Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 30 (24.7.1936)
- Date
- 1936-07-24
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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8«He 4 — «r. 30 BtrScMIft HERAU EBE*. REICHSBLfNO jOOISCHCR FRONTSOLDATEN E.V. **• I»« IM* Oie BehonDlung der Zudenftage durch Jlapaleon I. So ist ei" MartU'I eine- -uuen Bucheüber («Rieben, bas >er junge Svitoiiffr yun; tfberbarb Friedrich oerfaj{t hat: „J! a p o I e o n I 't b e < uni Staat'', throte’ithf Berlägsbuckibandlung. , Berlin. » Damals 1914(1 -"r großen Rapoleon Literatur kommt > " klein- 27 : "r r?7 117 Seiten ,:lr .-n'- «rrganzu..,,. Ue miß, r v "",7-rtaltdies Kniiir» 7-r -r.!i> ">-n an rr; p oliti'diei: I 7. -logien un'rr:7 ,,eit. E-.- unter'.;-gt tc-iei’’ Ja-: iiel.^d.rß uni-: I ' ' rt in Vengewte: nt. v"' rl. Ans-;- :ndcr. fctnin.; iiij| die' n Bewegungen i-t >iu" den jubiX: :r . unerlaßi-n Jfr-tt-- E :>>'r'.!llt -"'7 -i,7 :t:v;" r„»l ir. Sen F '\er. 70• .•::;7r 7 rn -7t ^... xashte Propheten fo |" -t ei" I 7V. e: Teertet j_; n t‘ T jS '? ' in,-; dpi-. . wie!t Üi>7 tuii.’.en 5';«'.. " «’ "um mtfrnat. " ' ,-t was ,ti: rm V.u-i’vtab '-7 das Fei' ■■ ‘ c \ Ä -v rüer ft.-ll! :r Fie B.n'e!' .T E: ’ , 'ft .iv v If- * - v : - ' rer j;t h.-r Di« ft." .X'itir - .u B- ":: '■ - l F - -tr : " :* 2■- - - 1 T; .1! r . .1» Xe 1 ’u-. - . . '•: tif:r ' viel! Xi: :t* -• : c : wickli.-n - : ■f*,. , r, -;;i>- lion ... 7 -r ii: v*' r *;«? - :: A, Vi-fv- : v — ' " ". : . N- •:'" ' ~tü. " .*i":iu r ' m“** <h ".v ' *u. ' , : a>i irr- . --.7 - ‘ v 'f f»Ui Feldpost! itts de» Vorposten! »mpfen RIR^, 118 »im ««f "r 3i«*ftk»(«et!*M Mae, 1917. » » 23. 1917. t!tot (uriein hatten wir uni fre alten Stellungen auXiegebeii und uns aur die. weiter hinten gelegen« Sieg»neb'te!tung zurück iezogen. Die Losiöiung vom. Feind ging glön^ end vonstatten. Der ‘"Vogrer n.rfte kaum, was lovroar, und als er es merkte, waren wir längst forttz Wir b-ekinden uns nun. das wir auf Borpostcn ind in -:er Art Bewegungskrieg Der Zweck un >k'( Rückzuges ift erreicht, die won den Engländern «plante und lolange vorbereileie große Frühjährs- )ur Ausführung gedereitungen zu einer Monate und dis ■T ,, 7 . :v \t L t . .aftr. ’; S- . . ' ~ - . -lampt ’ in ö- .' :Xn aer tt . i. unter : ., :a.;?n ttirh: n. e ' 7-ü Rul i ... ' ' ' tret-t. : ~ -- zweiten ob '. ns ^t"M, ’ f; >l- -'lution au» :a re-n Er-vnis. . ß t : " "usmaßig unter R auigab. ii;.■•'.7! -> regieren, wie!,t; in - -..1». meiner :: al ■■■'* . learzah. ' .-r :n '. zu zw'i eln -e - tnn, .. 3.:!' - ■( ■ •/ n T ilt it ‘ .- II tat ''?:i St'"."' -i »" ' " .r i'nn- .7 >7 .. A.." -I. it-t au - vö k ■i. )->> ngchtun-t -e. ,, : An m .1* ‘ er'.; ei 'ii-!." ' ■ :■ ..' J U: i -. : t! "jhi-. I! aa li.i" in :e:n " tot ‘ae T-:t-'it t e llum .'örf-'rtc: uv n ‘rer - i; ' "ch 'i' n ';nta!'-• i u jttr ir al an : . : 'e allch'echt« '£! ift --• - k.-.t-. ' . e jlie'e unt- '? i'dr-.n.' a-.blreiche ^u.'£ tt tü'en v"-.n!a>ztc . '7 's!J.b r'pitzun-r .ri-'n.'il - »iruck , Smiuß. „D er;C7#r; ui: . ... : 7 p» : u.t t r.-iutc » el!> ':■) ■■ :»t :; tbotiXli, r -A«I. 't - n" : 'ihren® mit : ui J .'U *t*;‘:f! A 'neigu!*’ f. f , :■ :: 7>e Jul - ' u " -'>r,-7 vur.-rr <*•:! +■ ’ ---imiß 7 - t .V-'' '’ürrh! ::t O-T ’il'-r 'te >-tv »ra»v- ." k Mu'.tur, ■*r v tu-. '.'