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Der Schild · 1936-01-17 · 3 (17.1.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
3 (17.1.1936)
Date
1936-01-17
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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GEIST OES JUDENTUMS Beiblatt des „Schild“ Berlin, 17. Januar 1936 _ Blick In Bücher „4Mt«lt«n an der Zetteilwende(Sutcf- Hardt. Nietzsche, Kafka). Bon Harr Joachim Schoeps, Berlin 1936. Vortrupp-Z erlag. Ist er schon wahrlich nicht da; geringste Lob, wenn man von einem Essai band von geistigem Format — dar ju erw irten man von Dr. Schoevs, dem Kenner der jüdischen Religionrphilosophie. von vornher in berechtmt ist — sagen kann, daß seine. Kapi'el Teile einer organischen Gan^n s nd. so ist diesem schönen, reifen Buch: bo<f noch ein weit gröberer zu spenden: er stell in seiner Ganzheit ein Bekenntnis dar. ein Bekenninis von serter seltenen Art. die dun > di« bescheidene.' indirekte Form ihrer Ausdrucks, näm lich durch die wissenschaftlich solit fundierte Darstellung reprüscntativer Persönlrchktt'en der Geistesgeschichte. bei dem denkender und fühlenden Leser «inr umso nachhaltigere Wirkung hinterläßt. Dar erste Kapitel der schmalen (übrigens erstaunlich billigen) Baudezeigt uns Jakob Burckhardt, den genialen Historiker der Antike und der Renaissance, als den nüchternen Betrachler seiner Gegenwar und den prophetischen Seher unserer Gegen oart. Wir verehren „in Burckhardt.. einen der letzten groben Humanisten der Christenheit der noch so zu leben vermochte, wie er daote": aber wir wissen auch. — so führt Scioeps am End« dieser Kavitelr aus dab «s heute nicht mehr möglich ist. ..unabhängig" zu leben, dab mgn heute „die durch Basel gehenden Rachtschtiellzüge" nicht mehr redlich hasst» kann, weil man mit ihnen fahren nutz. Dieses Portrait Burckhardtr ist nicht nur schön, sondern auch zweifellos richtig: problematisch hingegen erscheint uns in Bezug auf feine „Richtigkeit" das folgend«. „Friedrich Ni etliche oder das Ringen um eine neue Well" betitelte Kapitel. Schoevs beschreibt hier zunächst — natürlich nach einer kurzen, bei «mer Behandlung Nietzsches n an sich schon recht naheliegenden Kontrasti rung mit Burckhardt -- Nietzsches Zerstörung rwerk am Christentum. In dem Augenblick jedoch, wo die Deskrivtion folgerichtig zu Nietzsche- „oo sitiver" Philosophie übergehen müßt. zur „berauschenden Dichtung" vom Ueberme ischen, zur Lehre von der „ewigen Wiederkunft", rum „Willen zur Macht'', zum „amor fati", in diesem Augenblick bricht sie ab. und oas folgt ist Interpretation. Schoeps nimmt von diesem Moment an Nietzsche p s n ch a l o g i > ch. und er tut das — das ist unseres Erachtens das Gefährliche — unter häufigen Hinweis auf die „Rache der Hinterwelten", auf Nietzsches persönliches Scheitern. Diestr irethodische Bruch iS. 38) ist dem Verfasser bei der auberordentlichen Klarheit seines B> ch:s allerdings rweifelsohne bewubt: auch gibt er nun nicht etwa eine der von tbeologisher Seite üblichen „Ahkan elungen" Nietzsche-. er weib vielmehr sehr wobl. dah sich bei Nietzsche «ine „neue Spezies Mensch" ankündigt „die die christlichen Grundwahrheiten und Snmbole nicht mehr verstehen kam>". Imme hin bleibt der Ausweis dieses Bruches uns« es Erachtens