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Der Schild · 1936-10-30 · 44 (30.10.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
44 (30.10.1936)
Date
1936-10-30
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seilt 2 — Sr. 44 Btrßdrtld HbtAUSOCBeai reichsbuno jOoischer EBOHTEOLPATEN E.V. 30. CMoii» 101* und Teilnehmer an den Befreiungskriegen Polens. Teilen Hauptleitung Hai ein« Entschließung gefaxt, in der sie unter Hinweis aui die tausend,ädrig« geschichtliche Verbundenheit des jüdischen Bevölkerungsleils mit seinem Bateriande Polen scharfe BerwaKrung gegen den Plan einer „Politischen jüdischen «-iU, aisenauswanderung" aus Polen einlcgl Tie Borgesckichtc dieser Entschließung darf als bekannt vorausgesetzt werden: Ter Präsident der Neuen Zio«istisä>en Organisation. Iabotinsls, Kat mit maßgebenden polnischen Slaakssteilen über den Vorschlag einer Massenausecanderung von 1' - Millionen Juden oerttvnvelt und Palästina gl» durchaus aufnahmefähig für solch« Massen bezeichnet. Diese Erklärungen IcK-'orinskns kamen der polnischen Negierung sehr willkommen, die dem Völkerbund bereits ein Eommünique zugeleilet hatte, in welchem Paläilina allein allerdings als nicht einmal ausreichend für die von ihr erforderlich gehaltene Emigration bezeichnet worden war: überdies hat Polen als Völkerbundsmitglied bereits der Mandalarmacht England sein Interesse an der künftigen jüdischen Einwanderung in Palästina zum Ausdruck gebracht. ^Vielleicht wird der demnächst erfolgende Besuch des polnischen Außenmini'ters, Oberst Beck, in London deutlichere Einblicke in die!« Aktion gestatten. Es iit nun für uns besonders interessant, das; in Polen gerade vom Fronlkämpserbund das treffende Stichwort von der „politischen Auswanderung" gefallen iit. Poiitifche Auswanderung bedeutet poch wohl Auswanderung, die von einem politischen <»'.esichts-- mntt aus geplant und auf »:ine politisch« ,l:el>eizung bin betrieben wird. Ti« volnischjudiichen Frontsoldaten charakterisierest damit die Pltkne Iabotinskns. des konseguenten und lomoromitzlosen .iionisten Wir sehen sie hierin -voll in tlebereinnimmung mit unserer eigene-! Auffassung vom Wesen der jüdischen Wanderung.'die auch wir. in 'welchem Lande immer, . ibc'astek von politischen Zwecken und jenseits -:..di'ch politischer Ziele und Tifierenzierungen als eine große und dringende die! i - rautgabe rein fachlich« gefördert leb:-: möchten Es in nun beachtenswert, daß gerade die . Fra-ie'leUung ..Politisch« oder unvoilitisch« Auswäuderuna'-"„»ich der Aussprache >p derjubiüben Preist' Teuiichlands bemächtigt bat Wahrend die EV-Zeitung in ihrer letzten Äutnmer einem .jionisten und e:nem^ Nicht zionisten;u einer Aeuherung über den Sonder fall Palästina das 'Wort erteilt, sucht die südliche Rundschau in ibr-'m» Leitartikel vom 23 Oltoler die Frage „Wohin fü.irt un; die tliot'.-" zu öeantwor.e» und widmet dabei einen -Abschnitt dem Tbema „Zionismus und Aus. wanderungsfrag«". Nichtig stellt sie fest, dag ..die Wiedergewinnung «r'.-eili her EMigrations'- -:og!,chleiten kur die ouöcnbcii;ablreicher Länder Europas eine Lebenskrage St": richtig spricht 'ie auch aus. daß die Tore der meinen Lander der Weit „und auch P aI d ii in a 5 nur unzureichend f ü r i :i ö n rt) e E i n wunderer g e ön? n e t üNd" Soweit ititn.