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Der Schild · 1936-08-07 · 32 (7.8.1936) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
32 (7.8.1936)
Date
1936-08-07
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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S*t« 4 - *t. 32 HERAUSGEBER! REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDAT! I 7. tUp|| N EV. Büdißc j Bücher haben ihr« Schicksal«, sie gehen von Hand z» Hand und finden <den Weg von einer Generation in die andere. Bücher sind Mittler, sie kommen von Hau; zu Hau; und verbinden Wellen, die einander fremd und unbekannt waren, Bücher formen das Wesen des Menschen. Biele Dinge dieser Erde kann man miteinander tauschen —. ja ,der Sinn des Lebens. wenn es fonschreitend sich entwickeln soll, i!t unlöslich an das Prinzip de« wechselseitigen Tausche; und des Weitergebens Mbllnden. Nur der Beiitz, den das Buch schafft, qird «in Wert unveräußerlickier Art. Nie wirb du das restlos von dir schenken und geben können, qas du dir aus der geheimnisvollen Kraft des vor dir gezeichneten Worte? erworben Käst. Wenn m wie auf Schwingen in dein Ich gedrungen ist, »nd"sick> in dir verwandelt hat, wird es ein' Teil von dir. formt dein seelilches Fundament und zeigt die Tiefe duf. in der du bautest, wie die Wurzel in der Erde. Bücher wecken den Sinn zur Pietät. Stets war es eine gute jüdisch« Sitte, das Buch zu pflegen uud insdr'ondere die überkommenen Schriften zu qchten und in Ehren zu halten. Wir nehmen eine alte Telil'ah zur Hand und finben in ihr tue , schl-chrcrrrrhcn autgeteichnet. dis Namen der Bäter »ab Borväter tauchen auf. ein« ruhig« und be dächtig« Hand Kat Daten Und W-Mjfbmfie verzeichnet und im Le'cir 'uli!«n wir die Gewalt der Berbundenheik mit dieler Zcickien. Die alte Ha gadah wird aufgeiivlagen, vertraute Bilder werden sichtbar, du denkst an den festlichen Tifch und an di« große Familie. bi« in Eintracht versammelt und sich in Liebe zugetan ist. Und wer erinnerte sich nicht der schmalen und belcheidener. Felddidel und des Plalmenbuckic?. da? wir bei uns getragen haben in den Jahren des Kampf«?'? Inmitten der Not, als der eiserne. Tod seine Saat säte, war ts uns ein Hort, stieg unwandelbar und klar hi« "Wxhrheit Gotte?- vor tfn? auf. Wie mancher Kamerad hat nicht sc:-:s Äugen zum letzten Schlaf geschlossen, gettöftet und gestärkt au» diesem Bronnen, wie mancher Streites nicht nur au« unseren Reihen, fand hier den Hält und di« Ruhe seiner Seele, als alles uch ihn her zu wanken schien,' damals, da wir all« gleich waren vor einem Ziel und einer hohen Aufgabe. Aber nicht nur das rUigiöse Buch weckt und festigt in uns den Sinn für unser« Eigenart und Vergangenheit, in wieoieleit Familien befindet sick> nicht dad ererbte. Buch mannigfachster Att, daß diese Gedanken wach und pell werden läßt. Und wenn ihr es zur Hand nehmt und darin blättert, und wenn ihr eine gute Stunde habt und imstande seid, die Lost des Alltags einmal von Euch adzuwälze«, werdet ihr gepenken der Eltern und Voreltern und jener Stätten, wo dies« Bücher gestanden haben und ihren Platz hatten. 'War es nicht oft eine niedrige Sfub« und «in tannener Schrank, war es nicht eia bescheidenes Ha«; in einer kleinen Stadt oder In einem stillen Dorf'? Knarrten die Treppenstufen nicht unter dem Gepolter euerer Schritte, westen die Zimmer nicht so winzig, daß ihr heute den Kopf schüttelt, wenn ihr daran denkt und euch fragt, wie war es möglich, daß wir alle »a gelebt, aufgewachsen und groß geworden sind? lind wenn ihr das fragt, werdet ihr antworten müssen:.,, ja, es war möglich, es' ist möglich geihesei», es. ist in diesem engen Bezirk ein jüdisches, Geschlecht erstanden, denen sich keiner zu schämen' braucht, ein Geschlecht, daß - emsig, strebsam, nüchtern und von unendlichem Fleiß beseelt an die Ausgaben des Tages ging und nach Iahrbundertlen der Bedrückung klar und einfach die Synthese f«nd zwischen der wieder übernommenen Pflicht b«S: Bürgers und eigener Uebcrlicferung. Ja, diele j Geschlechter