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Der Schild · 1936-08-28 · 35 (28.8.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
35 (28.8.1936)
Date
1936-08-28
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Teilt 2 - Sr. 35 StvjEfcfeUd ibt AUSGEBER« REICHSSUNO JOOUCHCR FRONTSOLOATDt E.V. arabisch«» Beamten der Palästina-Verwaltung versichert. daß „nach WiedcrheritellRna von Ruh« und Ordnung in Palästina die Möglichkeit einer EinsteIlung der jüdischen Einwanderung durch die Regie rung erwogen werden wird"'Daß ein Mi niiter derartige Möglichkeiten ..erwägt"', ist. unter Beachtung der diplomatischen Ausdrucks weise. bemerkensweN! Nicht minder beachtenswert awrr ist durch seine deutliche und klare Sprache ein offener Brief des Bürgermeisters Lizenäoft von Tel Aviv an die Palästina-Regierung- Er fragt die Mandalsregierung, warum sie sich schäme, die jüdisch« Einwanderung einzuitellen, wenn sie kein Vertrauen mehr zu ihrer! Macht Hab« und außerstand« sei. die aradi'wen Führer, deren Freundschaft sie so sorgfältig geoflegt,. zur Beachtung von Gesetz und Ordnung zu. zwingen. Wenn sie nicht imstande lei. Leben, Eigentum und Ebr« derjenigen zu schützen, die im Bertrauen auf ihre Versorechungen ins Land gekommen sind, dann spllke die Mandatsmacht lieber offen zugeben.* daß ihre Versprechungen und Verpflichtungen wertl o s sind, Lieber sollte iie dann die jüdisch« Einwanderung e i n st e l t e n und an den Toren Palästinas die. Inschrift anbringen: .fasset aste Hoffnung fahren, ihr Juden, die ihr in Palästina ein jüdisches Nationalheim für Eufr Volt aufbauen wollt! Betretet dieses Land nicht, denn ihr werdel in ihm nichts als Verdruß finden!..." Und der Widerhall solchen Appells bei denen, an di« er sich richtet? Der Hohe Kommissar hat Iwohl in Verfolg der mit den arabiscksen Siaaken geflogenen Verhandlungen > 25 politische Führer des Arabertums, Hauptverantwortliche am Generalstreik und der gesamten Erhebung, aus dkm Konzentrationslagere n l l a s sen... Und über den Empfang einer jüdischen Abordnu«« beim Hohen-Kommi'sar. welche die Aufstellung einer - jüdischen militärischen Einheit, reilweis« Verhängung des Belagerungszustandes und Standrechls vorschlug, über einseitiges Vorgehen gegen Juden und jüdische Liedlungen ,Klage führte und sich gegen Aufhebung oder Einschränkung der Einwanderung auslprach. — über diesen Empfang weih die Jla zu melden: „Der Einvt'ang der jüdischen Abordnung durch den High Eommiiiioner war ungemein k u h l." — — Jeder Jude, gleichviel, wo er weltanschaulich stehen mag. ist mit 'einem Herze:: dort, wo um eine jüdische Position gerungen wird, wo jüdisch« Lebens- und Memchenrechie derart umkämpft sind, wie heute in Pplä'tina. Man mag zu den jüdischen Problemen über zeugungsmätzig stehen, wie man wolle, aber man wird — right or wrong — bei dem gewaltigen Ringen, das um das -Schil'al des Nationalheims mit allen, auch den verwerilichstcn Mitteln entbrannt ist, wissen, wo man .innerlich zu stehen hat. Diese Einstellung wird bestimmt durch die Empfindungen jüdischer Ehre, jüdischen Rechtsbewutzt'eins, jüdischer Ethik, — nicht durch blatte Ermäaungen jüdischer Nützlichkeit. Gewiß. iur uns Juden in Deutschland, in un'erer Situation, ist e; aui> au» rein praktischen Erwägungen nicht gleichgültig, ob eine Einwanderungsmöglichtzeir, wie Palästina sie bisher bot, in Frage gestellt wird. Wir haben in den vergangenen Zellen der Palästina-Hochki njnnktur stet» vor einer Propaganda gewarr t, die Illusionen werken und damit Fehl! ntungen herdeiführ«» muhte. Man