* -:.-n wir mit dem zionistischen Blatt völli'. i.ivr-'in und dur'en Kin;uiügen. dag gerade wir schon weit eher vor Illusionen bezuglia»- 'der Au->.ab.Me''abigkeil Palästinas gewarnl und s.bon' langä und immer wieder im Interesse der Forderung der von uns iur abstriiit' lebenswichtig erachteten Auswanderung die "Blicke au' die Erschließung auderw'eili ger überseeischer Sied Ui ngsmog lichkeiIe n gelenkt haben: binzli'g-.en d.::-en -:str übrigens, daü per leroeilbund i.r diesem 2>irne ni.bt nur gesprochen.' sondern a:.ch I'anpelt und in enger Verbindung mit de ständigen judküden Stellenvraktüch einiges er reicht Kat- Tamil iind auch die ersten An'.-.be fur .fei,lren r Lebens in lieber kt” gelchaf'en. wie ii: £>:: Iludsshe Nundichau in ihrem Leikäriile. u..ns-bt. und wie wir i.e bei ' unü-rer wg>id.-rungrar!'eit stets im Auge haben. Allerdings, in-o'ern sti'.'-ten wir mit der Jüdischen-Nundübg.u u-cht uoerein.- als üc das geianile jua-'a'e Au.. .inderungsprob-le > „national" geplant und g,.:.:erich!e: zu ü-.s-u wuuülid i-'e.ade ln--r :it nämlich wird UN , lüittelbar d-e >ee.n-r..-...:e . ec '„po.jtischen' Aus-' Wanderung" l-er:.:-rt. Te:-: j.ilaliona!e" Ans wanden'.n r be. .-..:et „politische" Auswande rniig Politik . t eine'Nalusn voraus, d. «. ein Volk oder eine Sraü-.-t-esgemeinsaia'I. die mit politi'ck'en. also machimäs-igen Mitteln ent weder nach Imitnriain und nach Eigen ftaa;iujimt cus bochiti-m .fiel streben oder ein Territor-uiki und einen eigenen Staat oer te:dlgen ozw. auslauen wil.. Tie; aber wirö von der großen .Nielirbe i der Juden in der Veit abgelebnt. weil >ic >ich ta>t in allen Landern als Teil der.'Nation, als Burger des Landes ««p'tnden. in dein sie leben, und auch un-leh-lat empfunden werden, io dag "folgeri^ilig auch eine „oolitiiche Auswanderung" eine Auswanderung uiUer politischen bzw. nalionailüdiichen Zielsetzungen und Planungen oon ilme'n nicht gewollt wird- .Jüdische Einwanderer. die von vornherein mit einer be* ® u ij t e n inneren Iremdileliung in ein neues Land kommen, werden weder desien jüdischen noch deizen nichl>udl>,chen Burgern sehr willkommen sein: sie selber aber erschweren sich die Möglichkeit, eine neue Heimat zu gewinnen und seelisch xpk sozial in neuem Boden Wurzel zu schlagen.^ Als vor einigen Iabrzehnlen jüdisch« Massen aas Nutzland, aus untragbar gewordenen Ledensbedingungen. unter tätiger Mithilfe des Judentums Teulschlands in die „Neue Welt" ubersudrt wurden, war dies eine,/harilatioe". gper grobartige und iüdiich-fr uch t b a r« Leistung - auch ohne dag ihr damals irgend ein politischer t«>«danl« innegewOhnt hätte! Ti« jüdischen Frr ntkämpfer Polens haben das Wort „poiilisr« Auswanderung" sehr treffend geprägt, un> di« Jüdisch« Rundschau selbst bemerkt, dah lei den letzten tvememoewahlen in Polen di: Zionisten schlechter abgeschnitten haben als früher.... * Gerade am Beisp el der Auswanderungs frage, deren Vordri rglichkeit wir Juden in Teurfchland als letzl t verlennen, kann man gleichzeitig die pra tisch« Bedeutung der Zrage nach einem pol tischen oder unpolitischen Judentum und nach xm Begriff einer „j U - bischen Politik" ermessen- Genau diese Srage wird in der L lonalsschrijt „Ter Morgen" (Oktoberheft 1! 