Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 50 (6.12.1929)
- Date
- 1929-12-06
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Pfeiler des jüdischen Baues bilden. Und daher werden diese Makkabäer immer unsere Vorbilder für sittliches Streben sein. Der äußere Boden, auf dem sie Kämpfen, ist vielen heute fremd geworden, ewig aber ist das Ideal, für das sie kämpften: die sittliche Reinheit der Gemeinschaft, die Freiheit des Glaubens. Dieses Ideal überlebte alle Zeiten und alle Berhältnisfe und steht immer im Mittelpunkt allen edlen Stkebens. * Und wir zünden heute, wie unsere Väter in alter Zeit, das bescheidene Lichtlein am jüdischen Herde an, und die milde Flamme leuchtet uns ins Herz und gibt uns Kraft und Wärme. Undmit den vorangegangenen Geschlechtern glauben wir zuversichtlich, daß wir noch große Aufgaben zu erfüllen haben, — für uns und die Menschheit. Wir kämpfen weiter für Wahrheit und Recht und hoffen auf den Sieg der Gerechtigkeit. nung getragen worden. So wurden z. B. Repressalien an a,' Kriegsgefangenen grundsätzlich verboten und die bisher a, Willkür freiesten Raum gebende strafrechtliche Behandlung i\ Kriegsgefangenen eingehend geregelt. Mag im einzelnen au manches an dem Abkommen auszusetzen sein, so stellt es ün gegenüber den veraltetest Bestimmungen der Haager Landkrie. ordnung einen ganz gewaltigen Fortschritt dar. Wohl nie bishist eine so umfangreiche diplomatische Arbeit wie diese in. ü. Bestreben aller Kongrehteilnehmer geleistet worden, dah du Arbeit durch einen langwährenden Frieden nie praktische 2 öxutung erlangen möge. Einen ausführlichen Bericht über £•. Verlauf des Genfer Kongresses und über den Inhalt des neu Abkommens bringt das Oktoberheft der Zeitschrift „Der Hei, Kehrer", des Bundesorgans der Reichsvereinigung ehemalig Kriegsgefangener, deren geschäftsführender Bundesvorsitzend. Dr. Gioens, als einziger Kriegsgefangenenvertreter und Sa. verständiger der deutschen Delegation an den Verhandlung, teilgenonimen hat. R e i ch s o e r e i n i g u n g ehemaliger Kriegsgefangener, E. V., Berlin W Briese an den „Schild- Beitragszahlung erleichtert di« Abwehr. An die Redaktion des „Schild" Berlin W 15. Ich richte die dringende Bitte an alle Ortsgruppen, Kameraden, die keine Beiträge zahlen, nicht, deshalb auszufchlielen. Ein Vierte! der Kieler Kameraden zahlt keine Beiträge, weil sie es nicht können: es sind aber zum größten Teil die eifrigsten und interessiertesten Besucher unserer Veranstaltungen. Ceradr diese erfassen, wie Kamerad Steinberg-Hamburg, im „Schild" Nr. 46/47 mit vollem Recht schreibt, den Sinn der Kameradschaft durch treue Gefolgschaft mehr als andere, die nur durch Zahlung der Beiträge ihre Pflicht gegenüber dem Bunde zu erfüllen meinen. Kamerad Gustav L a f k. 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Kiel. Die tschechischen Legionär« in Sibirien. An die Redaktion, des „Schild" Berlin W 15. Vor einiger Zeit hat ein deutscher Abgeordneter in der Tschechoslowakei, Prof. Dr. Ernst Schollich. in einer öffentlichen Versammlung von den Schandtaten der tschechischen Legionäre in Sibirien gesprochen. Die tschechische Mehrheit im Prager Parlament hat darauf den Abgeordneten Prof. Dr. Schollich seiner Immunität entkleidet und der strafrechtlichen Verfolgung preisgegeben. Die Reichsoereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, als überparteiliche Vertretung der ehemals Kriegsgefangenen Deutschen, hat es sich zur Pflicht gemacht, der