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Der Schild · 1936-12-18 · 51 (18.12.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
51 (18.12.1936)
Date
1936-12-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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^:ä'"-'f HERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. Mlt| en offiziellen Mitteilungen der Kriegsopfer-Abteilung '/ Mit der illustrierten Sport- und Jugendbeilage „DIE KRAFT" Schriftleitung und VirUg: B< Frontsoldaten E. V.). Saöim.-I anschrift: Schildkami radt Aufnahme und Rückt entlung unverlangt währ übernommen, kei kstichtlieferuig vUne Vrrschulden kein Vergütungsanspruch, Nr. 51 15. IaHrg« «g Berlin V IS. Nr. J I — RedaktionsscHl -8i Kurfürftendamm 200 (Reichsbund jüdischer 71. Postscheck: Berlin 76142. Telegramrauß: jeden Dienstag vor Erscheinen.! Für eingeiender Manuskripte wird keine Oe- Preis 20 Pfennig Bezugspreis: RM 0,55 im Monat zuzügl. Postbestellgeld. Anzeigenpreis: Die 12 gespaltene Millimeter-Zeile RM 0,16. Stellenangebote u. -Gesuche, Fämilienanzeigen RM 0,10. Anzeigenschluß: jeden Dienstag vor Erscheinen. Man verlange genauen Anzeigentarif! Anzeigenverw.: Bepa-Verlag ßtnskji & Pakuscher. Berlin W 50, Regensburger Straße 21. Fernspr.: B4 Bavaria 6697..— Postscheck: Berlin 32 529. Erscheint wöchentlich Berlin, 18. Dez. 1836 im Sseael der biblischen Aett «t Tie fatnea»« »eich« tat 1l»rfü*aaq «efull t. der ,ulünftiata <6cfi rled tet biete Begriff! aoa Ufntraki 'Bebeaiaas fein mfiflea. Von Rabbiner Dr. Max Dienemann,"Oflenbach Autorität — ein Wort, ein itegriffj der int D.'n.'en anlerer Zeit, in den «trömaagra der (iegrnvarl, ei.ie iinmrr üchtbarer werdende Bedeatnng gewinnt «der »iedergewinat Unteren Kameraden, als alten «oltatea, ein Begrijs. der ihnen ,sm f.-tbiloeritänbliefren Behandteil de» Traten« geworden i I, tzad der nach in Ier Crbaaa« jüdischen Leden», wo e« am «eldfterha'taag and Leiditdehaaptaag geht, eine lehr reale and nach aaferer Aassass tag aa»|chlagged.nde Ralle ,a Ipieten deeasea iH- Iaadesondere die aas aafe.e ^rontaeneration folgende Generation motz den «Inn fär die A.t»:abij|Ieil einer Fähraig and eine» f.-ften Gefüge» in einer Gemeiaschat haben. Zn ibelmäfien Tilfiplin and da, Gefühl für Aatoritit einen fefteii Platz haben, Grand ätze, die alle» Deftraltiae aa»|chlletzea. , Wir hielten <i daher ffir angezeig>, in anferer Zettlchrlft an» eingehender mit dem Aaiaritüragedaakea \a heichäftigen. Zn mehreren Aussätzen soll hi:r nach ew>esen werden, zaalchft dah der Gedanke der Aatoeität, der Aührnng and der Di|Z«II-> s.-it jeher e.ne »elentliche Geandlaqe nnjerer jüdüchen Geaelilckast war, datz da» Adweichen oon ihm anferer Genteinlchaft niemal» Glück gebracht hat, «ab das, für die Ertßehnng leite bradtie. gilt als ioldwr gaire '’tolt in einer Niederlage vreoel. Pah das intfrir buken muh. dtefc Versucht man, der ifi igej nach der ffieltu ig t Autorität im Iudentüm des biblischm . eitalters nachzugehen. Io mutz man sich nufer darüber dar fein, datz rian an die Jfragssiellung nicht nur aus 1er Ideologie unser r , eit Herangehen darf. 1 er Gegensatz Autou er Zuspitzung e n man in Rechnut g wo wir unsere Vorgänge ur d ibel, insbesoy InfsatzrelHe drghmt, warde an» ans anferrn Waajch non einsr da,a beiontrrr» derasroen Peisäniichteit Kam. Dr. Lö. t it — Temofralie ist in Ibie neuzeitlicher, ferner muj s ehen, datz überall