Jfliegen hin und Ihei. Guten Morgen, Grüß Gott! Hier und da auc ■ ein päar brasilianische, damit man nicht kan i vergißt, daß man sich im entferntesten WM« I des Brasilianischen Ut valdes befindet I An Gebäude der Companh a de Terras Norti d > Parana wird schnell abgesessen. Man [eilt hinein. Hoffentlich ist l*ont da. Hoffenf15'""' Än unsere An Mt Spitze dar letzten A| Leaer" vcrMlentUcb«, deren hanpi Kameraden wtederfeben, die aelt dam Apri-1 talcl I Nummer dea „ khlld' liBchaten Inhalt t. Mal 1937 zt I I (Nr. 18) wurde eine MHteUunS *An rlr heute hn Wortlaut nochmala für diejenigen unseren! Leserkreise hlnzufetreten shid. Leserf „Unser im 16. Jahrgang erschein :ndes, Bund« sorgan „Der Schild“ hat die bedeutsame Aufgabe, den kameradschaftlichen Zusammenhang des ganzen Bundes Woche für Woche lebendig werden zu lassen. Er stellt die unmittelbare Verbindung zwischen der Bundesleitung und jedem einzelnen Karicraden dar und setzt ihn ständig über Ziel, Arbeit und Aufgaben des Bundes, über das eben in dei eigenen wie in den anderen Ortsgruppen ins Bild. Mehr denn je ist heute der , Schild" für < en lebendigen Zusammenhalt des Reichsbundes von entscheidender Bedeutun r. , Diese Aufgabe kann unsere Bunc «Zeitschrift nur erfüllen, wenn sie tatsächlich regelmäßig in che Hand jedes Bundeskai i«radcn gela lgt. Leider ist festzustellen, daß dies bisher nicht der Fall ist. Der Teil unserer Kameraden, der zu unserem Bedauern den „Schild“ nicht bezieht, ist durch die wirtschaftliche Entwtklung im Laufe des letzten Jahres sogar größer geworden. Um diesen Verhältnissen Rechmu g zu träger, hat die Bundesleitung im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat eine dur-hgreifende Verbilligung der Bezugsgebühr beschlossen. Im Zusammenhang hiermit muß eine entsprechende Verkleinerung unserer Bundeszeitschrift in Format und Umfang Platz greifen; denn unser Verzicht auf einen Teil der Abonnementseinnahmen bedingt Einsparungen bei der Herstellung des Blattes. Inhaltlich Wird also der „Schild“ auf n anchc Bcitr. ige allgemeinerer Art verzichten, die außerhalb unserer Bundesaufgaben lugen; er wir 1 sich dafür als das Bundesorgan des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten um so stärker konzentrieren auf all das, was unsere besonderen Interessen und unsere Bundesaibeit betrifft. Ueber das allgemeine Geschehen der jüdischen Gegenwart wii d er in kna ipster Form unvoreingenommen und zuverlässig unterrichten. Die Erinnerung an unser Vonterlebnis, unsere Leistung im Weltkrieg wird er — wie seit je — wacl halten und die soldatische und heroische Tradition der jüdischen Geschichte pflegen. I :r wird das Mitteilungsblatt und Sprachrohr der großen Gruppe innerhalb, des Juden ums sein tnd bleiben, die durch die jüdischen Frontkämpfer gebildet wird. Er wirc diese Grufpe, stets vom übergeordneten Interesse der ganzen jüdischen Gemeinschaft geleitet, "im jüdischen Lehen zur Geltung bringen. Er wird sein Hauptziel, den kamera Ischaffliehen Zusammenhaltdes Bundes im ganzen zu erhalten, nunmehr wirklich erreichen wenn er kiinftig jedejn einzelnen Bundeskameraden zum Bezieher hat. Das gleiche gilt für die Mitglieder unserer Kriegsopfer- Abteilungen, deren Betreuung und Vertretung eine besondere Aufgabe des Bundes ist und infolgedessen auch seines Bundesorgans. Endlich soll das gleiche Ziel auch bei den des „Schffd, Sportbund des Reichsbiindes, jüdiscl er Frontsoldaten“ erreicht werden. Das Bundesorgan des