geschichtlichen Wahrheit in dieser Frage Geltung zu verschaffen. Sie bittet daher alle ehemaligen Kriegsgefangenen, -die über das Verhalten der tschechischen Legionäre in Samara, Orenburg und Sibirien aussagen können., schriftliche Berichte oder ihre Anschriften möglichst umgehend! der Bundesgeschäftsstelle der Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener e. V., Berlin W 35, Potsdamer Stratze 26 d, einzureichen. Es ist in der breiteren Oeffentlichkeil noch wenig bekannt, daß auf dem im Juli d. I. in Genf stattgefundenen internationalen diplomatischen Kongreß nicht nur eine Revision der Genfer Konvention über die Behandlunäder Verwundeten beschlossen wurde, sondern auch ein vollständig neues Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen in zukünftigen Kriegen ausgearbeitet wurde. Das neue Abkommen, welches dem Reichstag alsbald nach seinem Zusammentritt im November dg I. zur Beschlußfassung unterbreitet werden soll, regelt in 97 Artikeln alle mit der Behandlung der Kriegsgefangenen von ihrer Gefangennahme bis zur Heimschaffung zusammenhängenden Fragen Ten Erfahrungen des Weltkrieges ist hierbei weitgehend Rech- 31 n die Konfessionelle Eintracht. Redaktion des „Schild" Berlin W 15. Lutz- und Bettag' fand in der Synagoge Ldenkirchen e erhebender Gottesdienst zum Gedächtnis der Gefallenen sta Bereits am Morgen war vom Verein 'ehem. 28xr ein Kranz c i der Gedenktafel niedergelegt worden. Ter Städt. M. G. .Xrintracht" ehrte die Gefallenen, nachdem er vorher auf de i> Katholischen und evangelischen Friedhof gesungen hatte, dur- Bortrag von drei Liedern, die die Ansprache des Predigers He' mann umrahmten. In seinen ergreifenden Worten führte >r aus: Wie das Lied nur dann als goldene Himmelsleiter aus de r Dunkel des Leides emporführt zu reinem Glück, wenn sich r ihm das ganze Leben mit Schmerz und Freude offenbart, wie Harmonie Einheit unseres Empfindens fein mutz, so kann au.i unser Vaterland nur wieder, groß werden, wenn wir im Geiste unserer Gefallenen den entschlossenen Willen zur Einheit b: Kunden. Wir ehren unsere Toten nicht durch Klirren mit Waffe durch Gedanken an'Krieg und Klagen über verlorenes Gin Gottes Bild leuchtet aus jedem Auge. Wir können es dur! Hatz zerstören, aber auch durch Ueberwindung Konfessionen r und persönlicher Gegensätze in jedem Menschen zur Vollend»! a bringen. In dem.Streben, wie einst die Gefallenen gleich welchen Glaubens als Kameraden wieder Seite an Seite zu schreite: liegt die Bürgschaft für ein glückliches Deutschland. Die iret hinreißender/Beredsamkeit vorgetragenen Worte übten auk de zsthlreich Erschienenen einen liefen Eindruck aus. UlrichHeidelberger.!! Vorsitzender der Synagogengemei^nde Ldenkirchen. güstizrat Dr. Julius Magnus Ehrendoktor zweier Fakultäten Ter Berliner Iustizrat Tr. Julius Magnus, ein tätiges Al, glied der Berliner Jüdischen Gemeinde, ist von der Heidelbergs. Staatswisfenschaftlichen Fakultai^um Ehrendoktor ernani' worden. Vor einigen Jahren wurde ihm die gleiche Ehrui. durch die Frankfurter Rechtsstrkultät zuteil. Tie Verleihung dc: staatswisfenschaftlichen Ehrenwürde an Dr. Magnus hat in d. Iuristenwelt lebhafte Genugtuung hervorgerufen. Magnus h.: die „Juristische Wochenschrift" zu einem führenden Organ de rechtswissenschaftlichen Schrifttums ausgestaltet und sich dur> die Herausgabe der „Tabellen zum Internationalen Recht" un anderer grundlegender juristischen Schriften neuerdings besonder Verdienste erworben. 396