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Der Schild · 1936-08-28 · 35 (28.8.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
35 (28.8.1936)
Date
1936-08-28
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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HERAUSQCBSfti SCO» H HOMO SEHU- J0OWCHKR FDONTsblOATEN C.V. Ri. SS - 6*«t S KunelteUuRg ME wir Frostsolbat« «AS ber Skellssg m Iw Rihelagir kamen, war pnrächst ein froh«, Iftfah*"- Man konnte sich wieder mal richtig Lj, Kleidung und «u»rüftung in Ordnung aussübrlich« Brief» nach Kaufe schreiben. I»iuar wieder mal ein anderer Mensch, «der I Itlk ioar da, vorbei. E» war eigentlich nur dem d«in nach Ruh«, denn in Wirklichkeit gab «, I beeren, Gefechtsübungen» Märsche und man I i«d bemade, in der Stellung hätte man mehr Ikllh« gehabt. Aber wenn man e» sich überlegte, I sw» man, datz da», wa, man im Ruhelager - ,H,n batte, notwendig war. Rur dadurch war 18 möglich- Disziplin aufrecht,uerhaltrn. Die Ski«. Iter durften nicht einrosten, und wenn «« wieder I Steilung ging, war man in jeder Weis« g«- zu neuem Kampf. I Such beule sind viel« von unr in Ruhestellung, krrM mehr, der andere «eniger. Wir haben M, oft zu viel Zeit, und wir sind noch nicht «teaucht genug, um unser Leben in Ruh« und Utfcftit zu verbringen. In dieser Ruhestellung |At es kein Ererzieren und keine Hebungen. Aber «Ir Ausg'eich haben wiz den Sport gefunden, Ul zmieren Körper stählt, und für geistig« Tätigst sorgen Lehrhäuser und di« Beranstaltungen Ur Kulturbunds, Anregung und Entspannung ge- Ur die Kameradichaftsabende des RjF. Aber all I »er kann eine volle Berufstätigkeit nicht ersetzen. Mtle Kameraden — «» sind di« Beneiden»-! weichen - haben eine Liedhaberei. Sie sammeln: tzliefmarken, Münzen, Stein«, Antiquitäten, Porgllanlasten, obwohl meisten, auf diesen Gebieten psift Schranken finanzieller Art bestehen. Aber «Ibii| schon da. Ordnen von Sammlungen, die Leier lick! über di« Bestände, da. Katalogisieren M reichlich Arbeit und Freude. Wissenschaftlich zerichtete Köpfe können sich in irgendeiner Arbeit! lwzentrieren, obwohl di« Unmöglichkeit, dies« Forschungen zu verwerten, «in starker Hemmschuh ist. Aber, ich weitz nicht, ob «» «in Zufall oder «in Zig, der Zeit ist, ebenso wie in unserer jungen Sensation wächst di« Neigung zu manueller! litigkeit selbst dort, wo früher rein geistige lätizkeit dominierte. Zu dieser Tätigkeit bietet miere Wohnung unerwartet« Anregung. , Man gebe mal in den KeNer der Wohnung. Da entdnkl. man vor dem Kohlenvorrat eine schadhafte Lott^, die man doch mal reparieren könnte. Könnt« mn: nicht auch mal di« Kartoffelkiste mit einigen brettern und Nägeln wieder in Stand setz«»? Und mum man darin Geschick hat, ist e» garnicht i, schwer, ein Gestell zu konstruieren, auf das «an die Einmachgläser stellen kann. Da steht auch eine alle Truhe. Man findet alt« Stich«, an die i»a" garnicht' mehr gedacht hatte. Mit einigen »om E-lastr gelieferten Scheiben und unter Benntzueg eine, Kalikostreifens' kann man sie gut nn Arbeitszimmer aufhängen. Wer da» Glück hat einen! Garten sein eigen zu nenne», findet dort eine Fülle der Arbeit. Wie herrlich ist «S, im grubjabr das Land umzugraben, wir habe« ja »«dl alle einmal an der Front gefchanzt. Und ^enn^die Zeit kommt, verlraut man dem Boden die Samm an und freut sich über das froh« knporsprietzen. Und kommt erst di« Zeit i der Ernte, gibt es Erbsen und Bohnen, Radieschen >nd Cal.lt oder köstliche Erdbeeren, Zohannis- ^eren, l-ürsich« und im Herbst die roten Tontalen, mmei 'm.nlt uns dir Natur neu« Freuden. pkem, «on se.