ein gewichtiger Einwand, foern man „Objektivität" der Erkenntnis als bindend anerkennt. Und dennoch: gerade in diesem Angelpunkt des Werkes liegt auch die Basis einer groben Bedeutung, nämlich seines obe i angedeuteten Bekenntnischarakters. Mag d e objektive Gültigkeit dieser Nietzsche-Darstellung fragwürdig bleiben — welche der bishe: igen bleibt es übrigens im Grunde nicht? — so ist doch ihre su.bjettive Wahrheit nicht zu bezweifeln. Und könnte sich der Verfasse nicht mit Fug hierin auf den Wahrheitsbe >riff Nietzsches stlbst berufen, dessen Krite ium vor aller Interpretation als „Lebens förderung" letztlich doch ioohl wie für Kierkegaard die Echtheit, d. h. die subjektive Nralität ist? Hätte Schoeps im dritten Teile seiner Arbeit Heidegger oder Jünger behandelt, so wäre das Nietzsche-Kapitel vieleicht „objektiver" geworden. dafür aber wär; sein Buch eben «ii» „Arbeit" geworden unl kein Bekenntnis. Bücher von hohem Nive m. die zugleich mit dem Herzen geschrieben sind, sind aber heute sehr selten: deshalb hab-n wir dafür dankbar zu sein, da« der l ritte Teil „Franz Kafka oder der Glai be in der tragischen Position" überschrieben ist. Kafka ist eine jener Gestalten, die nienand mehr loslasien, der je ein« Zeile von ihm las. Dunkel, vieldeuttg und dennoch irf endwie (es gibt hier leider kein anderes Woit als „irgendwie") unheimlich klar ist der Sinn seiner Dichtungen: «ine Qual ist ihre Liktüre und eine furchtbare Aufgabe. Schoeps hat diese Aufgabe für sich gelöst. Seine Lösung ist nicht das erst« und erst recht nicht das etzte Wort zu Kafka: wir müssen jedoch fcftf eilen. dah sie «ine gewaltige, durch profund^ Kenntnis A! LICATOR UNSfcRK VERKAUFSOEäCriAPTE. Barlla. ..nlmliili 1« Hiabul, Jaa(inalk| 43 IC Alm a. HofeaamAa 11» Eaaaa. UabaAatmAa 1A ■ •tarn. Aa Bscbaa). Flanktet a M, Zasoala. Oll, WappartaMIbarMd. H»meai«a>a 1A 67 U «kack a. M M Eine Lehre Von 1. E. Porifzky Am 13. Januar 1936'hätte, trenn ihn nicht irkon Anfang 1935 ein früher Tod ereilt hätte, der Schriftsteller J. E. Poritzky leinen 60. Geburlltag begehen können. Ei trar ein bewegtet, fait romanhaftet, aber auch an fruchtbarem Schaffen reichet beben, dai vor fait einem Jahr abtchloß. Werke ttie „Meine Holte“, „Lamettrie„Probleme und Porträts“, „Dal Herz der Nacht“, ,Jmago Mundi“, ..D‘e unlichtbare Kraft“, „Melancholie“ und eine fülle von Novellen, Domänen. Dramen, kultur- und literaturhistoriichen Abhandlungen und Eisdyi kennzeichnen dai Schaffen dei ungewöhnlichen Mannet. Wir leibst geben im folgenden eine Probe all* seinem Nachlaß. > I Vie kleine .Queen Anne" flieh morgen» gegen vier, bald nachdem sie da» offen» Meer erreicht hiatte und in einen undurchdringlich dicken Nebel geraten war. mit einem mächtigen Dampfer mittschiff» zusammen und sank innerhalb weniger Minuten. Ein« Meng» Menschen, toll au» - dem Schlaf gerissen, gingen dabei unter. Rur wenige konnten sich mit Rettungsgürteln eine Zeitlang über Wasser halten: aber da diese elenden Bürtet undicht waren und Wasser zogen, war auch die Rettung dieser Schissbrüchigen unmöglich, um so mehr, al» in dem fast schalldichten Nebel kein Mensch gesichtet werden kannte.! Leonhard Ball -vermochte sich am längsten über Wasser zu halten, vielleicht durch den bloßen Zufall, daß sein Gürtel von