16) debattiert. Joachim Prinz macht dort de i Versuch, den Begriff einer jüdischen Politik herauszuardeiten. „Tie »Wtrllichleit des jüdi chen Voltes als einer politischen Wirkii hleit und di« Zusammenfassung dieser poli ischen Wirklichkeit durch ein Ziel, das allen Zu Mn gleichermatzen dient und das sie in Ger einschazt zu erstreben haben", stellt er als >ie Voraussetzung der jüdischen Politik a cs. Ties« Voraussetzung hat man also hinzurrhmen oder — nicht Om Zionismus, so sa >t er weiterhin, haben zum erstenmal wieder lüdische Politiker jüdische Poiuik gemacht, »eii sie beim jüdischen Volk akkreditiert waren „Zum erstenmal vielleicht in der Geschichl, der Nationen übernahm hier eine Gruppe die politische Führung einer Nation, obwohl il r nur eine Minderheit folgt". Allerdin, s jtehl diese Politik, wie Prinz zugibt, unter gewissen Fiktionen. „Wir leben unter den Als-Ob des Polles - und in mancher Dezie> ungauch unter dem Als-Ob des Landes- Tie lüdische Po.itik har - in den Elementen ihres i Daseins etwas von den groben Utopien, ne sich erst im Lause einer langen Zeit oerwii klichen." (Man könnte hinzusetzen, datz es die E genschaft von Utopien ist. sich nicht zu oerwi klichen, und dab es schade um die Kräfte seit könnte, die an sie gesetzt werden, zumal wem die Utopie nicht einmal allgemein geteilt wird» Andere Begriffe ur d Inhalte stellt dem in einem weiteren Au satz des „Morgen" Ignaz tvkaybaum gegenu Mr: „Politik ist Verwaltung der Mach). Walzer kann es eine jüdische Politik in dem . finne. wie es bei den Weltvölkern Po.i':ik gibt nicht geben. Was es gibt und geben muss - im höchsten Mab« geben mutz — ist jüdisch« '-Planung“. Wenn die Umformung Per judi chen Gemeinschalt zu einer politischen Gruppe eingetrelen wäre, so wäre von einer Preisgab! des Judentums zu reden. Ader diese Umfor nung hak noch nicht ein solches Ausmab errei kzen können, wir es vielleicht den Anschein ba: Es tritt ja immer nur der redende Funktic tzär an -Erscheinung, das jüdische Volk aber i -leibt stumm. Ohne das, es zum Bewuhksein kommt, werden Begriffe wie Volk, Gemernsc aft. Ehre. Begriffe, die in der Welt des religiösen Judentums ihren Platz haben, mir anderem Gehal) gefüllt. Ein Iudenstoiz. de: sich auf ein politisch e s rSelbstbewubki'ein gründet, ist schon im Keime derstragischen S luarion ausgeliesert. T a; politisierte Iudenlum hat seine Herkunft aus dem kiberaien Zeitalk r. das ia vom geschichtlichen Leben nur die zesellschaitlichen und nicht die oolilischen «ürun »lagen begriff- I« weniger der Jude dieses Z nlalters das Wesen der Politik erfabie, also j« unpolitischer er war, um so leichler verfiel l r der Politisierung. Auch der Zionismus, durch den das Judentum in die engite Nähe des polst ischen Schlachtfeldes gerät, darf das Iudentui i nicht politisieren. Ein nicht politisches Iudertum wird sich in Palästina den Interessen dc s englischen Empire und den arabischen Forlerungen einordnen -können, wäbrend ein