!-:tl N. >:... voran .uti,« Iw* ff 1 in Cci;.' ." i x-'..' ' rr : -un, - et--—. ki ';au:-_, d-^-n •T N ':t: i:r zu-n Sdiliicrn-.:*::, i rnar-7 Friedländer Send- ’b rr : 77, dir iu'i - :> St.. :t“bürJ - r. alitr mir :c wenn anft-r. ” n ' 11-d Xurckdie •t 7- : r. .-7Xt.it . . l C ifenfröe kann run nicht mehr ianaen und bis wieder die Boi aVeten getroffen fi td. vergeh bar in liebt man weiter. I Barge'trrn «rbieit ich den AHftrag, bei Tag eine Batronille zu machen und festGltellen. wo die ge. ran« ieindliche L'inie sich bef&öet. Die Aufgabe gelang mir. obzwar ich!reutr!!dekam. dafür aber a n, grnau wustte. wo der Keiner steckte. r>>e't-rn Abend kam Befehl, Ims vor uns liegende .V-en von Borcuil. welch« vom Feinde an> :.r sehr schwach besetzt war. zu säubern. Ich nuht'svom Tage vorher, wie schwierig dies Unterreirctben iruhte, doch ePftfhl must ausgeführt werden. ' " . evute Morgen J.tn Uhr gingen wir in drei StvVri.pps vor. das Maldchln umfassend anzue' Wir kamen unbemerkt an die Stelle, von >r aua ir uns wahrend und noch dem von unserer ei: ilierie »inketzendei 3 Wiinutn langen Trommel- •euer bi; zur Einbruchsstelle > prarbsiten woll'en^ tt Uhr morgens fetzte da; Tronsmelfeuer ein.' kur; und zu schwach zur Erreichung unseres^ ,',weal. Ala es dann-nach rü3wlrts verlegt wurde, brachan vir vor > Wir waren vieleicht mach 10H-15 m vom Segnet entfernt, als derselbe unhenserkte. §>anduanaten fielen, in allen Ecken find Enden wurde eledendia. Ta die beiden anderen Stosztruppc nicht io nahe an den Seglet hei odtgekommen waren, fo i-te dres.r fa't all; seine Le iie gegen uns einehen. Ta wir selbst nur 16 Rann stark waren, iahen wir die Nutzlosigkeit we teren Kampfe; ein und wollten uns'an dem Bl nidamm einer ehema ige i Ieldbahn. so etwa; llcht icheschien uns diese Stalle gewesen ZU sein. '«us untere Stellung bei tlloreuil zutückziehen. dozch sehr starke; Maschienengewehr'euer liesz es uns ratsamer er- >a' einen, diesen Weg zu sncide I.! Inzwischen halte -hv Segnet verschiedene L'ewi; und Maschinengewehre at-i Rande de; Waldcheste-^in Tätigkeit geke'gt. sodast rin Turchkommen ouff dem zuerst geplanten Wege unmöglich wurde.. Berlchiedene feute waren bereits verwund >t.j ich selbst hatte ei- .--! Tpandgranatenivlitter an Ichr rechten Dberlipoe. ft. Bildstein eine schwe e sBrrwundung am; Arn. Tie einzige-Möglichkeit, zutückzukommen, be stand dariu. auk einem Feld oe4 unterhalb des Waidchenabhangs. direkt am Gegner vorbei, zu ruckzukommen ver-uchen. was wi chich taten. Soviel Schneid hatte der Feind auck nicht, berunterzu- -'pringen und uns im Bahkami f den Rückzug abniist-neiden. j abnrar toi uns.- i 16 Minni 12 m:hr oder un-iiget ichwer mzwüchen oerwuödei waren, konn'en wiij alle unsere ca. ^1500 m zuzürniegende Komp. Stellung wieder, erreichen. Ich! 'bdiinde mich jetzt i Revier, da meine. Berwundqng,. nur eine leichte i-t. die anderen Berwundeten k^imfn ins Lazarett ' iKam. Hu^o ^avidtobn. Bizefeldwebe d! '• K^mp. Rei. In >j Reü a. T. s. Regts. IT' A blzebn Jahre iinb zwar feit dem Weltkriege rerg mgen._ Aber gerade »er ^itckbiauf, der sich inz« tchen vor da; damalige Erlebe» geschoben hat, '"u>! t es verständlich, baf) man ciuf die Kriegsbriei! und Kriegsgedichle gefallen« Frontkämpfer :uru [greift, weil in ihnen das Rrpnterlebnis keine unriittelbate und ^bleibende (Ritaltung, keine rein* e Prägung gefunden hat! Manches die "er mensthlichen, soldatischen und d-chierjschen Dermächlnine iift erst Jahre nach drm^K^iegf an die £her» 1 Chti 7-y! R.'