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Der Schild · 1929-12-06 · 50 (6.12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
50 (6.12.1929)
Date
1929-12-06
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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feiner Lage setzt und ihm den erwünschten Krje hoff. datz -er jüngste Wallstreet Krach die Finaiizmänner veranlassen wird, Kapital in Pr'uds zu inpestieren. Es ist wahr, dah die Land Oesterr-ich und sein Volk lieben.- das wü rce.: höherem Matze der Fall sein, wenn nicht Arügionshatz in diesem Lande so sehr wüten w dit versagt,- es amerikanischen österreichischen Amerikaner das aber in noch -er Rassen- und und jüdische ürde Ttudenten mitzhandelt und aus den stnioersitäten hinau-getrieben ivürden. Natürlich werden solch- Vorkommnisse den österreichischen Bonds nicht emporhelfen. Seinerzeit haben naive Wallstreet-Münner Bonds der russischen Zarenregie«ing' erworben, die ihrerseits den Hatz gegen die Juden nährte: diese Bonds erwiesen sich als wenig gewinnbringend. Denn nur ein Land, in dem Ordnung herrscht, verdient Vertrauen. __ lehren die Makkabäer? Eine Chanukka-Äetrachlung Von Fabius Schach. Unser Chanukka-Fest führt nicht der Rainen der kkabaer.j weil es nicht jüdische Art ist. Personenkli.tus zu treiben. Das Fest feiert, dem Wesen und dem N.iinen nach! das Endziel des Krieges: die Wiederweihe tu.- Heiligtums, das Symbol der erkämpften religiösen Frriheit. Aber geschichtlich stehen zweifellos die Makkabuer im Mittelpunkt des Festes und sie reten eine deutliche Sprache zu uns. Was lehren sie? Sie verkünden durch ihre Heldentat die Macht des Idealismus, ifie zeigen uns den Sieg de, Idee. Der Idealismus ist kein leerer Wahn, er ist eine Realität im geschichtlichen Leben, und in der jüdischen Geschichte vielleicht die größte Realität. Es ist etwas Gewaltiges, wenn der Volkswille sich auf einen Punkt konzesttriert, wenn ein Volk an ssich und seinen Beruf glaubt. > Ein kleines Häuflein beherzter Männer unter den Hasmonäern war cs, welches d-s ganze Volk aus seiner dumpfen Verzweiflung riß, und es'zur Verteidigung seiner Ehre und Lehre nu, flammender Begeisterung trieb. Und dsie ganze Gemeinschaft stellte ihre Kraft in den Dienst dör Lebensidee Israels und sie siegte in diesem Zeichen. Sstcht man nach einer Lösung des gewaltigen Rätsels diesep Sieges, so findet man sie in dem Wahlspruch^er Propheten: „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Ge st. so spricht Gott." Die Idee eines Volkes ist seine Si irke. Wohl dem Volke, das feine Idee ierkennt und für sie lebt! Die ganze jüdische Geschichte ist ein Protest gcaen das Prinzip der Macht, ein Kampf für Recht und Gerechtigkeit.! Die Makkabäer lehren uns auch, daß man nur als leh.es Mittel1 gut Verteidigung des Lebe isgedankens feines Volkes das Schwert ziehen darf. Sb die Sittlichkeit der Völker so gesteigert werden daß der Krieg entbehrlich wird, muß die Zukunft lei! en. Wir Menschen der Gegenwart aber wissen, welch H -ßes Unglüch der Krieg ist, und datz diese furchtbare E.- äcl nicht leichtsinnig und nicht im Dienst,: des Egoisi geschwungen werden darf. Die Julien führten tens nur ^Verteidigungskriege. und auch im Kriege aßen sie die Menschlichkeit nicht und schufen Gesetze Milderung der Härten. Sie waren sich l ewußt, wie- Unheil mit dem Kriege verbunden ist, sie kannten >en Krieg aus Lust, sie schwelgen nicht ir. Blute wie ie alte Völker. Und die Makkabäer sind darin die en Wahrer der jüdischen Weltanschauung. Sie sind e Helden im üblichen Sinne. Schlichte Männer aus Volke sind es, und in dieser Schlichtheit liegt ihre ge, eine Größe, die nichts von sich weih, die wie ein altigcs Naturwunder wirkt, weil in ihr die ganze skraft kristallisiert ist. Nie hätten die Makkabäer rieg gedacht, wenn sie nicht den sittlichen Untergang Volkes, dis unselige Zersetzung vor sich gesehen hätten. § kannten die Starke des Gegners