-. war einem ein Garten bedeutet, kann «enlruckt reden, da» mutz man selbst «rlseben. Absr »am» der Sommer eine solche Trug-Erichemüm: ilt wie in diesen Tagen, ist man mehr "> leinen Zimmern. Da sieht man mall di« Aibliothel durch und findet, datz eine Meng« Puchticken anfangen sich auszufransen, datz ander«! lieber' -c Bücher zerrissen sind. Man lätzt ja auch sei Kleidung nicht verkommen, warum sollen »>r >i. . Werkzeug, mit dem unser Geist arbeitet, i» una:,!c!mlich lassen? Man ahnt ja garnicht, was nu>" ■«: schon mit einigen Leinenstreifen «rreichrn «nn an», wenn man Freud« an dieser Arbeit si"d«>, sann man auch mal einig« Stunde» zu wiem Buchbinder gehen und die Grundlagen »rses edlen Handwerks lernen, das auch noch den Bnrzug hat, datz man zunächst mit ganz «eniq.ll, Gerät aurkommen kann. Und gibt es sucht auch ein« Werkstatt im Hau», die täglich mi Bet-jeb ist und wo «ine sehr wichtig« Arbeit -eleiiset wird? Wie wir« es, wenn wir auch die Küche gingen? Nun, auch auf dfesem mebiit haben wir Frontsoldaten einige Vorkennt -j Kartoffeln haben wir ja Alle wohl einmal ^schalt. Aber man könnte e» doch auch mal mit , l'uemüseputzen versuchen. Und nun mal Mut «rsa^l, eigentlich könnte man doch einmal auch «Iwa^ braten oder lochen. E, ist wirklich nicht #*°er' n>*t man ** sich vorstellig und wenn auch manchmal Lehrgeld gezahlt werden mutz, das ,/|W'v IhrJzc alucator I i n <1 q u t «■ Lederworcn .UNSERE VERKAUFSOESCHAFTE. ... u »•••■, Aa KxapCbaWho<ll BoAia. rniIun>T«Ai »7 Pnakfert a. M» BctnmrtH IS Zotab. OilaabachaM Hainbar«, j, **'■ »-BK. Hohn Ul 1U ‘■Hi "Echst« Mal geht « sicher besser. Und wa, «, Hand und Auge heitzt, i, heuttger Zttt kochen p, kd»n«^ « «, bleiben frisch, m, I» H«s« »der auch »ml im Shmland, blanche zu leisten. Und ich nicht zu sagen. Und mn dies« Kenntnisse zu mal «in Signal erwerben, braucht man keinen Uuterricht qutzer- Dadurch, datz halb de» Hause», denn die Lehrmeifterin ist zuliegen liehen, gleich di« Lebenskameradin. so bereit zu netz So sehen wir, datz auch in unserer Auhe- 1814 und ISIS stellung | Gelegenheit zu Tätigkeit aller Art ist. werden geschärst,Geist und Körper > hat da» beglückend« Gefühl, etwa, » könnt« ja sein, datz unr wieder zum Marsch in di« SteNung ruft, wir unser« Kräfte nicht brach wir Frontsoldaten dann genau em Einsatz wie damal» zwischen stid Kam. Dr: Eduard Schreiber. I» memoria; 1870 Der Fachmann für Gabardine Mantel Bernhard Bohrmann Herren kl ei derfabrik ASCHAFFENBURG Wigpaml FWim WJ. HwogUfita M In diesen Tagen, am 2.. September, werden 66 Zähre seit jenem grotzen Sieg« bei Sedan »ergantzen sein, der da» End« de» zweiten fran- , zösische» Kaiserreichs bedeutete. Bracht« er auch noch nicht den endgültigen Sieg und damil da» Kriegsende, so wurde er doch ein Symbol; Sedan, das war der Nationalfeiertag unserer Z,!gend! Auch von unseren Vätern und Grotzvätern hatte gar mancher unter den siegreichen! Fahnen mitgestrlttim. I Da war Dr. S ch i f f 1 a n, Bataillons-Arzt bei den 46«rn. Al, Assistenzarzt d. L. (mit dem Range al» Prem. Ltn.) war er ftellvertritender Stabsarzt des Füs.-Bataillon». Am 1. g. 1870 wurde!er hei Sedan durch Brustschutz schwer verwundet und starb am 13. 