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Der Schild · 1936-08-21 · 34 (21.8.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
34 (21.8.1936)
Date
1936-08-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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HERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. |6d#t Frtlt®§ Mit der illustrierten Beilage »»DIE KRAFT** für Sport und Jugertdertüchtigung j^gtlelftng und Verlag: Berlin V 15, K urfürstendamm 2C0 (Reichsbund jüdischer p^rtoldaten E.V.). Samm.-Nr. J 1—8571. Postscheck: Berlin 70 885. Telegrammjgrhrift: Schildkamerad. Redaktionascbluß; jeden Dienstag vor Erscheinen. Für Msabae und Rücksendung unverlangt eingebender Manuskripte wird keine Oe* I itkr fiberaommen. Bet Nichtlieferung ohne Verschulden kein Vergfltungsanspruch. Berlin. 21. Au§. 1936 Bezugspreis: RM 0,55 im; Monat zuzOgL Poetbestellgeld, spattene Milttmeter'-Zeile RM. 0,16. Stellenangebote u. -O RM 0,10t Anzeigoiscbluisj: jeden Dienstag vor Erscheinet. Anzeigentarif! Anxeigenverw.i Bepa - Verlag Benski A Regensburger Straße 21.) Feraspr.t B4 Bavaria 6697. — PreU 20 Pftnnig Anzefgenpretti Die 12 ge* suche, Fannlienanzeigen Man verlange genauen l'akuscher, Berlin W 50, >oatsc8eck: Berlin 32 529. Avvntgeift Nr. 34 / 15. Jahrgang kfl wird .-er <f> e i ft her‘«front beichwo | k, häufig u'irb vom «?rontg«iii gesprochen. 3tiwr wirb aus berufenem Mund, et »onwn.bfr und mahnender Stimme, der jtoittaeiit diejenige WeistesHaltung hervor ptohen. an der lich die Beziehungen der Bol kr. die Brechungen der Menschen unierein nt« ausrii en müßten, wenn die AteII von «>n neuen d hoffnungsvollen Lebensausfaf (na erfüll: werden Toll, von einem allge amen Benutztfein der Berpflichlung zu ehrenf seQrm .iuvimmenlebcn. ffifls iit (frontfleiit? Rein abstrakter Be I piff, der Uch mit blassen Worten definieren lifo! Jront.ieiif iit Handeln, iit nicht Wort ändern Tal. aus einer bestimmten ^aldoi» heraus T#n Weilt der Front muh man nicht haben. Wer das Erlebnis Telbft nicht rtabt ha;, oem kann man diese Haltung nr näher düngen, indem man von den Taten "lählt. in denen sich der Weist der Front «tt»irtli(ht hat. fftontflciT?as war die. Haltung jenes beunimanue. und seiner jüdischen Gefechts- «rdonnanz. von der in der vorigen Nummer ks ..Ähild' an gleicher «teile berichtet wurde, mes Hamiinanns «iiüons und des Kriegs- Nkiioilligen Hans -alomon vom Inf Ngt 53, kk in hojfnmigsloser Wesechtslage «eite an reite fielen, itatt sich zu ergeben. .»röntge : Da ist am 2. August 1936 w Rame;..'» nach schwerem Leiden aus un- «ten Reihen geschieden. einer von den vielen laufenden der jüdischen Frontgenetation. die bas Rameradschaftsband des Reichsbundes jühicher ärnnisoldaten über das ganze Reich uiühlingt. in Wrotzstadk und Kleinstadt- Ein rndekannier jüdischer Frontsoldat. Es iit kt Rant. Ludwig W u t m a n n, der in Red- »1 o. d Rodach im Bezirksamt Lichtenkis. Bayern, bas vom Vater her üdernom- 2™ Kordmaterialien-Weschäft führte Mit *.• fahren hat ihn ein höherer Befehl aus ffie’diäft, aus dem Kreise seiner Frau **» feiner drei unmündigen Kinder zur Wrokn Armee abgerufen. 5ünf -ohne hatte sein Vater und sie zogen, als es den schütz der Heimat ins Held- Einer von den fünf sollte mifVrtehten. Die Leser des „schild" *ükn. wie grotz die Zahl der söhnereichen jü- *«en «»amilien war, die fünf Brüder und gleichzeitig an der Front sahen Auch »omiiie Wutmamt gehört hierzu- Wutmann war 1914, als die MiS!?