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Der Schild · 1936-10-09 · 41 (9.10.1936) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
41 (9.10.1936)
Date
1936-10-09
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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ßtU* 4, — Sr. 41 Bcr Bdrild HERAUSGEBe»! REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. •. Cllokn „Selter«?" Der Sit« schloß ein Sage and dachte eine Weile nach, al, begriffe er nicht sofort, «ms er gefragt wurde. ..Selter« gab e? wenig, es waren zumeist! junge Leute. Unser Regiment hat sich aber nicht schämen -mülsjm! Sogar die Ulanen waren zurückgegangen, sie konnten das (tuet des Feindes nicht mehr ausbalten, aber wir Juden sind mehr als vier Wochen beim alten Friedhof hinter den Schanzpn gelegen, baden den Russen unser Pulver kosten lassen und ih«. festgehalten. Hätten wir damals nur e i n Regiment zu Hilf« Gekommen", der Site senkte ieine. Stimme, als spräche er ein tiefes Geheimnis aus, „so wäre Warschau in unseren Händen geblieben. . Selbst am Jom Kippur baden wir die Schanzen nicht verlassen. Rabbi Meirl hatte es gestattet. Ich erinnere mich, als chäre es heute, nach Kol Ridre bat sich der Himmel geklärt, die! Sterne Ueuchteten, lagen wie Blattern, einer dicht neben dem jindern. Es war eine helle Nacht. Keiner von uns hat ein Sage geschlossen. Wir sahen in Gruppen jin kleinen Feuern, plauderten, machten rin paar jüdisch« Spähe und erwarteten, jede Minute den Sturm des Feindes auf untere schanzen. Beret war mit uns: er ging vjon Feuer zu Feuer, für jeden daNe er ein gutes Wort oder «mein Witz bereit, und wohin er kam,' dort wurde es frählicher. Äas wiht ihr? Das war ein prächtiger Kerl, ein Diamant! Kur) und gut, ja. wo halte ich denn? In, der Feind war sicher, Die Juden würden am Jom Kippur mcht tamvsen; >o hat er hei Tagesanbruch den Sturm auf» unsere Schanzen begonnen. Wie soll ich euch das schildern, Kinder? Die Lu't glühte, es 'regnete Feuer..', aber wir haben auch nicht geschwiegen! Jedesmal, wRin der Feind aus dem Wald gegen uns vorrückle, da bat es ausgesehen, als bewegte sich der Wald: man tonnte -ordentlich Furcht bekommen. Und wie der Feind näher an die Schanze iieramzetommen iit, da baden ibn tm-ere ^jnonen niedergemäbt. wie |n>enn man mit einer Sense u'-rr: Gras fährt. So gmg’s bis in jben bellen Tag hinein: Berek ’t von einer Schanze zur andern ««sprengt. Drei Pierde fielen in die'em Morgen unter ibm: jedesmal, wenn -er kommandierte: ~ - - haben die Kanone» drjruilosgedonnert. dah dir bei an „Feuer »äbe da TrvM":«!'ell in dej) Dbreit zer-prang. Der Feend kam immer näher. Die jüdischen Holzhäsischen hinter dem Friedhof gerieten in Brand: nun hatten wir Feuer von hinten und Feuer no„ vorn. Aber wir' 'landen wie sein Wattn, bis zur letzten Mmu'e. und wie der Feind in die 'Schanzen eindrang, da liefen ui: .tunicht davon, 'sondern bäben um jedem Zoll Erde gekämpft: d?. Blut klotz wie t!va"er. Begreift libr? Zehn Russen aus einen Iudr». Wie Heuschrecken schwärmten iss« aus dem Walde hervor. aber kemm oon ans hat sich ergeben. Wie wir abgezogen sind, da habe ich eine Kagel in den Fuh bekommen". „Mart erzählt, dah Schmiel Zbtztkower..begann einer. „Ob ich Schmiel Zbyttower gekannt habe? Ha, ha, das war, ja em Engel!" fiel der Rite dem Ehassid ins Wort. „Ihr wiht, ja garnichts; wie die Kosaken in Praga eingedrangen sind, da' haben sie dort ein Blutbad angerichtet, dah Gott beaMhre und beschütze! I nd wäre nicht Schmiel Idnttower gewesen, Gott weih,; ob ein 3t de in Prag« leben geblieben wäre! Stafetten hat er I ausgeschickt, Reb schmiel ,pämlich, and hat kundgetan, jeder Kosak j erhalte für einen toten Juden einen Silberrubel und für einen lebenden «P Goldstück; natürlich hat man ihm lebende Inden gebracht. Der Rite schwieg: gewohnheitsmähig tastete er, ob seine Krücke neben ihm, lseufzt« und senkte den Kopf. „Und was ist mit Berek geschehen?" fragte Schmiel. „Ist er in Polen geblieben'?" „Da wäre er aber dumm gewesen!" Der Alte lächelte. „Roch am selben Tag ist er fort. Ihr wiht ja garnichts: wäre er damals. auch nur einen halben Tag in Praga geblieben, so hätte man ihn aumehängl! Es war alles haargenau ausgerechnet, hinter allem, müht Uhr wissen, haben grohe Leute gesteckt!" „Er ist jaber zurückgetommen, Beret nämlich", unterbrach ein anderer Ehassid den Riten. „Langsam, langsam, Vetter", der Alte winkte dem Ehassid mit der Haiih zu, er