d:. y enntnis über Mensch en, Einrichtungen aus bei b’re dem Zünsbuch ft topfen, die Frag inwieweit Hier authentisczer! Bericht vorlieg I. n cht eindeutig beantwoi let wird. Abaefehtn obn denen, die sich d »gmatisch gebunde > fidlen, bekennen sich Viele |su dem Glaubet. bäh hier die Arbeit lieler gottberufener Männer einem Werl sich oerdichtet ha, dätz Schichten aus oersch ebenen Zeiten übe - einandergelagert sind. Dts! würde allerdings fitr das hier zu BeHankelnDe nur bedeutet, dätz eine Lebensform, tie man trabitione I in ein früheres Iahrhuiidert gefetzt halt«, spater anzusetzen iit. Abe dieses „später" bc deutet auch noch eine Ze t. vre weit vor de ramischen und griechischer Antike liegt. Un > schltetzlich muh man scha 1 unterscheiden zwi ■ säten moralischer Autoritr t und der Autorität in der Staatsführur fl, I ber alle Mitte sur Macht rur Verfüg» tg stehen. Datz ir der Bibel alles aufgebau >sf auf der moralischen Autorität der Mär ne», die im Namei Gottes sprechen, ist selb Iverständlich. Es il: hier nicht die Autorität ir 5$nb eines Menschen der König oder sonst Ge ueter irgend welche Art ist. die Kraft und E eltung hat, sonderr dii Autorität Gottes. Iias aber liegt ad ieits der Gegensätze, um bijt es in unserem politischen Denken geht. »wieweit Autorität eines Einzelnen oder eines States, zum Weser der Staatsführung im is aelitischen Altertuir gehörte, das wird sich wohl ans unfern Quellen garnicht mehr restlos klär n lassen, hier wird man aus Worten der Bilel und aus Trzäh^ Illll!IWWWtlIMMIMM!!I!l!IM!l!lMllIMMIIWIWW»UII«»W Ausdemlnbaft^ . I Soldatische Thamikkah-Feier in England ftfiegsopferoerforgtrag, Kriegs opferbetrennng. Zkrtegsopfervertretung Answandernng / Einwandernng! Körperfchnle mit and ohne Gerät Igeir Andeutungen herauslesen müssen, oie ein Fingerzeig sein könnend Venn in der Erzählung 2 M cap. 2 Mosche zwei Hebräischen Männern, dce in Streit gern sind, scheltend gegenübertritt und den. der idgreiflich wurde, als roscho - Bösewicht ancht, so setzt das seinerseits einen Anspruch Autorität und unbedingte Gehorsams- >e voraus. — Wir sehen ihn bei dem en feindlichen Zusammentreffen mitAmalef M cap. 17) den Heeresbefehl Zehoschua rgeben. und alles gehorcht ihm ohne derstreoen. — Wenn sein Schwiegervater eo ihm rät (rap. 18), nicht die ganze »eit der Rechtsprechung selbst zu verrichten, sich nur die oberste Entscheidung oorpibehc lten und für die alltäglichen Sachen Richter eidzusetzen und die Auswahl der zu Berufenden zu treffen, so letzt das seine alleinige Autontä: voraus imd den Willen aller, seiner Fiihrung zu fcklgen. — Das Volk sagt bei der G, setzgebung am Sinai zu ihm <2 M. rap. 20) „scrich du mit uns, wir wollen Hören, aber nicht Gott soll mit uns sprechen": diesem Sdtz liegt äutzerlich wohl die Fhrcht des primitiven Menschen vor der unmittelbaren Berü jrung mit Gott zu Grunde, aber zugleich ist er ein Zeichen der unbestrittenen Autoritär. die er übt. und die man ihm willig zucrkennt. — Die Bibel erzählt (rap. 32). wi - er nach dem Abfall des Volkes beim golden ien Kalb die Aufforderung erläht, datz sei ne besonderen Getreuen sich um ihn zur Durchführung eines Strafgerichtes scharen sollen, und bah sie dies Strafgericht rüd- (idnslos durchführen. Er tut dos nicht im Auftrag Gottes, sondern aus sich, er setzt hier seine persönliche Autorität ein und auch dutch. — In einem gegebenen Zeitpunkt empfindet Mosche das