Mannheim
Compact Memory

Der Schild · 1936-10-23 · 43 (23.10.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
43 (23.10.1936)
Date
1936-10-23
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/4911661-5448578-5449647--407-4916059
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

3fite 2 — Ur. 43 btx&ötöb . HC MUCQEBClti REtCHMUMO jQPISCHCR FRONTSOLDATEN 23. Cft»l« IC av. steht )u Mn. wesentlichsten Grundlagen M, 2t ratswohl«: da. «r Jic Iudenstage in Polen nicht lölt, mutz er in seinen Falzen zu Wirtschaftlicher Schwächung de» Staate» und damit auch zur Schwächung seiner Wehrkraft führen. Der Aufstieg Polen» ist an die Bedingung einer Zusammenarbeit aller schöpferischen Kräfte de» Volke;, somit auch der jüdischen Gemeinschaft geknüpft. 3) Bon dielen Grundsätzen «»»gehend, «idersetzt sich die Hauptleitung einer Identifizierung der Aniichten von Führern Neiner jüdischer Gruppen mit dem Willen de» gesamten polnischen Judentum» und protestiert gegen di« Losung einer politischen jüdischen Mafsenauswanderung au» Ausmn I. „Beusilir» alt fli Siwutniii Frankenftein, Zaftroi Preis RM. 2.—. 39 2 ngsproblemeTwerden untctludit Zu den letzten^Buchveröffentlichungen' I «tzmrlnn» der jüdischen ,cht,,d" oon Herbert klag, iten. Berlin W 15. Die Jüdisch« Aue unuderu», ,u» Deutsch» lind, Westeuropa, lleb.is«.- uu» Palistina" von lag Jüdische Rundschau, 0,80, 44 Seiten. Po^n. Dr. Michael Traub, Be Berlin W 15, Preis RÜ! 3. „Konstrultioe l Au» »andernugspollti»", ein brrsee-Ko Ionisation, oon Berlin W. 15. Preis Rundblick Eine 8esamto<rtret»ng der 2«lden Oesterreichs. <ITA > Wie», 20 Dkioder. Die »om Bunde jüdischer Frontsoldaten eingeleiteten Ber- Handlungen zur Schaffung einer Einheitsfront aller Juden Seilerretch» haben zur Bereindarung von Richtlinien geführt, die in einem Schreiben de» Präsidnaien der Wiener K«Itu»gemeinde an den Bundesfüdrer der jüdischen Frontsoldaten niedergelegt wurden, Es besteht demnach Einoerltändni» darüber, datz ein gemeinsamer Ausschuß «Bollzugsauslchutz! zum Zwecke der Wahrung der Interessen der österreichischen Inden ehcste-i» gescharfen weiden soll. Dieser wählt eine Ereculive, die zu bestehen hat: a> au»' 2 Bertretern der zionistischen «rtuppen: b> au» 2 Bertretern de» Bunde-- jüdischer Frontsoldaten; e> aor 2 Ber- Iretern nichtzionistischer Gruppen: und d» dem jeweiligen Präsidenten der - Istaelitischen Kullusgemeind« in Wien, der den Bärlitz im Ereculivkomitee fuhrt Den Wirkungskreis de» Vollzugsausschusses bildet die Stellungnahme zu allen öffentlichen, die Interessen der Juden Desterreich» berühreiben Angelegenheiten. - Esperanto Kongreß und 3amenhof-5eier in Warschau. lITA.c Wirickau. 13. DU. per 2u. Internationale Kongretz der Esperantisten wird mit Rücklicht darauf, datz im Jahre 1937 fünfzig Jahre mach—der Schaffung der Esperanto Weltsprache und zwanzig Jahre nach dem Tode de» Begiünder» der Esperanto Beweg» g. Dr. Ludwig i. in Warschau Kongress«» soll l. an der Gelzu.iedmen. Iu Z a m e n h o f , vcriloHen »ein werd| . abgehalten. Den Delegierten de» dadurch Gelegenheit geboten werde dentkeier am Grade Zamenbof» te dem Kongretz lind schon jetzt zahlrnch« Delegierte und über 4000 Gaste au» dem iieldet, darunter 87 j au» Schwe England. 