hat si h damakr. nicht gescheut, uns eine solche Stell: mgnahme in falscher Auslegung mm Vorwurf zu machen. Heut« aber Heint man sich aur, in zionistischen Kreise« Deutschlands klar p fein, dah bei der steigenden Not an Lekerrsraum andere Auswanderungs- und Si edlungs-Möglichkriten als Palästina in den V irderarund unseres Blickfelds ttelen müssen Unsere Situation, die auf «ine Steigerung der Auswanderung hindrängt, nötigt uns. früher leider Versäumte» beschleunigt nachzuho en und verstärkte Mittel und Kräfte auf üb -rseeisch« Einwanderungs- Aus JücBIhsctier Gegenwart!: Dr. Eugen T - Am Sonnabend de i Hauptichriftleiter der Zeitung" Tr. -Eugen Herzschlag. Der Lerstor ei jahr stand, war früher ' und hat sich nicht zub als Kritiker und Pub! Don seinen zahlreichen i. 3-1914 erschienene und das Theater", die ..»riegsb riefe d, chischer Juden" u schienen« Gedichlband von der Front" bäum war weiterdin Lexikons und arbeitrte dizchen Werk, dar de: Bei der Arbeit an der Tod. Er nahm ein freundliches und lieben Sympathie all derjen gegneten, und besten ihm in weitesten Kreiftn ocr'chaf'ten. kam d Zu der im vorigen „Ein« Per od« wichtigei zu einem v o rl ä u f i In engster Gemeinschaf Abschnittes neuer produk jedoch die Fragen der Zionisten find zur oe arb«:t mit allen Teilen tung erblicken wir eine und Siedlungssebiete tu konzentrieren. Selbst wenn heute nicht dass ganze Einwanderung«- Problem Paläftma» in der Schweb« wäre, selbst wenn der Zustrom dorthin im vorjährigen Umfange hätte auftechr erhalten werden können, wäre Palästina ja immer nur imstande, «inen Te,l des Aurjoanderungsbedürsnisses aus Deutschland zu decken. Nun aber läht die Lage wetter jüdischer Kreise in Deutschland, denen rur Auswanderung verhaften werden muh. es nicht ziz. die ». Zt. undurchsichtige Entwicklung in Palästina geruhsam abzuwarten: wir können tzns hiervon nicht abhängig machen, sondern müssen alles daran setzen, gesicherte neue Auswanderungemög« luhfetten in zureichendem Umfange ,u eröffnen. howo. enbau» gestorben. 22. August, erlag der .Jüdischen Allgemeinen Tanlrenbaum einem m«, der erst im 46. Leben»- an der Scherl-Prftse tätig t durch sein« Wirksamkeit ist einen Namen gemacht. iBeröffentlichungen ist das : Serk über „Friedrich Hebbel i. I. 1915 herausgegebenen utscher und österreider im gleichen Jahr er- „Landsturm, Lyrik käroorzuheben. Dr. Tannen- Milarbeiter de» Jüdischen dis zuletzt an einem jüirsnächft heraus kommen solle, lem Werk überraschte ihn n Menschen Hinweg, dessen würdiges Wesen ihm die sicherte, die ihm b«> tenntnisse und Fähigkeiten Achtung und Beachtung > >en Zur Umbildung! «r Reichsvrrtretung. ichild" mitgeteiltrn und kommentierten Umbildu ig der Reichsverttetung der Juden in Deutschland hat auch das „Gemeindeblatt der jüdischen wen eind« zu Berlin" sowie di« - ..Jüdisch« Rundschau" o s Sprachrohr der Zionisten .ingehender Stellung rnommen. Im Berliner Jüdisch:n Gemeindeblatt beißt es: organisatorischer Verhandlungen ist mit nach a lhen sichtbaren Entschlüssen gen Adschluh gekommen, sind di« weltanschaulichen Organisationen der Ju »enheit in Deutschland die t:ande:-ocrdand« und <! emeinden verbunden. Die formalen Voraussetzung m für den Beginn eines io er Arbeit sind hergestellt. Wichtiger als all«- orz anisatorischen Fragen sind Irbeit selbst. In der „Jüdischen 9 undschau" heiht es: „Wir trauensootlen Zusammen- >«r Judenheft Deutschlands reis bereit gewesen un > wir haben dies« Breidichail auch wieder und --- *■“ ~r~* immer wieder' in dir Tat umgesxtzt. ' Jä^der