Mannheim
Compact Memory

Der Schild · 1936-03-06 · 10 (6.3.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
10 (6.3.1936)
Date
1936-03-06
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/4911661-5448578-5449577--088-4915771
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Stet«, Brüder tn Et. Aufstellung vom 24. 1. 1936: ffiuttmamt D. 3.( Derluste 1~ Liebmann (Är. Wetzlar) Verluste 1 Schlösser (Ahaus i. W .) Verluste 4 Ehaskel (Berlin) Verluste 1 Levi (Affaltrach bei Heilbronn) Verluste 1 Friesem (Burgbroh. Rhld.ts Verluste i Et. weiteren Meldungen: Cohn (Breslau. Antonienstr. 2) Verlust« 1 Maier (Fifchach) Verluste 1 CSminer (Berlin) - Verluste 2 . Neun Brüder an der Front: Löwenhardt (Dortmund) Verluste 1 In der Zahl der Gefallenen wurde nickt berücksichtigt ein Sobn der /Familie Cohn, a Preslau, der in der -Gefangenschaft gesiorbest ist.! .Das Ergebnis dieser Aufstellung ist: 48 jüdische Familien gellten 271 Frontsoldaten. Voll diesen 271 jüdischen Frontsoldaten sind 80 gefallen (über w° f> > Nehmen wir hierziz die ijben erwähnten 55 Familien, von denen jede 3 oder 4 Frontkämpfer. im ganzen 177, gtsiellr Kar. von denen 36 gefallen sind, so kommen wir aut: 103 jüdisch« Familien, die 448 Frontsoldaten stellten. Bon diesen 448 jüdischen Frontsoldaten sind 116 gefallen (etwa 25 v. H.). ♦ «J! Sach einer Zelchnum} de» jüdischen Künstlers und Frontkämpfers Max Fabian (ge*t. 1926). die'1947 im Felde geschaffen wurde. Die Krie^sopf erabteilung des RjF. ist mit der Betreuung der Hinterbliebenen unserer . Diele Liste ist zu ergänzen durch Meldungen, bet denen 5 Brüder und inebr als Frontlampfer ausgewiesen, näbsera Angaben "über Verluste usiv. uns jedocki n i ck r gemackr worden sind. Es sind dies: Mit fünf Söhn m: Spenden 12060 gefallenen Brüder sowie unserer kriegsverletzten Kameraden betraut. Diese Aufgabe heißt Erfüllung höchster Ehrenpflicht: bitten wir auf das Postscheckkonto 140208 Einzuzahlen. nach uuicrn früheren Angap die ,Familien W a s > e r m a Iaeobiohn »Marwitz». B Gosein, nach neueren Meldungen: die Familien Sttictma Liebmann (l£IIar bei L «Elens, Oitfriesland). Ar bürg». 3 d, l o 6 (Jesberg. nach Mit sechs Söhnen: frusterer Angabe: die Familien Eodraimsl Buchs da um »Behringen:^r:rbg.». Len mann '»'elsentirchen». 'Alldot' i. B ». 3 riefe! tn: t it «Ermreuid,. u m ' 3chrimm. n zReinheim' ilnburg), Leon uzer »Bücke- Ka»>el>: Sez h n i-rrnlitt’!I> ertbeimer »Birklar' nach neueren Meldungen: . ’ die Fanni en B i i i.e r '«tzrest'iei b. Emden'. Meyer >3lein'»ru. Mar» Hir >' chberg i Z weitern. P setz». D ob einer »t.'eioi o b n »Emden» Bingen Ab.'. Obst Borken. He' -ch>. Hartoa Mit sieden Löhnen: nach irulstteii Angaben: hie Familien Lang. «Worms). Rödelssteimer tBaiiingen». Frank tReckarmschofsheim): . ' nach neueren Meldungen: die Familie 3alomon »Hilbringen): Mit acht Söhnen: nach früheren Angaben: Familie Be n si n g e r (Brlüngent. nach neueren Meldungen: Famiüe K r ä m« r FErailsheim): Familie Rothschild (It. Hamb Familienblak!. 1916,' Rr. 3). , Familie Feibulch <RogastM. Stjellr man die Ziffern dieser Meldungen; 27 Familien mit 166 Frontsoldaten) mit dem . lägen Ergebnis zusammen, so ergibt sich:. 