Wetter und Zeit nicht so arg witgsnommen war. Er hatte Glück. Ein Fischkutter sichtete chn, nachdem die Nebelwand sich ein wenig gespalten hatte, und zog den fast Leblosen an Bord. Man versorgte ihn mit trockenem Zeug, goß einige Bla» steifen Grog in seinen Hal» und ließ ihm Zeit, sein Schicksal zu überdenken. Gegen Mittag, als das Wetter schön geworden war, trat der Kapitän, rauh und schroff wie ein verwitterter Fel», auf Leonhard zu, der an der Reling' sah und sein Geschick überdachte. .Also? Wir haben dich gerettet (der Kapitän duzte alle), aber faulenzen kannst du hier nicht. Ich brauche einen Schisssjungen. Willst du die Arbeit verrichtkn? Du bekommst vierzig Mark Löhnung im Monat." .Wa» fällt Ihnen ein, Kapitän? Ich brauch« Ihr« lumpigen paar Mark nicht. Ich Hab« gottlob Geld genug bei mir." .Ich brauch« ober deine Arbeit. Du hast kein« Wahl." .Schön« Aussichten! Ich war aus der »Queen Anne", um eine Vergnügungsreise zu machen. Ich bin Maler, Künstler. Ich bin Träumer, Bücherwurm. Ich verstehe nicht» vom Schiffsdienst und bin schwere Arbeit nicht gewohnt. Wenn Sie mich bei nächster Gelegenheit an Land setzen oder vom näet^ten Dampfer, der un» begegnet, übernehmen lassen, gebe ich Ihnen tausend Mark." .Topp! Abgemacht! Her mit dem Geld!" Leonhard kramte in den Taschen seine» soft getrockneten Zeug»: aber die Brieftasche war sott. Gleichviel ob sie ihm bei der Rettung oder al»,er mit d: den Wellen kämpft», im Meere abhanden kam — sie!üx;rJli war weg. Der Kapitän schaute ihm höhnisch zu. .Nun?" stagte er. V Leonhard» Gesicht blieb vor Schreck in alberner Berfteinerung. Al» seine Berzweislunq sich endlich Luft machte, ttef er au»: .Aber mein Gott! Ich versteh« nicht da» geringste vom Schiffsdienst, Kapitän. Ich kann da» alle» nicht. Anstatt mich jetzt zu einer ungewohnten Arbeit zu zwingen, wäre e« barmherziger gewesen, mich ertrinken zu lass«,." , .Bitte!" sagte der Kapitän. Er hob Leonhard aus wie einen Ball, und ehe der Künstler sich zur Wehr setzen konnte, war er über Bord geworfen. Sobald er wieder austauchte, schtt« er entsetzlich um Hilfe. Er wurde gerettet. Al» er wieder an Bord und einigermaßen bei Besinnung war, stand der Kapitän wieder bei ihm. als sei nicht» geschehen. .Nun, wie fleht'»? Willst du für die nächsten Monate, bi» wir an Land gehen, mein Schiffsjunge lein? Dreißig Mark Löhnung im Monat." .Sie sagten vierzig, Kapitän." .Da» war, bevor ich dich kannte. Jetzt kttegst du nur-dreißig. Und ich bezweifle, ob du die wert bist. Willst du?" .Jawohl, Kapitän." »»ii»»«»»»»»»«»»- >>»«>»»»»»Me»""""""*' .. schwort^, die eine Gesamtschau jüdischer Leistung auf bestimmten Gebieten ermöglichen sollen, wurden erweitert: Sozialpoliriker. Sprachwissenschaftler und di« Dozenten der Universität-Jerusalem stehen neu neben den n«u brarbeitetei Abschnitten Astronomen. Botaniker. Chemiker, Physiker. Die Liste der Mer>jzj„rr. die Tabelle zum Stickiwort Film, der Artikel Svort würden nach diesen Eesich spunkten der .iuiammenschau völlig umgesta tet. Große Artikel. wie etwa .. Teil mehrfarbige Ta «ln. Bilder, Karten und Tabellen). |; “ Frieda Metzler: .ZeiertagsmSrchen". Betthold Levv. Verlag. Berlin. Es ist gesunde Welttrömmigkeit ünd echte Religiosität in diesen Märchen, in denen dek jüdische Feiertag seihst