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Der Schild · 1929-09-27 · 39 (27.9.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
39 (27.9.1929)
Date
1929-09-27
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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.fxihoalj, Mülheim-Ruhr. T. u. 3 2. C. Trier, I. I. D. Wanne Eick^ tc:*’ Vereine, die außerhalb des „Bin Da es Ihnen nicht möglich fein iicii. so will ich Ihnen nur kurz die wi Im Kampf um den Dr. Heimar 11 ,i. der im Frühjahr gestorbene Mitgiü nncude des „Bintus") setzte sich Makk> -l/r^len Erfolgen über Hakoah. Bochz "orimund, 2:0 siegreich durch. D, Hakoah. Re l. Dazu koinnj tus" stehen ibird, alle Ergeb > ^chtigsten Ereig» t-Gedächtnis . inder und gei: abi, Düsseldor m. 2:1 und r Pokal ist e Allinghausen, en vier ivei P» iffc .'.u briitsse initteilen. Kal <Dr. H. injcfene 1. Bornach seinen Lar Kochba, dauernder in Wanderpreis, infolgedessen entspricht deutschen Meistertitel. Makkabi, Dü Zt. stärkst« Handballmannschaft, ihr Pokalsieg von 8 :7 über Wittlaer < In der Leichtathletik führt Hakoah. Aachen. Die Rheinstafsel wird eine am Start sehen. Im Boren ist noch dürfte bald mit dem aufstrebenden? in seinen ersten öffentlichen Kämpfen Fed af Hart gleichzeitig dem westseldors. besitzt auch die schönster Erfolg war I. K.s am 25. 8. Esten, und Turnklub. Kombinierte Pintusstafscl zu vermerken, doch ergewichtler Baum, der ief. zu rechnen sein. 8 Müller. Düsseldorf. Ihr Die Üebmeste i)es Judentums in Spanien Bo i Medina Bfara. (Die Stimme.) | 3m Jahre 1492, unser Ferdinand und Isabella wurden die Juden aus Spanien vertrieben. Die Juden, das heißt: die- Ienigen Anhänger des Judentumsdie ihren G auben nicht öffentlich abschwüren wollten. Es bliben aber „Indossierende" im Lande, die. unter dem Deckmantel des Katholizismus, die jüdische Sache förderten und die Gebote des altin Glaubens erfüllten. Unter ihnen räumte in den folgenden Jahrhunderten erbarmungslos die Inquisition auf. Trotz der s sttematischen Ausrottung scheint es aber noch bis zum Ende d:s 17. Iahriiunderts geheime Anhänger des Judentums in Spa nen gegeben in haben, und zwar vorzugsweise in den Klöster i unter den Mönchen, auf die naturgemäß am wenigsten der Verdacht des ..Iudaisierens" siel. Bei dem Autodafe, das 1680 zur „Feierder Vermählung Karls II. mit der Nichte Ludwigs XIV., Maria i'uise von Orleans, in Madrid veranstaltet wurde, fanden noch 18 Juden aus den Inquisitionskerkarn von Toledo und anderen Orten den Tod auf dem Scheiterhaufen., Und Dulinow erzählt von dem Wilnaer Arzt Aaron G a r d ö n, der u n die Jahrhundertwende schiffbrüchig nach Cvjdiz verschlagen wurde und dort, am Rüsttag zu Pessach, einen Granden von Spanien in seiner Karoste zu Markte fahren sah, wo sein Diei er an einem ttzemüsestand den „Maror" einkaufte. Als Gordon den Spanier in seinem Palast aufsuchte, leugnete dieser anfangs entschieden seine Zugehörigkeit zum Judentum: erst nachdem er sich von Gordons friedlicher Absicht überzeugt hatte, führte er den Arzt in einen geheimen Keller, wo ein prächtig hergeric steter Sedernfch stand... Ein englischer Reisender will sogar noch um 1730 ..Marannen" in Toledo gefunden hocken: aber diese Nachricht ist unverbürgt geblieben. Im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts :cißt jedenfalls der dünn gewordene Faden jüdischen Lebens auf spanischem Boden völlig ab. Die katholische Kirche fo; Schützlinge keine Erinnerung 2chre blieb, und das spanische 3orstellungen von dem, ivas v>e Spuren des Judentums spanischen Juden w- -eißiges, körperlich fchö raftooll war der Einfluß^! -te dafür, daß im Geist ihrer hr an die Anhänger der alten lk von heute hat phantastische Jude ist. Dennoch konnten Spanien nicht verrrischt werden, en ein intelligentes, gebildetes, Bolk, ein Volk von i oher Kultur. _dieser Kultur auf die durch Kriege -schwächte des christlichen Spaniens. Wissenschaft. Handel und Industrie wurden vorzugsweise von Juden betrieben, ihr Reich- .i.m war der Glanz der spanischen Höfe.. Dieser Reichtum, er wohl die Schuld an dem bitteren Schicksal trrg, das ihnen ereilet wurde, ist in alle Winde zerstreut. Aber die Stätten, .i denen er erworben wurde, werden ewig mit fcx m Andenken die Juden verbunden bleiben. Da sind in erster Linie: .Mebo, Cordoba, Tortosa, Elvira, Adra, Merii a, die man Kreits fünf Jahrhunderte vor der christlichen . eitrechnung als