.po' 7 Stief Ch-""'5, de- K fn* ''i j?tt ur ' M: i'' :-J ' «(- T-tll ner R jeine Tw-ku-a-'-art ao<: vsm. *STauch m rrm-rrm.'. zein«; non tiinak- F>'"ch. heeint-riMft war. Sihrüt Ende Ser W«t it dem die Iut ankann! würdn!. rnt^prach kn k-br den alten Srnnd 'ts-7V''une: non 17^'-' 77": Au-druck kt-nen.. d.ifz der k-en itn Este :'£icil z» iBunldf Fran-.ik« tu n. ein Bstum *»r stranzö'istben Staat, au-’-0-benb träte. Aas chlbmehi sti-l""!,nged-e er Ifestst erliest, kanden Widerlpiuch tlv-'r'.!'>ii°-7sw,id7ia. Friedrich teilt gu<*ul>rl st die B»rgen!»lchcke die'er Ausnahmebe sji»i!-'-i,n.ten mit: m.rsfep.b.afte Einwanderung -der Llljuren der Rheingrenze, wucherische Bel.i liqun.t -Richtluden übten ne. w>x Friedrich ge recht zu.'ibk. und Klagen des. Landvolks. Ta Ravoleo - ti'-.-- «ustreil»,»' für F- I- 'chen von Schwa ne. eine- Befleruna der Juden z'sie ein Hum''dl dt licht für eine Au' -le des Staate: erachtete« für'Starke hielt, erstre >te er ein.- al! jtenteine gesetzliche Regelung. Tie'et Wunick'ührt-' zue Sirneruiung de X«rühmtet Sonbebrins,. dp. e.'e Iul-.n »ur aui einem wichen bindende Ent lchlu"'« geben könnten Hier wurden nachdrückl-ch die . urgerlici-politiich n bleletze der. Juden roten rei - -ö'er,- tne einen T ienst in anderen Volks turne n n nt Serh-nderten. gcMiiii-en. au* das mosaische Wäch-?verbot hingewie-'en ukw. Ravoleons Wunsch einer inlernatie 'ulen B-schicku >g und Lk.-geluna wurde enttäuscht, seine Fotderung, datz jede drillt jüdische Ebe eine Mischehe^ werden solle, damit der Berkchmeizungsprozeszl mit dem sranzöfifd-.ef Volke schneller und durchgreifend vor sich gebe.jftieij auf Widerspruch". Von Einzelheiten rntereftiort vielleicht, das, die Tstjklde« den Führet 1er jülmchen Telegation bei »er vorbereitenden Verkmnmlung. Furtado. als „Partußielen" fchmäbten, per die Heilige Schrift nur ausi Bückfkrn Voltaires kenne. Und der Scharfmacher unter den iranzt'ifchen Verhandlungsleilern! war Mole, rin Günstling d«; Kajfers, ein Halujud». Setter Weisheit letzten Schluß, übler die Judenfragt] bekannte der Kaffer auf SU Helena: Er wollte durch feine Iudenpolitik! di«! Juden vom Wucher entfernen, sie durch Gleichbebechtigung mit Katholiken und Protestanten zul Wfferen französischen] Bürgern machen; Cie sollten Ihn wie einen Salomo oder jjerobes als ihrin Herrscher und (eine anderen Untertanen als shtej Brüder betrachten: und die Vorteils die er, den Juden durch ihre Einbeziehung in Gechilfehs- und Se» danfeisfreiheit gewährte, sollten auch biilitärisch und wirtschaftlich den Juden zigute 1 kommen". Bon unserem Int« reffe am Ilnh^ltlichen ganz abgesehen, wird Friedrichs felbiftrarheitete Tatstellun», die mit den jüdilihen Lluelqm in keinem Widerspruch steht,, hier her Auschrbei de» Historiker; bäl'onders gerecht: „Gegensätze in die Weltgeschichte hinemzutragen, die sich hei näherem Zusehen ijls Stufen dar Entwicklung, offenbaren". - . I. w. fläche gelänngt. Unsere Leser wissen, daß wir in der Pflege gerade diese; Vermächtnisses jüdischer Soldaten de; Weltkrieges eine wesentliche uild wertvolle Aufgabe. sehen, eine Aufgabe, die sich aber natürlich nicht auf unsere jüdislhe Gemeinschaft beschränkt, sondern die überall in 1 der. Well, wo die Sähne an dem großen Ringen leilgenommm haben, erkannt wird. So weist ein Aufsatz voll Heinz Grothe „Da; deutsche Vermächtnis" auf d^e unbekannten Dichter der Front hm <„Hakenkreuzhonner" Mannheim, 4. 