9. in St. Menge», wo er begraben wurde. Heber diesen Dr. Lu >wig S ch i f f t a n au, Brieg heitzt e« in der Regimentsgeschichte S. 189: Stabsarzt Dr.'Schifftan fiel in tmu r (Erfüllung seiner Pflicht. Er hatte schoi> bei - Wörth im heftigsten Feuer verbunden und mit blankem Säbel Ruhe und Ordnung herg«. stellt, al» in der Näh« seine» Verbandplätze» eine Granate in ein« Munitionrstaffel schlug. Bei Sedan war er dem Bataiston bei der ersten Etappe gefolgt in der Absicht, im Grunde de» Wasserlause, einen Verbandplatz zu etablieren und erhielt hier di« tödliche Wurde; er ward am selben Tage noch in da» Lazarett geschafft (zu St. Menge»), starb dorl am 13, d. Mt». (Schuh in die Brust) und wurde am Orte selbst begraben.,. Ehre der« Andenken de» Dr. Schifftan. Ein würdige» Denkmal hat er sich selbst'im Regiment noch setzen helfen. Rach der Schla<>t bei Wörth hatte er dem Füsilier-Bataillon 3<)0 Mk geschenkt mit dem Bemerken, er werde noch näher« Bestimmungen darüber treffen. Da er gefallen war, wurden einige Jahre nach dem Krie^ auf Antrag des Oberstleutnant v. Sydow durch das Regiment Statuten für «in« „Schifftan-Stif - tung" entworfen und am 7. Februar 1877 durch das Generalkommando bestätigt. Danach wurden die Zinsen de» Kapital» für im attiven Dienst befindlich« verheikotete Unteroffizier« und Lqzarettgehilfen des Füselier-Bataiston» verwendet, Um sie bei Dienstbeschädigungen, bei Krankheiten der Familienmitglieder, bei Todesfällen, bei Verlust durch Brandschaden oder durch ander« unverschuldete Ereignisse zu anterstützen. Im gleichen Regiment war Stabsarzt Dr. H i r s ch b « r g au» Gnesen bei Wörth durch Granatsplitter an der rechten Schulter verwundet worden. Von ihm und dem jüdischen Asiiftenzarzt Dr. Zuliusburger heitzt «» in der Regimentsgeschicht«: Anerkennung an dieser Stelle aber auch gleich unseren übrigen Aerzten! Wir möchten sie eigentlich nicht al» Nichtkombattanten bezeichnet wisien, da der pasiiv« Mut, mit welchem sie während de» ganzen Feldzug« besonders aber bei Wörth und Sedan der Trupp« ist da» Feuer folgten, den Mannschaften glänzend« Beispiel« von Aufopferung und Tod«verachtung gab. Stabsarzt Dr. Hirsch!brrg wurde bei Wörth während treuer Pflichterfüllung selbst verwundet. Stabsarzt Dr.'Pauly folgte seinem Bataillon 'bis in die gefähwetften Punkte, lag selbst seiner Pflicht ob, ak» sein Verbandplatz bei Sedan von feindlicher Kavallerie attakiett wurde. Di« Asi. Aerzte Dr. Zuliusburger und Dr. Pahlke erwarben sich durch, unermüdlich« Tätigkeit und! seltene Hingebung^ die Achtung und Lieb« ihrer Vorgesetzten. Kameraden und Untergebenen. Sämtlichen Aerzten wurde -»uf Antrag de, Regiment» da. Eisern« ^reuz 2. Klasse am weihen Bande^oerliehen. Da» 1. Riederschlesisch« Znfanterie-Regiment Nr. 46, da» unter anderem bei Weihenburg, bei Wörth und bei Sedan gekämpft hat, weist aber noch andere jüdisch« Frontsoldaten in seine» Reihen auf. Einer der ersten Offiziere de, Regiments, die ihr Leben zum Opfer brachten war der S « c o!n d « - Leutnant der Res. Adolf Jaffq. Jn Zivil Kaufmann in Rawicz, seiner Heimalftadl, hatte er al» Vizefeldwebel d. Res. beim 4. Posenschen Znfanterie-Regt. Nr. 59 den Feldzug 1866 gegen Oesterreich mitgemacht. Nun fiel er al» Zugführer der 11. Kompanie bei Wörth l durch Kopffchutz. Auf dem Herrenberg« bei Dörth schaufelten ihm di« Kameraden sein Grab. Di« Verlustliste weift ferner auf:! «»«keile» ylesAber», Helneick. -»« 6«»«»«'l »«> ««»>»» 64»! In der «rüll, ,-ft. *7. ». 