Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 34 (21.8.1936)
- Date
- 1936-08-21
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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5«tt« 2 *r. 34 DerSMl- HERAU80EBfc»i REICHSBUNO JOPISCHER FBONT8QLOATEN E.V. 21. Sigifi i9j setzen: scbiperer noch-wiegen. und ideellen Ge sichtspiinkke. „Es ist nicht richtig, daß Juden nyr in Palästiifa der Verflachung, der Hn produkliviläl, der Assimilation und zuletzt der Ausglirderung entgehen können. Wäre daran auch nur ein Körnchen Wahrheit. so würde es nach 70 Generationen. die in der Tia ivora lebten, weder Juden nach ein Juden tum mehr geben." Tas viel getadelte Eman zipalionszeitalter sei mit der HeikiksIIung. daß auf tudischer -eite folgenreiche Fehler b« gangen worden leien, nicht er chörsiend beuri.-ilr Wolle man Lichl und -chatten »erechl per teilen, so müst'e zugleich anerkannt werden, welch« positive Bedeutung die letzten 15ö Jabrc für uns batten. Teinnach stebe dem Veriuil an jüdischer Substanz ein st-br wertvoller >''<e winn gegenüber. ..Auch erur Grund die'er (fr lenntnis seren wir-, uns »sr eine Hork-etzung der bistorilchen Tiä'pora Linie ein N:cht auf Kosten und zum '-chaden Palainnas. an dessen Aufbau auchwir nach unst-ren Kräften milbelsrn wollen, -andern es in unier Wun'ck». beide Wanderstranie zu fordern" Aus den weiteren Ausst^ruiigen dieies Auüatzes, die dann der kkrakü'.'.he'n Tätigkeit des Jüdische>r uenkralvereins aewidmel >llid. »vag noch ein turzer -atz. der wob, vroarammatrsch gemeint ist. -'ikierl werden: „Allen gilt es gerecht zu werden." TS ist lntere'-gii«?ak last i:>^.:!eichen Augen blick aruii van zionistischer -eile grundlätz siche tragen e.nge'chniilen werden. Ties ge schiebt in der „Jubisthen Nundichau", die sich mir dem auch der vorigen „Schild" Nummer auszugsweile wiedecgegebenen Auflatz des jü dilchen MinisterorastSenlcn von Frankreich Leon Vluni in' orinrivicller Harm ausein anderici;:. (.van Blum hatte ' wie erinner!ich die Hr.'.ge. ob n:.m gleichzeitig Jude und eranzoie ieiii könne, in der Horm bc . antwortete „Ta gibt es keine Schwierigkeit z.rid keinen '>1sider»vn»cki. Tin Jude kann Franzose in jeder Veziebung .sein, ohne dasz er das Band löst, das ihn mit keiner jüdilchen <>'ruroe verbindet.'' Dieser keiner grundiätz Iichen -icllungnabme bat er weiter «imge -atze b-nzugeniqt, die seine Auftastung rtlmn Zronismu; wiedergeben, Wienrsich ist bierv«: 'olgeizde Bemerkung Löpn Blums: „Als Hran zoien leben wir »ehr glücklich in Hrankreich- Aber wüten wir trotz Vieler persönlichen Sicherheit veraenen. das, es in anderen (.Mn Lern 7»»den gil>r. deren (.'eben weniger kri-zd lich ist als das unserer Türken wir per geneu. daß es nötig ist. die jüdische Situation in anderen La»»dern zu verbei-ern'.-' Und zwar derbalb, weil m. ' <£ der Zionismus nid, t als eine nationale Horde runa. geboren igeiverrk in d. ,^Jüd Nundichau", wurde und es auch Heule nicht ist "• , sondern nur dadurckn daß Millionen ö-uden. die Mebrbeit des jüdischen Volkes in den (.'ändern, in denen ne lebeu. nichr unter normale» Bedingungen eriltieren. und das; es daher notwendig ist. einen Tn zu rinden, an dein das möglich ist In den diplomatischen T oku menten wird dieser C:t „Nationale Heim stätte" benannt. Tie Juden müs'en dieies Heimatland einfach deshalb haben, weil die Lander. in denen sie ^zewobnt haben, es nicht mehr zulaüen. daß sie sich dort gesetzlich oder faltiich zu Hause fühlen. Tas dürfen wir nicht vergessen... lstegen diese Lesart von Zionismus, die ihn keines nationalen We'ensinhalis. al»o seines politischen Grundzuges enläuszer» will, batte die i,Jüdische Rundichau" entschiedene Einwendungen. T ie Art. in der Le'on Blum den Zionismus auft'aßt. »et zwar für die Be krachtungsroeiie jnterestant. wie sie besonders in westlichen (.'