Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 11 (13.3.1936)
- Date
- 1936-03-13
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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ler tote Mann Witt! ' Juni 1919 ■ aftioe Regiment Nr. 118 (- lbP«e zu cm« fliegenden Division ■immer wieder neu aufgefüllt, nach f I„jcr>cr eingesetzt werden. Ach kam « ■meinem! erstmaligen — Frontu, l m ^Porms) ge- und sollte, k rrzer Ruhe gerade von laub in die ♦ ♦ i Zungen trotz Trommelfeuer heraus, und bring: nur die Erkennungsmarke zurück, ein bayr. Negt. glaube ich. Don links ruft'»: Feldw.-Lt. N. gefallen! Der Zugführer des 1. Zuges. Volltreffer in den . sogen. Unterstand. Einsts mal« Dberpostsekretär. m aber den ForgesbaH r» nnseern 8rüden und Unterstanden. J Am Abend de» 14. 6. 1916 erhielt ein Kamerad mit mir dem Auftrag, einen Pionierhängni». 2 Kompagnien meine» Regiment»» ' ' iltei1 ~ "- f . ein entsetzlicher Nebel erschwerten unseren Auftrag. Unler schwerem Peschuß durch die feind lief)« Artillerie sühnen wir unseren Auftrag rachen wir aus. Eine dichte Finsternis und - te rnären, durch anhaltende» Trommelfeuer zermürbt. zu Gefangenen gemacht worden. Meine merao mir mir veni Auftrag. einen Pionier- und auch die benachbarte Kompagnie sollten zug vom äußeren Rande der Forges-Waldes die verlorene Stellung sofort, ohne zur vorderen Stellung zu führen. Um 20 Uhr jegliche Artillerievorbereitung ü b e rr a s chen d stürmen. Mit umgehängtem Gewehre, die abzugfertige Handgranate in der Faust, ging er vor. Die feindliche Beobachtung hatte uns schnell bemerkt und schon setzte ein heftige, Artilleriesperrfeuer ein. Eine in meiner Nähe krepierende Granate sandte mir einige Splitter in den linken Ober- und Unterarm. . Einer der Splitter zerriß den Ulnarirnerv. $ F-*‘ aus. Gegen 7 Uhr morgens konnten wir zu unserer Stellung zurückgehen. Um unsere Meldung zu mache», begaben wir un» zu dem Stollen, in dem unser Kompogniesührer wohnte. Da — ein Zischen und Bersten! Der Luftdruck fegt mich ist den Stollen des Komp.- .Führers. Nachdem ich mich von chem Schrecken erolt hatte, suchte ich meinen Kameraden, eine Spur ist von ihm zu sehen. Nach ungefähr 10 Minuten fanden wir seine Leiche ohne Kopf und rechten Fuß. Die fehlenden Teile fand Man in etwa 50> dir 60 m Entfernung von der Einschlagstelle. Dom plötzlichen Tode meines Kameraden noch sehr ergriffen, konnte ich mich nunmehr zurückmelden und gleichzeitig den. Tod meines Begleiters.. Das Begräbnis des Unglücklichen erfolgte noch am selben Morgen. Ich selbst hat!» durch den Sturz in den Unterstand .nur leichte Quetschungen davongetragen. /; Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten. Schon am gleichen Nachmittage ereilte!auch mied ein böses Ber- Es gelang mir noch, mich bis an einen Sanitätsunterstand zu schleppen. Bor demselben brach ich zusammen. Eine Morphiumspritze und die sofort vorgenommene Tetanusimpfung >ah ich noch an mir vollziehen. Mit Tagesarauen am 16. 