möge schweigen, „nur nicht Fische fangen, ehe ihr Das Retz habt! Was wollte ich nur sagen? Ja, in der erben Ieit hat man garnichts von ihm gehört, von Beret nämlich, als wäre er «ts Wasser gefallen. Dann hat man erzählt, er sei Napoleons RIfjudant geworden und erobere ein Land nach dem anderen" (Nun erzählt der Rite erst ausführlich, wie er ins Spital gekommen und! wie ihm der Fuh abgenommen worden ist». „Rn dem! Tage, an dem ich das Spital verlassen wollte, kommt ein wiDfremder Mann hin, fragt nach meinem Namen, läht einen Beizte! mit zweihundert Gulden für mich zurück, und bui fort wer der Kerl. Spater habe ich erfahren, daß ein jüdischer Magnat jedem, der von Bereks Regiment leben geblieben war, zweihundert Gulden geschickt hatte. Damals,' ihr versteht, war das ein Riesenoermögen'. (Ter Rite war damit eine gute Partie, heiratete die Tochter eines Baders und nmrde selbst Lader. Eines Tages — Jahre -I später — , wird er über Land geholt, nach Luko«, zu ,!.st Patienten)! „Die pfeife in das Dorf war sehr schwer. Denn in Kozt versteht, sähen damals die Oesterreicher und in Lulow die Auls ein solcher Weg war damals lebensgefährlich. Mir, ma»i« nichts aus! ich wußte, mich, einen Krüppel, würde ^jemand Helligen. Kurz und gut, ich lieh dem Mann zur Rder und ] wurde ihm! besser; wie ich auf dem Rückweg aus dem Dors« autfahr«, bommt mir da nicht Berel entgegen? Er halte sich g. nicyt verändert. Derselbe Schnurrbart, dieselbe Narbe aus i Stirn, nur! eine andere Mütze hat er getragen — eiie feliml aus Bäreniell. Ich springe vom Wagen, stelle mich'm» melf Krücke in Positur, wie in den alten guten Zeiten, die Hand der Mühe, sage: Herr Oberst und so weiter und so! neuer dem ganzest Titel... ich sage euch, ihr werdet es nicht . Er hat mi h umarmt, Tränen standen ihm in den Äugen; H hat er midi ausgefragt, was ich mache, mich daran «rinnen, wir hinter den Schanzen gelegen haben, und dal mich nicht gelassen — ich muhte mit ihm einen Schnaps trinken. Ich v« sicher« euch, hätte er mir damals gesagt, daß er brauchen kam, ich hätte Weib und Kind verlassen, und wäre ihm geblielen. Beim Rdschied sage ich ihm: Herr Dlierst, österreichisch' n Ulanen tun uns viel Uebles an. Nur o,ld antwortete r —, wir werden bald Polen zurückhaben. Wer Io-, damals da an denken, dah ihn ein so elend.-s Ende erwan«! Kurz und zuk, wie das eigentlich zugegangen ist, wzil, ich g deute nicht. Ich glaube, dah ihn der Feind über den von Kozk gelockt hat; und wie er mit seinen paar Toldaleü den Markt gekommen ist, wurde der Schlagbaum gesch i von vorn begann das, Feuer. Flucht, ihr versteht, (nur mj möglich: es war ein Spiel mit dem Teufel. Da hat er tzch ui dem blanken Säbel einen Weg durchbauen wollen. Juden Häudli die damals gerade auf dem Markte waren, haben m:r erzäd! dah er die Köpfe abbied wie Kraut. Wäre nicht das P - ui*J ihm gefallet, so hätte er sich in Sicherheit gebracht. r ja garnichts zu Fuh hat er sich gewehrt, den Säbel' ■ *-t der Hand gelassen, bis ein tllane sich hinter ihn schlickst . einen Hieb; über den Kopf versetzte. Und wie Bere! ' einem Strostr Blutes lag, da haben die hundsföttischen Ir.'-en ihm Rache igenommen, in Slücke haben sie ihn gerisss ist aber polnisches Militär gekommen, hat die Oesterr, Kozt verjagt und Beret mit großer Parade begraben wo man in die Stadt hineinfährt. Da sind wir ja seinem Grabe!" Allenstein -t- 1 Kaufhaus L. Hirschfeld Allenstein [ Altenburg 1 Kaufhaus M. '3D S. Cohn Altenburg in Thüringen t Augsburg 111 -CONITZttt 4 SÖHNE AMENKLEIDUNG G M B. H AJGS;iu-*r.. SjftGEftMFrSTC* F'*CHE»Sr«ASS£ 8 73» August Sdiwarz | Augsburg 8 > Textil-, Kurztvaren Breslau Das Kaufhaus fUr Alle BARASCH seit 1806 In Breslau Leobschtitz I 1 ERICH N C B Laobachütz Kurz - Walt, w o l l [ ' Mannheim 1 SCHMOLL^R im Herzen Mannheims Marlenburg [ München ‘ : : :::iminmiimtiiummitHiiiHiiniittn^n iimniimm S. Eichengrün & Co. ( München! | DAMEN-MODESTQFFE I ';i;miiiniiinnnminiiHniiHimnmitniiii4iinfmi^iiiiiniBii»iB Nürnberg | | S. Guttmann Konfektion; Kleldersto ff e: We i IS waren: Eisleben Oberglogau 1 Kaufhaus A. Goldstein EISIEBEN Frankfurt a. M. ZIGARREN-WOLF w* Zigarren - Zigaretten «Ryo« - a«4«till - Frankfurt a. M., Zeil 49 ] Alsberg a Blank [ Freiburg I. Br. MAX BAR KaiserstraSe 48 Fe i n i> Lederwaren Würzburg I Leipzig ] Mtismmnmmm Gerstel k/i D m r m * » Ledarwsrmn - Qmrlmdmr [I u m 9 mrtikal Witten a. d. 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