ändern vielfach oorb.-rrsche: es!«i ledoch „ein'eilig. wollte man die,« Art det fVetrachlustg des Zionismus als die.gültige akzeptieren." Im .Zionismus sei stets auch der wirksam, den (,'öon Blum hier mir „nationaler Forderung:' umschreib« und den inan wohl dahin definieren könne, daß es „um die Erhaltung des Volkes, des Volkstums als solchen, um »eine geistige und zugleich pbnsiiche Wiedergeburt gebt." Genau hier zeigt kich ganz deutlich der kun damentale Unterschied' zwi-cken der Aufkaisung Lüon Bllmis über den .Zionismus und der Einstellung der zionistischen Gruppe in Deutsch land. Hin Own Blum gebt es um die Möglichkeit. heimatlos gewordenen Juden in Pa lästina eine neue Heimat zu lcbaften: die „nationale Forderung", die politische .Ziel setzung alw, verneint er und ichreibk im' übri gen. das, „unsere Liebe zu unterein (.'and" — und damit meint er Hrankreich! „und »nkere Loyalität zum jüdischen Ideal in un kerer Gedankenwelt harmonisch nebeneinander bestehen können-" Wie der französische - o z i a l i st Leon Blum in jenem Aufsatz, so bat kcttzlich auch ein italienischer Jude und H a i d» i it, Etlore Tvazza, seine Gedanken über den .Zionismus niedergelegt. Ein Vergleich dürfte also intereiiieren. -ein Buch beißt „21 -ionismo birronle" und der Verfasser ist glühender italienischer Pakriot. leir 1922 schon im Besitz des Hascbistenauswei'es, und wurde zweimal von Mussolini empfangen. Reben verschiedenen Büchern, darunrer dem „Tagebuch für meinen Sohn", einem Band Kriegsdrief«. erschien «in« lange Reib« Aufsätze »einer Heber zu den - iwrschiedensten jüdischen Themen in seiner Zeitsihrisr „La nvstra Bandiera": und nun dieler „Doppelgesichkige Zionismus" Der Titel deutet bereits auf die zwei Auffassungen vom Zionismus hin. die er einander gegen -überstellt. Tlvazzä verlangt ovn den italienischen Juden, die er als lebendigen Teil des itatienischen Volkes fest an die Entwicklung des heutigen Italien geknüpft bezeichnet, ein restloses und unzweideutiges Bekenntnis 'zu ^Italien, er last nur einen eindeutigen italienischen PatrioNsmus, ein« eindeutig« Berbundenhert rmt der italienischen Nation gelten: in,der Ethik der mosaischen (.'ehre liegt auch die Pflicht zur Vaterlandsliebe verankert. De» Zionismus als Nationalgefühl lehnt er entschieden ab: er sei sagt der Italiener Ovazzck — ein ausgezeichnetes Mittel geworden, um «in englisches Kolonsalgebiet mit dem Geld der Juden aus ‘ der ganzen Welt zu finanzieren. Als Italiener könne er' sich nicht denken, oüne Heimweh in einem Cande zu leben, das nicht ganz italieniilb sei. Es sei vor der Geschichte keineswegs zu rechtfertigen, eine längst versunkene Nation künstlich neu aufrichten zu wollen, dieses Liperiment fei überdies auch gefährlich wegen der vielen, in Palästina einander «ntgegenwirkerrdem Elemente: er polemisiert scharf gegen die englische Eipanlionspolilik. die viel -chuld an der Ausbreitung des nationglen Zionismus babezDlber eine Nation könne sich nicht künstlich bilden: wenn man sage.! das Judentum sei nichr eine Religion, sondern eine Nationalität. die sich mit anderen nicht verschmelzen lasse, io antwortet Tvazza: Hüten wir uns, unseren Gegnern «ine Waffe tn die Hand zu geben! Von dieser -eite dar lehnt er also die (.'ösung der jüdischen Hrag«. die ihn leidenschaftlich beschäftigt, ab. In Palästina Boden anznkaufen. ihn mit verfolgten Juden aus tällen (.'