Mannheim
Compact Memory

Der Schild · 1936-08-14 · 33 (14.8.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
33 (14.8.1936)
Date
1936-08-14
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4911661-5448578-5449623--313-4915973
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

T 2fite 2 — Sr. 33 rem als allgemeine Problem« erkannt werden»^oerräl — neben dem eingangs zitierten Aufsatz der offsziö'en polniichen Korrespondenz — eine Aeuherung des französi chen Minist er- Präsidenten t.'evn Blum. Aus der Rebe, die er am letzten Sonntag auf einer Kundgebung für den Weltfrieden vor 400000 Personen ins 2k. Lloud gebalken hat. finden wir in den Preskeberichten folgende Bemerkung zitiert: Frankreich fei bereit, die Initiative bei der Lösung der Rohstoff Probleme, der Absatzmärkte, der Bevölkerungsvertellung und der Auswanderung zu übernehmen. Gerade das sind die groben wirt'chattliäien ubd sozialen fragen, mit deren Lösung die hier behandelten jüdischen Spezialfragen letzten Mdes aus das engite Zusammenhängen, die aber auch untereinander dicht verflochten Md. Gleichviel, von welcher Seite immer die Initiative ausgehen mag. die praktische Aufrollungdieser Themen in der groben Politik hat begonnen. * Wenn aber iomkt die mit der Auswanderung verknüpften wirtschaftlichen und beoölkerungspoiiliichen Probleme erster Ordnung berühr: worden lind, die weit über den jü bischen Sektor hinausreichen und internationaler Lösungen harren, M sind schon damit die auberordenllichen Schwierigkeiten deutlich gemacht, denen die jüdische Klein-, und Einzeiarbeit aut dem Gebiete des Wanderung?- und, Tiedlungswesenis von Fall zu ,\aii begegnet. Umso mehr muh allen der Stim mungsmache dienenden Meldungen und In- 'ormationen.enigegengetrelen werden, durch die Illusionen geweckt werde» können, welche dann umio tie'ere Enttäuschungen zur Folge haben. Allen solchen Nachrichten .sollte jeder ein '.eine an' der Auswanderung InlerenidNe mit gröbter Vorsicht gegenüberstehen, statt! hinterher seine Kritik gegen die verantwortlichen jüdischen Institutionen lind Organisationen zu richten, die eine überaus schwierige und umfangreiche Arbeit mit wirklichem Pflichtgefühl unter tatsächlich engbegrenzten Umständen und mit verbälmismäbig bescheidenen Mitteln leisten. Man erinnert «ich. dab Anfang dieser Iahres die von London ausgehende Hilfsaktion für die Iuden in Deutschland .mit einer" gewal tigen'Publizität auigemacht wurde, di: in vielen von Rot bedruckten Herzen besondere Hoffnungen auf rasche und dikrchgreifende Hilfe auslösen muhte. Es begann damit, dah am 6. Ignuar 1936 rührende englische Iuden die Reise nach USA antraten und dab grobe Versammlungen folgten. Tie Zeiiungs'palten füllten sich mit Berichten und. die Gemüter -nit Hoffnungen. Acht Monate sind seitdem ins Land gegangen > Tie Zahlen, die inzwischen über ,die für diesen „Eouncil for the German Iewry" gezeichneten Gelder durch die Press« gehen, können leicht zu Mibveritändnissen, Enttäuschungen, und vir Unzufriedenheit mit der Entwicklung der Auswanderungsarbeit in Teukschland Anlah geben. Wenn nach der letzten Meldung diese Sammlung nunmehr bereits die stattliche summe 'von 679295 Pfund erreicht hat. so mub man wissen, dah chiese Mittel vorläufig zum gröhten Teil ja nur gezeichnet und noch nicht eingezahlt, geschweige denn nach Teut'chlqnd überwiesen sind. Wir wissen bisher