6. -kam ich erst—wieder zum Besitze meines Bewutztseins. Gegen 4 Uhr früh wurden 4 unserer Hilfssanitäler <sonst Regimentsmusiker) beauftragt, mich aus der Feuerlinie zu schaffen. Wieviele freundschaftliche Morgengrühe uns die feindliche Artillerie sandte, Hab« ich nicht gezählt. Ich weih nur noch, daß. sooft eine Granate angeheult kam, die Trage mit mir. .nicht sehr sanft den Boden berührte, während 'meine Begleiter sich hinwarfen. Her^ lieh froh war ich. doch als nach nahezu dreistündigem Wege meine Träger mich im Feldlazarett ablieferten. ’ Ehern, etatsm. Uffz.. Lehrer Siegmund. Nach dem Original des Malers und [ywnnjr zurück, ganz unvermittelt von der Isfraulniricr „Zcil" auf ... der „Toten ■Kjiih"! Da« I. Bataillon war schon marschbereit, ei» unaufhörliche» Donneni tai» een ber vordersten Linie, alle Ai Marschwege | lagen Innrer schiverein Feuer. nächtliche Dormar an N-i| Spike unser tapferer kleiner i ch begann, Dberlt. B., der drjkte Zug, der weinige, am Schluß, ich als Schl:eü>iider. '■ Nässe, Schlamm, Nalbi, immer wieder vom Licht stockdunkle der Leuckt- I mieten durchzuckt. Stunde um Stande immer näher zur Front, schon hier ünd da schwere Einschläge, bald link«, bald recht«, endlich komme» Laufgräben voll Schlamm, liier und da liegt ein Toter, Drahtverhau, -alles keucht weiter, ein Krach, alle« springt zur Seite, in Heine zerfallene Köhlen, die wohl mal Unterstände mären, immer wieder saust es heran binlegen - auf — wieder ein Sausen, ich springt zur Seite, dort kauert schm einer ich rüstle ihn: Auf, weiter! Er is eiskalt, ein Toierl keiner der unseren, — vor värt«, durch die Windungen de«. Graben« we ter, ich will gerade um die Grabenecke Herr in, D o 11- Treffer : wenige Meter vor m!r mitten in den Laufgraben, haushoch wirbelt der Sch amm, einer meinjer Melder, Dizefeldw. (V, und unser braver Fpknnch A. versinken tr t Schlamm, Mutc!j.\ zirfctzt, wir bemühen um um sie vergebend, eijn Sanitäter bleibt zurr ck. Mit zusamnieiigehissenen Zähnen Abschi:d und wei- Ter, die! Kompanie ist schon wec, — die verüerten Leute sammeln, — nach, so weit der Ätem reiche und endlich: im v »rdersten Graben! OM: vV fällt mir fast um der Hals: Sie lebe» noch. Sie wurden schon auch als gefallen gemeldet. 1'oir besetzen die Stellung, ein chmaler zerschösse-,er Weg auf der Höhe de« „Toten Dann", unaufhörliche« 'Tromm> Ifeuer, alle» grabt oerziveifelt, um die jämmerlichen Kar- Nickelböblen zu vertiefen und Schuh zu finden. Me», getreuer F, arbeitet mit mir um die Wette, wir sind in Schweiß e ebadet, eine Granate schlägt direkt hinter > n« ein, ein schwerer Brocken fliegt in uns r Loch, ein schrecklicher Geruch verbreitet sit), ein Stück Äenschcnkörper mit der Erkennungsmarke an der Druse voll krabbelnden Wür nern. Es ist unerträglich, ich schaufle die Res e de« armen Frontkämpfers Max Fabian.(gett. 1926) Wieder ein guter Kamerad weniger. Befehl vom Komp.-Führer: 100 Meter vor der Ljnie muß bi» äiellwerden Stellung ausgehoben werdeii? Die anderen Züge sind nicht rauszukriegen. Also, der 8. Zug. Aber es hält schwer ... e » wi r d geschafft, ohne Depluste. Zurück, langsam wird e» hell, überall liegen Leichen von den letzten Kämpfen, vor uns dik feindlichen Stellungen. Der „Tote Mann^ iiiuß gehalten werden. Und er wird gehalten. harn, E.. Le. d. L. Zugf. u Stobtruppf. 