77- > aus' F r a n k r llusland ange > e n . 4M au» > ch, -IO) au» Japan, viele Amerikaner uw. Am 20. Todestag Ir. Zamenh^f» werden die Kongretztcilnebme^ den jüdischen Friedhof in Warschau, auf dem Zamentwr beerSigl .ist, besuchen. später werdezi sie an »er feierlichen Ent hüllung eine» Denkmal-- für Zamenbol in »'einer Geäurtsftadt- Bialrstok teilnchimen. I» »er Jüdische» Kiudertzilse. Ber!»» beginnt am 5. Nov vormittag» 11 Uhr ein Mutter ' <6 u I f « t i u » . Er umfatzt tdeitret »ü:.n und -praktischen Unterricht in Säugling,- und Kleinlinderpflege, Besprechung von Erziebungssragen, und wird oon Aerztin stnd Schchester erteilt. Dauer »es Kursus 6 loppelstünden I mal wöchentlich. Anmeldungen im Büro der Jüdischen Kinderhilfe, C. 27, Blumen ltr. 7>7, lFern»pr. El. Berolina 415(7■. Beitrag zur jüdischen U Mar «pt. Philo Berlag RM. 0,70, 43 -Leiten. 4. „Ingeud-Aiijah i, Zriese» und Zahl«»". Arbeitsgemeinschaft für Kii der- und Iugendalijah. Herausgegeben oon Eva -lern und Lola Halm- Warburg. 5. Heft, 31 . leiten. 5. „Jüdisch« Auswaudem n“. Korrespondenzblatt über Auswanderung»- und Liedlungswesen, Sept. 193ß. Herausgegeben vom Hilfsoerein der Juden in Deutschland, Berlag S hmoller und Gordon, Berlin. Preis RM. 1^-, 119 Leiten. Bon 5 Seiten aus wi,) das Problem der Auswanderung der Juden aus Deutschland de leuchtet: Palästina, Südasri a, Rord- und Südamerika stehen im Brenn »unkt der Berichte, Pläne und Hoffnungen. B iese werden zitiert, geschichtliche Erfahrungen un < gegenwärtige Erienntniss« aufgezeigt, Zahlen Mr Bevölkerungs jtalistik, der Konjunkturforschung werden genannt, um den Standpunkt der Verfasser zu erhärten oder eine möglichst umsajserwe Darstellung von den Verhältnissen «ine; »der smehrerer Lander zu geben. 1. Herbert F r a n k e n ft e i n^ der als Wirtlchaftsberater für Brasilien tätig istl hat mit seinem Heft der Anschauung Raum gegebene datz diele« Land in erster Linie für eine Einwanderung der Juden 'aus Deutschland in Frage komme. Sein Ziel ist es, mit dieser Neinen Broschüre den Auswanderungswilligen wirtschaftlich zu beraten. Sie ist wie eine Sprechstunde und behandelt 1. „Die Auswanderungsmöglichkeiten", sodann 2. „Volk und Staat" Brasilien» mit 1000 Worten über Geschichte, Religion, Klima. Floral und Fauna des Lande; und btingt in einem lttzten dritten allgemein wirtschaftlichen I.'il. eine» Ueberdlick über die Lage Brasilien», seinen Autzenhandel, Geld.- Bank- und Börsenwelen, Produktionszahlen und über »eine Industrie. Aber kan Einwanderer, selbst der kapitalkräftige für dtn in erster Linie diel«» Heft geschrieben zu kein scheint darf sich hieriiiit zufrieden geben. Ta» Ale» ist die Auskunft einer Sprechstunde, nicht Tnehr. Wer aber das Land zu seiner neuen Heimat! erwählt, ist ver pflichrel, zu seiner Borbereitüug weitaus mehr zu tun. 2. Dr. Michael TTaub, führender Politiker der Zionistische.! B.r.