nur; dah sie ~ dem Namen dieses Kommitiees entsprechend - für die deutsche Iudenheit verwandt wer-, den und der Auswanderung dienen sollen. Tie Hälfte des gesamten Fonds soll, so hieh es, für die Auswanderung aus Deutschland nach Palästina, die andere Hälfte jedoch für uberseei'che' siedlungszwecke gebraucht werden.' Ußenn es bei diesem Plan geblieben ilt, so soll die für Uebersee bestimmte Hälfte der Mitteleinem wirklich konstruktiven olanvollen Einsatz dienen. W o dieser ersolgen soll, w i e er geplant iit. für wann er in Aussicht genommen ist. entzieht sich unserer Kenntnis, die trüber so garnicht schweigsame Publizität schweigt hierüber, und solange authentische Mitteilungen nicht vorliegen, empfiehlt sich gröhte Zurückhaltung, um den Ein^lnen vor Enttäuschungen und verfehlter Kritik zu bewahren. hawo. Härte tut not! In bit'er .feit, in der so vieles utilicher und jede Zulunft unbeili mnl geworden ist. derelret uns keine Fragen derartige sorgen wie die Frage nach den, Scbick'ql unlerer Kinder. $D:e >oll man ihnen gegenuberlre en. wie kann man st« wappnen 'und oordereilen, was .sollen sie lernen, welcher Weg' tit der richtig«? soviel Fragen». soviel schwierig feiten und sowenig Antworten... ' Er kommt hinzu, dah viele Erwachsene noch weniger als in normalen Zeilen es vermögen, »ich in die Welt des Kindes hineinzuversetzen, stehen lie doch ihrem eigenen Geschick oft fassungslos und voll schmerzlichem staunen gegenüber. Es ist, als wäre ihnen - jemand gestorben, der ihrem Heizen naheltand, He können die Veränderung nicht fasten, und nur ganz langsam bahnt sich die Erkermini; einen Weg," dah manches für lange Zeit, vielleicht für immer vorbei ist, das lie für ewig und ehern hielten. Und sie,ü die nun mit ihrem Eigenen Schicksal nicht fertig" werden, fie sollen einem neuen Geschlecht Wege weisen? . Aber auch derjenige, der im sinne des Goelheschen ..sn'rb und werde!" nach vielen und oft fast tödlichen inneren Kämpfen zu einer neuen Aktivität und einem neuen Werden sich aufmacht, findet nicht leicht einen Schlüssel zur Pforte der Zukunft unserer Kinder. Zu groh ist die Veränderung der Zeit gegen früher, als dich einer, der HEfMUttEBC*, RBCHS8UMD J0d»8CWE* FRONTSOLDAT** E Ml Üerörhilö 1«. «,,»st Zeitungsdevatto um £Con Blum — . . . UnD mos er Tie jüdische Preste hat »ich verschiedentlich mit den Fragen beschäftigt, die sich vom jüdischen ©estchtspunkt aus der Mfnifterpräsidentschaft LLvn Blums ergeben. schon am 22. Mai ll>3S hatte sich die C. B- Zeitung geäuhert: „Es wäre eine sehr interestante theoretische Erörterung, ob Blum mit Rücksicht auf seine Zugehörigkeit zum IJudentum oder auf Rückwirkungen oder auf Lrnmenmg an auhensranzölische Erfahrungen das fhm' angetragene politische Führeramt ablehnen soll Der Franzose Blum wird diese Fragestellung nicht begreifen; denn indem er sie zuliehe, wü-de'er s« bst das Erde der grohen französischen Revolution, das - für jeden französischen Politiker unabdingbar st, in Frage stellen. Er wird, ob er nun die 3 linisierprSsidentschaft übernimmt oder nicht, als Franzose, als der er -sich fühlt, .immer nur franzi sische Politik machen, und die Franzosen werden He immer nur als französische Politik empfind«".. , Die „Jüdische Runds hau" brachte am 9. Juni einen' Aufsatz, in dem ts hieh: „Dennoch ist es unser tiefster Wunsch, dih die jüdischen Begabungen, die Kraft