politis ertes Judentum als ioM-i-; ein Hindernis für Er gland und eine Herausforderung gegenüber de r Arabern sein wird. So ichlUs-'ig 'dieieGedanke rgänge Maybaums --ud. >o ist doch zu sagen, dib ein Ziomsmus, der aui seine nalionalvoliti ch« Ziek-etzung verzichten wurde, wohl eine sehr nützliche Abteilung iur Einwanderung und Kolonisation in Palästina fein könnte, al er... mit Zionisnius nichts mehr zu tun h tben würde. Tieie Tiskusston ist wichtiß, Grundbegriffe ersorbetlich, baren -Wirkungen in die di'che Situalio» hinein ausirahlen. Wenn bei' igielsweiie die Jüdisch: Nun ku'chau kürzlich auf die ersten judent'eindlich: r Italien,' das Israclilif;e auf die Entwicklung in Eng Aufsätzen binwiesen. so men hänge mir der Poli dentum; und mit dem Ve^ii lirik. durchsichtig; es wird h bäum zu sprechen, die deiien 'pürbar, dab „das die eng st e Nähe dek Schlachrfeldes" gerate > tben die Klärung der seil ihre unmittela l sächliche jü- Stimmen in Familienblalt land in gröberen werden dir Z u sa m - l tisierung des, Iuiuch jüdischer Poi er, um m:t Man ganz« Problematik Judentum in politischen ist. sei Tie erwähnte Ste'.lungnai, Frontkämpfer Polens gegei Wanderung" verdient in d Welt, auch in Teutichland. wir in der Auswanderung und dringende wie schwierig ausgabe erblicken, befurchte einseitigen Lenkung der Ki auf ein politisches Ziel tischen G'enchtspunkten eine gung dieser gigantischen zitieren wir Manbaum: palästinensische Wanderung, keit auch der Zionist anerkcßi aualifizien wird, dab von sie sei „ohne Verbindung io iit das die Sprache des dentums. Gs hat recht: sie ist mit einem politischen Ziel, das »etter nichts v« Menschen »nterznbringen anl den $■ errichten, hat die Wei umgibt, die Judentum 4> Damals 19141 me der jüdischen „politische Ausganzen jüdischen Gehör. Gerad« weil >ine ebenso grobe jüdische Gesamtwir von einer iste und Mittel und unter poli- B e i n t r ä ch t i - Arbeit. Nochmals Wenn die nichtderen Tringlichnt. dadurch disbehauptet wird, einem Ideal", politisierten Iuohne Verbindung ideal. -Aber das als jüdisch« indisch« Ee«:in- M, die die Arbeit halten wil l". ih: n it Tie nachstehende Schilderung eines Fronterlebnisses erschien wortgetreu in der „B. Z. am Mittag", vom 10. März 1916. Ter Verfasser war Kam. Alfred Tambitsch. s. Zt. LeuMant d. R. im Grenadier Regt. Nr. 10. 7. Komp. Unterminiert r olgt. sich auch in der Grosze mit den lleineren dieser IGedilde vergleichen. Ein auf dem Mond sitzender Astronom würde unsere Sprenglöcher auch zwöisil los entdecken: und weim er nichts vom Kriege und seinen technischen Mitteln wützte, würde er auch aus die ehemalige Wirkfamleit starker kosmisch:! Kräfte al; Ür'achdi.-ser in der Ebeie so auffälligen Erdsormationen schliehen. Ich kann diese Eollenrachen auch mit den beiden Schneegruben im Nicscngebirge vergleichen In dielen Tagen, wo reichlich Schnee gefallen ist. ist die Aehnlichkeit sogar auffallend. In der ungeheuren Größe liegt die Ueberraschung bei jeder ersten Besichtigung dieser Wundnarbr.i im Antlitz der Erd.