eigentlich die Hauptrolle abgidt. Für jeden einzelnen Feiertag erzählt Fneda Mehler ein besonderes Märchen, da» au» den Bräuchen und Erinnerungen -von Peßach, Schawuotb. Rofch haschonoh, Jom Kippur, Sukkot. Simchas tauro. Chanukka^Purim und 10 t b, und durch «ine in aller Knappheit reife DarstellungsforM bedingte Uebeneugungskraft hat. Man spürt nicht nur, daß Schoevs noch mehr als das hier Gedruckte über Kafka in der Schreibtischschublade zu liegen hat, sondern man weiß auch, daß ihm Kafka ein echtes Erlebnis geworden ist. daß er ihn „übernommen" hat. Nicht zuletzt in diesem Erlebnis hat wohl sein im Vorwort „für spätere Jahre" gsigebenes großes Versprechen einer „Anthropologie oder Lehre von der menschlichen Wirklichkeit" seine Wurzel. Schoeps nimmt in seiner Kaskadeutung den Ausgang von dem „ungeheuren, schauerlichen Schatten in den Erdhöhlen", der übrig blieb, nachdem Gott „tot" ist. Kafkas Schritten lind ihm der, Ausdruck der „im wirklichen Sinne tragischen Position des Menschen.!... der an die Offenbarung gebunden blefbt. auch wenn er sie nicht mehr 1-liieren kann", weil die Entternung zwischen Himmel und Erde zu groß geworden ist. Diese Positton sst tragisch, dennoch aber sst sie eine Glaubensvofition. nicht nur. weil sie wesentlich durch den „schauerlichen Schatten" hervorgerufen Ist, sondern weil ihr auch eine Hoffnung immanent ist, die Schoeps eine meffianische Hoffnung zu nennen berechtigt zu sein glaubt, „die. je grundloser sie ist, umso gewaltiger aufbricht". Den Hauvtbeleg für diese These bildet ein Kakkawort. mit dem Schoevs seine Darstellung abschließt, es möge zur Verdeutlichung des Gesagten auch am End« unserer Rezension stehen: Eia ttfm Atsch«» Halai*sk*r Crtenatal* I» Nt W»»kch |« Nttbt» Dieses Lebe» IAsiat »»ertrLßllch. sie m« MtrrtiAter Kaa |chA«t sich il*t »ttzr. Ndn r» mCh Nt» bittet tat Nr Mtt» Zelle. Mt mtm tzttzß. te «tat «tat ßttzxtcht $m »erbe». Mt «M» erst MriVt» ftr»t« »Erb. Der Jteft st» 9(«aN MdI bebst aMt, »Htzre»b btt Xrtasytctss »erbe z» fMa btt Herr March be» Gt»t rsarait«. be» 6tft»tt»s» »»letzt» »ab ftftn: .Diele» |tll vtzr »ich« «Metzer M»|ptrre». Er ks»»t )» »N H. 6t Die 3. Auflage der Ptzilo-Lfrikon« erscheint ein Jahr nach der Auslieferung des ersten Eremplares als um 40 Spalten vermehrte Neuauflage (22. bis 26. Taufend). Der Hebräische Teil wurde entsprechend der immer größeren Bedeutung, die dieses Gebiet für das europäisch« Judentum erhält, erweitert. Der statistisch-geographische Teil wurde um di« bisher noch fehlenden Hauptdes Sabbat Iheroorwächst. So lernt das Kind aü? unterhaltende, phantasieanregend« Art di« Fefttagssitten kennen und wird durch di« Abenteuer der Kinder dieser Geschichten an das Judentum herangeführt. Manchmal erheben sich die Märchen ins wirklich Poetische, besonder» weni die Natur heremwirkt oder die Feiertagsreq liisiten zu eigenem Leben erwachen. Dodo Bürgner begleitet die Märchen mit hübschen Zeichnungen. Die Zudeuf age als Aufgabe der neue« Ge- " Von WilhelmIS rau, EchrifschtchtSforfl. _ len de» Reit >Sinstituis für Geschichte d«S neuen Deutschland, bürg. wert drifteurrl P. Hanseatische Verlagsanstalt, Kam- I>,e M *3eite starte DrosUiilre des Münchener Lift», rtter« erkält lh: »rundläallches bewirkt als Lchrlft des?ie>ch«instltn«s