des Celftes, die sich in jenen Männern, offenbart,' in rfter Linie unserem eigenen Volke, dem jüdischen, zu Nutze gemacht werden möge, das den Besten n seinen Reihen eine. Fülle' von Aufgaben bieter, ' >ie es zu lösen gilt".. . . „Auf diesem Wege rrurden aber auch die Kon sliklsmögiichkiten vermi idert werden, die dann entstehen, wenn einzelne uden in erponierter Stellung im nichtjüdilchen ' Bezirk wirken, und die für das jüdibhe Volk alz olchrs eine Belastung darstellen". Auf diese Haltung itr „Jüdischen Rundschau" greift die „C. B.-Zeitin'g" in'ihrer letzten Ausgabe zurück, nachdem nererlich die „Jüdische Rundschau" am 3t. Juli 19! 6 eisen Leitartikel „Juden in hohen Aemlern — Zu jüdischen Diskussionen über den Fakt Leon Bium" veröffentlicht hat. Auch hieraus wollen sie einen Satz zitieren, der die jetzige stellungnahr le bfs Blattes kennzeichnet. „Wie aber, soll ein Mann wie Blum sich verhalten? Wenn wir di Position eines Menschen überlegen, der ein ganzes Leben in der Politik 'eines Vaterlandes gea deilel hat und dann, durch Begabung und Chara!ler - immer höher in der Achtung seiner Mirbür, er gestiegen, zu höchster Verantwortung m Dienste für sein Land berufen wird, dann we den wir nicht nur psychologisch verstehen, dah »ieiet Mann dem schweren Amte sich nicht entziehe > tasn, sondern man könnte auch der Meinung feil , dah ein Versagen eines solchen Juden im entsä eideSden Moment ein minbeilens ebenso staikes Argument gegen die Juden bilden könnte.! )emf die Gleichberechtigung, die die Juden in den westlichen Ländern ifrüher auch in Deutschland» ei Milan haben, berechtigt nicht nur, sondern o e p*f 1 i d; t e t auch. Und es beleuchtet nur die Tri gik 'der jüdischen Position, wenn besürchtel werdei msth, dah diese natürliche Konsequenz aus der jütiichän Rechtsstellung in ungünstigen Momenten cts ein Angriffspunkt gegen die ganze jü inche Gemeinschaft dienen könnte." Rundblick 3itm Regime-Wechsel in ©rierfj.nlaubJ (IDA.) Athe«, 10. August. Miniiikrprälj, General Metaias hat einen Runderlah an Staatsbeamten herausgegeben, in den c, wisienhaft behaupten, dah ^ch ein Meter Franzose sßß eroeift Blum auf bic leibst lagt bin. Als Gründe hierfür Tatsache, dah er in Paris igeboren, dah seine EI lern und Groheltern in yaris gelebt und seine Ahnen Glsässer, also auch Kranzosen gewesen seien. Er sei als Franzose erzogetz worden. Er habe für Frankreich gearbeitet. Die Ifranzösische Kultur habe ihn zum gröhten Teil gebildet und sei so auch ein Teil von ihm geworden. Kein Element des französischen Geister, des französischen Ehrbegriffes oder der französischen Kustur gebe es, das ihm fremd sein könnte. ■ Ministerpräsident Bluse : schreibt sodann: Und doch, obwohl ich mich als echter Französi fühle, weih ich, dah ich geichzeitig Jude bin. Ich habe auch nie den mindesten Widerspruch in diese« beiden Phasen meines Bewuhtseins verspürt. Ein Mensch kann durchaus einfr zweifachen nationalen Loyalität unterworfen sein. Die Zugehörigkeit zu Zeinem Lande schlsiht nicht! aus, dag sich das Individuum als Teil auch einer anderen Gruppe, einer anderen menschlichen Gesellschaft fühlt. Wir können vollkommen französisch fühlen und doch die Möglichkeit haben, uns noch mit einer anderen gesellschaftlichen Einheit verbunden zu fühlen. Wir können der jüdischen Gemeinschaft mit Körper und Seele angehören und doch in unseren Empsinten