-inigung Nü. Deutschland, hat einmal da» Zahlenmaterial z»-ammen gestellt, um die jüdi»chen Wanderunge»! omr und nach dem Krieg« in ihrem äußeren Umfang« aufzuzeigcn und ihre innere Problematik zu erörtern. Die jü buche Auswanderung aus Deutschland seit 1933 unter Berücksichtigung des Altersaifbaues und der sozialen Gliederung der Iudrnoeit, sowie der Struktur der hunderttausend Auswanderer der letzten drei Jahre werden von ihlti gewertet, um di« Grundlage» für einen kün'tigtn Wanderung» plan, für die jüdische Wanderuugspolitik überhaupt zu gewinnen. Bei einer Weitung der nutzer palästinensischen Siedlungsversuche I ich! etzt ti.le» Herl ab mit der Bcmerku ig, Satz der Schwer Punkt, konstruktiver jüdischer Auswianderungspolitik nicht aus Palästina »ach ander.» I Immigralions gebie.en oerlegt ^zoerden dürfe, ks dürfte an dieser Stelle zu weit führen, »ich mit den Planen Michael Traubs auseinoiverzuletzenl Es 'mag lediglich der Gedanke aufgezeigt werden, datz der Schwerpunkt einer konfteuklioen jüpichen Wanderungspolitik wohl in erst.r L'inie oon 'äutzeren Faktoren bestimmt wird, de en Lenkung nun leider nicht in der Macht der jüdischen Mbememschast liegt. 3. Mit jüdischer Massensi» dlung außerhalb Paläsliua», aNo mit einer jüdisch:» überseeischen Kolonisation befatzt sich ein Man. den Mar »p« in seiner Schrift „Konftiuktive «udwanderung,Politik" aus Grund einer Darstkllung der Geschichte der jüdischen Wanderungen -vorlegt. Eine Zentralijieru!ig derjenigen Südlichen Organisationen, die sich nit ^olonisalionsfragen befassen, Aussendung oon fachmännischen Erpeditionen, wirtschaftliche Fundierung durch! -chaf. fung einer Agrarbank: dasind konkrete Borschlüge, mit denen Mar Ap« glaubt, das Wanderüngsproblem der Juden steuern zu lönnen. Mar Apt tritt der Ans Hauung entgegen, datz nur Palästinafür eine G»uppenjiedlung Igeeignel sei. Der narional-zioniftischm Idee als geistiger Grundlage für eine Koloiiilation stellt er das Ethos tätiger Hilfe für heimatlos gewordene Juden gegenüber. Rur en „Territorio^ismus", wie er von Israel Zwan will gefordert, wurde, vermöge eine Erleichterun» der Iudenfrot zu bringen.! Obwohl wir jede. Plan zur Gruppen-Siedlung auswandernder deutscher Ir den, wie von j- Juden übeilhaupt. grundsätzlich beg ützen, so müssen wir auch hier leider bekennen, datz dies« Plane so lange Theorie bleiben wer »en, solange «j» nicht gelingt, oon der nichtjüdilchen Autzenwelt ^diejeni gen Boraussetzungen zu er jüdilsches Kolonifalionswerk angen, ohne die ein ,_ _ illusorisch wird Die Frage, ob die Schicksalsausgabe des Judentums .sche Matznahnfen genicht weiter Erörtert überhaupl durch kolonisator löst , werden kann, soll hier werde». 4. Jugend-Alijah i«4 Briefen. «>e sich au» ' einem Neinen Beiblatt „Iugend-AIiiah in Zahlen" ergibt, sind dishei 1433 Kindetz durch di« Arbeilsgemeinlchaft für 4inder- und Jugend- Alijah nach Palästina g» kommen. Indgesaml 160 M0 Pfund wurden für dieses Hilfswetk auf. gebracht, sodatz für das «in ^lne Kind mehr als IM Pfund «ingeletzl werden muhten. So sehr die'«»» Hilsswerk zu begrützen ist — und für den ausführlichen Bericht durch 'Briefe und Zahlen in dem Heft Rr. 5 ist besonders zu danken, so fraglich erscheint es, ob ein Hilfswerk^ dl s für den einzelnen Jugendlichen er le solche Summ« beansprucht, auch nur annahend in der Laze sein kann, da» Problem oon hunllerttaufenden jiidischer Jugendlicher in Deutschland, Zentral- und Dst- Europv zu lösen, ihre Lebensfiazen zu deantv »orten. 