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Der Schild · 1929-11-15 · 46/47 (15.11.1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
46/47 (15.11.1929)
Date
1929-11-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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n Hon-.lung In Wenigen Zügen, lägt in der Melodil Se-'wlt austönen und reicht stets in die gemeinst. menschliche Schicht starker Gefühle hinab. Dach pack nde Krass und sein dauernder Bestand. Es spr-,-t empfänglicher Seelen. •^eben dem Ausdruck allgemeinmenschlichen abc in allen volkstümlichen Aeußerungen stets ja i':i derber Humor, den man nicht übersehen da und von dem ich ja schon einige Proben Gc chsausgiekung kann das gesunde Volk und de- Zoldat immer nur in homöopathischen D E u es gar zu sentimental, dann schlägt die In -em Liede .Ist alles dunkel, ist alles trübe" tr,'ckgen Soldaten wohl gar zu Idumm, dieses « e:n>; ungetreuen Mädels, und so setzte er die 4 den seelischen me, allgemeinen liegt seine ist die Gemein- Daq nützet mir ein schön Paar Stiefjel, Denn andre drin spazieren gehn Und! latschen mir die Sohlen ab. Woran ich meine, so ganz alleine. Woran ich meine Freude Hab; sichtet di« 6. um: So tzflanzt mir denn auf meinem Gribe Wohl Rosmarin und Thymian, Damit ich was zu riechen Hab, Woran ich meine, so ganz alleine. Woran ich meine Freude Hab. Gefühls liegt ein kräftiger, lind übergehen gegeben habe, anz besonders en vertragen. Stimmung um. urde es einem Sterben wegen Strophe ein: in oer Unterha 3ie?cwendunger Wie unter den Erzählungen die Schwänke üoerwiegen, wie ~.. ^Erzhaften gehören neben jn. Und was Jahren groß allem den Humor als Abchehr- und Schutzmittel der Seele gehabt hätte? tung der Soldaten die landläufige einen festen Teil ausmachen, so die gefühlsseligen Lieder stets die lustigen, derb wure wohl aup unserem Bolk in den letzten 15 worden, wenn es nicht in Grauen und Elend ty Erinnerungen «dies Beteranea Bon Militö rschriftsteller Kam. S. Steinberg-Hamburg. Die Aufforte weckt in mir eir der hanseatischem der se.ne Anspti Aufmarsches mit dnh ihr Hanseat e haben es gezeigt liedig ausgerufeji schaft, wo der Kartoffeln stehest nach dem heißer M tränenerstick ungerechten Klajgen, ..v„ n ahrhaft kennengelernt! (in rung unseres „Bundes jüdischer e weit zurückliegende Erinnerung n Brigade von 1870/71, General ache im Anblick des übermächtige dem begeisternden Zuruf schlotz: n seid!" Die pflichtgetreuen Söhn und er, der bis zu diesem Siege „Diese Hamburger, das ist eine steht, weiß keiner — aber n das wissen sie alle!" hat vier trittenen Siege, in der Kathedrale ter Stimme innigst gebeten: „D liebe Kameraden, jetzt erst geind w i Frontsoldaten" den Führer v. Kottwitz, n feindlichen „Jetzt zeigt, e Hamburgs je stets mißchöne Geselldie dicksten Tage später, von Orleans srzeiht meine >!abe ich euch hr jahrelang Euch, meine! jungen jüdischen Kameraden, die . c re beispiellose, opferwillige Hingabe für das T aterland be- : esen habt, wqr kein entscheidender Sieg beschirden, konnte r ich nicht beschickt)«!, lein, und es wird noch manches Jahr ver- )en, bi» die Gesamtheit unseres Volkes den Freo:l des Iuden- > ■ Fes erkennt und der letzte ehrliche Deutsche sich mit Abscheu i ii ihm abwenoet. Harret weiter unverdrossen aus, schwer-! prüfte Kameraden, eure Liebe zum Baterlande d irs nichts er- :tern! Ihr wünscht am heutigen Gedenktage Erinnerungen;ören? Run, wollte ich alles berichten, so würi»e der Raum l reichen. Aber ein menschliches Dokument soll zu euch sprechen. ,u laßt mich einige