Net »rdnung der Reichevettre wichtige Etappe für di« - unerlahlich« Zusammenfc sung aller jüdischen Kräfte in sinnvoller und wirksai er Form." Tie von uns durch Wune verraten eine prrrdruck heroorgehobenen gewiss« llebereinstimmung in der Beurteilung der l jetzt geschaffenen Regelung gerade bei denjenigen beiden Faktoren, die in den vorausgegangenen Verhandlungen bi« grühte Aktivität entwickelt hatten. Äemeiude-Remoahlen m Zköln. - Der Vorstand der Synagogengemeinde Köln erläht «ine Bekanntmachung, wonach am 29. Nov. 1936 die Neuwahlen .der Repräsentanten der Synagogengemeinde ftattfinden. Zu wählen sind 21 Repräsentanten und 9 Stellvertreter. Wahlberechtigt sind alle männlichen und weiblichen unbescholtenen Mitglieder der Synagogengemeinde, die am Tag« der Wahl dem 21. Lebensjahr vollendet haben. E» ergeht bi« Aufforderung, Wahlvorschläge bi» spätestens jum 9. November einzureichen. Die Verhandlungen über di« Umbildung der Kölner Repräsentantenoeftammluna schweben seit längerer Zeit. Die beiden stärksten Fraktionen, die Liberal« und die Bplkspartei waren sich in Hauptpunkten, wie wiederholt verlautete einig, die Schwierigkeit bestand jedoch darin, die Ansprüche der Konservativen entsprechend zu berücksichtigen. Auch der Reichrbund jüdischer Frontsoldaten hatte späterhin seinen alten Anspruch auf Vertretung in der Gememdesührung angemeldet. E» bestehen Bestrebungen, durch Schaffung einer Einheitsliste einen Wahlkampf zu vermeiden. Der Iädlsch« Lentralverei» teilt mit: Als Vorstand de« „Jüdischen Centraloerein «. B.", im Sinn« de» BGB. sind hi« Herren Rechtsanwalt Dr. Salomon Herzseid, Esten, al» Vorsitzender, Ernst Wallach, Bankier, Berlin, Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil, Berlin-Gruirewald, als stellvertretend« Lorsitzend«, Di. Han» Reichmann, Dr. Alfred Hirschberg al» ermächtigt« Syndiri eingetragen. Hinweise. , War»»»». Auf Grund verschiedener in den letzten Tagen bei un» eingelauseuer Mstteibrngen ist der erst kürzlich vom Gericht wegen- 'Schwindeleien wiederum bestrafte Winter, der sich fälschlicherweise al» Kamerad unseres Bunde» bezeichnet, an verschiedene Firmen in Berlin erneut um ein« finanziell« Beihilfe herangetretrn. Leider hatte er bei seinen Besuchen verschiedentlich Erfolg. Wir warnen erneut! Da« oetrelurl«! fit WltaK Nmrfi ia »rlAMrttan» d», (1ü»i|*ro ßiltmbäadr in D«»i>chla»d b<|innt da< jBtftc 3afc! ftmn »i> »er nfti» »lesr« SN»,!!«, »I« am S»»aia>. d«m 00. S: im Nt»btz«im M 2S»>schk» Frmieab»n6rt, verit» w SO, 9taib«r|rt Ott. S, rtiffatt wirb — f! »er»«» «raaiälche arttltm, Rlaftitn, (•■(IlttifAc RJuvpco »a« Hinbttfpitl» veleili,! |nt: (elnj «aleaber,, s»a«l Von Kam Kart U Auch dem?s :v Miuiw . v ’!«i Mahler» c - t c.- t r f w ie .Wendung von iXa;.;-ii)r\i,~" -Symphonieiätz -_s: J Steigerungen, Z:: » u : r n ihre Bann zwi»-:c;r>. i'cr lyelter oerwu- U:‘.: - : :: e: nii)l Das heroij'che Moment b\>i Gvfiav Mahler er; ch:e.' nsuh in ääuk'gck Beri'len. In seinen jene atemlos« Umstand nicht mir einer sehr frühen Juj',enk-tt': in Manier; Leben zukammenbind-. I". \ •: -■ Hc:--atorr in Böhmen war nämlick «me cwurde er zchon im zartesten K:::- mit Soldatenliedern und Hstilitärmarkchen nt. Man iaglj er habe damals viele tkieder und einfach.- Soldateninelodien auswendig s.ekonnt.- Un,adlige Anekdoten haben Zich darüber t-..i. Der Knabe marschierte mit in Reib und -'tticd und gab in seiner kindlichen Art ganze Milirarkonzerte. . Natürlich kon le. als Mahler zum reifen Künstler h«raniri.>r>'-, Urgrund seines Schaffenstriebes nicht -argen pleiden. Einen breiten Raum in -einer nunl.'