Reichsbundes jüdischer Frontsoidaten wird auch weiterhin in Verbindung mit der „Kraft“, dem offiziellen Orjan des Sportbundes Schild erscheinen. Auch hier werden entsprechende räumliche Ein chränkunger wird auch künftig die offiziellen Mitteilungen und c gänge Im Sportbund enthalten und durch die Preissenkung der Bezugsgebühr nunmehr jedem Mitglied des Sportbundes zugänglich wer« en“. Diese Reorgarrhatfonsmaßnahme bisherige Elnzelbezugtpreis von 0,55 zuzügl. Postbestellgeld ermäßigt. U gruppen-Abonnements für K radinnen haben die Ortsgruppen und ist mit dem 1. Mai d. J. in Wirkung getreten. Der monatlich zuzügl. Postbestellgeld wird auf RM 0,40 eher eine < entsprechende Umgestaltung des Ortsameraden, i riegsopfer, Sportkameraden und -Kame- Sportverein« genaue Informationen erhalten. Und dann geht es wieder weiter. Es kommt wieder Urwald, doch jetzt überwieg :n die abgeschlagenen Flächen. Hier merkt min, daß man es mit Siedlern zu tun hat, die schon 1—2 Jahre Im Lande sind. Allenthalben retmdliche feste Holzhäuser. Manchmal Gären davor, je nachdem, wie lange man sich bereits hier befindet und ob eine weibliche Hand im Hause ist. Durch Rizinusplantagen, I Zuckerrohr, Baumwolle, dann strichweise norh Urwald. Ein prachtvoller Weg. Wir reiten zur Fazenda jaaeta. Der Besitzer gehört mit zu den Großgrundbesitzern. Wir treten a ts dem Waid- Sprachlos bleiben wir stehen. Was, das soll Brasilien sein? Ein deutsch« Gutshaus steht am Hang. Ganz unten im "al der Mühlbach. Auf der anderen Seite weit« Felder Baumwolle, junger Kaffee, Zuckerrolir, die sich an den Honen jenseits des Bach» hinanziehen. Ganz in der Feme der Urwall. Hier ist er bezwungen. Mag er auch ganz enorme Geldsummen verschlungen haben; es ist ein Blick in die Zukunft. Wir kommen näher, reiten heran und klatschen. Das Klatschen ersetzt hier die Hausglocke. Auf der Veranda erscheint die Frau des Hauses. Fr« undlich lädt sie uns ein, näher zu treten. Gl« ich erscheint auch der Hausherr, ein herzliches Händeschütteln hebt an Die Pferde werden rasch versorgt, dann nehmen wir t uf der luftigen Veranda Platz. Vor der Veran la liegt ein herrlich saftgrüner Rasen. Bunte Blumenbeete umranden ihn. Alles macht solch einen frischen Eindruck. Bei einem Glischei Wermttk-Waaacr erzählen wir uns dies uid jenes aut der fernen Heimat, von unserem Woher un I Wohin. Hach einigen Stunden geht es weiter. Auf zuut nächsten Siedler! Auch hier wieder «fasse! he Bild. Nach dem Kaffee folgt ein Rundga ig durch die Besitzung. Eine-neu gebaute Tr >ckenanlage wird bewundert. Hier sind große Felder Mais, dort Baumwolle. An der er uns So w w, ihi so sti 1 ren Stelle wächst es besser, hier schlechter. Der Fazendeiro erklärt die Gründe, sagt, wie es nächstes Mal besser ‘machen will, gibt beim Rundgang diese und jene Ratschläge, rückt die Zeit näher, daß wir wieder beim- 4rts reiten müssen. In P/, Stunden sind wieder daheim. Gerade sendet die Sonne e letzten Strahlen, nochmals alles mit ihrem goldenen Licht überdeckend. Und wieder wird es Abend, wieder ist es Nachts Wieder eihe prachtvolle Nacht nach einem ebeneben Tag. Auch heute leuchtet der Orion über uns, man sagt sich eine Gate ächt... ' N Mi ine Beziehungen zu hapMalhraiflgeii KMlirteressenfai eicbern Ihnen einen rtlCllM and gOn*tie*n Vnrfcniif Ihres ve. trieb«, leb erwarte Ihre aarerbtod» liebe Adinfe. 8.Bruchsaler, vermiw,»,,, SfUTTGART-O, Nedcantraäe 69, M

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