vollständig französisch seist. Da gibt es keine Schwierigkeit und keinen »Widerspruch. Ein Jude kann Franzose in jeder Beziehung sein, ohne dah er das Band löst, das ihn mit seiner jüdischen Gruppe verbindet. Man kann solche Beispiele einer doppelten Loyalität in allen Zeitaltern nach weilen". Damit ist der Teil des Aufsatzes, der die grundsätzliche Stellungnahme Leon Blums enthält, wiedergegeben. Ilstd hieraus möchlen wir seihst uns beschränken. ihre Arbeit mit Gerechtigkeit und Unparleil gegenüber allen Bürgern ohne Ausnahme l'ftj — In jüdischen Kreisen wird beton», dah d diesen Erlah die Ausstellung bestätig, wird, auch unter dem neuen Regime der ju»:>'cheii völkerung gegenüber ein: aus dem Gri::->'ah soluier Gleichberechtigung aufgedaute Poliük folgt werden wird. Au»»n»d«r«:-S»r»chlurse fitecfiln. Tr Hj verein teilt mit, dah feine in Zulammesai mit dem Jüdischen Lehrhaus eingerichlclen kurse für Englisch, spanisch und Port» 'iksiich f Augenblick überfüllt sind, sodah Pteidi.nqen auf weiteres nicht angenommen werden tönneij Juden und das Flaggen im Wijsersp« (JTA.s Serlis, 12. August. Rach der ordnung über die Flaggensührung der Ichisi« 17. Januar 1933 hat jetzt der Reichsiporisüij mit. Zustimmung des Reichsinnen- und Reichskebrsministers eine Bekanntmachung über Flaggensührung der Wassersportsobrzeuge rrlosj sie betrifft sämtliche Wasseisporlfal»!;eage schliehlich der Ruder- und Paddelbooie. Taif dürfen die deutschen Wassersporifabrzeiige deutsche Nationalflagge nur die Haleiikrcazfla, führen, sie wird im allgemeinen am?>eil der Gaffel gesetzt. An dieser S!e!!e dürfen Fahnen der Länder, Provinzen odif -ume Pereinsflaggen Nicht geletzt werden. BinnenwaHersck zeuge, deren Eigentümer oder.Benutze! , sinne des Neichsbürgergesetzes, bzw. r>- igesri zum schütze des deutschen Blutes ii:ö. dir! die Halenlreuzfiagge nicht führen, ttn^lamzl auch das sehen früherer deutscher Ratio . 'lagg der alten kaiserlichen Friedensflaggje und schwazz-weih.roten Flagge mit dem ei:e. - Jleue £ulfuebuntifa(|on ö cba .> n Rach dieser Presse sonders interessieren, Blum selber zu! üstusiion dürfte es nun bei Ne Ministerpräsident Leon der viel erörterten Frage steht. Er hat nämlick, mi* der Jla-D:enst vom runnsehr sich selbst in einem geäuhert, ob man gleichzeitig Jude und Fran o'e iein könne. „Die Aeuherung des Ministerprä identen ist, so berichtet der ranzbsiichen Pre se vielfach auch in zahlreichen Blättern der grohen europäischtn.Preise Eingang gefunden. ' lrlikets schreibt Midifterprä- > ie Zu den Frankreichs nicht 12. 8. 1933 mitteilt, Aufsatz zu der Frag Zu Beginn des irdent Blum, dah Ungelegenheiten kenn« r, die aus ihrem Judentum stels Sicherheit und volle lfen. Was mich persönlich betrifft, so sagt Ministerpräsident Blum weiter, so bin ich ein franzüsisi! er Jude, und ich kann ge» herrühren. sie Habei bürgerliche Rechte gen fe »I se r da s sch sie durchlebte, einen, von ihr weih, ohn Das, was uns ein Jüngeren von ihnen sache, eint selbstor! bewertung oerhältn gleichsmöglichkeilen leilnehmer bin, denl: kämpfer während bliebenen gegenüber haben mag, wie wir über, ein Gefühl, sein lieh, so dah er zurScklehnle, weil er wiht denn ihr von rischen Denkmalen legt, am erschütterndsten „Grabmal des usdeßa Und doch müssen gefunden werden. Jugend ist unsicher, ihr auch nur die Zukunft bieten könnte zieh«, könnte. Jede eine