.:nchen BorfteNungswelt nehmen nm7'chiere-?e Züge und phantastische, ungeheure Kolonnen ci-. Tie heldischen Visionen des Meisters deuten 'des öfteren mit unlenkbarer Eindeutigkeitauf di« militärischen Sitten und Gebräuche in der alten k. u. k. Armee. So, wenn er ci-mal im ß. Satz der 3. Symphonie das bekannte Tronkpeten'ignal „Abgedlairn" zitiett oder wenn die kleine Militäriroinmel den ehernen Mar'chrhythmus anhebt, wie z. B. in der Sechsten. Man könnte über viele seiner Werk« „Durch Kampf zickn Siege'- setzen, und wenn es doch meistens die Schilderung eines Jdernlampfes ist, so erfüllen doch den ahnungsvollen, vorausschauenden Meister die heroischen Vorstellungen einer herannahenden Zeit. Nicht Abbild der Wirklichkeit kann -der wahre Künstler geben, sondern sein Wesen . kommt im Kunstwerk unwillkürlich zum Ausdruck. Mahler, der Lpätgeborene, hat in seinen Werke» die Fieberträume einer gan^n Generation ausgezeichnet. In l-inen dnmniichen, weihevollen Sätzen schwingt l:ch nur die eine Komponente seines lchöpfetilchrn Wesens aus; di« ander« schreitet in hartem, unerbiltlichen Schritt in ein« dunkle Zutunst: müssen wir hier nicht an unser aller Schicksal denken? Deshalb ist das -Moll seiner Melodien auch häufiger al; das Dar, obwohl er »von einer fast kindlichen Gläubigkeit war. Dieser »nt n tl en c ,ar er'chütterliche Glauben Guten und Wahren b Durchbruch. Es ist wah der „eisernen Zeit" unt Windung. Aber auch in Mahl^: von soldatischen Ereign langen. Auch hier find« ruugen. Obwohl im lyri lilche Bedeutung unleu ein entschlossener, charakl^v dem herzlichen „Der Sdelt sich es um eia Zr einsamen Feldwache und den Mädchenftimme. ich nilht Zum Waffeng Bin ich gestellt!" Worar ‘ du im Feld, so helf' dir ist alles'gelegen! Wer'; anderes Lied Ningt aus grüne Heid', die grüne Allw» dort di« schönen ist mein Haus, mein So begleitet den- Itellung von einem frühe ereilte. Aber der dröhne, Zeichen des echten Mah: vorausschauenden genialen ten darftellt. den endlichen Sieg des -mmt immer wieder zum sich wir ein« Vorahnung ihre schicksalhaft« Ueder- ,Zv n; Liedern wird häusig und Stimmungen gewir viele Jugenderinnehen Schaffen die romanist, so spricht doch oller Geist zu un». In t^ildwach« Nachtlied" haniegespräch zwischen einer «mer sanften, verlockengrünen Klee, da geh' chrten Voll Hrlleparten ' das Mädchen: „Stehst Sott! An Gottes Segen glauben tut!" Und ein „Ich zieh' in Krieg aus Heid«, di« ist so weit! Trompeten blasen, da; vom grünen Rasen!" dichter stet; di« Bsr- Tod, der ihn ja auch de Marschgesang ist da» r, der den Typus de» Künstler; für alle Zel- Ha To, Schocket -Bücher dre ««4 Zr»»"- aus Er«; Jisrael in setzt - und herausgegrben «Bücherei des Schocken»«! DH Herausgabe dieser Reiseberichte und Briese Jahrhunderten. Uebervon Kurt Wilhelm, ägs, 45) kleinen Auswahl wertvolles kulturhistorischen Materials in der ob ihrer Billigkeit für jedermann des Schocken Verlag; ist zugänglichen Bücherreihe > irklich verdienstlich, denn man wird diese» Ländche» gewiß nicht nur mit der Freud« de» Besitzer» sein, r Bibliothek einverieiden, sondern wird oft und g« :n in ihm blättern. Jh unserer Leit, in der st schrecklich viel „über" etwa, geschrieben wird, is e, eben recht erfreulich, einmal bequem unmit elbar von Freud und Leid unserer Vorfahren zu lestn. Zudem kann man sich bei' der Lektür: diese» Büchleins öfter eine; Lächelns au» Grü, den der Aktualität nicht erwehren; so etwa, wenn Mosch« Präger in seinem „Darche Zion" sau» die,r um 1650 