ändern zu bevölkern mnd ein« künstlich^ Nation schaffen zu wollen, hält er für eine Utopie, die von den mqisten Juden als Notwendigkeit gar nicht erfühlt werde. Er wertet das Judentum vielmehr als «in« der drei Ävelrreligionen. Mit glühender Begeiiterung bekennt er sich zu Mo'e. zur (kehre der RSchftenliebe. Judentum ist ihm «was Geistiges- Auch für ein« jüdische Universitär, als Zentrum jüdijchen Geisteslebens, tritt er «in. die allerdings nicht unbedingt an Palästina gebunden kein mühte. Die heroische (.'inie im Judentum wird stark von ihm unterstrichen. Die Ge schichte habe gelehrt, dah Juden nur dort, wo einer gegen Mulend stand, unterdrückt, geauälk und beschimpft werden konnten: in solchen (tagen konnte det jüdische Heroismus »ich nicht im Kampf, sondern nur m passiver Resistenz äuhern. Aber kaum hatten die Juden die Möglichkeit und die Ehre, Waffen zu tragen, so fanden »ie. wie der Weltkrieg lehrt, in allen (.'ändern den alten kriegerischen Geist ihrer Väter wieder. Das Welen des Zionismus in. nach Tvazza. nicht das von Juden geleistete Aufbauwerk, fondejrn die geistig« Wiedergeburt, der Wiederaufbau eines geistigen Zentrums, in dem der südisch« Geist herrscht und in dem er in enger aber friedlicher Zusammenarbeit mit »er Gelamtkultur zur Höherentwicklung der 'menschlichen Gesittung beiträgt. Kein nationlaler. sondern ein geistiger Zionismus, der von Katholiken, Protestanten und Mobammedanejrn mitempfunden werden kann. Kein Jude köstne lich der Per prliihlung zu einem» s o l ch e st Zionismus, der - frei von allen politischen Absichten und fern von allen strategischen Erwägungen sei. entziehen: denn er bade nicht nur ein« jüdisch«, sondern eine unioeriale Bedeutung, an der die gon^ zivilisierte 'Ivelt Entscheidend inter cs'iert »ei- Man' sieht: Tvazza will Unter Zionismus eine Renaissance und Aktivierung des Juden rums von »einen religiös qeiitügen Inhalten her verstanden wissen, keinesfalls aber diese In halte durch einen Inhalt national-politischer Art ersetzt »eben. Er will dem Zionismus einen. -inn geben, den i e d e r-bewuhte Jude ohne weircres bejahen kann und imuh. Diese Auf faniing ist schon gar nicht zu vereinen mit der. die die „Jüdische Rundschau" (,'eon Blum entgegendält. mit der Horherung nach „Er Haltung des Volkes, des Volkstums als solchen." Ja. diese Zielsetzung der Polk Bildung ist gerade das. was Tva;:a alb Utopie und als Gefahr bezeichnet. > Wir Juden in Deutschland haben (vielleicht unter Einwirkung unserer Umwelt während der Emanzivalionsepoche» eine > entschiedme Rei qunq, unsere Ent'cheidungen ojuf die Hrag« nach dein Grundsätzlichen!abzustellen. Das kann ein Vorzug sein, wen» dabei der Blick für die Notroendigkeilen dev -tunde. für die Zweckmäszigkeiten der (kaqe. nicht verloren geht. Wobei die Besonderheit unserer derzeitigen (tage, wie sie ein jäher Wechsel unserer l!ebensbedingunqen heraufgeführt hat. eigentlich kaum der Erwähnung bedarf. Für einen ..-treir um des Kaisers Bart", wie man ihm in gewis'en -phären unserer! Gemeinschaft immer noch begegnet, obwohl er in einem trag! komischen Gegen'atz zu unserer Wirklichkeit steht, sollte nicht Raum noch Zeit sein. Um gewiss« „Prinzipien" bei der Verteilung von Amt und Einflub in unserem engen jüdischen Bezirk sollte man lih nicht sang« unterhakten: für manches „Prinzih" ist die Mottenkiste der beste Derwahrungsort. Verbohrte Partei- Arithmetik zu treiben ist «ine recht unzeitgemähe Betätigung- Wir -müssen zu einer „parieibefreiten" dh. vom« Parteidenken und seiner -chablonüierung befreiten, wirksamen Zusammenarbeit gelangen. Das ist die einzige