haben gelebt und wir gedenken ihrst mit Stolz und Ehrfurcht. Wie eine satte Erdschicht sind sie gewesen, die deki Keim für viele Jahre weiterer gesegneter Pflanzung zu tragen schien.! alle diese Männer und Flauen, deren Frömmigkeit fern jeder Problematik lag. diese Generation, dies in williger Selbstverständlichkeit freudig und jfern dann ihre Söhne kingab,, als das VaterlanL sie ttef zum Dienst in der Stunde de» Sturmss und der Gefahr. In wieoielen solcher ilten Bücher und Schriften aber werden wir nicht Berichte finden, di« gerade uns in besonderem Miß«! fesseln, indem sie von soldatischer Art und Holding unserer Vorfahren sprechen! So schrieb an 25. April de» Jahres 1842 der holländisch« G> nerstl der Infanterie Baron Chasse auf «in« Anfrag! hin, wie es im Jahrbuch der Israeliten von 1848 ^u lesen steht: „Zwei Jahre Hindur,) habe ich in der Citadell« von Antwerpen eine g oß« Zahl Israeliten unter meinen Befehlen gehabt. Während dieser Zeit haben sie die besten ileweise von Mut, Treue. Discipliu und Ausdauer gegeben. Wenn ich noch «inen Feldzug zu beginnen hätte, würde ich mich glücklich schätzen, den Befehl über einige tausend lies«» braven Soldaten zu haben." bts Und aus der Zeit ein Buch: „Vier Johl Oltafrika" von Wilh. über unseren Orts. L e v i, der in den 1. August 1914 in di« dessen Bruder den Hell«! in dem betreffenden A b deutschen Pflanzer, welch« um dem Daterlande unangenehme Lage, zu: unerhött hohe Zinsen gab auch löblich« Aussu größeren Geschäften, den Neineren. Dazu g> nennen, di« Schweizer sowie die Firmen Rose^I und Mombo, welch schlag und noch dazu, den Pflanzern das o< Ausrüstung für den l«H: Bücher haben ihre Schicksal des Menscher öeele des Juden, Aus der Frontsoldatenbewegung dem Auslandes R«ich»ßo»ferenz der Jüdisch«, Kriegsteilnehmer Amerikas. sJIA.f Re» Port. Der Verband der jibt Kriegsteilnehmer Amerikas hat für die Zestj 4. bis 7. September «in« Reichskonferen, jüdischen Kriegsteilnehmer nach Pittsburgh rufen, an der über 1000 Delegierte und teilnehmen werden. Hauptaufgab« der ftonfl wird es sein, einen möglichst großen Teils in den Bereinigten Staaten lebenden 250 000 die sich int Weltkrieg in die Wehrmacht «nch ließen, zu erfassen. M M MHIHHIHMH *4 > I « l großen Krieges berichtet re Weltkrieg in Deutfch- Arning in besonderer Weise {ruppenlameradrn Markus Kolonien lebt«, war, am Schutz-Truppe einttat, und intod dort erlitt. Es heißt sckpiitt des Buches: „Die ihre Plantagen verließen, tu dienen, kamen in eine i al auch für Darlehen ganz zefordert wurden. Aber es ahmen, sowohl unter den c vor allem auch unter thötten, um einig« nur zu Firma Zeeweaer in Tanga, bäum und Leoi in Tanga ittrt ohne jeden Preisaufwenn nötig .gegen Kredit, stkaufte, was sie zu ihrer 5 lrieg nötig hatten". chicksale, Bücher wirten am . Di« Bibel formt die dem unzerstörbaren Gut jüdischer Buchschöpfung saugt sich die Kraft,I Jahrtausend« bezwungen hat und über 3ch4 Hausen hinweggeschritten ist, in der Stunde! Rot da wir hilfesuchend nach einer Re'.tung schauen, öffnet sich uns willig dieser Schatz, einzige Mission haben wir in diesem flugd nur noch zu erfüllen, die innere Million,! Mission an uns selbst. Immer wieder im f lauf unserer Geschichte taucht diese furchtbare Sn vor uns auf, da es nichts anderes zu retten 1 zu erhalten gibt, als das nackte Leben und I Bestand unserer von Gott erwählten. Gemeinsck Rüge da das rechte Buch zur rechten Stelle s Mögen wir den Weg zu >enen Schriften ft» die unseren Ahnen Kraft verliehen haben. E, ' nicht sein, daß die Front des Judentums jJ Bau vergleichbar ist, dessen Fassade sich noch pck voll und in allen Linien sichtbar zeigt, wäll hinter ihr der Schutt und Abhub sich hrtritsl Boden türmt. Die Weltgeschichte hat un; ns vernichtet, sie hat uns hart gepackt!' Blut und Tränen aufgegeben, aber nicht den! Der Tod ist an uns vorbeigeschritten undtz unseren Händen haben wir bis auf diestn das Banner Gottes und des tledf hochgehalten. Kam. 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