7. 1936). Dort heißt es: „Wer weiß j. B.. daß das nachfolgende Gedicht aus der Feder Walter Heymanns ist? Es heißt „Die Hinterbliebenen": Mutter, er kommt nichtnoch Haus, Den du geboren — Frau, von allen; Männern ist deiner gesellen — Kinder — ihr habt furen Vater verloren! Eine große Mutier Ist unser Land. Heldentod -Hat eine sanfle Hand. Kinder — Werdet wie er, Macht ihm nicht Schand! Wie hier verpflichtend einer zu uns spricht, der. 1915 im Sturmangriff auf Soisson fiel, so ist nicht ander; die Forderung in einem seiner Briefe au; dem Kriege. Da beißt es: „Wo steht es ge-' lchtieden, daß andere für mich bezahlen und ani meiner Stelle fallen müssen. Denn so ist';. Ich habe doch viel mehr vom Leben gehabt, als viele". — Es ist interessant, daß der gleiche Gedanke, den Waller Heymann in der von H. Grolhe zitierten . „ . Briesslelle auslprichl, von ihm oüch dichlerilche Leuchtkugeln wie Gestirne, still und weiß . Formung in gebundenen Verse» erhalten Hai Ti«l« lauten: Dt« Aesziehenbe». X Kennt-keiner da; Buch, in dem geschrieben steh, Daß dieser falle und jener heil heimwärt-, geh,! Doch später ist in Stein und Lied zu lelei Die im Kampfe fielen, sind usts're Besten gewesen. Biele aber glauben, es fei o«>rdestimmt. £b einen die Kugel ausläßt oder herü!e,niniml Und bliebest Du $u Hause unb wärest nicht ticf-ri J In Kriegszeiten irren viele Kugeln frei. Wo aber steht geschrieben, frag' ich. daß p.,r allen Ich übrig hleihen soll, ein anderer für mick: »alirn'- Wer immer von Euch fällt, er stirbt gewiß : ::r mt* Und ich so» übrig bleiben? ]Warum »---jchs * Ein andere; Kriegsgedicht, das wir 1 Gelegenheit der Gefahr des Btrgessenwe entreißen möchten, weil es eine gedallle t! t*r Front wiedergibt, stammt von unsereln . ,j,ordenen Kameraden George A. Goldschlag, g . 'ialts Kriegsfreiwilliger. Es lautet: Fr»,t. Der Schnee ist trocken. Unsere Stibfes - chen. Der Atem bleibt m Wolken vor uns steh',,. Wenn wir uns näher an den Graben pttidin. Kannst du den Schein der Mündungsseu«' ieh'n. Gebell der Batterie. 'Geheul der Minen, lins klopft das Herz im Hals. — Ein 2 reifer! - Wem? Sprengftücke summen hinter uns wie B:c-en Und klatschen zischend in den feuchten!te! Der Himmel ist mit einem Retz bespontze.i * Von singenden Granaten. Manchmal krailbl Ein schwerer Einschlag. Glut von zwanzig Sa-inft Spritzt bellend hoch und üderschneit die Ra.,i. Mondkraterlandschaft, urwelthast gewillernt. Erdkruste, blasig berstend, Kreis an Krei- Darüber steigend, fallend, schwebend, zitlernd. Geiftiges Rüjfzeug . . . . Die lörperliche Untersuchung ist beendet und hat Innen krankhaften Befund ergehen. Aber mir fällt das gedrückte Aussehen des Patienten auf. „Haben Sie Sorgen?" — „Sorgen, Herr Doktor? Wer hat die heutzutage nicht? Aber wenn Sie mich schon mal fragen: Mein Junge