5. „ I üdifch« Auswanderung": Wieder bat des Hilfsoerein der Juden in Deutschland durch ein H|fl über die jüdisch« An »Wanderung, bps im besondt.en dem Lönderieil Südamerika ge. widmet ist, mit einer Auslage von 10 000 den Auswanderungswillige l in Deitschland einen wertvollen Ratgeber geschaffen. D «ses Heft, das ohne jede, persönlichen organisato ischen Ehrgeiz zusammengellellt ist, hat einige wertvolle allgemeine Aufsatz«, die den Berichten üler die Länder vorausgeben. Ein sehr inftruklver Aufsatz über „Weltipirtschastliche Entwicklungen und Einwanderungsbest:«»ungen" führt in dm allgemeinen Länderteil ei i, dem noch ein beson »erer Aufsatz „Hausfrau uüd Auswanderung" vorourgeht. Das Ganze ist eine Leistung, die jedem Suswanderndenj oon unentbehrlichem Wert ist. D»^ Jüdisch« Koltirbüüd »erli» bringt im November ein Werk in deulscher Sprach«, zur Erftaufsbbrüng, da; vor einiaen Monaten vom Theater „Dhel" in Tel 'AoivI hebräisch urasifgesührt wurde: „Schabbalhai Zwi" von Mathan Biftritzk^ in der Uebersetzung ^on Dr. Brosstr. SHfMNt ]oD. fidieii Uafeee »etzefpche« «i„«, h»0«»dIsch»iU»>lche Soldei » J Me f«Ifl<*M ZuschelsOrei»,,. '1 Al, sich vor hundert Jahren der jüd:sch: Z.,1 geant Johann Scheit in Magbeourg hielt, erregten die vier Medaillen, die ek währn, einer ganz besonderen kriegerischen La»,'bah, worben hatte," die Bewunderung seiner [übiUtJ Zeitgenossen, so datz da» Sprachrohr d.-r Tudeü in Deutschland, dir „Allgemeine Zeit»», de, 7,1 dentum»", nicht umhin konnte, sein "t itiiant,] Leben zu schildern. 1 Johann Scheit, der 1837 al, Sergeant fcJ ersten mobilen Kolonne der holländilchen flrtilkJ nach Magdeburg Tarn, ist in Hamburg und war in Breslau erzogen worden. Bam Iab:1 1808 an war er in den Diensten des ,7uisten „<>,1 Hohenlohe: nach der Schlacht bei Üvalerl»^ «rat er in die Dienst« der H o l l a nd e r idnj Er befand sich dann 1816 unter den ersten „Erp,- ditionarien", die unter dem General Anding naL Batavia gingen. Nachdem er bi» zum Iedie! 1825 hier gestanden, machte er de», Krug Java bis 1839 mit. Er hatte damals Zchick. sal, von einem Korps von 3 8M Mant mit nit wenigrn Kameraden nach Europa juiuckzulehre,. In den Jahren 1830-1832 wohnte er den Unruhen in Brüssel und den Kämpfe-: ,wisch, den Holländern und Belgiern bei: 133. tarn rr zur Besatzung von Antloerpen,. wurde p. doch nach dessen Eroberung zum Kriegsgefangein, gemacht. Nach seiner Freilassung erhielt .er ein ^gtzr Urlaub, um — damals in einem Aller w, 51 Jahren nach Deutschland zurückzulebre, nt seine alte Mutter zu besuchen. Da» war im Ich, 1833 34: über seine weitere Laufbahn di» IN! wird dann weiter nicht« mehr berichtel. auch Iber Herkunft und Familie werben keine weiteren igaben gemacht. H. C. „Die Gelchicht« u« Soldat.