1*70 In Onm,«tt. _! «»«keile, gkl»«nre, »»,«»»«,, »»« ennei«»nns«n, »el Sednn ,efadcn «»«keilee g,1»k«I, (nun, an« Iilnm, »ee«»n»»I «»«keile, Heil. W., hei SM ,n»»rtrt. ... «»«keilee gritHMn, »»als, an« gleum, M »»,«» »ne» K«w- |^g| gtfolcn. Sekrelie, {nxninn, 3«(«f, M «4,1» 04>l In «•» Oittjfnhl- «»««eile, 2,»„»»», gaset, an« «enischen, ttl mirtt Schn» In «n«ke!l»»'r«nl«, gae«»> an« OteNitlNn,, Schn» «ich »,!»« velne. «es,»!,«, »als, gnlln«, an« »<<(«•!», M wie» newwnw«. Da, Eiserne webe! d. Res. J der Gefreite Z Haber war als!. Klasie erhielten der Vizefelduliu» Haber aü» Brieg und uliur Wolf aus Brüfewitz. Unteroffizier zur 6. Kompanie gekommen, zum ilizefeldwebel befördert worden und wurde am 19. I Am gleichen F ried lä nd e r d. Res. befürder. Ferner waren Regiment» al, Musketiere und 1871 vor Hari» Leutnanf d. Res. ^age wurde der Vizeseidwebei der 7. Kompanie zum Leutnant unter den Kriegsteilnehmern des Zuden nachweisbar: .die Füseliere. Vtatra« Flschel i al PlescheH, M. Hel« SA« Gi fai, Lotzis Äiaf#«et mi OöföB, Btrtholl Sachs i >s Vreslav. Cail Schiff ob# Defei, Unten Caspars i»« ©lltlirfi, Alben Caha aas VeakNs, Eduard Solbscha idk aas Fronkfvn am Ms»n. Salomo» Soldft, I» aas v-si»-feld. A. Hlrfchfeld o»> ErsrU»ß^»ufe»^ ' . 4 -smes« Nocod Jacob au« Ten Heldentod de» Stabsarztes und di« Pflichterfüllung der anderen Aerzte des Dr. Schifftan Znsanlerie-Regtr 4tz hat Han» ü. Bülow seinem Buche: „Heldentaten Deutscher Offiziere und Mannschaften in den Feldzügen 1864, 1866 und 1870. 71" zu b« chreiben für wert gehalten. Aus Seite 174 schilde ’1 er den Heldentod eine» jüdischen Füselier» vom Königin Elisabeth Garde-Grenadier- Regt. Nr. 3 bei der Erstürmung von Le Bourget. Es heitzt dott: Hierbei zeiHnet« sich der Füselier K a r f u k e l ft e i n, 10. Kompagnie aus, welcher St. Privat r.nd für gutes Verhalten auf V posten zwei Tage vorher, am. 28. Oktober, mit dem Eisernen Kreuz dekoriett worden wgr. KarfunkelsteiG der mit Kaltblütigkeit von dtr Dorfstratz« aus auf den Feind feuerte und zwischendurch seine Umgebung durch „Kalauers erhertette, schoh sich, in «inen Torweg tretend, auch mtt den Franzosen in dem oben erwähnten grotzen Gehökt herum. Nachdem er schon durch einen Mouersplitter kontusioniert worden war, wurde er von einer Kugel aus die Spitze de. Eisernen Kreuze« gttrossen und sank dem neben ihm stehenden, Avantageur, Freiherrn von Ende, sterbend in di« Arme. Siegfried, Karsunkelstein war zu Beuthen 1848 geboren. 18 Zahre alt, trat er 1366 bei den Elisabethen,, di«! damals noch in Breslau lagen, alt Freiwilliger fin und machte den Feldzug gegen Oesterreich mit. - Drei Zahre nach dem Kriege erhielt sein Vatef folgende» Schreiben des Kompaniechefr: 10. Aempoinci ' Btlcjft», de» 14. M»I 1874. 9(ifclgtttP übttfmPit Ihne» Ile Äempegnit, In beten Witte «Ihr Gehn Oirgfmb Äarfsnfelftel« am -D »Oktober 1870 bei Le Vour-et den H> Ibenteb gestorben, cmi Sebenkblatt mit bet Vitte. dvsseibc als eit Zeichen der Liebe, Treue und Achtung anseh'en zu wollen. In welchem bet Name Ihres Sohnes In der. llompagme ferner fort «den wird. Urtuftfmft (unlcferlitf)). Haupt lopn und Aompagniechef „Charaklerzüge ind Emzeltaten Preutzischer Krieger während der glo reichen Feldzüge 1864, 1866, 1870 71 nach M tteilungen von Vorgesetzten gesammelt" nennt s ch ein Buch, das von Theodor v. Pelchrzim 18^7 