Bedürfnis, Jich einen Rat zuzugesellen. der mit ihm die Leist der Hüb» rung teilt (4 M. rap. 11). Er wählt btuu 70 i Aeltelte aus, diese Auswahl aber trifft er selbst, nicht das Volk. (In der späteren Deutung wird übrigens hier dem Mosche ein Votwurf gemacht: datz er die Verantwortung teilen wollte, gilt als Verftotz gegen seine Führerpflicht). — Datz der Versuch der Empörtmfl, den Korach und sein Anhang anstellen (4 M.. 16) mit einer so eiemplarischen. zwar in der Darstellung der Bibel zur Ausführung seiner göttlichen Anordnung: liest man pber mit den Augen dessen, der zwischen den Zeilen Seit, der aus einer bemüht religiös gehaltenen Erzählung die Hintergründe des tatsächlichen Geschehens erahnt, so wird der , Vorganch zum Zeichen des Rechts, das dieser Volfs-Giünder»nd Hiibrer besah »»d übte. Wenn bus Wort richtig iit, datz nur der Gehorsam fordern kann, der selbst gehorchen gelernt tat. so ist die Erzählung von den sogenannten „Hgderwasserii" auch ein Zeugnis dafür, welchen 4^ert die Darstellung urbiblischer Zeit auf unbedingten (ßehoriam legte. Dotz Mosche und Aaron es wagten, den, Zeis zu schlagen, damit er Üvasser gebe. Halt befehlsgemäh zu ihm zu spreche» <4 M. 20). gilt als schwerste Verfehlung. So kann nur empfinden, wer sich selbst «der obersten iSvitze gegenüber zu unbedingt.-m Gehorsam verbunden fühlt. Als das Voll fiä» in götzendienerische iliiiiicht verliert, gibt Mosche Befehl,- llebeltätcr auf der «teile, ohne (Oerlditsoerfahren, abzustrasen. (4 M. 25) Der dieslm. Befehl gehorchende Vinchas erfährt belondere BelcKiigung. eben deshalb, weil eine! gebietende Persönlichkeit hinter dem Befehle slatid. So manche Anordnung,, die das Leben des Volkes zu regeln bestimmt ist, - spiegelt eine Ausfassui« wieder, die der Autorität und dem GehorsanF zugewandt ist. Wenn beispielsweise in einer scheinbar religiösen Angelegenheit, der Hrage det Gültigkeit eines Gelübdes, bestimmt wird <4 M. 30). datz der Mann das Recht hat,, ein Gelübde der Hrau beim ersten Höre» als ungültig zu erklären, ebenso der Vater das feineit minderjährigen Tochter, so spiegelt das einet Regelung des gesamt«, Lebens in einer autoritären Ordnung wieder. Ebenso die Bestimmung, datz die Eltern dem heillos mihratene» Sohn gegenüber das Recht der öffentlich tu vollziehenden Todesstrafe habe». <5 M. 21). — Das bekannte Knegsgeletz (5 M. 201 nach welchem vor jedem Kriegszug alle Leute, bei welchen eine Hemmung vermutet wird, aufgefvrdert werden heimzukehren, ist nur verständlich, wenn man den Wunsch hat, datz die endgültig Zusammeneschlvssenen fest und sicher in der Hand eines Khrers fein sollen, der ihnen gebieten und belegt wird, ist deutlicherBeweiSidafur. datz unbedingt auf sie verlassen kann. — der Erzähler, L:umjLnVae Bon der militärischen Verfassung dieses alten als von Gott ubertrageit gilt, die Autorität Israel wissen wir nur, datz jeder von 20 Iahdes für die Leitung Verantwortlichen unter ^"Äufge^ot ^7» folgen h^. allen Umstanden geschützt wissen will: das ist T .