-; ganz unfatzdar erscheint es, dah nicht elementare Urkräfte, sondern von Mensäen gefrsselte und wieder ausgelöste chemische Energien solche Erbmassen in die Höh« geworfen haben. Aus 70 Meter Durchmesser und 12—15 Meter Tief« schätzen wir di« Ausdehnungen des gröhlen der Trichter. Ein« Mietskaserne würde sich also ganz bequem in dieser Höhle unterbringen lassen. Ich lcnl« die Äufmerk'amleit der Berliner Grundstücksspekulanten aus dieses fiskalische Terrain: und garantier«, datz die Kellerwohnungen noch im Rohbau vermietet sein würden. Jetzt liegen die Trichter ja oerhältnismähig harmlos da Eh sind ausgebaute Stellungen geworden: die Wände sind mit SchiehschaNen ausgerüstet, Drahtverhaue sind in mehreren Linien gezogen Hinter dqn Schiehscharlen stehen Tag und Nacht die Posten, scharf ins Gelände lugend, um bei einem etwaitzen Hcroordrechen des Feindes so fort zu alarmieren oder sonstige weniger aufregende Vorgänge beim- Gegner zu beobachten. Einige frilche kleine Trichter in den Nieienlächern zeigen, dah auch nach dein lataftrophalen Ereignis n»ch gelegentlich einmal Granaten oder Minen auf dieses Stück umgestalteter Erde niedergcgangen sind: aber'das ist ja eicht viel mehr als ein Regen nach der Sintflut: ein Gewitter nach einer Welllatastrophe. Auf dieses große Ereignis wendet sich immer wieder die durch so auhergewöhnljchen Eindruck angeregte Phantasie de; Beichauers zurück. Zu irgend einer vom Willen des Handelnden bestimmten Sekunde irgend eine; Tages hatte es einen Knall gegeben, von dem im Umkreise von Meile» die Erd« erbebte, himmelhoch war ein Berg von Erd- und ‘ Gesteinmassen herausgcschleudert worden, beim Riederprasseln, den Lebewesen in der Nachbarschaft; ein tiefes Grab bereitend Mit den Erbmassen sieg alle; in die Lust, was vorher der schützenden Erde anoertraut worden war Unterstände, Maschinengewehre, Drahtverhaue und Menschen . . Dreißig Mann vielleicht. Sie müssen alle einen schmerzlosen Tod gestorben sein: das Ereignis, dellen Opfer sie wurden, Ursache und Wirkung ist ihnen kaum zum Bewußtsein gekommen: bevor auch »ur der Knall in ihre Ohren gelangen konnte, waren sie schon zu Atomen zerrisjen. — Der Blick taucht empor au; der Mrgangenheit in die Gegenwart Da steht er den jetzigen Schützengraben, die Eingänge zu den Unterständen und dazwischen ähnlich« Eingänge in «ine ungewisse Tiefe: da; sind k:ine Unterstände sondern Minenstollen. Teils fertige, teils solche, an denen die Pioniere noch rastlos arbeiten. Unaufhörlich werden Gefäße mit „Minengut", d. i. dar herausgeschaufelte Erdreich au; der Tiefe heraufgewunden, unaufhörlich schreiten Mannschaften mit «rdgefüllten Kästeo von. den Stollen zum Abladeplatz, unverdrossen, Tag und Nacht schaufeln und hacken sie unten im Stollen, unsichtbar dem im Graden Vorüber-chreitenden und wühlest sich näher und naher an den Feind heran Zu irgend einer Sekunde, an irgend einem Tage wird es also wieder einmal einen besonderen Knall geben und es wird ein vierter Trichter zu den drei vorhandenen entstehen — Das alles hatten wir am Tage gesehen, als Zug- und Gruppenführer die neue Stellung einige Zeit opr dem Einrücken besichtigt hatten. Bei Nacht war dann die Kompagnie eingerückt. Unter den stellvertretenden Zugführern gab es den üblichen kleinen Streit um die Unterstände; schließlich gab. der eine nach mit den Worlen: ich gehe in «ine andere Gegend, hier ist all«;, wir ich eben gehört Hab« von den Franzosen unterminiert Man fragt di- Sachverständigen, die Pioniere; dü Nachricht MIIHHHM Fürther Bergbräu wird bestätigt In den letzten Woch. „ uns heftige Gezechte ftatlgefunden: ';jj| ist es ja wieder recht ruhig geworoe, ,r vermag zu sagen, ob die Kämpf« um >> .n|,j oder um Grätzeres nicht bald w.ed.