ift jetzt umgeschult worden uild braucht Fahrgeld zur Schule, aber dazu reicht'; nicht mehr, wenn Miete und Wirtschaftsgeld da sein sollen, von Anschaffungen, die doch auch mal gemacht weiden müssen, gar nicht zu reden! Und die paar Erosihen Fahrgeld jeden Tag werfen meine ganze Rechnung um und ich wejß nicht, wie ich'; darstellen soll!" - „Was sagt denn da; „Elternhilsswerl" dazu?" —- „Ellernhilfswerk? Kenn' ich nicht! . ..." »Ja, Herr Doktor, wenn er denn unbedingt sein muß, und ich danach wieder arbeiten kaün, will ich die Kur im Krankenhaus ja machen. Bloß: Was wird aus den Kindern? Ich habe immer schon nur mit knapper Rot da; Schulgeld ausgebracht, aber seitdem ich in wen letzten W«>chen durch meine Krankheit gar kein, n Verdienst mehr hatte, weiß ich nicht mehr wei «t. Dabei ift Hans besonders begabt, u d ich versündige mich an dem Jungen, wenn ich hn jetzt von der Schule herunternehme, und m l Trudi ift es nicht anders!" „Haben Sie fi« > f«|on mal ans „Elternhilfswerk" gewandt?" bas? Davon hob ch ( „Ach, ich bin ja so auf der Schule die den ' Doktor ihr Patenoi fei heajhlen. und da; kinz macht ist, wo ich h ü ch e r hernehmen braucht!" — „Die durch'; „(flternhilffujerl' weiß ich garnichts; pbei .Elternhilfswerk? Was noch nie gehört!" oll liner jüdischen Vätern ift glücklich, daß Inge weiter kann! Denken, Sie, Herr will da; Schulgeld für fi: ge, was mir noch Sorge da^ Geld für die Schul die sie in der neuen Klasse köstnten Sie doch vielleicht bekommen!" „Davon wie denn?" Tnpifihe Sprechstuhdeit Unterhaltungen mit V.r und Müttern! Die Sorge um die Fortbildung ihrer Kinder spielt demnach auch -beute noch eine erfreulich, große Rolle; erfreulich. weil sie da; alte jüdische Bildungsstreben in feiner guten, nicht überzüchteten Form verkörpert. Ader lernen koftet auch beute noch Geld, und dürfen wir Frontkämofergenerotion uns sagen lassen, daß wir bei aller Berücksichtigung der ma teriellen Rot die Gekahr der geistigen und kulturellen Verkümmerung übersehen oder unterschätzen? Hier ober ist da, „Elternhilfswerk" früh in hie _ _.. Bresche gesprungen, da; Werk, von deslen Eristenz. sagt werden, daß auch dies nur einen Trpifkn wie oben gezeigt wurde, viel zu wenige, die es auf den heißen Stein barftellt? Hier bietet üih angeht, eine Ahnung haben, unb bas eine der wirklich Gelegenheit, etwa; zu tun, das über b™ mel;fd)teienbes Unrecht wäre, derart gut heia . ..;tt Kinder durch unzureichenden Unterricht goiftl.i rerkümmern ju lasten, nur, weil die Kosten der Bus» ' bilbung von den Ellern nicht getragen weiden können! Soll etwa die 16jährige Oberlelund a n e r i n mit einem vorzüglichen Abgangszeugnis ' der jüdischen Mittelschule nur deshalb ihr Abilur; nicht machen unb später ihren pädagogischen Fädigkeiten gemäß, Lehrerin werben können, w>il ih« Vater, ein Tischlermeister mit kleiner Weililall. seinen Verdienst für eine chronisch kranke junger« - Tochter aufwenden muß? Soll eine s2jahiige -Halbwaise, her die jüdische Volksschule w-grn i ihrer besonderen Begabung eine Freistelle bewilligt hat hierauf verzichten müssen, . weil man vom «Berliner Südosten zur- Schule führen mpß. at-ee das Fahrgeld nicht hat? .1 1 || 1 Jedoch da; „E.H.W." sieht feine Arheil njchl!al; beendet an, wenn -fs einem, begabten Kitbe (inmal wieder bas Schulgeld äuf weiter« 6 Momate odrr 1 Jahr g«sich«rt hat.