130 jüdische Familien stellten Deutschland 614 Söhne als Frontsoldaten. * Befreiungskriege. Von den söhnen Aaron Limons nahmen teil: Dr. Theodor Simon an den Feldzügen 1864: 1866 und 1870: Mär Simon wurde 1868 verwundet, nahm 1870 an der Erstürmung l des Eeisbergs (Weihenburg) teil, erhielt einest schweren Kopfschutz, entfernt« sich aber bald aus dem Lazarett, um die Kämpfe vor Bans mitzumachen. wurde als Ganzinvalide entlassen: Richard Simon war Offizierdiensttuer. wurde bei Fröschweiler durch Beinschuh schwer verwundet, erst nach drei Tagen gefunden und ins Lazarett gebracht. Von den! Söhnen Mär Simons machten den Weltkrieg mit: Dr. Th. Simon, kehrte aus dem Ausland zurück, war Frontsoldat in den Vogesen: Wilhelm Meno Simon <„Schtld" vom 21. 6. 35). * Äcrr L e se r Levi, jetzt in Köln und 90 Jahre all. harre vier Söhne, die sämtlich an der Front de« Weltkrieges standen. Der älreste, Julius Levi. erhielr das E. K. I, die andern drei das (f. K. II. Der einzige E n - ke 1 starb schon in den ersten Wochen des August 1914 den Heldentod. Ahnen, Väter und Söhne j . Wenn untere Feststellungen über die Berei- ' m ligung kmderreichcr Familien am Weltkriege gewisiermasien einen O u e r s ck n i 11 durch eine bestimmte jüdische Generation darstellen. io ist natürlich nickr mindc L ä n g s s ch n i t r, der eine den 'Anteil jüdischer Familrst > e r e Generarionenfolgen an Kriegen seit 18' wesentlich ein Übersicht über n durch m e b - den 3 gewährt. Auch bier liegt u, s einiges Material vor. Allerdings ist da >ei zu beackren, daß die Feldzüge vor dem Weltkrieg unvergleichlich - klejnese Armeen kannren, so daß demgemäß auch, der jüdische Anteil ziffernmäßig geringer sein muß al« im Weltkrieg: außerdem ist der geringere Anteil der jüdischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung im vorigen Jahrhundert zu beachten. Die« vorausgefchickr* ist di« Zahl der jüdischen Weltkriegskämpfer, die auf Barer bzw. Großväter und Urgroßväter verweisen können, welck« unter dest Fahnen deutscher Volks- Heere schon in früheren Kriegen gekämpft, beachtenswert. Beachtenswert ist vom Blickpunkt jüdischer Geschichtsschreibung dt« Tatsache, daß in unserer Gemeinschaft eine stolze soldatisch« Tradition («dr, seitdem es überhaupt eine neuzeitliche allgemeine Wehrpflicht und damit auch jüdisch« Frontkämpfer gab. Jahrhunderte der Verfolgung. Unterdrückung. Austreibung und Demütigung haben das kämpferisch« Erb-s. die Bereirschaft zu höchstem Einsatz, die im Judentum feit je wurzeln, nicht auszulöschen vermocht. Bon 1813 bis 1914. . Eine alte jüdische - Soldatenfamrlie, die Frontkämpfer in vier Feldzügen gestellt bat. ist die Familie Krisch. San Krisch nahm als Freiwilliger im Jägerdetachement des 4. preuh. Inf.-Regt am Feldzug von 1815 teil. Von seinen füni 3-hnen haben vier aktiv bei der Garde 'ge dient. Der jüngste. ° ■ David Kris ch. diente 1861 bis 1863 aktiv beim 14. Inf.-Regt, in Drombetg. machte den dänischen Feldzug 1864 mit, war als Gefreiter beim Sturm auf die Düvpeler Schanzen, zum Feldzug 1866 «ingezogen, jedoch wegen Krankheit, entlassen. Dagegen nahm et als Gefteiter der Landwehr am Krieg« 1870 71 bei der 1. Kom. Land« Regtsl 54 teil,.hak die Belagerungen von Strahburg. Schlestadt und Beltort, am 2. 