Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 51 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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5* ecttt 4 — Kt. S1 SerSehilü I IERAUSQEBEKi REICHSBUND jODtSCHEB! FRONTSOLDATEN E.V. 18. ' 193S Äomernöfdioff der tot Sccslss. Li« Crtsgnipp« führt tm ointtn Winter ihre „Kameradenspeisung" durch. Jeden. ' Mittag um 12 Uhr kommen di« Abholer; sie bringen das schmackhafte Essen den Körperbehin betten, den Alten, Kinderreichen und Kranken in. di« Wohnung. Reibungslos wickelt sich die Eisen ausgab« ab, pünktlich um 12* .• Uhr verläht der letzt« Abholer di« Küche. Ler Speisenraum beginnt sich zu füllen. Freilich steht uns kein Prachtzimmer zur Verfügung, aber alles ist freundlich hergerichtet, hell leuchten die weihen Wand«, die' Tisch«, sind sauber gedeckt und kleine Blumensträuhe geben dem. Ganzen ein freundliches Aussehen. Immer mehr Besucher kommen, alte und junge. trauen und Männer, Menschen, di« einst bessere age gesehen haben. Lie freiwilligenHel f e r i n n « n nehmen ihnen den Gutschein ab, mit dem' sie ihr Essen zum Preise von 10 Pfg. gezahlt haben. Die Speisen werden schnell aufgc tragen, und manche Hausfrau könnte aus dem genau ausgearbeiteten iKüchenzettel viel für ihren eigenen Haushalt lernen. Es ist unser, besonderer Stolz. dah der erhebliche Grldzulchuh. den jede einzeln« Portion erfordert, vornehmlich von un. seren Kameraden aufgebracht wi/d.. Viele kleine' Beträge neden gröheren; gegeben von Freunden und Kameraden, ermöglichten uns bisher die Fort . führung unseres grohen sozialen Werkes. Die Hausordnung muh striktest inncgehalten werden, in 11 ■ - stunden ist das Essen beendet. Geschäftig eilen unser« Kameradenfrauen hin und her, sie bringen den Besuchern di« Spei'en, sie räumen ad. und sie die freiwillig diesen schweren Dienkt übernommen haben, sind stets bereit, den Wünschen des Ein zelnen im Rahmen des Mögliche» gerecht zu wer den. In dickem vierten Winter ist die Zahl dies Betreuten von Beginn der Speisung an besonders groh. Etwp 260 Mittagspottionen werden z. Zt. täglich ausgegeben. In, der 'Küche waltet als Ehef nun auch schon den vierten Winter unsere de wahrte K8<hin Fau Lewin. Freiwillige Helfer und Helferinnen bilden ihren Stab. Berge von Kar toffeln müssen täglich geschält. Gemüse geputzt. Kost!-- für di« Otfen Herberge,'chairt werden und erst :n später Nachmittagsstunde beendet das Auf waichen und Reinemachen die tägliche freiwillig üdernon: Arbe't. Helfer und Helferinnen unterziehen sul, willig dieser Arbeit, winen sie doch, stah '-st &<! jüdische Menschen 3 mal in der Woche ein re«hi>ä,es und schmackhaftes warmes -».'strazostn Laut ihrer Hilfe erkalten. Sst-o» Monate vor bar Eröffnung der Speisung beginnen die umfangreichen und zeitraubend^". V o rz,k e i t e n . Aus Sparsamkeitsgründen werden trotz räumlicher Beschränktheit alle Arbeite" ^tzur bi.- Kameradenspeisung i, der Geschäftsstelle Per Ortzruppe. die dadurch naturgemah «in« de deutend« Mehrarbeit hat, erledigt. Durch Tamm lung muh der finanzielle Fundus geschaffen wer den. Zu best "tmten Zeit.