herausgegeben wurde. Vom Kriege, gegen Fr inkreich sei eine Tat. de, Musketiers. Benjamin Wedel hier erwähnt, die auf S. 7 mitgeteilt wird: Während dts 36stündigen Gefechts bei Cdam pifltti war drt 4. Kompagnie des. 6. Posenschen Infanterie Regts. Nr. 43 in ein mit hohen Mauerst umgeben«; Gehöft eingedrungen; die Mauer wpr stellenweise mit Schietzschatten durchbrochen, durch welche die Franzosen in'; Innere der Gehöftes'hineinfeuerten. ohne selbst gut gesehen zu werden. Der Musketier Benjamin Wedel saus Schürow, Kreis Stoipt, mosaischen Elpubens, hatte sich wädrend de; langwierigen Gefechts bei jeder. Gelegenheit her vorgetän, jetzt! aber zeigt« er noch eine bewunderungswürdige Kaltblütigkeit. Obwohl er kein ausgezeichnete« Turner war, bekam er es doch fertig, einen im Hof stehenden Baum zu erklettern und »war natürlich mit Gewehr und ohne das Gepäck abzulegen. Bon hier-au, schätz er mit grotzer Seelenruhe auf di« hinter der Mauer befindlichen Franzosen, die natürlich sofort aus den sonderbaren Vogel zielten, sodatz er von Kugeln umschwirrt war; er lietz sich aber nicht stören, sondern schoh ruhig weiter ' und es ist eist wahres Wunder, datz er unverletzt blieb. I Benjamin Wedel aus Schurow (Stolp) erhielt das Eiserne! Kreuz. Die gleiche Auszeichnung erhielten im gleichen Regiment noch Gustav 'Wedel aus L> aus Stolp. Ob Btüder gewesen land getan, wir in Ehrfurcht der Von einem jüdifchen Eifenbahn-Zugführer Wir Juden wissen von un, selbst, von unserer Vergangenheit, uriseren ^Schicksalen, unseren Vätern viel zu wenig.!Man nennt immer wieder nur rin paar grotz«, j allgemein bekannte — teil» .anerkannte, teils umstrittene — jüdisch« Namen. 'So entsteht leider bei un» selbst häufig ein ganz «inseitige» Gesamtbild.' Wie wenig Wissen ist ist beispielsweise in unseren eigenen Reihen über den „Unbekannten jüdischen Soldaten" verbreitet, von den» im „Schild" ganz bewutzt de, öfteren gesprochen undberichtet wird. Don manchem schlichten, wertvollen Menschen, der aus diesem oder jenem Gebiet feitte Pflicht, vorbildlich erfüllt hat, erfährt man nie! Und so entsteht jene» «inseitig« Bild, unser häufige» Fehlurteil über unser« eigen« jüdische Wesenratt. Zum Beispiel: Bekannt ist, datz den Juden schon oo» dem Krieg« die Bramtenlauf. bohn ganz oder doch fast verschlossen war. E» wäre fglsch, wenn wir nun den Schlutz. ziehen wollten, „der Jude" Hali« jene hohen Eigenschaften an Zuoeriasiigkett und Pflichterfüllung nicht in sich, die der staatlich^ Dienst an der Allgemeinheit von seinen Trägern verlangt. Gin umfassende» Urteil über unsere, wahr« W«s«n»art werden wir un» nur büden können, wenn wir denjenigen jüdischen Männern chachgehen, di« trotz jener Schwieriakriten in di« Beamtenlaufbahn Klangt sind und sich darin bewährt haben. Wie verantwortlich ist etwa da» Amt «ine» Eisenbahn-Zugführer»! Und schon hören wir die Frag«: ja gibt es denn so etwa», hat «« denn überhaupt i« «inen jüdischen Zugführer gegeben? Jawohl, und da, Lebensbild eine» solchen hier nachzuzeichnen sind wir in der Lage dank unserem Kam- Juliu» Franke, Berlin, der un» berichtet, wie «» einem einfachen jüdischen Mann«, seinem Vater, gelingen konnte, di« Laufbahn eine» Autzendienft-Beamten zu ergreifen und ws» mühselig und ehrenvoll zugleich dabei fest» Aufstieg wurde. „Mein Vater, Hermann Franke, hatte , da, Tischlerhandwerk erlernt. Durch eine S ch u tz v « r, «undung de» linken