11-, 70 das. Gefecht bei Petit Äaany und am 23. II. 70 den 3türm auf Bavilliers mitgemacht. Sein Sohn . Hermann Krisch genügte '1398 1900 »einer attiven Militärpflicht in der 2.'Komp. 2nf. Reats. 140 tn Hohenfalza. war 1902 Uffj. d R. wurde am 3. Mobikmachungstag 1914 zum Landwehr-Regt. 49. 9. Komp., «ingezogen, nach der Schlacht vckn Tannenberg zum Bizefeldw.d- % befördert, machte de» Feldzug im Osten und Westen mjl, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem E. K. ausgezeichnet und infolge einer Verschüttung, die ihm für längere Zeit die 3vrach« raubte, am 18. 2. 13 zu den Albatros-Flug^ug Werken entlasten. «Dgl. „Schild" vom 3.2.35). * , Familie Simon stellte. drei Generartonen preußischer Frontsoldaten.. Dr. Aaron Simon machte als Kolbetger Jäger di« Beftriuugskriege mit und nahm an der Schlacht bei Ligny teil. Auch fein Bruder 2onar Simon war Teilnehmer der Drei Brüder Leser Levis zogen 1866 und 1870 ins Feld. Einer fiel 1866 bei Heimftädt. ein anderer Bruder starb an den Folgen einer Krankheit, di« er sich bei der Belagerung von Metz pigezogen, der dritte wurde als Gardesoldat bei St. Privat verwundet. Ein C n I«I Leser Levis hat an den Freiheitskriegen 181315 teilgenommen und zwei Auszeichnungen erhalten, die noch im Besitz der Familie sind. Er starb. 97jährig. als letzter Veteran in der Rheinprooinz. (Vgl- „Schild" vom 1. 3 35). * Familie Blumenthal. Hess. Oldendorf. weist Großväter und Enkel als Soldaten auf. ., Baruch Blumenthal war Mttkämpfer der Befreiungsftiege. In der Nr. 29 des „3child" vom 19. 7. 35 ist der Wortlaut der Urkunde veröffentlicht worden, die dem „gewesenen Cavit. d'Armes Baruch Blumenthal im 3. Landwehrregt., gebürttg aus Oldendorf Amts Oldendorf die, nach der allerhöchsten Ordre vom 14. März 1821 für alle diejenigen kurheffstchen Krieget und Unterthanen. welche den Kampf für Deuffchlands Unabhängigkeit in den Iahren 1814 und 1815 unterstützen halfen, allergnädigst bestimmte Denk- und Ehrenmedaille aus erobertem Geschütz" usw. verlieh. Der Enkel stt Kam. Julius Blumenk h a l, Hest. Oldendorf, Kämpfer des Weltftieges. ' * Ebenso ist der Großvater unseres Kamera-, den Sally Grünewald. Deuthen. Kombattant der BeftemugSkriegr. Dem ^ehemaligen Gemeinen des 5. Westfälischen Landwehr-Znfanterieregiments David Grünewald" wurde die „ Erinnerungs-Kriegs-Denkmünz« für Combattanten. für die Krieger der glorreichen Feldzüge 1813, 1814, 1815" .als erneutes Zeichen der Anerkennung des König« und des Vaterlandes" am 17. März 1861 übergeben. *: Familie BStz«. Hilderheitn. weist auch drei Generattonen Soldaten ai. . Martur Böhm, hatte am Feldzu«e 1848 49 teilgenommen. ,! Der Sohn. Sanitätsfeldwedel L. Böh»»j. stand 1892/94 im attiven Dienst, tat von 1914 bis 18 Knegsdienst und war bis 1920 bei der Reichswehr. \ Dritte Generation ist Walter Böhm, der 1914 als Siebzehnjähriger kriegsfreiwillig beim 10.' Iägetbataillon «inttat und» am 2. Ro vetziber 1916 am Roten Turmvatz auf dem elde der Ehre fiel. (S. „Schild" vom 19 35). Der am l0. Mai 1922 in Rovalben (Pfalz) 76jährig verstorbene Kaufmann Joseph B a e r hat als attiver Soldat im 5. Baverischen Iägerbataillon (Aschaffenburg) den Feldzug 1870/71 mitgemacht. Fünf S ö b n e waren Frontsoldaten des großen Kriegealle besitzen das E. K. ll, daß Feldehrenzeichen und den Bayerischen^ Orden. E« waxen: Hugo Baer, Rodalben, rückte mit den, 5. Art. Regt. Landau am 1. August 1914 aus, war beständig an der Front und ist am 3. 