4/11« Eine zweit« Erinnerung an die Juni-Kämpfi ■ um den „Toten Mann" mag hier folgen. Mein dritter Feldtruppenteil seil Krieg» beginn, die 10. Komp des ehem. Hessischest Infanterieregiments 118 lag westwärts voll dem Forges-Wald in Reservestellung. Durch ein sumpfiges Gelände führte eine lange, von unseren Pionieren erbaute Holzbrücke Sturmangriff auf Setliinnurt Bei Beginn des Verdun im Zähre bei dessen 3. Komp, in einer bi« dahin Frühjahrsoffensive von 1916 lag das Znf.-Regt. ich Zugführer ruhigen Schühengrabenstellung. Rechts schloß sich Znf.-Regt. 22, links Znf.-Regt 38 an. Vor un« im Tale, durch da« sich der F o r g e «- B a ch zog, 4ag>- vom Feinde besetz», da» Dorf Bethinc o u r t > im Hinteögrunde die berüchtigte mit französischen Batterien gespickte Und später heiß umstrittene fi ö l> e 3 0 4. Der Beginn der Kampfhandlungen setzte link« von uns beim V. Korp« und Nachbarregiment ein, bi« die Reihe an uns kam. Zn der Nacht zum 8.! März schnitten Bioniere Laufgaffen in die 'Drahtverhaue, auch wurden Leitern-verteilt, um den Truppen da« Hinau«- klettern au« den Gräben zu erleichtern. Am 8. März früh 7 juijr -war Zugführerbesprechung bstim Komp.-Führer, Lt. R.; der Graben ist von jeder Besatzung vollständig zu räumen, dies Mannschaft in Unterständen zu halten. 'Um 8 Uhr Beginn' der Artillerievorbereitung, rsachm, 3 Uhr Eturmangrkff Die Uhren werden nach dagn wird jeder zu seinem auf Bethineourt. Divis.-Zeit gestellt, Zuge entlassen. Sie £ouoeinont;Sd|liid|f Zm Sommer 1918 erhielt jeder Bngehürig> des I. Bataillons 2. Garde-Fußartillerie-Negiment > ein Büchlein betitelt „Lieder die wir sangen". De Bataillons-Kommandeur Hauptmann Prestien hart: die Lieder sammeln und druck.» lallen. Zm a!lge meinen waren er jene Lieder, welche Eenzeingu der deutschen Soldaten des Großen 'Krieges ge worden waren. Eine Ausnahme bildete das Liel mit dem Anfang: „Hoch t.inge das Lied von de' dritten Batterie.. ", welches nach der Melodi' „Wohlauf Kameraden aufs P e:d" gesungen wurd,. Dieses Lied „von der dritten Baltcrie" wurdim Sommer 1916 vor Berdun von dem Gefreite , Adolf A-scher (Berlin-Halens.-e) ver'aßt, schilderlc die Kämpfe, an denen die Batterie seit der Mobil machung im Augutz 1914 teilgenommen hatte un > erfreute sich größter Beliebtheit. B.sonders maikant ist die Strophe, welche die Louvemonti- Schlucht tBerdun) erwähnt: „Jetzt zogen wir in die Lonvemont-Schluckt. Gefre'sen hat die wohl Pin Zeder, Der Feind belchoh uns mit großer Wuckl Doch auch wir zogen vom Leder, So mancher fiel in der blutigen Schlacht So mancher, der vorher an Tod nicht gedacht." Ascher, schon nicht mehr einer der Zgngsten, war erst unmittelbar vor Beginn de» Angrissr aut Berdun >u uns gekommen und hatte e» oer standen, sich bei seinen nächsten Kameraden, de» Fernsprechern, sowie bei sämtlichen Borgesetzten unentbehrlich zu machen. Was er im stärksten feind lichen Arlllleriefeuer in den zu so trauriger Be rühmtheit gewordenen Schluchten und aus de» nicht minder berüchtigten Höhen vor Berdun geleistet hat, um bei!Tag und Nacht immer wieder die zerschossenen! freiliegenden Fernsprechleilungen zusammenzu) licken, ist ein Kapitel stillen Heldentum» für sich. Ende Oktober wurde Bicher zwecks weiterer Ausbildung fer war Offizier afpirant) zur Geschützbedienung eingeteilt und nach wenigen Tagen, al» die Batterie Sperrfeuer schoß, durch Granatsplitter tödlich getroffen. Die „Louv.