*1* r'c^' alt'0fr Soldat. Bon Anbeginn " olso zur lämpfenden Truppe. Zwei* wurde er verwundet. Neben dem Eisernen k«>n>r' Verwundeten-Abzeichen und « Riliiar-Berdienstkreuz III. Kl mit Krone i».-c?n,<t,cn’ erhielt er die seltene Auszeichfe??- Boyr. Silbernen Tapfer* rmedaille mit Allerhöchster %,!■ V10 u n fl. Und seine Heimatgemeind« Rodach lietz es sich nicht nehmen, noch nach dem Kriege, unter dem 15- 1919, wegen seiner besonderen Der* ktzelfen^ *** e‘n< Ehrenurkunde aus- Und nun soll berichtet werden? w o f Ü r dem *w. ®?®on9«nen Kam. Gutmann die besondere ^feichnung der Silbernen Tapferkeits-Medlllerhüchster Belobigung zuteil Das Lhrenblatt des 5- Inf. Regts. 5. Komo. ausqeltellt von der 4. Ban. Inf Dioiiion. Dio «t. Lu. vom 8. November 1916, gezeichnet Prinz Franz von Bauern, legt Zeugnis dafür ad. datz der Unteroffizier Wotmann. felbit schwer verwundet, feinem ebenfalls schwer verwundeten Komvagnieführer Leutnant Reisser in stärkstem Feuer Verband anlegte und in treuester Pflichterfüllung bei ihm aushielt. Am Nachmittag 6 Uhr desselben Tages erhielt Leutnant Reister einen zweiten Schutz: auch diese Wunde verband der Untere ossizier Kam. Wutmann. Dann nahm er. kur; entschlossen, seinen Komvagnieführer auf den Rüden und schleppte ihn in stärkstem feindlichem Feuer nach rückwärts. In mühsamer Arbeit gelang es dem schwerverwundeten Unteroffizier. nach öfteren Paulen den Leutnant bis in die bei «tratzenkrenz 110 gelegene Artilleriestellung zu dringen. Dort lieb er ihn aufs neue verbinden und trug ihn hierauf, da die Artilleriestellung unter starkem Feuer lag, weiter zurück. Nach stundenlangen An strengungeir erreichte er endlich den Wallwitz Riegel, von wo aus er seinen Leutnant mit anderen Kameraden zur Bertandsstell.- Luisenhof brachte... Durch diese kaltblütige aufopfernde Käme radschakt der Tat rettete Ludwig Wutmann seinem Leutnant das Leben, der anderenfalls sicher verblutet oder in die Hände des Feindes gefallen wäre- Und nun deckt ihn selber, allzu jung, der grüne Rasen, den „guten Käme raden" Ludwig Wutmann. Und eine Frau und drei vaterlose Kinder trauern an einem frstchcn Wrabhügel... Er ist von uns gegangen, wie so mancher Kamerad aus unseren Reihen abgerufen wird, durch den Tod. oder durch ein Schicksal, welches ihn die Heimat,, für .die er damals ge stritten, verlassen heitzt. Frontgeist -7 In der Haltung, in der Tat des Kam- Ludwig Wutmann wurde er in seiner ganzes stillen und unpathetischen Wrötze verwirklicht, vor der Worte verblasteil D a s i st der Frontgeist, an einem einzelnen Beispiel, an einem der zahllasen schlichten We schehnilse dargestellt, wie sie jeder Tag des vierjährigen Ringens an allen Fronten er brachte- Das ist der wahre und echte Geilt der Front, wie ihn jeder von den Tausenden, gebend oder nehmend, im Kriege erlebt. Das ist der Frontgeist, der zum Borbild und zum «egen für die Menschheit -r und so auch für uns — sich erneuern möge!-. „Offene wort»" Der Eimoand — ausgesprochen »der unausgi{pro(^n —, baft btt Frontdienst ein u B gewesen fei, dem der Einzelne sich gar nicht entziehen konnte, und datz darum der ehemalige Frontsoldat aus dieser seiner Pflichterfüllung seine besondere Bewertung herleiten ßnne, — biqe Einstellung ist uns jüdischen Fronttämpsern nichts so Unbekanntes und gibt uns, gegen unseren Wunsch und Geschmack, manches Mal «eranlassung, m |üdischen Kreisen die Erkenntnis zu verbreiten, was es gerade mit dieser Pflicht aus sich hatte, die den Einsatz selbst des Lebens verlangte, bps ,eder Mensch nur einmal zu verlieren hat, und deren Erfüllung daher seit alters