-n werden die zu Betreu enden, nachdem der von ihnen aur Grund der gesammelten . Erfahrungen gefertigt« ' Fragebogen au:geiuUt morden ist. zur Aufnahme in das Bür» geladen. In der Zwischenzeit :'<t. um qfne Doppel hetreuung in einzelnen ^sweifel-räiken zu vermeiden, Fühlung u-rt dem Jüdischen Wohlfabttsa.,»^ g« nomm n worden. Tchliehl-ch erhalt jeder feinen Speiiungsau-weis, auf dem auch die Hausordnung auigedruckl ist. Die Auswahl wird nach sorgfältigster Prüfung und vorher genau feit gelegten Nicht.inien oorgenommen. Reben Käme radenkainilien und Kriegsopfern finden auch Auhenilehrnde. bereu Wirtschaftslage sich als besonders schlecht erwiesen hat, wird gefragt welcher Berücksichtigung. Niemand jüdisch-politischen Richtung er angehött, lediglich seiis« wirtschaftliche Lage ist ausschlaggebend. E» ist in den Reih!N unseres Bundes im allgemeinen nicht üblich, ei itzelne Namen besonders hervorzuheben, aber dies * grohe Werk der Kameradschaft ist auf so uiel Arbeit und Opserwillen aufgebaut, dah Dank spslicht rin ausnahmsweises Abweichrn von dieser für einen Frontsoldat« »> dund richtigen Prinzis notwendig erscheinen läht. Im Jahre 1933* hat >nser jetzt in Wien lebender Kam. Willi Simmenauer mit zäher Energie seinen Plan, die Schös fung der Kameradenspeisung in die Wirklichkeit um >esetzt. Die Ortsgruppe hat ihm für diese Tat de seinem Weggang mit der Ernennung zum . Ehrer Mitglied gedankt. Schon damals half an führen »er Stelle der jetzige Leiter der Speisung unser Kam. Dr. Mattin g^i s ch e r mit.'Wenn jetzt die Kameradenspeisung trotz mancher Erschwernisse .schon' im vietten Wintfr ihre segensreiche Tätigkeit, die aus der sozialen , Arbeit der jüdischen Gemeinde Breslaus nicht mehr wegzudenken ist, aurüben kann, so ist das neben der hingehenden Mitarbeit aller Helfer und > Helferinne», der Opferbereitschaft unserer Freund« und Kameraden der steten Arbeit des Leiters dtr Kai merahenspeisung Kam. Dr. Fischer und insbesondere seiner für dieses. Wett in erster Linie unermüdlich schaffenden Gattin zu verdanken In unserem Bunde hat /ich di« Arbe unsere Kriegsopfer, die Kamer h i l f f und di« Ferienkinderakt sonders segensreich ausgewirkt. Ihr reiht . Kameradschaft der Tat beispielhaft" die K ä m e - radestspeisung der Breslauer Ortsgrup >c an. t für e r a h e n - l i o ii, de dt sich als Das Buch Jet heroilchen Leiftungen He-oifdie Geflalfen jüdifchen Stammes" erlchienen Wie vorgesehen, wi rd« zu Ehanukkah der Sammelband „Heroisck e Gestalten jüdischen Stammes" der Oefien iichkeit üitiacb«n. Der Verlag Erwin Löwe, bJv- Buch in leine Produktion übernoi imen hat. gab ihm eine Ausstattung, die brstimn t den Beifall der Subskribenten, Besteller und Käufer gefunden und die Freud« derer erweckt ha, die mit diesem Buch beschenkt worden sind, ^ie vornehme drucktech nilche Ausführung, der g Ichmackoolle. dem Thema angemessene Einband, I ie «ingeftreuten künstle rischen Zeichnungen — -as ganze äuhere Bild dürfte des wettvollen Gäbaltes würdig sein, des Inhalt», der nach eintm Geleitwort unseres Bundesoorutzenben Dr. Lvwenslein elf grohe jü dische Gestalten in ihrem Leben und in ihren Leistung nachzeickmet. Von verschiedenen nahn hasten Autoren, denen auch an dieser Stell« für ihr« Mitarbeit gedankt sei. dargeftellt. legen diese elf jüdischen Persönlich keiten Zeugnis ab von den seit biblischen Zeiten im Judentum lebendigen Heroismus. Iosua tritt uns als der Gottesstreite und als der grohe früh antike Feldherr, Isa if Adrabanel als der Staatsmann und Wortführ r der Juden Spaniens entgegen; Berrk Ioselewic, der grohe polnisch« Freibeiksheld. Emin Pasä