«". Am; Norenchr 1936 abends 8.15 Uhr bringt im 3ck»uman- Saal, Berlin, Lützowstratze 76, eu» Kollelti» junger jüdischer Musiker und Schausp-eler „lü Geschichte vom Soldaten" mit der Muli! von Igor Strawinski zur Aufführung. Vorher -pi'ell Lill, Kann einen EinaNer von Jean Eolteau: Tu geliebte Stimme. ■ *« The«*»t Simon: „CII«»»". Mit 13 Bildbeilage, oon Michel Fingeften, Verlag Kede , Berlin. 1936. Dr. Simon-Wannse«, allzu früh rerlchiedem Kamerad unseres Bundes und Mitarbe,:«: >r!e:n Blalte», hat sehr Nuze Dinge in diese: au; ien Herzen heraus geschriebenen Kurzgeschich.e, gelozl. die nun seinen literarischen Nachlotz r«pra!mt,ere». Ein für unsere Zeit der Konjunkturjud«!»»; er blüsfend ossenes Bekenntstis hat er voranzelle!»: „ . .. Gewitz, ich werde kein Pionier de» Judentums. Da ich da; nicht mehr verinag. so will und werde ich meine Pflicht tun al; aller Landsturmmann, still und bedächtig m Gleichtritt mit der breiten Masse der Inden marschieren. Ich bin grohgeworden iin deutsche» Kullurtrei», in hellenistischer Bildung". Ein Mensch," der Deutschland li.'bl, wie man eil Land liebt, in dem di« Väter lebten, käinpfle, und starb«», verwachsen mit der Landschaft uni der Mentalität seiner Menschen und dabei e» guter Jude, einer, der sich seines Judentum; «emal» schämt und auch niemals zu schämet braucht Da, spricht au» dieser Zeilen zu un;. > HMptschrtftleitiing und verantwortlich für den redaktionell» Toi Dr. Han Vollenberg, Beriin-WUnmdort; für den Anzeigenteil: Dr hiarti» Sen, kt; BerUa W 50. Druck: Buckdruckerd R. Scherk, tierUabA D.-A. III. Quart 1936: 13 858. „Religion und Recht" Unter dem Titel „Neligion und Necht" hat der Pelchsgerickitspra'-ident i. N. und »rd. Honorar Ppolesior sur Völkerreckil Dr. Wallzr Simons Vorträge der D efkentlichkeit u irerbreitek. di« er an »er Uniorrlilal-in Up'ala gedaitetr hat. iHans Botk Verlag. Berlin Tenrpelhaf». Der Inka!! diele» Buches, das der Verraäei «ur als da:- perlönliche Bekennlnis eine; Laien gewertel wi-'e i will, ist bedeut-a»»: genug, um auch un»«re Kam: raden aut die»« Er»cheinu»:a aur'merkiam zu machen. Der 'Vrrfa»'»er, der in diesen Tagen gerade 75 Jahre alt geworden ist, kann Anspruch daraus 'erbeben, datz seine Stimm« bei der Bewertung rer. gelingen Strömungen un-erer Zeit Beach- . - tung tinde. Seine Aurfa»>u"::n li.id die ein«; tz -Manne;, den ein lange; Leben nicht b:og an die '' höchsten Stellen der Neaitiprechung und der Nechkswiilenschaft, »andern durch sei»« Btru-'ung zum Autzea^i-Zster' des Deul>-:.r:> Reiche; auch an die der Diplomatie geführt bat, der ferner feit vielen Jahren a'.s Mirglied besj Wellbundes für mlernalionale Freundscharlsarbeil der Kirche» ggnb der Stockholmer Bewegung fua prakkn'ches Ebristentu»» für den Frieden der Welt in den religiö-en Geineinschaften gearbeitet hat. Sein Blick für die Beurteilung inenlchlichch Dinge ist darum be'onders geschärft, sein« Wort« als Ausdruck eines aufrechten Mannes doppelt bracht sich. BeaZstlich darum, weil die Grundhaltung der 8 wiedergegebenen Vorlelungen