Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 42/43 (22.10.1929)
- Date
- 1929-10-22
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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diebstahldezernates machen ihnen dqs! Gericht ist vollends der Späh vorbei, manten Verhandlungen enden fast imme Zuchthausstrafen. Das liegt daran, da um Rücklalldiebe handelt und dah Bklr dem Ausland besonders streng bestraft N'l eben sauer. Vor Denn diese charc mit sehr harten is sich fast immer nlfsverbrecher aus werden. Juden vor Gericht? Ich fand nur Menschen, Menschen in Not und Verzweiflung, von mannigfachen Schicksalen an den Lebensstrand gespült, schuldig und doch ohyL. Schuld, gejagt und gehetzt uni» fast immer ohne Hoffnung. Denn der Weg zuruck ins „bürgerliche Leben" ist schmal und führt nur selten zum heinerstrebten Ziel. Antisemitisches Allerlei Ein Geistlicher wegen Beschimpfung der „Ipdenrepubllk" und Stresemonn» verurteilt.! Das Schöffengericht in Naumburg verhandelte gegen den rvikifchen Pfarrer Iskrut, der in einer Wahlversammlung aus die „Iudenrepublik" schimpfte und den Neichsaußenminister Tr. Strefemann einen „Iudenknecht" nannte. Pfarrer Iskrut. ivr einmal dem Reichstag angehörte, wurde zu einem Monat Gefängnis, umgewandelt in 304 Mark Geldstrafe verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt es. der Angeklagte habe zweifellos beabsichtigt, nicht nur den Minister, sondern auch die Staatsf.nin zu treffen. Alfred Dreyfus 70 Jahr«. Am 10. Oktober wurde Hauptmann Alfrie „Affäre" einst die Welt erschütterte. 70 Jahre als Oberst im Ruhestand in Paris. Die „Dreyfus-Affäre" um die Jahrhundert den letzten großen Angriff der militärischen Monarchisten gegen die republikanische Staa reich wider, und durch sie wurden die Repub großen Verteidigung angespornt. So wurde siven Retter der Republik. Im Oktober 1894 wurde der französische Dreyfus, Sohn eines reichen Kaufmannes in Spionageverdachtes zugunsten Deutschlands Dezember 1894 vom Militärgericht zur Tegrad länglichen Verbannung nach der Teufelsinsel T'eweismaterial gegen ihn stand auf sehr schwch unter dem Kriegsruf: „Der Jude ist ein Ve sich die Reaktion zum entscheidenden Angriff Der jüdische Schriftsteller Berand Lazare trat Unschuld Dreyfus' ein, ihm folgten der berühjn steiler Emile Zola, Anatole France, Joseph Rel Iaurös, Senatsvizepräsident Scheürer-Kestner twende spiegelte Reaktion und der tsform in Frankikaner zur letzten Dreyfus zum pafd Dreyfus, dessen alt. Er lebt jetzt Hauptmann Alfred Mülhausen, wegen »erhastet und im ation und lebensverurteilt. Das chen Füßen, allein nmter!" sammelte auf die Republik, als erster für die te Romanschristihach, Clemenceau, und andere hervorragende republikanisch« Politiker. Zolas offener Brief „3'odcuse" <Ich Klage an) brach e den Stein ins Rollen. Ter Retter von Dreyfus wurde Oberst Picquart, der 1897 zum Leiter der Spionageabteilung des Gem ralstabes ernannt wurde und beim Studium der Prozehdokum mte auf Beweise stieß, die den Major Esterhazy gravierend belasteten. Picquart wurde, nachdem er hierüber Bericht erstattete, von den antisemitischen Militärbehörden zu einer Expeditior nach Tunis abkommandiert, er hörte aber nicht auf, für Dreyfus' Unschuld einzutreten. Fünf aufeinanderfolgende Kriegsminist!r und die Chefs des Generalstabs sträubten sich gegen eine Rwision des Prozesses. Schließlich wurden mit Hilfe der Freunde Dreyfus' hohe französische Offiziere, unter ihnen Oberst Hmry. als Fälscher von Dokumenten zuungunsten von Dreyfu<> entlarvt. Henry wurde verhaftet und beging Selbstmord. Nachdem Dreyfus vom Militärgericht in Rennes zum zweitenmal verurteilt wurde, hob der Kassationshof im Juli 1906 das setzte Dreyfus in feine früheren liechte wieder ein. Deutsch« Universitäten oerfchlirj de» ungarischen Ni» Giu Wie bekannt, ist das Gesetz Ungarn seiner konfessionellen abgeändert worden, daß an den erster Linie Studenten Aufnahme mit Auszeichnung bestanden habest fährt, verweigern die deutschen ungarischer Hörer mit der Begrürjt» slätte für schwächer qualifizierte ungarischen Universitäten nur C Reifeprüfung mit Auszeichnung b deutschen Universitäten auch nur die mit Auszeichnung ihr Abituriü erklärt, daß den Unioersitätsfenajt solcher Rat erteilt wurde. An iber den Numerus clausus in ndlage entkleidet und dahin ungarischen Universitäten in finden, die die Reifeprüfung . Wie „Magyar Hirlap" er- Universitäten die Aufnahme ung, daß sie keine Zufluchts- Schüler fein wollen. 