-monl- Schlucht"war auch ihm, w e so vielen Kameraden vor und nachher, zum Verhängnis geworden. Er wurde auf dem Friedhof des Bataillon» in der Nähe' des Dorfes Ploirey beerdigt. Sein Name ist unter den Dielen; Toten des Fahre» 1916 in der „Geschichte des |. Bataillon» 2. Earde-Fußartlllerie-Negimentr" mit dem Datum 1. November verzeichnet. - Bekanntlich kämpfte die Fußartillerie nicht im Regimentssondern im Bata l.on:verband (Stab), drei Batterien und drei Munitionskolonnen. Im Sommer 1916 (Berdun) waren zeitweise nicht weniger al» sieben - Juden bei ' unserer Batterie. E» ist mir nicht bekannt, daß bei -dem Bataillon sonst noch Juden waren. Zu diesen Sieben gehörte auch der Gesteite L e o y au» Slraßburg, ein junger Kriegssteiwllliger, der auf Leitungspatrouille am Piefte.rücken schwer verwundet wurde. ' Kam. Otto fallt (Hamburg) Utffz. 3. Batterie 2. Gardesußartl.-Negmt. Punkt 8 Llhr beginnt ein höllische» Trommelfeuer auf die feindlichen Gräben. Besonder« arg wüten die 21-Zentimeter-Mörser, deren Wirkung man vom bombensicheren Unterstand beobachten kann! Etwa gegen Mittag kommen zahlreiche Franzrnänner mit erhobenes Armen im Laufschritt zu pns. Zch vergesse 'nie, wie zermürbt sie waren, und mit bleichen Gesichtern schildern sie die schreckliche Wirkung .unseres Artilleriefeuers. Schnellihnen die Waffen abgenommen und^: nach rückwgn« marsch. Zndessen rückt der Zeiger der Uhr weiter.vor. 2.55 Alarm: Die Leute stehen an der vorderen Grabenwand, ünd legen die Leitern an.^ 2.59gebe ich - Befehl zum Aufpflanzen der Seiten- gewehre. — Dünkt 3 Uhr schweigt unsere Artillerie, und wir verlassen,d«n Graben. Zn meiner Rechten die entsicherte Pistole, am Koppel die Stielhandgranaten, so geht es vorwärts, unweit von mir der Batls.-Führer, Mas. S. _ Ohne viel Widerstand zu finden, erreichen wir die feindliche Vorstellung, setzen über die Gräben hinweg und weiter geht'«. Plötzlich werden wir von r ü ck w ä r t» b e s ch o s s e n. Die Franzmänner haben sich in vereinzelten Nestern und Unterständen verborgen ünd knallen nun in unseren Rücken. Zch bestimme zwei-Gruppen zur Säuberung. Wer sich nicht ergibt, wird durch Hineinschleudern einer Handgranate in den Unterstand erledigt. Sodann geht es weiter vorwärts, bis auf Befehl Halt geboten wird. Das gewonnene Terrain wird sofort zur Verteidigung hergerichtet. Langsam bricht die Dämmerung herein und nachdem noch vorn ausreichend gesichert und Feldküche/ressen verteilt'ist, kommt die Nacht, doch an Schlaf ist nicht zu denken Am nächsten Morgen, 9. März, wird die Situation für un« recht unangenehm. Französische Flieger stellen unser« Position fest, worauf von- Höhe 304' ein wohlgezieltes Artilleriefeuer auf uns einsetzk^ Namentlich die 4. Komp., vor , un« -liegend, hat große Verluste. Zch erhalte den Auftrag, durch einen Luergraben die Verbindung nach link»' aufzunehmen.- Da der Graben flach ist und wir vom Feinde leicht eingesehen werden können, schiebe ich mich mit meinen Leuten auf dem Bauche kriechend langsam vor. Znzwischen verstärkt sich da» feindliche Artillerie- und M.-G.-Feuer. Eine LIntffz.-Patrouille stellt, nach vorn kriechend. r.90->3 ‘ Vorschau i h - |i i! -? i ,; ii Jlebre-v w Jewiab Institut»; <>. llcl^-ou Library 76