o. der unerschrockene Afrikaforschei, David Scha irz. der Erbauer des n starren lenkbaren Luf schiffes, der Philosoph Emil Larl, der. als erstes Mitglied des Lehrkörpers der Universität Heidelberg im Weltkriege siel, Robert von Lieden, der jung verstorbene Schöpfer der für das Rad i iindung, Professor Mar Röntgenforscher «in Opfer General Sir -John Monash, kriege«, Josef Trumpeldoi Zarcnarmee. Führer in der Blutzeuge der jüdischen Walther Henmann, der Kriegsfreiwillige und grohe halten in die'em, besonde Jugend bestimm:«» Buch nial gesetzt. Da wir uns bei der Anregung zu diesem Buch, wie es der Verlag Erwin Low« nunmehr herausgcbracht bat, seldstoerständlim von ideellen Beweggründe» leiten liehen,, konnte der Laden bahnbrechenden Er. äevy-Dom, der als eines Berufes wurde, Heerführer des Welt Leutnant in der jüdisthen Legion und :ache in Palästina, i n Weste» gefallene Dichter : sie ers für die jüdische ein bleibendes Dent- «eitere Willy T riedländer Juwelen, Goldu. Silberwaren Berfin \v §o Iau*ntzUnstr. 9 oldlreand Spezis 111 ALFRED Javreller. Eugene Reperato direkt am Bhf. Chi Möbel, ln rd lltter Strafe» 3* HOBEL II Radie-Apparata, flbtmidwnd achte ». NtshAlk Berliner 4 Sd«sieaatar. Padim Dipl -Ing RADIO preis erfreulich niedrig gestaltet werden. Denn «in Preis von RM. 1 80 für «in Werk diese; wert vollen Inhalts und dieser gediegenen Ausstattung ist wenn man Buchpreis und Ausstattung anderer Wrke zum Vergleich heranzieht als recht bescheiden zu hezeichnen. Aber e; war ja auch der Zweck, dah dieses Buch denkbar weiteste Ber breilung find«, und dah es dementsprechend mag lichst für jeden erschwinglich sei. Wir, glauhpn, dah dieser Zweck erreicht wird. Die Wanderdücherei de» Preuhilchen Lan»<,- verbMade« Jüdischer Gemeinden. Ein qt» sprechendes Bücherverzeichnis. Berthold Leon Veu. lag. Berlin, 1937, Rach einjähriger Arbeit ist unter Mitwirkurg von Schriftstellern, Gelehrte» und Bibliothekar,» ein Buch erschienen, das sich in zu groher B - scheidenheit nur - ein Bücherverzeichnis nennt. Im Gegensatz zu sonstigen Büchettatalogen, die in trockener und verwirrender Fülle dem Sucher nichtssagende Namen und Zahlen geben, ha! hier der Preuhisch« " Landesverband Jüdischer Gemeindet, eigenjlich «ine kleine Literaturgeschichte Herausgel geben. Es ist eine Zusammenstellung von 800 ousl gewählten Büchern jüdischer 4>«rfasser und jüdische, Inhalts, die den wesentlichen Bestand der Wander bücherei he» Preuhischen Landesverbandes Iüdi scher G«,neinden bilden, eine bewuht volkstümlich« Bücherei, die jedem nicht nur etwas, sondern vieles gibt, eine Bereicherung in dieses Zeit der Besinnung auf ■ unseren jüdischen Lebenskreis. Jedes der vielen Bücher findet eine kurz« Inhallsbeschreibung und Wertung; und damit wird der Weg des suchenden Buchliebhabers erleichtert. Wir vom Reichsdund jüdischer Frontsoldaten freuen uns, dah Bücher wie die „Kriegsbriefe gefallener deutscher Juden" Ausnahme in di« Wanderdücherei und eine anerkcnnende Wertung in dem vorliegenden Bücherverzeichnis gefunden haben. Unser grohrs Bedauern mü sen wir aber darüber aussprechen, dah der Preuhische Landesverband Jü discher Gemeinden übersehe» hat, in seine Bücherei ein Werk auszunehmen, wie es das „Gefallenen Gcdenkbuch" des Reichsbundes jüdischer Front, soldaten darstellt. Der Einwand, dah es sich bei Ahnenbilder von Arthur Silbergleit. Ich