'Wenn^die udentcn aufnehmen, die die standen haben, so nehmen die solche ungarischen Hörer auf, m bestanden haben. Es wird en von „höherer Stelle" ein einigen, deutschen Universitäten Urteil von Rennes auf und ßen ihr« Tor« d«n Opfeim mctu« clausus. ~' gehen. In jedem Kompagniebefehl stand Tag ür Tag Munition 7aren! Und die schossen auf mich nun schon s üt 8 Stunden mit Schiffsgeschützen. Nachdem wir uns von dem maßen gereinigt hatten, machten wir uns auf schlämm einigerden Marsch nach 'agamojo. Si mbali, nicht mehr weit, sagt mein Boy, was soviel hieß, als höchstens noch 3—4 Stunden! Wir kommen an erste Kokospalmenpflanzung der katholischen Mission. Halt, er da!^ Ich rufe die Parole, als mein Fr> und, Landsturmp lzma n n), aus zu mir. in dem meinen 10 Mann weißer For nicht ünte er zu seinen mnn M. sein Angestellter von der Firma H cm Gebüsch tritt. Lieber Freund, sagt er .ü-stand, wie ihr ausseht, hätte ich euch mit .on längst unter Feuer genommen, wenn dein g 'vesen wäre. Dieser Hund gehört doch F.. mi „cuten. Also scheint er doch nicht gefangen genommen worden u sein. Wieso kommst du den» auf diesen Gedanken? frage ich Ei sie hawwe doch dein Boot ins Schlepptau genommen ■: 5 nach Zanzibar geschleppt. Und deine 6 Bootsleute sind an vor 6 Stunden in Bagamojo angekommsn und haben gemeldet, daß du mit den Askaris noch im Boot zewesen seist, als a'.e englische Pinasie heranfuhr. Stimmt, sagt, ich. aber es ge- -og uns. wie ihr seht, doch noch zu entkommen. Unter Zuriick- ^.ä'ung einer Wache begaben wir uns endlich nach Bagamojo. Dvdmüde vor Hunger und Durst, zerstochen und zerschunden ■' nen wir gegen b Uhr abends an und sofort meldete ich mich, nutz der unvorschriftsmäßigen Kleidung, beim?ompagnieführer Ingenieur Sch. von der „Königsberg". Freud, allerseits, denn >->ch den Aussagen meiner schon längst in Bagamojo angeüommenen Bootsleute und nach den Beobachtungen, die man i*;; dort au» gemacht hatte, glaubte mich niimand mehr am j-'ei'en oder doch zum mindesten bereits in englischer Gefangensa:nft. Die Garnison war seit Tagesanbruch in „Stellung", um eine eventuelle Landung der Engländer zurückzi schlagen. Schon ä-cgcn 8 morgens meldete der Beobachtungsposten von Bagawojo. dah meine DH au von einer Pinasi, nach Zanzibar entführt wurde. Da jedoch die englischen Krie, sschiffe trotzdem bi; nachmittags 2 Uhr ständig feuerten, glaubte unser «ompagnieführer an eine Täuschung. um unsere Streitkräfte aas Bagamojo nach dem Rufu-Delti zu locken, um alsdann desto leichter am Zollamt landen zu körnen. Hierzu lag um so mehr Grund vor, als der englische Flipger ständig über der Stadt kreuzte. Nachdem ich neu eingekleidet ünd gut bewirtet war. bekam ich Befehl, mich wieder zurück nac) meinem Posten zu begeben. Ja, aber wie denn? Mittlerweile war es Nacht geworden: ein Marsch über Land war wegen drr großen Ueberschwemmung unmöglich. So mußte ich die Reisjr zur See längs der Küste^ in einer Galawa. d. i. ein Einbaum konnten in solch einem Einbaum höchstens 2 Personen Platz finden. also der Bootsführer und ich. Draußen auf See lagen immer noch die beiden englischen nicht fällig, weshalb ich wiederum ausholen mußte. Pechschwarz die zu Zeit leuchten die Scheinwerfer werfen wir uns im Boote hin. Neger. Mit jedem Schlag kommen wir der gefährlichen Sandbank näher. So und so oft rufe ich: jini! runter! bis das Licht des Scheinwerfers über uns weg nar, denn der flache Einbaum war ja schwer zu erkennen, sobalt er still lag. Endlich hatten wir die Sandbank umfahren und _ 7 ging» unter dem Schutze der Manaroven mit Windeseile meinem Posten zu. Um 12 Uhr Nachts stieg ich an Land, nicht ohne vorher dreimal nach der Parole gefragt worden zu sein. Meine Askari hielten scharfe Wacht. Tie lautlose Begrüßung meiner Leute war wirklich herzlich. Mein Ombascho sschwarzer Uni, rofsizierl meldete mir: adui Karibu kule! d. h.:.Der Feind ist nahe draußen! Mein Koch drückte mir immer und immer wirder auf echt afrikanisch die Hände, welche Prozedur nicht so einsach vor sich geht, wie beL uns. Wir haben alles gesehen, Hei r,' und flehten zu Allah, daß sie dich nicht erwischen. Erwischen war das wenigste, meinte ich, aber das Schießen mit den praßen Gewehren sKanonen) hätte schlimm für mich ausgehen kühnen. Dir beteten auch, däß 337 Kreuzer. Tie Flut war noch ziemlich weit gegen See zu Nacht. Windstill. Bon Zeit der Engländer auf. Schnell Lautlos rudert mein braver