und ihre eigene S> .,ache» aber sie wagten den Krieg, weil sin in sich den ichen Ruf fühlten, ihr Volk und seine Lehre zu n:-.rt. 1 Sie Makkiabäer lehren uns ferner, die Verantwortlichkeit des einzelnen für die Gesamtheit, )ie sittliche Grundlage des Staates und der Gesellschaft. Der Mensch gehört seiner Gemeinschaft, gegen die er heilize Pflichten hcn Er Kanin Großes nur in dem Rahmen wirken, in 1 den er hinein^efteltt ist. Er ist ein -Mofaikpeinchen im m iiv Jp iu- 0' ti h, 5t G B un d. großen Bilde, wichtig und nützlich nur. wenn er die Idee des Ganzen versteht und sichxkr fügt. -Wer in seinem Kreise richtig wirbt, hat für dich große Menschengemeinschaft gewirkt. Die gewaltige Liebe zum Volke, als dessen Teile sie sich fühlten, war es. die die Makkabäer das Höchste wagen ließ. Die Volksidee, die sie mit ganzer Seele erfaßten, war es, die sie zur Tat trieb. - Sie sahen ein verzagtes Volk vor sich, gewaltsam losgrrissen von seinem Lebensquell, zerfahren und tatenlos, und sie fühlten die gewaltige Verantwortung vor der Gesamtheit, vor der Zukunft. „Wo keine Männer der Tpt sind, da strebe danach, ein Mann zu sein'hlautet ein Spruch unserer Weisen. In diesem Geiste handelten die Makkabäer. Jeder ist berufen und jeder verpflichtet, für die Gemeinschaft und ihre Ideale einzutreten. Nicht von der Gemeinschaft sich trennen und eigene Wege gehen, sondern in der Gemeinschaft und mit ihr für die erkannte Wahrheit kämpfen! Bist du mit besonderen Gaben ausgestattet, so denke daran: du bist ein Teil der Gemeinschaft, alles, was du hast, und was du bist, gehört ihr. Es ist das Verhängnis vieler unter uns. daß sie sich einbilden, sie ständen höher als das Volk, der Kreis fei ihnen zu eng, um darin das Große, das ihnen vorschwebt, zu verwirklichen. Sie stürmen hinaus ins Große,! und —1 enden tragisch. Nur in seinem eigenen Element ist man groß und stark. Jedes Atom hat seine Stellung, wenn es sich nicht verliert. Tie Makkabäer zeigen uns auch, wie man groß in Not und im Glück sein kann. In Not nicht verzagen und im Glück nicht übermütig werden! Das ist eine Grundlehre des Judentums, die die Makkabäer verkörpern. Wie sie ohne Furcht in den Kampf gegen den mächtigen Feind ziehen, so kehren sie schlicht und demütig nach ihrem Siege zum Volke zurück. Es ist ein rührender Zug im Leben der Makkabäer, daß sie frei von jedem Siegesrausch und jeder Ueberhebuna sind. Sie feiern keine Siegesfeste mit dem Volke.! kindlich fromm beugen sie sich vor Gott, von dem alle Kraft ausgeht. Sie ziehen schlecht nach Jerusalem zum Tempel, um das von frevelndem Uebermut geschändete Heiligtum wieder Gott zu weihen und mit dem Volke ein Dankesfest zu feiern. Sie schauen nicht rückwärts, söndern vorwärts. Sie wissen, wieviel sittliche Gefahren ein gen onnener Krieg-mit sich bringt. Sie wissen, welche grof« Volk noch ihrer harren. > Was war es. was die Mahl en Aufgaben für das kabäer zum äußersten Mittel greifen ließ? Die Bedrohung der Religion der Väter, die sie als Religion ihrer Kinder retten wollten. Sie ertrugen politische Unterdrückung und - den Raub nationaler Freiheit als ein von der Vorsehung diktiertes Schicksal. Als aber der Feind fick erfrechte, die Religion Israels vernichten zu wollen, da lentbrannte ihr heiliger Zorn, da gab es kein Ueberlegen! unp Abwägen der Gefahr. da hieß es. sich opfern für diie Gottesidee. Und alle Versuche, eine jüdische Gemeinschaft ohne Judentumzu konstruieren, scheitern immer anj dem Widerspruch der inneren Natur. Das Judentum war es. das die Iudenheit erhalten hat. und nicht umgekehrt. Ein Judentum ohne Iudenheit ist etwas Tragisches. >aber immer noch Großes. Eine Iudenheit ohne Judentum ist wertlos und ohne jede Existenzberechtigung, i Das sind die Lehren der Makkabäer, der wahren Repräsentanten des jüdischen Geistes. Es sind keine grauen Theorien, sondern Lebensjlehren, die die Grundes

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