Zeilen aus dem Briefe mein« » längst entafenen Regimentskommandeurs an dieser Stelle wiederholen.? e lauten: „Min lieber Steinberg, mein sehr lieber, treuer ' nerad. So Muh ich Sie heute anreden. Wir sind Kame- ° 'cn, denn vereint unter wallender Fahne haben n ir beide auch r h besten Kräften unsere Schuldigkeit getan. Ich gedenke ' großer Liebch Treue und Anhänglichkeit an die Daffentaten Meie» lieben, teuren 76. Regiments und an di, ganze Zeit r? und nach den Siegestagen, an welchen dasselbe unverwelkb 'en Lorbeer für seine Fahnen und seinen Rmr en errungen b So denke ich auch heute wieder lebhaft an dir schöne Zeit u ' dabei steht lyir auch Ihre ganze, echt militärisck e Persönlichk-it lebhaft vor Augen, und dieser mir so lieben und teuren M sönlichkeit nffe ich nun aus weiter Ferne Wort« des aufreuigen Dankes zu für die große Freude, die Si! mir, lieber Sicinberg, durch die Geschichte unseres Regim, nt» bereitet haben. Will es j Gott, daß ich nochmal» ganz wie »erhergestellt wurde und ich kann dann wieder nach Hamburg reisen, um meine alben Kameraden zu besuchen, so ^werden S e gewiß der erste sein, dem ich dann in alter Kameradschaft die Hand reiche. Mn ein herzliche» (Bott befohlen! Mit kamer rüschaftlicher Hochachtung Ihr treu ergebener Kamerad o. Reumann-Cosel. Generalmajor z. D." ' Mit dem Gedenken an den verehrten Führer wird auch die besondere Ehrerweisung meine» alten Regiments wach, die mir der meiner Hochzeit zuteil wurde. Als ich mit meiner lieben Lebensgefährtin zum Altar schritt, stand eine Doppelreihe junger Soldaten meiner einstigen Kompagnie in Parade. Niemals hat mein Herz heftiger gegen die.Ripperr gepocht als in dem Augenblick, in dem wir dieses Spalier durchschritten, das selbst den amtierenden Prediger Dr. Saenger zu der freudigen Aeußerung hmriß: „Seit 30 Jahren stehe ich im Amt, habe vieles erlebt, aber eine solche Ehrung habe ich noch niemals gesehen!" 25 Jahre später, am Siiberhochzeitstage, wurde mir die gleiche Auszeichnung zuteil, und als ich am nächsten Tage hochbeglückt Ehren-Veteran Kam. Steinberg-Hamburg zu dem derzeitigen Regimentskommandeur v. Prittwitz und Gaffron eilte unterbrach dieser meine Danksagung mit den Worten: „Nichts zu danken, alter Freund, Sie haben es fürs Vaterland ehrlich verdient." i . Aller Kummer und Schmerz um unsere zersetzte Gegenwart ist verschwunden, gedenke ich jener Zeit, da ich im innigen Verkehr mit unseren hervorragenden Bürgermeistern, von Kirchenpauer bis Schröder, vor allem bei den erfolgreichsten Bürgermeistern Dr. Carl Petersen und Dr. Bersmann. den hanseatischen Weitblick zum Segen unseres deutschen Vaterlandes wirken sah. Das völkerverbindende Hamburg war feit Jahrhunderten der bewährte Pionier unseres deutschen Vaterlandes auf dem ganzen Erdball. Hamburgs Flagge wehte bereit» ehrenvoll auf dem Weltmeer, als noch das deutsche Mutterland, von aller Welt verspottet, in arger Zerrissenheit ein trauriges Dasein führte. Heute, nach dem schicksalsgroßen Ereignis aller Zeiten, beherrscht dieses hanseatische Geist die Völker der Erde. Nicht in waffenstarrender Macht und grohmächtiger Abschließung, wohl aber im friedlichen Verkehr und regen Austausch des Geistes und der Arbeit ruht das Glück und die Zufriedenheit der Menschheit. Diese Gewißheit verscheucht das Dunkel unserer Tage. Ein neuer Morgen zieht herauf am heimatlichen Himmel, für den ihr, meine jungen Kameraden, als wahre deutsche Soldaten i im Weltkriege pflichterprobt gelitten und gestritten habt. 365

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