für Geschichte des neuen Deutschland»^, degen Dristden , vrosegar Walter ^radt, (»ldft da« Dar. WildeNn »rau > alle diejenigen städte und Staaten der Welt, um mehrere Tabellen und ein« Karte erweitert. So rindtt man z. B. bereits den jüngsten Staat Mandfchukuo. Die Valästinakarte wurde neu ge^ichnet und im Vielfarbendruck. der auch die Höhenunterschiede erkennen läßt, eingefügt. — Die arundlr»cndrn Zordrrungrn und Se^chtspuntte hier kanirntrirrt zusam nrn, denrn wie drrrit» bet seinen dls dertgen Arbeit n (»Antisemitismus im späten Mittelaller', »Wilde! n »an chumbaldt und das Problem der Zuden-1. deaeare« sind. Velde Arbeiten wurden im »LchildberüLschtiak, die lentaenannte in der Plummer vom (i. Dezembl r IMS, tra wir an leitender Stelle unsererseits unsere S eschichtsaussassung aussüdrlich entwickelt baden. Dies I wie "chründe »er Zurückhaltung entheben uns einer aussi brlicheren Auseinandettebun, mit der |e»> vorliegenden £ helft. Womit aber leinessalls «esagt sein soll» dasi der ai der jüdischen Geschichte interessierte Jude (und das soll« jeder sein! sich nicht sehr ernstbast mit dieser Arbeit u >d dem weiteren Schrifttum gleicher vtichtung beschäftig < n sollte. Rembrandfs Gemälde Ein stattliches Tafelwerk von 630 Abbildungen, etwa 600 Gemälde und 30 Ausschnitte. hat der Phaidon-Berlag Dr. Horovitz (Wien) zu dem niedrigen Preise von RM. 6: — herausgebracht. Dem 60jährigen Senior der Rembrandt-Forschung. einem ,Maüne unserer Gemeinschaft, dem Stifter des -D^dius-D u feums im Haag und einstigen Leiter des dortigen Mauritshuis. Abraham B r e d i v s, wurde die Herausgabe anverttaut. Die Anordnung erfolgte nach Themen. Sie beginnt mit den Selbstbildnissen, daran schlü ßt sich die Reihe der Bilder! von Rembranlts Familie: die Bildnisse Fremder werden in Männliche und weibliche eingekeilt: es folgen die Gruppenbilvnisse. Dann werden „Lardfchaften und Tiere" zufammengefaßt und „6 ejchichte. Mythologie, Allegorie". „Altes Tesi ament" und ..Neues Testament" werden vi neinander geschieden. .L-iblssch« Einzelgestalt«»" machen den Besck^uß. Diese Querschnitt« ermöglichen eine emprägsame Uebersicht von Rembrandt» Entwicklung. Ein Anhang von knovvsten Anmerkungen stellt die neuesten Eraebnisse der Rembrandt-Forschung zusammen, besonders die Deutung und der Zuschreibung. E« wird im Wesentlichen das Werk des Künstlers den Augen des Beschauers dargebvten. von dessen Echtheit die Kennerschaft des Herausgtbers überzeugt ist. Das Kupfertiefdruck-Verfahren, in der hier angewandten Verseineruna. kommt der Wiedergabe Rembrandtscher Gemälde sehr entgegen: es vermittelt einen verhältnismäßig §u«n Eindruck der Zwischentön« und des lldunkel». Diese neue Rembrandt-Deröffentung stellt aber nicht nur kunftwissenschafteine lleberholung früherer Rembrandt- Bücher dar. auch rem optisch vermtttelt sie Ke Kenntnis, da sämtliche Werke — in Zejttaum von vier Jahren — neu ausgenommen worden sind, und viele Bilder wurden in dieser Zeit gereinigt, manches tauchte aus dem Dunkel, manche entstellende Zutat von fremder Hand schwand. - lieber Rembrandts Judenküpfe und feine olttestamentarischen Bilder ist viel geschrieben worden: auch diese Reu-Ausgabe verführt den jüdischen Bettachter dazu, sich andachtsvoll in sie zu versenken. Rembrandt hat