4. 1918 nach der Rückkehr von einer Pa ttouille bei der Umstellung der Geschütze g e fallen: Leo B.. jetzt Köln a. Rh.. Bayer Res. Regt. 22 (Landau), wurde zweimal, und zwar am Reichsackerkopf und beim Durchbruch von Tarnopol, verwundet, nach der Wieder Herstellung in Macedonien. kam Ende de-: Krieges sumpffieberttank zurück: Alfred B.. Rodalben, bei einem bayerischen Armterunasbataillon. kam 1913 ttank heim: Moritz B. Uffz.. Worms, bei Armeefunker-Abt. 14. Otto B.. als Freiwilliger beim 5. Futzart Regt. Landau (Pf.). * Mar Wertheimer, au« Aftdorf in Baden stammend, ist ebenfalls Feldzugsteil nehmer des Krieges 1870/71. Er hatte 1867/69 im Leib-Gren.-Regt. 10Ö (Karlsruhe) gedient und war Gefteiter. Von seiner Familie, die jetzt hauptsächlich in Mannheim ansässig ist, standen im Weltkrieg sechs Söhne und drei Schwiegersöhne im Felde, und zwar,: , Hugo W.. Ufft.. attio gediemt 1901/02 bei Regt. 113 in Freiäurg, an der Front bei Regt. 253; Simon W.. Gefr. an der Front bei Feld-Att. Reat. 14. bei Verdun verwundet am 1. 4. 33 infolg» Kriegsleidrns gestorben: Julius W.. Eeft., attio gedient bei Drag Regt. 22, Mülhauset i. Elh, 4 Jahre an der Front bei Div. Funker-Abt. 43: Semy W . an der Front bei Regt. 239. bei Lange marck-Ppern verwundet: Ernst .W.. an der Front in Galizien und Frantteit»: Eimen W.. Geft., an der Front bei Gebiras-IÄrt.-Abt. 5.6. Batt. 15 in Rumänien und Mazedonien, kriegskrank an Malaria, geftorbm am2.6.35; und die Schwiegersöhne: Gustav Gutmann. Heidelberg. Vize-Wachttn., attiv ge dient im Drag. Regt. 21. an der Front bei Feld-Art. Regt. 14: Hermann Boden heimer, Heidelberg. Gefr., attiv gedient, an der Front beim Train 14; Dr. Mar Haberer. Offenburg. Uff,., Kriegsfreiw., an der Front bet Eebirgs-Art-.-Abt 5 6 in Frantteick und Rumänien.! Alle, Schwiegersöhne ipie 3ohne. sind im Besitz von Kriegsauszeichnungen. , * Eine Soldatenfamilie ist auch die Familie B r u m «, Berlin. Der Vater, Ä « r - mann Brumm, jetzt verstorben, diente bei der 2. Komp, de« Jnf.-Regt«. von Courbiere (2. Posenfche«) Nr. 19, hat den Feldzug 1870 71 mitgemacht, und zrrtar mit solcher Auszeichnung, daß die gedruckt^ Regimentsgeschichte seine Leistungen mit voller Namensnennung aufführt und lobend erwähnt. Er wurde am 18. Januar 1871 durch Lungenschuß verwundet. Sein Sohn R. A Dr. Fritz Brumm. Berlin, machte den Welttn'eg mit. wurde nach dem ersten mitgemachten Gefecht rum Unter- Verdun 1916 ist das Thema, das in diesen Wodien in zahlreichen Beiträgen überall behajndelt wird. In gewaltiger Vision steigen die Erinnerungen an die blutigen Ereignisse vor zwei Jahrzehnten herauf. :: Der Reijchsbund jüdischer Frontsoldaten liefert hierzu seinen Beitrag mit der Sonderausgabe des .Schild" vom 13.März 1936. Wir bitten um soforti|e Aufgabe der Bestellungen zwecks Propaganda fflr untern Bund durch die Ortsgruppen des ijF. an die | Schriftkttung das SCHILD" [ Bfltn W15, Kurfttrstenäamm 300

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.