als besonders ehrenvoll gilt. Zu diesem Thema finden wir als Beitrag „Offene Worte eines Frontsoldaten" im ..Frlde* rkus" Rr. 33. Wir dürfen hieraus die folgenden Klärung Tatze zitieren: „Es tut mir immer wed. wen» der eine oder andere meist' noch recht jugendliche Deutsche, den das gewöhnlich gar rü hts angehl, aber die Frontsoldaten urteilt: „Ja. die Tale» der Frontsoldaten in hohen Ehren! Aber Ihr tatet weil ihr -mutztet! Ihr zogt.nicht freiwillig in den Krieg, sondern weil es Eure Pflicht war. weit man Euch eingelperrt oder an) die Wand gestellt Halle, wäret Ihr fahnenflüchtig ge worden..." * „ ... Zuerst einmal das. „Mutz" Jawohl, wir alle mutzten von 1914 dis 1ÖIÖ da; Vaterland verteidigen. Hallen wir uns geweigirt. lo halle man Mittel und Wege gefunden.; in uns das deizubringen, was notwendig war. Die Teilnahme am Kriege ist also nicht ohne weileres ein Perdienst, und es ist nicht richtig, jui ge Menschen, die damals noch nicht teilnehnietz lonnten, nur damit zur Ruhe bringen zu wollen, datz man sich aus die Teilnahme am Kriege beruft und höhnend darauf hinweist, datz der andere da »als ja noch zu jung gewesen sei. Es ist auch ohne Zweifel, datz wenn die Teilnahme am Kri ge freiwillig gewesen wäre, mancher den Mut gefunden^ hatte, sich zu drücken, obwohl die' ungeherreii Icharen von Freiwilligen, die sich alte u >d junge und ist in dteien 'Ausdruck qelomm grotzcn und grundl^ sthen ic.eiiieln'ch Blattern. wiederholt zum n. wie sehr bic Röte und «orgen. dieZien Eiö-elnen bedrücken, mit den genden Fragen der judi r s t organiich verknüpft lind, ja mit den 'Jrablemen, deren üomijut weit über unteren judöchen Bezirk hinaus für die esamteijtlvicklung auf die'em Erd Die Pieinhug wäre da der grundt'aikcki,. wollte man es für ein blotzes, in heutiger Lage d: voelt uderilülstges, .Jbea wenn in der jüdiichen ..wieder Frjigen grund iätzlicher Art a»'geworfen werden und eine .Klärung i>» 'Wrunbidnlichen öeriiiibt wird Denn vom ic.rundlcblichen der, von der Welt Anschauung aus eigibt sich erit.die Ziel Arbeit, und damit die r Praiis, die unmittel r i di t u m a d e r g r o tz e Linie de! dar auf das «chick ial des Einzelnen -ein wirkt. Die letzten de, I Bit« taue brachten verschiedene merkenswerte öffentliche Aeulierungen im jü ischen Leben, die diefe Aunaisiing belegen. jüngste Jahrgänge 4914 meid len. Zeugnis malilchen Auffatz Eine Pslichivor Strafe, ii Ehrgefühl als die notdaoo» oblegen, datz es nicht nur ei nicht nur eine Pflicht, sondern au< i eine Dache der Ehre war, sein Leben für das Aalerland einzusetzen und datz der als enrlos gpll, der nicht bereit war, seine Pflicht zü erfüllen, ersüllung aber, die nicht aud «Furch nicht aus Angst, sondern aus de heraus geschieht, ist etwas anderes gedrungen« Ausführung des. Befehl!:-„Du sollst! Du mutzt!" Doch nicht daraus kommt es so seit an, sondern daraus, wie der deutsche Frontiotd ck das erfüllt hat, was ihm zur Pflicht gemacht wurde. Und da mutz zur Ehre unserer toten und unterer lebenden Fronttameraden immer wiederzze^agl werden: Bon,!wenigen Ausnahmen abgesehen, hat qeder Frontsoldat da t drautzen freiwillig viel mehr geta r, als feine dlotze Pflicht. Freiwi.lig And Hundert'.ausende von deutschen «oldalen zu gewaUiamen Ertundüngen, zu Palrouillen-Ilnternekmuitgen, zu kühnen Handstreichen oorgestotzen und imnzfr waren mehr «Freiwillige da, als man brauen tonnte.'