innerlich berechtigt« Forderung, jede andere ist unberechtigt- Parieiwünsch«. Parteidoktrinen müssen zurücktreten. Das gilt für di« drängend«, lo ungeheuer wichtig gewordeiz« Arbeit an der Auswanderung, di« man unmöglich — mit all dem hier notwendigen Einsatz an Mittelst und Kräften — nach einer emseitigen und, wie man sieht, in der Auffassung stark umstrittenen Doktnn ausrichten darf: das gilt, nicht minder für die Ausbildung der Jugend in Beruf und in Schule, Volksschule wie höherer Schule! Denn wir «ollen keine; Jugend für die Theorie, sondern für die, Praris erziehen: nicht für einen theoretischen! Volksbegnff, der zumindest nicht der unsere ist, sondern für «m« Haltung und ein Wissen die jü b e r a i l in der Welt ihren Wert haben. Einen unumstrittenen Wert! Die Erzieh,nU und Schulung für Palästina ist eine — denrife wichtige — Sonder aufgab«, die den j hierfür prädeftznierten Stellen an demjenigen Teil des Nachwuchses zufällt, der sich wirMch und ehrlich von einer nationalen Mission in Palästina erfüllt fühtt: vor d« ser Ueberzeugung hat auch derjenige, der sie elbst nicht in sich empfindet, allen Respekt, ih sollten in erster Linie die Einwanderungsmök lichkeiten nach Palästina reserviett bleiben. Aber es ist zuviel verlangt, wenn sich nach den besonderen Erfordernissen dieser Gruppe >ie gesamte Auswanderungs- Umschichtungs- und Erziehungs Politik der ganzen jüdischen Gemeinschaft rich ten sollte. ' -o interessant und auch notwendig es nt. die im Grundsätzlichen aueeinandergehenden Gedankengänge zu kennen und selbst innerlich zu verarbeiten, so mus; man! sich im Judentum Deutschlands doch auch allerseits über die Grenzen im klaren fein, pie jeder jüdischen Aussprach« und programmatischen Auscin andersetzung durch die Bedingungen geu>grn sind, in denen wir leben. Der Austausch von Verlegendeits- und Ersatzfotmeln vermag «in echtes und gründliches Meisen der weltanschaulichen Begriff« und Ziele doch nicht z„ at statten. Ein schweigender Respeft ist an, Pla^ ein Respekt vor jeder ehrlichen rk«ber;e„aun<,- es ist ia bestes jüdisches Vermächtnis „n'erer Vorväter, dast sie, auch unter dem Druck der Inquisition, und des Scheiterhaufens. Ueberzeugung nicht wie ein Hemd zu wechseln pflegten- Das Fundament unseres Zu-a minen wirkens innerhalb der Schicksalsgemein-chaft die wir bilden, kann nur und mufz restlose und ehrliche Loyalität untereinander ,'ein Loyalität sei der Grundsatz, der alle», gt. nieinfam ist! Wir sind durchaus für Klarheit im »'.rundsätzlichen und glauben, mit der eingangs er folgten Wiedergabe verschiedener prinzipieller! Standpunkt« unseren Le'ern und Kameradei, einen wertvollen Ueberblick über einige gegenwärtig zur Diskussion stehende Auftasiungen geboten zu haben- Aber mindestens ebenio | sehr sind wir dafür, das, man nach Abgren-« zung der grundsätzlick»en Unterickicidung.-n die „große Linie der Praris", d. h »st' realen Möglichkeiten klarstellt. hinter denen die Grundsätze und Parteidoktrinen ,urücktreten müssen, um einer fruchtbaren Ju - jammenarbeit aller Kräfte Raum zu gewähren- Und zu diesen Kräften gehört «j-hi als letzte — die Kraft des Reichsbundcs »nbischer Frontsoldaten! Iiawo Umbildung bet fteidisoeticetung Aach Verhandlungen, die längere Zeit zurüäreicheir^ hat der Lkganisatiogsausschutz der Reichsvertretung in s.i.ier -itzung vom 12. August 1938 eine Umbildung der Reichsveijtretung der Juten in Deutschland zum Abschluß gebracht, deren wichtigste Punkte eine Mitteilu.hg der Pressestelle der N. V. wie folgt darstellt: s Der P r ä s i d i a I a u s s ch u ß der R. V. wird erweitert durch vier