im a»tfent~ lichen gleich bleibt, obi'chon di« ersten 5 aus dem Herbst 1931 stammen und unverändert wiedergegeben lind, während die 3 letzten erst einig« Zeit nach dem Umbruch ihre endgültige Fqrm erhaiten haben. Simon» untersucht die ewig wählenden und ewig umstrittenen Beziehungan oon Religion und Recht, von innerem Glauben und äatzerer Crdmtng »ach allen Seiten, historisch unphilosophisch, sqial und wirtschaftlich, in ihren persönlichsten Amwirkungen auf die Familie, wie auch in ihren Auswirkungen auf da; ösfentiichcl Recht. Soweit »ich der Berfa fer hierbei mit ringen auseinander-etzt, die das Leben unlerev Uckwelt btlrefien. folgen wir seine r Aus ühriingen mit dem Inkerei-e, ^Pas wir de n geistiger» Leben und »einen Kämpfen um uns herum I allgechem «nt gegenbringe», auch um für unleren eigenefi Lebenskreis aus denLli.-inungen und Urteilen eines klugen und weNorfenen Mannes Nutzanwendung ziehen zu dürfen. I Von belondereni - Interesse jedoch ist dieser Buch auch deshalb, weil der V.-imsi'er an vielen Stellen dem Judentum und seine: i Bedeutung für da» von ihm behandelt: Thema In einer Weis« gerecht wird, di« uiuere ehrlichste Anteilnahme erweckt, welchen Standpunkt wir ,aiah immer oon unserer Seite au» ein ebmen mög«»i. Er erwähnt bei der geschichtlichen Erörterung dir Beziehungen zwilchen Neligion und Necht „die I Geschichte der Völker, die für u isere europäisch« iKultur llaslisch gewdrden und trotz aller Gegenströmungen bi» heute klaisisch geblieben sind - I die Geschichte Israel», Griechenlands und Nomsf und erkennt die Bergnickung oon Neligion und fedtf im Judentum, weitdie Uebung der Gerechti^wit als Gottesdienst Kern leinet Neligiosität ist! und Gottes, und Nechlsgefühl irrt Judentum iiwinandeiflietzen Es üderlchreitel den hier gebotenen Rahmen einer kurzen Besprechung, den ti«en Gedanken de; Verfassers auf allen den uns neute besonders bewegenden Gebieten des menschachen Lebens, der Weltanschauung nachzugehen. «Bir stimmen ihm darin z». datz .ein tiefe» religiöses Gefühl in jxdem Menschen da» Ebenbild iGottes ehrt, und datz die Anordnungen der alten jüdischen Priefterlchaft über eine humane Behandlung der diarenden Stände oon der sozialen,! aufs Bollsganze gerichteten Grundftimmung der jüdischen Religion zeugen. Unsere Aufmerksaiukeit gilt den Ausführungen des Verfasser» über! die Bestr«. Hungen zur Erhaltung der -Rassegasundheit de» Volkes, insbesondere insoweit, als dtr Staat eine Minderheit nicht angliedern, sondern, wi« die jüdisch«,. ausgliedern will. Er gibt zu, datz e^ich hierbei um politisch« Matznihmen, um „ein« Frage der Zweckmätzigkeit un) der allgemiinen Kullurdtb« der gesamten Nalion" Handel« und erhebt «ur als Ehrist relig äftn Widersp uch di« „wenn die Diskriminierung der Rasse auch in kirchlich«, Gemeinde hineingekragen wird", wci er Lehre von der sich der das hierin einen Verftotz „gegen Glckubensgemeinschoft sieht, m- , Christentum von dem nationalistisch engen jüdischen Stznagogenwesrn trennte": ' Diese kurzen Hinweise foltert keineswegs; ein Urteil über da» Buch oder eite llebersicht