Erziehung des könne« wir und allen unseren Jugend zu befähigen, mag, auf sich zu können nicht wisien, so!!en Krä tei n hl ob Der Jüdische Kulturbund steht an der schwelle einer neuen -saispn. In allernächster Zeit wird er sich werbend an alle jüdischen Kreise wenden und sie zur Gefolgschaft aufrufen. Es ist klar, dah ein solches Institut nur bestehen kann, wenn seine Grundlage durch den denkbar breitesten Kreis kulturell interesiierter jüdischer Menschen gebildet wird, und wir möchlen annehmen und hoffen, dah zil diesem Kreis ein jeder sich rechne. Ein jeder trägt ein Stück Mitverantwortung dafür, dah wir Justen in Deutschland einen Bund, einen jüdischen Bund für Kultur aufweisen können. Zum Bewuhtsein dieser Derantwortung werden wir aufgerusen. Wir wollen aus eigenen Kräften — nachdem wir auf den eigenen Bereich verwiesen sind -ieine Kulturbewegung, die unserer geistigen Tradition würdig ist, lebendig erhalten: und eben dazu sind wirtlich alle Kräfte, die Kräfte aller notwendig. Der Reichsbund jüdisch» Frontsoldalen stellt — und wir denken dabei I Nicht bloh an Berlin — mit den Familienangehörigen seiner Kameraden eine beträchtliche ^Gruppe dar, die^ kulturell interessiert ist und einen erheblichen Sektor eben des^Kreises bildet^ der das jüdische Theater- und Musikpublikum von heute umfahr. Diesem uns nahestehenden Kreise von Kameraken und Lesern sei der neue Spiel plan, mit dem der Jüdische Kulturbund jetzt vor die jüdische Oefsentllchkeit. tritt, in grohen Zügen unterbreitet; denn ein Kulturprogramm empfiehlt sich am besten durch **lbft' Prof. Carl Flesch, dem Mayer-Mabr Der TheatersPlelpIan umfaht sechs Bühnenwer'e. dem zwölfjährigen Geiger Gerhard Kander i> Sechs Autoren werden - auf den Brettern des Kuigesehen turbund-Theaters in der neuen Spielzeit zu Wort kommen. Drei ostjüdische Autoren kommen zu 'R-.ii: chok-Leib Perez (Die goldene Kes:e». Rciilj Billritzli (Schabbathai' Z'wis und chem! (Amcha — Dein Volk). Ein weiterer Autor ist Franzose: He»:» ’iU stein <„L'Espoir"-Hosfnung». Und endlich hat auch ein <!> zeiigenu-' -aier | bischer Autor des deulschsprechenden Ku.iurtrcl Berücksichtigung gesunden: Bruno Frank General und das Goldj... * Soviel über die Zusammenstellung de' Ri nenspielplans. Entscheidend wird letzten Ende« >t ob die Stücke uns etwas zu sagen haben und s die Aufführungen auf der Höhe stehe», die jerboffen. { Das Lpeenpeogeamm sieht vier £ o,-uiiilH jrungen vor: Verdi („Ein Maskenball"». Äoz l(„Don Juan">, Tonizetti („Don Pasquai-"'»!oon Jacques Ofsenbach den „Orpheuin Unterwelt". Die SondeeoeeanftsUungen bringen qui :»u> k a l is ch e m Gebiet Händel „Joseph in A-g ten".und von dem zeitgenössischen jüdisa n!l« ponisien Paul Dessau „Die Hagada"; Sn Bl träge bestreitet ausschliehlich Dr Joaci»Pi mit „4 Predigten über das Judentum". An leichterer Kunst werden eigeye ^N-.ade grohen amerilanisch-jüdifihen Diseuse! Jla Kreir der Lipinskaja, der Cloire Feldern imd <:» Ti> abend Else Dublons geboten. Gastspiele »d Einer von diesen - Autoren ist Klassiker, sein Werk ist zeitlos, wir stellen es an die spitze. Es ist der Engländer Shakespeare („Ein Sommernachtstraum" mit der Musik von Mendelssohn- Bartholdy), ein Dichter» dessen Werk der Menschheit gehört. Di« übrigen fünf Stücke sind zeitgenössisch« Werke. Da» K»n*etprogram« bringt 5> Konrerr-er- Orchester-Konzerte unter Hans Wilhelm und