-r werden Dann wird drüäen ein (l.-it.. q'tl in Gang gebracht, und zwei Tage jpal r |,t t Bon »fee» Damtttsch. •t« ie •« »«••r •••»•*-f* -i Unter an der Deftfrvnt kämpfender Rtlarbeiter fd>rciit uns: Diesmal bezieht die Kompagnie ein: ganz neuarlige SteUüng: die sich von allen bisher besetzten Schützengräben wesentlich uuterscheidrt: auch von allen in der Heimat gezeigten Schützengraben; er ist auch vollständig unmöglich so etwas in der Heimat hcrzustellen. Di« Stellung ist «in Werk des Krieges selbst in seiner unerbittlichsten Hätte In der Hauptsache besteht sie au; zwei grohen und einem kleinen Sprengtrichter. Da; Wort ist schnell ausgesprochen; schwär aber ist «;, dem Hörer eine emigermaßen richtig« Borstellung seines Inhalt; zu geben. Die meisten meiner Leser werden schon einmal durch da; Fernrohr den Mond betrachtet haben und seine wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die Krater, werde.n in ihrem Gedächtnisse haften. Solchen Mondkratcrn g'eichen unsere richter ziemlich genau: wie ich glaube, kännen sie Hesmat im Bericht d:r Obersten H<-, .it.jM „Bei X führte der F.-ind eine Sp,.- " dev Trichter wurde von un; besetzt' L des Wortes „uns" würden wir da in : jg' aussülken helfen Der kleine Apparat .: sin Pionier»ienft Ausgebildeten unter un Ein! Holzleisten von der Größe ein.- brotes Darinnen befindet sich ein Ei».l.-nagnl «in lAnter, ein Näderwerl, eine Feder l wirti wie die stammverwandt: in eine, ü an Iit« gezogen, ein hemmender Stift wic:- dann macht sich alles von selbst 7 magmet beginnt zu rotieren, , ein Strom fließt durch die Draht.-, ein I. in dse Mine — und dann knallt e; Ist da; nicht ein prächtiges Thema Schmtsleller'? Ich denke da a,z He.ni, oder Kellermann Wie viel päckende, unsere Situation schildern, als jj<; I-. Vorwürfen im „Eisberg" und >m „Tu scheinn ist?! Da sitzen die Zugsühr.-r Uiilei stckNd beisammen, «in gleichgu < l-n« iiliä tlcttl :'J! in» Spendet unseren Kriegsopfern Über Weitungen FihMtni Potltcheckkonto Beilm 14020 Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten t V (Krleiisopf erahti ilun« , L spEch! wird angeschnitten, stockt, denn >'. danke^ sind unten bei der Mine. Ii . Kma1 einer in der Fern« krepierenden Gra- .. ei-.r in best feindlichen Linien niedergehent, Rimmuit -M Sil Mil i-jil tfsip jun!n. ::di: -Ät&eft. iuri-: »’.f'ti . Tn läßt lie dem nahen Tode gewciblxn fahren mit stummem Händedruck gebt. - einandi r. Der Schlaf flieht die Nubl. ängstlicher, Spannung lauscht man 'auf mäßig« Klopfen in der Tiefe, da; in > deutlich zü hören ist Schreckhaft für finden,1 so ist es doch beruhigend für die denn so lange geklopft wird, sind die u Maulwürfe noch rlichl fertig mit ihr-: man hat also noch eine Gnadenfrist Un barer ist dann da; plötzlich: Verstumn.