Vertreter des Zionismus und einen der Ttthodorie angehbrenden Herr. Der bisherige geschäftsführe^dr Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung ssir Deutschland, Herr Dr. Franz Mener, tritt 1» die Geschäftsführung der R. V. ein,! um ein« Aeih« wichtiger -achgebiete, teils selbnstäjndig, teils in ständiger Zusammenarbeit mit «dem Vorsitzenden de; Präsidialausschusles, Herrn «Di. Otto Hirsch, zu übernehmen.! Es wird ein „Rat bej her Reichsoertretun g" von 23 Milglifdern gebitdel. Er setzt sich aus 15 Vertreterii der Landesverbände und Gemeinden, je einem Vertreter de; CV., des RjH- und der Zionistisches Vereinigung, sowie 5 direlt berufenen Persönlichkeiten zusammen. Dieser Rat soll in allen grimdsätzlichen Fragen gehört werden. In Frage», «di« di« -elbstocrrvaltung der Landesverbände und Gemeinden beführen, soll seine Zustimmung erforderlich sein, Er soll die Fmanzgebarung der R. V. überwachen und gemeinsam mit dem Präsidialausschuh über Veriassungsfragen der Reichsvertretung beschließen, er soll künftig die Mitglieder des Präsidialauslchusses wählen und den Haushalt der R. V. festsetzen. Eine seiner wichiigfren Aufgaben wird darin bestehen, der engen! Zusammenarbeit der R. V. mit den Landerverbänden und Gemeinden zu dienen. *! Bei der Abstimmung über! die Vorlage im Trganilationsausschuß konnte Einstimmigkeit nicht erzielt iverdrn. Mit Vertretern der Groß-Grnreinden stimmte unser Bundesvorsitzender dagegen. Unsere Bedenken gegen diese Reurrgelung wujden damit zum Ausdruck gebracht. Wir wollen diese aber heute zurückstellen. Vielmehr smd wir in der Zukunft, wie in der stier, gangenheit, jederzeit' zu »ositioer Arbeit und Parteigetriede den sachlichen Zor- Ieiten läßt. In gern jede wirkliche bereit, die sich von Prestigeseinhält und sich allein von derungen un'erer Gemeinschaf; dieser Beziehung werden wir Leistung anerkennen, von w« «her Seit« sie auch kvinmen möge, und jedem di Hand zur Zusammenarbeit reichen, der ernstlich dazu gewillt ist. Seitdem bereits im Mai l935 die Zionistisch« Vereinigung «inen Führungs« nspruch im gesamten jüdischen Leben angemeldet »atte, ist di« Frage einer Umbildung der Reichst ettretung nicht mehr zur Ruhe gekommen. Das Ergebnis der seit Wochen und Monaten stqttgehabten Verhandlungen, die jedenfalls zui j Verwirklichung eines Totalitätsanspruches nicht jgefühtt haben und auch nicht führen konnten, ^liegt nunmehr vor. Der P r ä s i d ia I a u sjschu ß hat durch die beträchtliche Erhöhung seintr Mitgliederzahl seinen bisherigen Eharakter als klein«; und gerade dadurch aktives Gremium oerändett. Di« Zahl seiner Zionistischen Mitglieder wird sich um die iu Aussicht genommenen Herren Rabd.I Mar Erünewatd, (Mannheim), Georg Joseplhthal (Berlin), Dr. Alfted Klee (Berlin), Adod Michaelis (Berlin) erhöhen; als der erwähnt« Vertreter der Orthodorie wird Herr Rechlsanwtzlt Dr. H o r o w i tz, Frankfurt a. M., Kamercfd unseres Bundes und Mitglied unsere» Führerr a t s, genannt. . Eine erhöhte Bedeutung! wird man dem neugeschaffenen „Rat bei d> f R e i ch » v « r t r e - tung" beizumrssen haben;! dienn bei ihm liegt di« entscheidend wichtige Fui^llon der Finanz» Überwachung und derlEtatsseftsetzung. In allen grundsätzlich ist er zu hören. Damit bänden bezw. Gemeinden, »»sichtigen Fragen wird den Landesoerdfe ja zahlenmäßig im „Rat" dominieren werden, ein starker Eini.-.