Rudolf Schwarz, Chorkonzerte unter Bert!' Sander sowie Kammermusik »nit Susanne stein als Solistin. Die KleiNtsnst-Bühne wird unter Riac Cbrli Leitung ihre Tätigkeit vom 1. Oktob:' ad Schumann-Saal ausnehmen. der! nichts oder nur wenig weiteres „erstehen könnte. > ledium oilae'ist, ist für die heute bereits eine gegebene ftändlichkeit, deren Gefühlsis^nähitz gering ist, weil Beren. Ich, ,d«r ich nicht Kriegsmir. dah mancher Frontes Urlaubs den Daheimgeein ähnliches Gefühl gehabt heute unserer Jugend gegen, ihn auch daheim oft fremd zu den Kameraden drauhenimmer denken muhie: „Was uns...". In vielen literadiese Stimmung niedergeotelleicht in Ernest Reynals nnten Soldaten".! Beziehungen gesucht und Pfad« ripateriell« Zukunft unserer und es gibt niemanden, der gerintzfte Sicherheit für die oder der sie daraufhin er. so geartete Erziehung muh Ais ob"' fern. Rur eines wir: wir sollen uns mit n dahin bemühen, unsere alles, was ihr begegnen men und durchzustehen. Wir Wfeteh Kindern em Harles lie oder gütiges Geschick bestimmt ist, aber wenn wir die Gewihheit haben lbsnen, dah sie beiden gegenüber gewappnet sein werden, so können wir mit viel gröherer innerer - pRulx das Kommende erwarten. Goethe hat als. Mol^o über sein« Erinnerungen das griechisch« Wort yon dem Menschen geletzt, der nicht erzogen wird) wenn er nicht auch geschunden wird. Daran! müssen wir uns erinnern. Rur ein gehärteter Mann erträgt die Wechselfälle des Lebens ohne j inneren Schaden, nur wer von Jugend an daraq! gewöhnt wurde, Schwierigkeiteu jl sehen und; selbst mit ihnen fertig ju weroen, kann auch sptter die Steine aus dem Weg räumen, die ihm sten Pfad nach oben sperren wollen. Manche Litern steh» aus dem Standpunkt, man solle den Kindern, da man sie ja vielleicht nur noch für kurze Zeit Hütte und da man es eben noch ermöglichen könne» soviel Gutes und Liebes mit auf chren Nebelpfad ins Leb» geben, wie man irgend könne. Sa schön dieser Gedanke sein mag — er ist falsch. Das Kind selbst, im Augenblick vielleicht dankbar und befriedigt, wird später einmal die Weichheit und allzu grohe Güte der Eltern ablehnen. Denn wem immer nur Schönes, nur Gutes geboten wurde, wie sollte er einmal zur Selbständigkeit gelangen, wie soll er sich mit dem Bitteren abfinden, das ihm vielleicht bvschieden ist? Härte, Disziplin und Einordnung tut Iü»! not — auch wenn esfür uns selber l ükt sie zu verlangen. In einer Berlin«^ Zeitung stand vor Jahren einmal ein Gedicht; ich weih ' » sasser nicht und den Titel. Aber ein t-ers mir — wenigstens dem S'nne nach invuer Gedächtnis geblieben aus diesem Gebet eine und ich glaubt, dah kein Wort bpsser den - . des Gesagten treffen kann: ' Lah mich stehn, mein Gott, - Wo di« Stürm« wehn, Und schone mich nicht! Das Kind muh vergehen, Der Mann wird bestehen — Schone mich nicht! Schont Eure Kinder nicht, sie werden es einmal danken! Günther Bast!» Di« Jüdische Pei.ate Musikschule veranstaltet dm 25. 8. 1936 abends 8 Ute der Aula der Joseph Lehmann Schule, 5^5! thalerstrahe 13 einen Werbeabend unter dem -l» „Musik im alten Wien". Mitwirlende » kräfte: Susanne Landsberg (Hollaendtr), Vj“ Salomon (Lindberg), Gertrud Wertheim, Fabian, Wilhelm Guttmann, Werner Lywen. gang Rose. Einleitend« und verbindende rvo Dr. Anneliese Landau. Begleitung der w!», Hermann Ludwig Schlesinger.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.