stand vor stolzen AhnenbilUvm In dem Gefühl von Gram und S.h,: Wie liest das Leben mich vern ild, Urvater sah so wundersam Mich an mit seinen großen Auge ■ Als wollte er die Seele saugen Mir aus dem Leib: „So also nah,» In Dir mein üaseinsglan/ ein Lr ’ , Daß Dich das Leben?ur Legend. , Zum Wort und nie zur Tat beriet - 1 Ich senkte meine Blicke tief Vor ihm, dem eine Wappenkroi Als Zeichen hoher Adelszone Nach treuer Kunde einst verlieh » Traumfürsten, fromme Sabbathli-.h Und sah ihzi an. wie seinen Richter Ein Schuldner um Mitleid fleht. Urmutter aber, ganz-Gebet In ihren' bergseeblauen Blicken. Sah unter Spitzenhaubchen nick. Ich lächelnd mir Vergehung zu Sie schien verklärt vom lenseitssch -t Wohl immer hoheitsvolle Ruh. In ihrem seligen Ver/eihn Selbst eine Seelenbraut der ‘Dich, Verschollner. Sagen zeit zu sein. Der Reigen adliger Gesichter Und Trachten, wie sie Träume I, Bes.hämte mich. Ich bat d e Schal - ..Helft, Auferstandne zu bestatte» , <) dunkelt alle Farben ein!“ .um) .‘filanjl : :t; N>Z- .l-rtnt;>on „Unsere Ahnen". Der Erfolg di s.-r A„ welch« eine bis dahin noch nie dagewe:- sucherzahl auszuweisen hat, oeranlaht die des jüdischen Museums Berlin, Brand Strohe 31, sie bis zum 3. Januar 1937 ei lich z» verlängern. Die Ausstelltzng ist bis - Schluh jeden Tag, auher Sonnabe. 10—14 Uhr geöffnet. uumiiiißimiiiai«iHitniii)i,.,mmmimiiiuiiiiitimitiiiuiiniiiitim,Miii(< diesem Buch um «ine trockene Statistik kann wohl von einer so hervorragenden Inst,- wie es der Preuhische Landesverband I;. Gemeinden ist, nicht geltend gemacht werde,- Gefallenen-Gedrnkbuch ist kein trockener K, bericht; hinter den Namen verbirgt sich einsumme heldischen, tragischen Geschickes. ,■ Zehntausend« und aberzehntausende «hemali .-' discher Soldaten, die Hinterbliebenen der 12 000 Juden hätten immer wieder gern z» . Buch gegriffen, in ihm geblättert und ihren Km von diesen 12000 gefallenen Juden Deu» erzählt. Wir können nur hoffen, dah der P:- ' Landesverband dies« Unterlassung in dem ., angelündigte» Ergänzungsverzeichnis wiebe, machen wird, in dem wohl auch das eb>"; schienen« Buch „Heroisch« Gestalten juc Stammes" seine Ausnahme finden dürfte. Hiewou abgesehen aber können wir de,» P•■.-» hischem Landesverband nur für dieses ve- ' „- liche Werk, das für sich schon eine interesa,,!.- Lektür« darstellt, auherordentlich dankbar fein. Kam. Dr. ei, -Kr t.; ,e» '.ln die iu e,en i.-rn '-»« :vt er ' n I T L 0 N I Ankauf 1[ IlfnaniKP Akten unter Genuin« All|iapi6l der Klsttempfoo# HERMANN BEVERSDORFF A SOHN SWM KMter M« Te« A 7 DA«hoff 7174 Lumpen mH und nmu HiiiIni Rsrbaactc WS4, Sepn.Msrz. to tl Dt. 4MST A VokiUfseiiridtiafes ih SdtoAbei Penerrcpptdie SObefMcben SOmUN, Lalbmtr. 49 BS. 2993 Stoffabfälle kauft KJeetrrsti'afe« 39 El* 3949 U Appretur-Dekatur | GUSTAV NCUM ANN P*— Appretur - Onotur Chteiieon« R«lnig«ao ^3 077, Breaatr Wt| 191 / fttwrmi E 9.1999 U Autobereifung ' | a«O»EM»M»UW f Reperarureo. Alt*. Neo-Vertiof preiswert. Aetobenrrleo oea u Ddestattoe Ipf. M9B0TU / KfepewidterStr. 74. FS. 94S4 V«lfe«9Mer-AM49N .PIÄMI" Otlt, ttflMT Itr. »0 . . ES 5443 Verfcawf voe wete und itbroefetn Aitodfdm OMtatett eAwtld—1 U Autovermietung | 1 Stadt / Ret*e 1 1 Hechaaltaa . taardwunoaa I 1 CO 2183 I U Bohnerarbeiten g ÜsH Tlaael loiiatPaf|«itM.lnmllrn i Wllnendorf. 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