mit diesen Schöpfungen die Tradition der calvinischen Niederlande den Juden gegenüber fortgesetzt und vertieft, und Abraham Bredius fügt mit der Phaidon-Ausgab« von Rembrandts Gemälden «inen wichttaen Stein dem Gebäude jüdischer Rembrandt-Forschuyg an. das Namen, wie Carl Neumann und Mar I. Friedländer, Georg Simmel und Werner Weisbach verzeichnet. .W Herbert Eulenberg. Zum 60. Geburtstag am 25. Januar. Es ist etwas still geworden um Herbert Eulenberg, diesen letzten -Bettreter deutscher Romantik auf der Bühne, den Juristen au» dem Rheinland, den Verfasser der „Schattenbilder" um den vor dem Kriege noch schwer«, Theaterschlachten geführt worden sind, der.für sein Schauspiel .gelinde" den Dolkskchillerprei» erhalten hat und. al» sein Dichten dünner zu strömen begonnen, nach dem Krieg« noch mit einer geschmackvollen Ergänzung des schillerschen Fragment» „Die Polizei" zu Motte gekommen ist. In seiner gelinde" findet sich auch di« Episode de» kleinen buckligen Juden Moritz, mit dem der Bruder der Heldin, „Hyazinth", 'ein „Mann von letztem Abel", ein« anonyme Lieberkorrespondeiu fühtt, das Fräulein „Deliziosa" entpuppt sich al» ekß Händler, der Zeitungsdeutsch spricht, aber «ine zart« Seele und dichtettsch« Neigung besitzt. Da« Romantiker-Erb« in Eulenberg ist es. wenn allen an». hat ti seinen Dranz. „Mächtiger des Tötens behandelt. Neben den bitder eine an die „Sck gen knüpft Eulenbergs, tige", eine Belletnstik" dichterischer sprung der Düsseidotter Luise Dumchi berg und bonn und pflichtet . als Vorträge genfeiern g. von ihnen sichen Zweck Schattenbild ü huda Halevi leuten gewi von Brahm. eine feinfühti Theater ist Aufenthalt hatte zu gen dieser Das Mil^e einer Arbeit schlag gefu> Bändchen e ist. Sie tung polni beschuldigun, klärt den in Warschai Novelle best!! feil e hei t h». en. selbst einem Zeitdrama wie als der Tod", das die Frage unheilbar Kranker auf Verlangen t twas Puppenfpielhaftes eignet. ' luvvenspielen waren die Schattrn--- I «liebte Mode der Romantik, und attenbild«r'< und ihre Fortsetzunich der eigentliche Ruhm Herbert Diese „Fibel für Kulturbedütt Art Vorläufer der—„historischen ‘ und in ihren besten Stücken voll Atmosphäre, verdantt ihren Ur- " Tätigkeit Herbert Eulenbergs am Schauspielhaus» —dessen Leiter, t und Gustav Lindemann. Eulen- * er« Dichter wie Wilhelm Schmidt- Paul Ernst als Dramaturgen »«» *«n„ Die „Schattenbilder" wäret. t zu literftttsch-musikalischen Mor» qirbeitet würden und dir stärssten sind die. die den ursprüngnoch erkennen lasten. Unter den rn fehlen solch« von Heine.^Je- und Offenbach nicht, der Theateritzmete Band enthält Schattenttss. Rheinbordt und Pallenberg. Auch g« Studie über das nddischch— dann enthalten. De» Dichttrs n Wilna während de» Knegcs r Bekanntschaft mit d»n Leistun Gruppe geführt. u von „Ober-Ost" hat auch in Herbert Eulenbergs ihren Riederdie, obwohl als Reclam schienen, fast unbekannt geblieben ,O>psettod" und hat die Ret> Juden von fälschlicher Wutzum Inhalt: E. T- Ä- Hoffmann ll -als preußischer Justizbeamter auf. Der Reiz dieser -köstlichen bt in der Verbindung E. T- Amit den spukhaften östlichen Ghetto-Welt. Dr. Lutz Weltmann n»en. si »er? all Hoffmannsch x Phantasie Masken «in r östlichen 6

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