Arme», die er sich al» Kriegsteilnehmer von 1870/71 zugezogen hatte, konnte er sein Handwerk nicht mehr au»üb«n, sondern «oar gezwungen, sich «rnem. anderen Beruf« zuzuwenden. Durch Vermittlung «in«» Onkel», der s. Zt. gleichfall» in einer niederen Stellung bei der damaligen Main-Hesiischen i Ludwigsbahn angeftellt gewesen war, gelang «» ihm, dort ebenfall» anzukommen. Al» Hilf»br«ms«r auf guendurg und Isidor Wedel diese drei jüdischen Soldaten ind, hat sich nicht ermitteln lasten. Sedantag 1936. Unsere kbedanke.i wandern zurück. Wir lebenden j>idischen Frontsoldaten des .Weitin Flandern, in Nutzland, in Serbien, in Itclien, in Palästina zu Lande, zu Waster und in d:r Luit unsere Pflicht für Deutschdenken an diesem Tage stolz und jüdischen Kameraden von 1870 71, die ihr Bestes ^aben für Deutschland. Kam. Dr. E. F. Gülerzügen begcnn-er. Nach und nach brachte er es weiter, er iiurde Bremser, Schaffner, P a ck m « i st e r und schlictziich Zugführer an Perfoncnzügen, roobei ihm bei jeder Beförderung ein neuer Slatir nsort zugewie'en wurde. Während mit der Erreichu ig der Stellung eines Zugführers damals diese di arriere im allgemeinen als abi_ geschloffen galt, war mein Vater seiner vorge setzten Behörde als „Zugrevisor" oorgeschlagen worden. Auf d cse Beförderung mutzte er aber verzichten, da ein solcher Posten völlige Gebrauchsfähigkeit der Glirder ooraussetzte; mein Vater war aber durch erwäknten Armschutz in seinen inzwischen - vorgerückten Ja iren körperlich behindert.- Rach über 30 treu erfüllten Dienstjahren ging er in Pension. An Ehrungen und Auszeichnungen-hat es ihm nicht gefehlt. O iwohl e, s. Zt. woyl nicht an passenden Beam en gefehlt hat, wurde er dazu ausersehen, Kaiser Wilhelm >>., als er vor Jahren zum Besuch der Kruppschen Werke von Wilheim;- höhe nach Esten kam <wo mein Vater um di« Zeit stationiett u>ar), den kaiserlichen Hofzug hin- und zurückzufühien.' Auch bei. anderen ähnlichen Gelegenheiten hrt man ihn zu solch ehrenvollen Aufträgen heran >ezogen. Ls war damals eine besondere Auszeichnung, wenn «in Beamter „könig- Ui)“,' d. h. auf Lebenszeit unkündbar angestellt — wurde; auch dies wurde ihm zuteil. Zu erwähnen brauch« ich woh kaum, datz mein Vater unter " diesen Umständen streng konservativ eingestellt war und er neben sei rer Familie nur dem Kaiser und dem Staate lebb. Eine grotz« Freude war es ihm deshalb auch rwh zu erleben, datz mein Bruder und ich aktiv Si ldat (beim selben Regiment) und später zum Welt rieg eingezogen wurden, au, dem wir beide gesun ich als Offizier, zurückkamen. Zum Schlutz möchte ich hier noch eine Nein« wahre Begebenhe t au» meines Vaters Zugführer- Dienstzeit anfüge,. Er hatte' damals u. a. auch die sogenannten „Börsianer-Schnellzüge" zu begleiten, die Di«, »tag» uyd Frestag, wöchentlich die Besucher der Düsteldorfrr Effekten- und Getreidebörse zurück nachten. Da geschah «« «ine. Tage», datz sich in Düsteldorf ein Kohlenmagnat an ihn mit dem ’ Wunsche wandte, ihm doch «in leere» Abteil 1.; Haste zuzuweisen, in dem er ungestört sei, «» s« en soviel Juden im Zug«, mtt denen wolle er nichl zusammen fahren. Wirtlich antwortet« ihm mein Ü later: „Herr Kommerzienrat» dann möchte ich Ihne, empfehlen, den nächsten Zug zu benutzen, dies«: Zug wttd nämlich auch von einem jüdischen Zu iführer gesührtl" _ Kam. Zu iu» Frank«, Lt. d. L. a« D.

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