-. -, .... . hier um so bedeutsamer, als de, sich Auf- Wie unbedingt man die Autorität des lehnende sich auf den Gesamtanspruch aller. Bolksgedietdrs und die Verpflichtung auf reitauf das Berufensein eines jede» aus des loten Gehorsam empfand, liest man aus (Er-, Volkes Mitte stützt. - In der Art. wie. Mosche nach Aarons Tod die Nachfolge ordnet, wie er selbst vor seinenr Tod den Nachfolger einsetzt <5 M. 31 >. offenbart sich seine eigene Autorität. Der Vorgang wird Zählungen hb wie etwa der von Achan (Ivsua 7). Datz Achan dem Befehl Zehoschuas, sich nichts svon der Beute in Iericko persönlich anztekignen, nicht gehorchte und etwas — geringfügige Kleinigkeit — für sich bei» Ter Tin» des Amtes 6er sogenannten Ri-hter mar die Huhrung des Volles in poli-, tiiiber und militärischer Bezie tung. und sehen wir von der religiös tbeolvgiische» ^Einkleidung der Berichte »der ihr Wirken ab, die diekis ihr Wirten aut göttliche tBeru ungjgirüdführt, so leuchtet das Bild von M ignefn aus, die dur-H ihre Autorität das Volk zusammenreihen und zur <s»etvlgschaft zningen, die a'o^r auch mit dem Am'vru'ch auft :eten, bah mckn ihnen Gehorsam und «iesölgschatt schuldig ist. Das. geht z. B. aus dem Tadel hervor, der im Liede der Teboral» (Richter 5) über diejenige» Stämme ausgefpr »eben wird, die trotz der Aufforderung nicht f-eeresfolgc beim Zuge gegen Sisiera leisteten Hier -handelt es sich ganz unzweideutig un politische und militärische ivubrung und um pic Begründung einer Einheit des Volkes i» staatlicher Be ziebung, eine Begründun.t. die Nicht vom Volk her,- sondern von oben her gewikkt mirb.' Es ist bezeichnend, datz mehrere Mal der ganze Iammer der Richterzeil in die. Worte gekleidet wird: „itz dielen T igen war ke:n König, jeder tat. was recht drnkte in seinen Augen".. Der Autaritätsanii ruch .und die Meinung, dah alles auf Autorität und Gehorsam gegründet sein muh. lüdet den Hin tergrund der Erzählung von dem Konflikts zwischen Samuel und Saul. Es ist nicht un seres Amtes nachträglich zu urteilen, wer recht hatte, wer in Wabfheit I» gebieten -hatte, der König oder Samuel. Wir^ sehen aber, dah in dem Augeubljd. in dem Samuel bei. sich die ivülle der Vvlksftihrung verlor pert fühlt, er selbst eine fo verhälytismähia geringfügige Abweichung von Keinem Befehl, wie die, datz Saul gegen seine Anordnung <1 Sam. cap. 13) mit dem Ovtc r nicht wartet, bis Samuel da ist. oder die. »ah er zulieh, dah nicht alle Beute an Vieh niedergemacht wurde (rap. 15). für so schwe! wiegend halt, dah er ihn des Konigsrechtes für oerlmtig erklärt. j Welche Anschauung man ooin Recht des Königs über jeden Einzelnen >m Volke Hatte, als wie unbedingt man seine Gewalt empfand auch da. wo sie mit dem Red»t Per Persönlichkeit zusammenstötzt. davon legt Zeug nis ab die berühmte Rede Samuels, in der er das Recht des vom Volke ersehnten Königs ausbreitet <1 Sam. 8.11 ff). Man leie, das selbst nach, und man wird erstaunt sein uPer die Machtfülle und die- Vertügimgsgewalt die Hier als mit dem Königtuiu »orbimPe» angesehen wird. 4Venn wir nun die (beschichte Per^Könige im alten Israel verfolgen und. der „rage nachgehen, wie es um ihre autoritäre -Stellung bestellt war, so müssen wir zunächst zugeden. dah uns Angaben über Einzelheiten nicht zur Verfügung stehen. Wir wissen lfid>ts E^vuere» über die Art des Heeresbannes. über Aut gebot, über die ,Torrn, in der das Aegiment ausgeübt wurde, über Abgrenzung der Ko petenten. Gelegentliche Angaben laßen gewisse Schlüsse ziehen. So leuchtet z. B. aus der Uria-ErMlun^ hervor, datz man da» des KanFs^aut Heeresfolge und die Bindung des mze Mannes an -seinen Vorgesetz^n. an Herrn als so unbedingt auffatzte. da» man es als wider die innere g.reuehcütu g 1 wenn jemand während des Feldzuges

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