erschienenen Schrift gibt Wilhelm einig« Seiten unter dem Titel „Ein Dademecum für Palästinareisend«" wieder) den Reiselustigen treuherzig versichert: „Wenn sich ein solche» schiff einmal zur Seite neigt, braucht man nicht zä erschrecken". Besonders hervorgehoben zu werden verdient noch der Bericht Josiefs de» Schreibers aus Safed, der gerade während de» Erdbebens vo» 1759 auf der Ueberfahrt war; aber auch di« hier gebotene Nein« Auswahl von „Rrchtsgulachten 1742" des Jeiu. salemer Rabbiner» Lhajjim Mosch« Misrachi gewährt besonders interessante Einblicke in da; Leben der Juden dieser Zeit in Palästina. Jizchak Fritz B««r: Galut. I sBücherei des Schockenverlages, 61.) Da» vorliegend« Büchlein enthärt eine „Ge'chichte der Galuttdeen seit den Z«it«n her hellenistischen Diaspora bi» an hi« Schwelle der Neuzeit in großem Umriß" und will zugleich eine „Geschichte de» jüdischen Volkes selber" sein. Schon in diesem Anspruch liegt ein notwendiger prinzipieller Einwand gegen di« Arbeit Baer» begründet: man kann unseres Erachtens nicht die Geschichte einer religiösen Idee unter ständigem Hinblick aus «in« — zumindest umstritten« — politisch« Jnterpretatwn dieser Idee schreibe», oh,e letzten Ende» die eigentliche Problematik zu Gunsten einer leicht verständlichen Ausdrucksweis« zu »erdecken. Gerade weil dieser Schockenband jedoch im Einzelnen viel Wertvolles bringt, wejil er überhaupt al, durchaus niveauvoller Versuch aus diesem Gebiete zu werten und dankbaren begrüßen ist, ist «» schmerzlich, daß un» der Raummangel «ine ausführlichere Auseinandersetzung verbietet, der sich der innerlich beteiligle Leser nicht wird entziehen können. J»h«»n Gottfried Herder: vlättrr »er Vir. t«tt. Dichtungen au» der morgenlSNdischen Sage. (Jüdische Dichtungen und Fabeln). Mit einem Nachwort von Fritz Bamberger. '^Bücherei de, Schockenverlages, 60). „Lin bemerkenswerter Zeugnis d«r Anregung, wesch« di« alt« jüdisch« Literatur der Weltliteratur gegeben hat" nennt Bamberger dies« Dichtungen Herder», deren Herausgab« in der leicht Zugang, luhen Form de» Schockenbändchen; damit gerechtfertigt ist. L» sind Dichtungen Herd«« — nur wenig« von ihnen könnt« man al» Uebersetzungen bezeichnen — Dichtungen freilich, di« unmittelbar unter dem Eindruck« de» Studium» der ' 28. 1931 (nn»aa«t.cU «der Opftt Der Röntgenunb KaDiumforßliung Auf Grund der verschiedenen Beröffentlichunan, de, „Schild" über den jüdischen Antril an ü-, Opfrrn der Röntgen- und Radiumforsckumj,. er sich aus dem in Hamburg errichleten stein «rgiebt, werden wir aus Komkradrulreiln, um die Veröffentlichung einer geschlossenen ZÄ. sammenftellung gebeten. Wir kommen biejcni Wunsch« hiermit nach: M. Levy-Dorn. Berlin, G. Baer- Zünä H. 2 i m o n-Genf, I. Fre u d-Wien, M Ros,,! b l a t t - Odessa, E. D re y fuß -Ferrara. Ob sich unter den insgesamt 159 Namen a«; der ganzen Welt sonst noch solche befinden, deren Träg« Juden waren, entzieht sich unserer »ennt ni». Di« hier Genannten stellen einen jüdische» Anteil von 3,7 o. H. der Gesamtzahl dar. der außnordentlich hoch ist. /illlltiniiW-WW« Solbofen Jn dem Aufsatz „Blicher"... «„Schüd- Rr. 32, S. 4) «rwähut der Verfasser SU» Paul Ölleudorf tur, dl« V»rbildlich« d« jüdische» Soldate» t« J«hre 1842 »ei der Bel«ger»»g Aatwerpe»» lm Urteil de, h»llä»dlsch«, Ge»»r«l» Baro» Lhassö. Wir kö,»e, dies«, Hinwei» heule »:g«»,e, durch eiu Zitei »u» de« „Saddaiddlit, für Lrdauuug, Belehr,,, und U,ler»„„a, jüdischer Leser", 1844 Rr. 4». „Im Jahre 1832 belagert« die französische Arme« die Festung Antwerpen, welche