-; aiif die R. V. eingeräuiyt. Die Gemeinde, diese; KraftzentrmiaKcn jüdischen Lebens, ist also in der R. V. we«k -:arlei eingeschaltet als bisher. Die Bedeutung de »Wmeindelebens, auf die Iwir' unsere Kamera." n l, . oft hingewiesen haben,! tritt verstärkt in E:-Meinung, und es wird Aufgabe des Reiäi-. ante; jüdischer Frontloldaten, /einer Landesverdan.v-' unH C rtsgruppensein, sich in der G « m e i n d e a :1 t i t noch mehr zur Geltung zu bringen als « der schon. Richt minder wichtig aber ist bei einem C . -.»*■ mus wie der Reichsoertreiung stets dasjeni,: gan, bei dem die Durchführung der e;al tischen Arbeit liegt, d. i. der leitend« - amtenkörper. In diesen ist mit «niüul,- reichen Aufgaben Herr Dr. Franz Meyer, der bisherige geschäftsführende Borsitzende der Jio niitischen Bereinigung für Deutschland einge», »ei», also eine parteimäßig oder, wenn man will, well anschaulich scharf abgestempelte Persönlichleil. Tie'e Feststellung hat mit der Einschätzung seiner P,r'oi». deren Fähiglciten durch diese. Wahl dc^ulig» werden, nicht; zu tun. Er wird sich sicherlick» le'.di» darüber klar-sein, daß er auf dem Posten. c<> cr nun einnimmt, nicht Vertreter einer eii-.zcii»«« Gruppe, sondern einer der Sachwalter der jüoi-ten Gesamtheit Deutschlands ist, und daß Im durch allein die Linie seiner Arbeit bestimmt »reeden kann, lleüerhaupt dar» man die Hoffnung ' ■ sprechen, daß die künftig so stark erhödlc 't>ez antwortli.chkeit der Zionisten >>>i die Geschicke der jüdischen Ge »nein schaft Deutschlands im vollem Iliniange ersaßt und nicht ohne Rückwirkung auf Hallnng und Gebahrung ihrer Lrganisätionen t:-vm wird .. . In der letzten Rü»n,ner der „Jüdisckzen - ■* schau". ,18. 8. 1936) fanden sich an leite Stelle folgende Betrachtungen: „Wer Zielen - .ick» strebt, die außerhalb des Bereiches der -31-.:r sichlest liegen, wird enttäuscht sein, wenn sich iiaer Realisierung Hindernisse entgegenstellen, die in der Natur der Sache selbst liege». Es gibt heule weile Kreis« im jüdischen Volle, die der Meinung --n#, daß Palästina die wirtschastliche und soziale Ei rettung des ganzen Volkes bewirken kann .. . »'»«- rade aber weil es hier um das Leben und Tein von Millionen Menschen geht, »nutz immer wieder vor der Illusion gewarnt werden, daß .»wo durch den Aufbau Palästinas oder äderhaupl dnrck ' irgendwelche Projekte kolonisatorischer Art die'e Frage lösbar ist. Palästina war in den letzien Jahren, in denen es zu dem wichligsten überseeischen (Anwanderungslande für Jude» wurde, fn der Lage, einen sehr ins Gewicht fallende» Bei trag zur Erleichterung dieses Poblems zu gebe,... usw." Da die künftig« Entwicklung der Dinge in Palästina gerade in diesem Augenblick weniger vorauszusehen ist denn je, haben wir den jtlidrlen Lätzen nur hinzuzufügen, daß ihr Inhalt lich weitgehend einer Auffassung annühert, die »» „Schild" öfter ats einmal Ausdruck gefunden Hut. Ta also, offensichtlich auch der Zionismus in der Well der Wirklichkeit nicht über da» Rezept einer Ciiiung verfügt, deren Anwendung di« derzeitige 3ituation des Judentums in Deutschland durchgreifend ändern könnte, bleibt auch ihm Recht und Pflicht zur loi>alen Zusammenarbeit mit alle» jüdischen Gruppen, auf der durch di« Talluchea gegebenen Linie. Wir haben an ander« Tlelle dieser Nummer di« Notwendigkeit darg«!egt, ologie und Parteidoktrin hinter den dringender» Erfordernissen zurückzustellen, di« «in« Sammlung der Kräfte verlangen. Auch in d«»n Eommunique« der Reichsvertretung über deren Erweiterung wird der Gedanke betont, daß alle Kräfte der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland mit gleichen Recht«n und Pflichten in g«' meinsam« Arbeit vereinigt werden müssen. Unter diesen Kräften steht eine Organisation votz der moralischen und ziffernmäßigen Bedeutung de; Frontbund«, sich« mit an erst« Stelle.