- Gcräusches. Nun find sie also so oc sonst so freudig erwarteten Mahlzeiten lnSc» apstetitlme Gäste Von Tag zu Tag w re Gesraltqi hagerer, die Wangen bleich der Zosang, Haltung vor den Mann ch l:r. jj bewahren, die ja beileibe nicht» von d.r 'ü.-isbr ahnen »ür>en. Träg lösen die Nächte r D die Taeje die Nacht ab, bi; die I:tzte Sc!- --I erschütterndem Krachen die lange Oual M Ich muß bedauern, diese Skizze nicht auiiut rcn zu Ilönnen; die Flügel der Phanl - - int durch die nüchterne Wirklichlcit bc'chnin- -. T Wirtlichstit aber war so: die Zugiu ver lassen den Unterstand: der ein« nun seine» Nechten nicht mehr bekämpfte bleibt nsein: Ordonanz zurück. „Sehen sie, daß wi, 'chnll einen guten warmen Kaffee bekommen", -gü ei zu seinem Burschen. „Wasser werden sie ianz i» der Nähst finden. Bon meinen Vorratgeb» Sie Schlinloi, Gänsebrust und Mattel. Ve fltffen jii nicht wieder die Milch . au. -.ipadf Haben nie Vorgänger uns noch etwa Kodle zurückgclaifen? Emen ganzen Sack, na. da»» wird das Feuer ja durchhalten, bis w-r wiedei ausjleh«»'. Das Frühstück wird in der '. stellt« Art serviert, und mit bestem Appetit - .zedö Dann erjeitt der Zugführer nod) den .--cieb. ihn um lö Uhr vormittags zu wecke», u - Nis" wird es still. Und so ähnlich ging e; all: Xagc. in denen 1 di« Kompagnie in der Trichle: stellunz war.'Von Unterminicrtsein wurde wohl - n «"i wieder gesprochen: aber die Mine mußt: c;!>ö gefallen lassen, zum Scherzarlilel zu we - i. Da; isli natürlich die in einem io lang:» Kriege eistzig mögliche Stellungnahme;..rvx fahr unb] di« selbstverständliche Folge ' ödeständigen jintimen Umgang; mit ihr Tagt'« wird selbst eine ruhige Stellung mit. besunkt, täglich .müslen Führer wie Man« -.-Nit:' durch den Graben gehen, sich längere Zeit auß« halb der Unterstände aushalten und sich durckt de feindliche Artillerie überraschen lassen Ä-, Gefahren hat man sich gewöhnt, und da. >>'-«!»-. schätzt da; Risiko einer Mm«, die ^unt.t in eigenen Wphnstätte heimtückisch vom Feinde env gebettet istnicht höher «in, als das alllagli« funken Diese gesühlsmäßig« Schatzung erweist sich bei einer Nachprüfung durch K" schärferen Verstand al» richtig. Gegenüber H" zudringlicheil Granaten kommt es darauf an. f« nicht gerad« an dem Ott zu befinden, wo d« Dinger auffchlagen und krepieren; zum _ >- bl'" einer Sprengung, die unter der eigenen Stellung vorbereitet ist, uoird man nur dann, wenn nui» sich gerade int Augenblick der Zündung >h Stellung befindet. Es ist also ein« U«berttag»»i eines räumlichen Risikos auf ein zeitliche;: stttc Größe wird dabei sicherlich nicht vermehil so brauchen wir uns also keine Vorwürfe zu mache», daß wir über der Mine gut gegessen und gcschlasen haben. HiwphfhiWIaHuflC und verantwortlich für den redaktionellen T«l Dr. Hans Vollenbtrg, Berlln-Wilin«Jdort; für den Anzeigenteil: Ur. Man* Sen,Irl; Berlin W 50. cW Druck: Buchdruckerei R. Scherte, BerlmSW D.-A. III. (^uart 1936: 13 858. 7s! N «et irc: «b bet stk «»! M W ■I Kit u- : i:; P" - K 11 »r irtt :enl jüii ur vc Kr ul Nt wl Ii« ih hol Itt rili 8c a :» kn

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