von emn holländischen Garnison besetzt war und nach ein« langen und mörderischen Belagerung wurde di« Ciladelle eingenommen. Die Belagerten, wesche die höchste Not erleiden gemußt und sich taps« v«rteidigt hatten, verließen die Litadelle unler' de» üblichen kriegerischen Ehrenbeweisen und nahm«, die Achtung ihrer Sieger mit sich. Als die bollä». bisch« Garnison, 5000 Mann stark, nach Amiierdam, ihrer Heimat, wo si« «ine begeislerle Aus. nahm« fand, zurückkam, bemertte man, als sie am jüdischen Quartier vorbeizog. daß die Reihe um ein Zehntel sich verringerte: ungefähr 500 Israeliten nämlich gehötten zu de» tapf«en Verteidigern von Antwerpen, und diele waren in die Arme ihrer Elters geeilt, weihe, stolz auf ihre Söhne, sich heute noch rühme», daß die modernen Israeliten ihren heldenmütige» Ahnen an Mut und Unerschrockenheit mich! nahstehen. (SRitfrtdü von flam. Dr C Oä*uifect < Aus der Frontsoldatenbewegung des Auslandes ITA. Lrmberg. 23. August. Auf bedördlihe Anordnung wurde die Amtstätigkeit der G-meinderepräsentanz suspendiert-. Es wurde eine neu» gliedrige Interimskommission, bestehend aus Angehörigen der heimatbewußten Richtung mit der Führung der Gemeindegeschäste betraut. An der Spitze der Kommission stehen Richter 'Weihen und der Vertreter de» Frontkämpfer b u n d e s Dr. Zirler. hebräischen Literatur entstanden sind und die bewußt den „Geist der hebräischen Poesie" in Molio und Gestaltung wiedeigeben sollen. Und wen soll!« ein solches Unterfangen geglückt sein, wenn nihl Herder, dem größten deutschen Genie de» Einsühlens und Rachempfindens'? dloch wichtiger fast sind un» heute jedoch 6i«*t kleinen Prosastücke als Dokument« eines liebevoll:» Versenken» in di« jüdisch« ^Mythologie, in der der Hamann-Jünger eine wesentliche Stütze für leine These gefunden hat, daß die Poesie die „Muttersprache de» Menschengeschlecht»" sei. Heiue. Gedicht und Eed«»ke. Auswahl und Nachwort von Werner Kraft. (Bücherei des Schockenverlages 57. Werner Kraft hat e» sich zur Ausgabe gemahi. hier nur den „eigentlichen" Heine, d. h. di« tragilh« Persönlichkeit und den tiefgründigen, wirklich große» Dichter sprechen zu lassen; nicht» Uebermulig«. nicht» Lhrfuichtsloses, nichts Journalistische; ift <* diesem Schockenbändchen zu finden. Und in der Tat: man muß seine Vorstellungen von He-n« — wie immer si« auch geartet waren — erheblich revidieren, wenn man dies« schmal« Auswahl vo» Gedichten, Aphorismen und Britfstellen deso viel umstrtttrnen Dichter» gelesen hat, denn man spürt, daß hier nicht durch geschickte Zusammenstellung dem Leser «in subjettive» Heinebild aufgedrangl sondern daß uns hier Heine selbst in seiner Echtheit über ein Jahrhundert hinweg erscheint. Jedenfalls rft di« vorliegend« Anthologie geeignet der jüdischen Diskussion über Hrine rau fruchtbarer« Basis zu geben. Unser Dank gebührt dem Herausgeber für seinen Dienst an einem dedeutenden Geist. H- «1. Der Jüdisch« Knfturbun» Berli, ist »'<£ Tage mit einem Werbeprospekt an >* Pudlitumsfteis« herangetreten. Wir haben hier»! bereit, im „Schild" vom 14. August 1936 m Seite 2 mit dem Aufsatz „Reue KuIIurb»»- Saison" hingewiesen und machen heute nochmal» fflj den Kulturbund aufmerksam, dessen Erhaltung » jüdischen Gesamttnteresse liegt. Dr. Lutz Welt«,»» führt in der .dlussthr«^ der „Goldenen Kette" von Perch beim Bekia» Kulturbund die Regie. Dr. Weltmann war au Dramaturg und Spielleiter schon in Berlin ** den Barnowsky-Bühnen, sowie am Deutschen von»- theater m Wien tätig. >

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