über seinen Inhalt erlauben, sie sollen für unser« Kameraden Anlatz sein, sich mit einer Veröffentlichung helannt zu machen, die jeden mit dm Problemen des Lebens und d^r Zeit ringenden Menschen bewegen; anregen und! über die inneren und äutzeren Kümpfe hinweg zii jener Ruh« Und Sicherheit führen können, die Voraussetzung ist, um Zeiten des Uebergangs von« Erschülterstng de» 'seelischen Gleichgewicht» bestehen zu könnsn. Kam. Dr. Die Das Buch Abraham Was sich' zur Zeit im jüdischen Berlagsschafft» begibt, die» Sammeln, Sichten, Umsormen, Ne», bilden eines Lesevorrat;, vielleicht! einer Literatur, erinnert in Vielem an da; fast: triebhast« Eitzsammeln und Mehren unserer Geiltesgüter, welches in allen jüdischen Notzeiten ftastfand und da» mit dem Wort die Seelen erhielt. „Wie dir Cclbaum spät erst grünt und Fruchte trägt, wird auch Israel noch in später Zukunft grünen'!. Mit Recht steht dieser Midrasch-Latz im Mottp eines Buches „Abraham", von hem man, wäru es nicht Lktober 1936 in der Jüdischen Buch. Vereinigung erschienen, fast annehmen könnt«, e» sei einst von Rabbi Iehudoi Hanassi oder einem seiner Nachfahren in-Midrassch oder Tosest« ausgenommen worden. Demi «» gkünt und trägt Zukunft au» Uroergangenheit. „Ahraham" ist kein« historisch« Monographie, auch kein aicha»' logisch-psychologischer Roman, sondern ein heariMwild wachsender schötzlrng am alten Deldaim I»' bischer Volksdichtung, gespeist au» dem mW"' genen Wurzelwert aramäischer, arabischer, heldischer Mythe, Kernstück einer modernen Haggä^^ frühlingshast blühend au» gläubiger Pdanlom Buch Emtelai und Sarai, Buch der Mütter Väter, Buch de» Ringen» und de» Glaube«- der Wunden und Wunder. Der jung« und gelehrt« Ernst Fürstentha>- aus dem dieser in seiner Ueppigkeit fast betäub««« Schötzlmg empordrängte, hat die Gab« Sehen» und Erfühlen». Wir sehen mit ihm Kind Abraham im fraulichen Schutz b»r fühlen sein fruchtbar schmerzhafter EinüE"- erleben di« Verzweiflung der gequälten lernen Vater, Groheltern und Geschwister M*» ganz nah kommen sie un». Wir werden Aug»' zeuge seiner Kämpfe, de» Turmbau; zu Vad«>« des Absturzes der Tyrannenmacht Rimrod;. sind Gefährten von Abrahams Wüstenwauben« und werden lesend, bewundernd seine Jünger. zeit ist Gegenwart geworden. Aber w>r erd«" sie nicht mit unfern gewöhnlichen Alltagsaich"- sonbem schimmernder: Wir wandeln >m Ja«" einer Fata morgaua vom Zweiftromlanb p" Jordan, wir hören GoA und sehen sein: Boreas Buch reicht von König Nimrod; selb^' gütter ang über den Boltsanfftand oon^Bn'V bi; zu Abrahams Nückkehr in da» Land f Wird uns tm zweite» Buch Abraham Seele de» Mannes und die Bereiche de» 1 . archen führen? E, ist zu dosten, datz Fürst, ithal an seiner grotzen Aufgabe »>«1 zagt. Er ist noch jung. E» gist. »h^i wy K mache,. Jeder, der zu de» Bichern der Bezieh mg bat oder sucht, sollte, da» tu« diesen jungen „Abraham" al» edlen Gast " Heim tehmen. Er wird e» ihm danken und l . Verb»! densein mit dem Unvergüng der Vergangenheit und feine Haltung P» «ort>stigen. «am Dr.«.-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.