« Ein s«hr Iwickiltzei" Zweig seiner Tätigkeit ist die Ltziehungsberalu g. die reichlich in Anspruch genommie» wird. Wer « ■< lde« Schreiber dieser Zeilen, ein Jahrzehnt bindr ch eine her größten Berliner städtischen „Be uftV stungsftellen für Heilerziehung" ärztlich geleitet! t, weiß, wieviel in der Kinbererziehiing aus llntr-i 1nis leineswegs aus bösem Wilftit gesündigt n>: d, Und wer wollte sagen, baß amgesichts >er 0 rönderten Umweltverhältnisse die Erziehung u f rr Kinder heute leichter sei als früher? Wer 1.ul le »ichl daß auch in der angestfebten Zzi an i 1arbeit von Bund, Schule tznd Ellrriha us nicht alles glatt und reihüngslos idlan'? Hier füllt das „E.H.W." eine . tlaffentc -u e au; und erweiit auch damit wieder seine Daiem - berechligung. unbeschadet der in> den letzien iri Jahren lausend unterstützten 150. „Fälle"! ' Aber nun die Kehrseite her Medalle« ist Beschaffung der Mittel! Ueberstüisig zu sazen d» sie durch den geringen Mitgliedsbeitrag v in 3.-l- RM. im Jahr nicht herangeholt werden ilöi nen! Das „E.H.W." ist zur Durchführung feinte auf Gewinnung von Förderern ongewiefin dst Schulpatenschaften übernehmen. Da werden! ft -nrig und gerade im Augenblick dringender dl.li st. Pate« „uan monatlich 5>— Marl aufwärts gesucht und weil sich leider beim einzelien d« Mangel an ausreichenden Mitteln hierfür nicht 'citen unangenehm bemerkbar macht, können sich «nlwcder an ein« Patenschaft mehrere beteiligen, oder, ivie es im Landesverband Berlin und Mark dfs RjFdurchgesührt ist. einzelne Ortsgruppm 'zahlen koiroratio einen bestimmten Monatsbeitrag. Rfuß ge schönsten Aufgaben wahrnimmt, hie eine Jühische Institution haben kann: Förderung begabter Kinder auf ihrem Schuf- und Lebensweg! « Wie aber erreicht das „E.H W." lein Ziel? Was sind seine täglichen Aufgaben, welche; sind seine Leistungen? „Jedem begabten jüdischen Kind in Berlin seine gute Schulausbildung und seine Lehrmittel!", da; ist die unsichtbare Ueberschrift des schlichten Zimmer; in der Kantstraße .158, in dem sich der' „Geschäftsbetrieb" abspielt. Also echte Begabungen sollen gefördert werden, und kein „Fall" wird berücksichtigt, bei dem nicht ein gutes Sd)ul Tag binaussührt, aber s ch n e 11 e1 Hilfe ttit not. Wer bedenkt, daß unsere junge Generation einmal da; deutschsprechende Judentum mit T-"‘ner stolzen Tradition verkörpern wird; der fäll und mstß alles daran sehen, daß sich diese unsere Jugend auch in geistiger und kultureller Segiehung ihr« Ahnen würdig erweist. Ihr hi«zu zu v«h«llkn. hat sich das „LIternhilfswerk" zur Aufgabe gestellt. Wer ihm als Mitglied, als Förderer, als Pate beitritt, liefert damit Bausteine für das, was nicht zuletzt dem RjF. dringendstes Anliegen '«» muß: die Schulung und Stählung unserer Jugend für die Aufgaben, die sie wird lösen müssen, gleichviel ob hier oder anderwärts, Aufgaben, die sie umso besser und erfolgreicher wird lösen können, Zeugnis, ein günstige; Ergebnis der Eignung;» je schärfer und schneidiger die geistig«« Wafs«n und Prüfung odrr B«ruf,b«ratung oorgelegt w«rl>«n, dar charakterliche Rüstzeug sind, di« wir ihr mit- Berichte, die oft genug aussprechen, daß es himgeben! Kam. Drmed. Pi