. Immer und immer wred-r Einiatz des Lebens, Bereitschaft vis zum Aevtzersten. lode», mutige Hingabe auch dann, wenn Pflicht ging, wenn's nicht besohlen Diese «ätze bringen treffend zum Ausdruck, was wir als einstige feldgraue «olbgle» der allen deutschen Armee auf die Frage nach dem „Muh" des Frontdienstes zu antworten baten, wann und wo sie austaucht. Die Zahl unserer Gefallenen, unserer Beförderten und Ausgezeichn«!«», die Zahl unserer Kriegsbeschädigten und die Reihen der vielen Tausende unbekannter jüdischer! Fronttämpser, die nicht mehr und nicht weniger an Pflicht erfüllt und an Ehre eingesetzt hauen, wie alle Soldaten des arotzen Krieges,. | fie ftehei» als Zeugen für diese „offenen Worte" fein. > Muh, nicht Dr. Henfeld <vfFfrfi) tritt in feiner Zeitung der EB hervor, in säiichtlich durch deü Es scheint uns re ii satz profltammatüo Raumes zu beziehst Die innerjüd i chic d e » heite r ichen. ein Mit einem grun'isätzlichen. einem program - ieines neuen Borsitzenden itiu ui tum i uimiiiM dem Augenblick, der ge n Ilmbenennung als „Jü bischer Eenlraloereit" gelennzeichnct wirdchtig, was an diesem Aus beionders wefeütlich ist. hier in grotzen Zuhen wiederzugeben, weil es die Position untre!tzt und abgrenzt., die der -LB als eine der iro.tzen Organisationen der Juden in Deutsch!, nd innerhalb des jüdischen es über die war." n wünscht- _ scheu Me inunnsocrso wirv ausgeführt, de treffen den umstritienen «inn /und Inhalt von Judentum und Indefein. „Dcr EB bestreitet, datz Aseien und Lebensziel' rer jüdifchen Weineinichaf t dem fl ler andere t Böller gleich geartet ist. gleich«« ichtet werden fall. Er kann nicht zugeben, dgtz die Juden ein Bolk unter cklölkern bilden und datz ihr Streben a»r Normalisierung gerichtet kein mutz. Er de dauptet, datz die Juden nach Anlage. Well anschauung und ichickial eine Wemeinschatt eigener Prägung l arstelle»." Seit Jahrtausenden leben wir in der Diaspora. Und dieser Tatsache ist cs zu verdauten, datz das Judentum und die I rdenhcit weder ausgestorben noch verlümmcrt ind. „Der Streit um diele Frage hat fundamentale Bedeutung- Ihre Tragweite soll nicht utzlerichätzt werden- Sic dark aber, zchnal für. dne Arbeit in der Wegenwart, auch sticht üderirpätzt werden " Aus die Auswandcrunqsftage ausführlich' ubergehend, stellt der Lierwsser iodann die Notwendigkeit fest, über die Wrenzen Pa lästinas hinaus zw planen ur(d neue Diaspora Siedlungen zu schassen. „Bei der Würdigung dieser Notwendigkeit setzen die Meinungsver schicdenheiten ein. Die Ansichten gehen weit und recht mannigfach auseinander" Auf die kürzeste Formel gedrachD gelten sie dadin: „Ist di« unvermeidlirhe Reusiedlumg von Juden in allen Erdleilca aatzerdald Palästinas ein un abwendbares ttedel, das mit Bedauern und Resignatwn hingenommen werden mutz? Oder ist diese Lösung der gegenwärtigen Schwierig leiten vom jüdischen Standpunkte aus zu kunstssördernd und daher zu begrüben'?" Für di« Zukunft des Judentums und der Iudenheit sei dieses Priodlem grundlegend. In diesem. um rein jüdrche Belange gehendrn Meinungsstreit sei dir EB Vertreter des Dfa spora-Gedankens.;.Er verkennt keineswegs, datz Palästina unler ven Einwand'erungsländern ein« besondere Älellung zukommt" und verfolgt mit wärmsteim Inleresse jeden Fortschritt im Aufbau des Pdisrhen Palästina. Die Bejahung des Diawora-Gedankens steh« damit nicht im Widerspruch. Aber zunächst scheine (Alfllhrlldie OcrldKe (■ «CT „Mrmtt“) es nicht zulässig.1 alle» atzf «ine Karte tu TK. Granewald Berlin gewinnt den Kanlimann-Pohal «ronesWerbe-Sporflesf des TSf. Sdüld franhlnrl 99999999999999999999999999992999999^^

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