jüdische Siedlungen -ansprechen arf und die jüdische Bevölkerung beherbergt haben mögen, "a ist die lange Reihe von Ortschaften, deren Ramm von denen -vlischer Orte abgenommen sind und die fast ausschließlich von .uiden bewohnt wurden. Manche Städte verweisen in ihrer amensbedeutung ausdrücklich auf die jüdische Bevölkerung: v: Calatabud, was Burg der Juden heißt. Bleiben die rte, die uns als Hochburg jüdischer Wissenschaft >n und Sitze -deutender Gemeinden bekannt sind: Sevilla, Gra tada, Lucena, Barcelona. In allen diesen Orten haben sich architektonische Reste aus er jüdischen Epoche erhalten. Toledo hat drei alte Syna- 'r-gen: eine aus dem 12., eine aus dem 14., eine l rnterirdssche) »us dem 16. Jahrhundert. Die Synagoge von Cordoba ist -reuiger gut erhalten, aber die Anlage des Bauwi rks läßt sich deutlich erkennen. Die jüdischen Gotteshäuser oost Sevilla :.id anderen Städten find teilweise zu Kirchen umgebaut morden: aber die ursprüngliche Gestalt ist unschwer aus den Anbauten herauszuschälen. Außer den Synagogen sind manche wische Gassen stehengeblieben mit Gebäuden, in denen Per- -onlichkeiten der spanisch-jüdischen Geschichte wohnlen, In Cordoba steht man die Häuser von Maimonides und Samuel L e v i. In Sevilla hat ein Teil det jüdischen Stadtviertels seinen Charakter ungemein treu bewahrt. Fast unangetastet steht das Haus des Sufon und der schönen Susona. In Toledo blieben mehrere Wohnhäuser und Paläste aus dem Iudenviertel unzerstört: es haben sich Keller jüdischer Metzgereien erhalten. In T e r u e l wurde erst vor zwei Jahren ein jüdischer Friedhof ausgegraben. Die. archäologischen Museen von Madrid, Gerona und Toledo bewahret) mehrere Grabsteine mit hebräischen Inschriften. Selbst in der Tradition der katholischen Landbevölkerung haben sich Erinnerungen an die Juden zu bewahren gewußt. In vielen kleinen Städten und Dörfern, in denen es nachweisbar jüdische Gemeinden gab und in denen besonders alte Häuser Eigennamen führen, finden wir Bezeich nungen wie: „Das Haus der jüdischest Königin", des „weisen Hebräers", der „schönen Jüdin". So zeigt man in Trujillo, einer einst reichen und prunkvollen Stadt, heute ein Torf, ein herrliches Gebäude als: „Palast des Rabbi" und ein unansehnliches Bauwerk als „Iudenschule". Diese Sehenswürdigkeiten werden dem Besucher ohne besondere Anteilnahme gezeigt. Kein Spanier — mit Ausnahme einiger junger Intellektuellen, die ejin modisches Bergnügc»- darin finden, ihre jüdische Abstammung nachzuweisen — denkt daran, daß jüdisches Blut ln feinest Adern fließen könnte. Wenn man dagegen bedenkt, wieviele-große jüdische Familienzweige im Mittelalter zum Christentum übertraten und sich weiterhin untereinander sortpflanzten, und wieviele Ortschaften vorwiegend jüdischer Bevölkerung im Jahre 1492 geschlossen die Taufe nahmen und sich in der Zukunft sehr wenig vermischten, so wird man erkennen, dqß in Sprnien — wenn auch die jüdische Religionspflege — so doch keineswegs das jüdische Blut ausgestorben ist. Das Mosaikbilt spanischer F a m ij te n « namen ist durchsetzt von Teilchen jü)i>chen Ursprungs. Biele der Namen, die heute vom höchsten spanischen Adel getragen werden, finden sich unter den Eephawim in Holland und im Orient. Um nur einige wenige Beispiele zu nennen: Die Benjumeas sind Granden von Spanien: eine Pimente! ist die Stammutter des Herzogshaus« von Infantado: besonderes Interesse bietet der Name G u z jn a n. Mit einer Guzman. der Sevillaner Jüdin Dona Leonor, liy Schönheit die hervor ragendste Frau, die es im Königreiche gab", .hat Alfons XI. neun Kinder, darunter Enrique und; Fadrique von Trasta - mara. Die Mutter von Fadriques Sohn Alonfo fnach seinem Onkel mit dem Beinamen Enriquez)!war ebenfalls Jüdin und lebte in Guadalcanal. Auf den Thron joon Kastilien und Aragon gelangt, führten diese beiden Nebenlinien zu Ferdinand und Isabella, dem „katholischen Königspaar", das die Juden aus Spanien vertrieb.! Eine heikle Arbeit bedeutet die Feststellung jüdischer Abstammung auf Grund des Typus. Der allgemeine Typus des Spaniers von heute, mit seiner Beimischung von maurischem Blut, ist dem des spanischen Juden ähnlich. In den Dörfern trifft man tatsächlich auf Gesichtsbildungen, die nicht anders als jüdisch genannt werden können. Die Frauen stnd rundlich, haben getragene Bewegungen, weiche Züge, mandelförmige Augen, die melancholisch und verträumt dreinblicken. Die Männer heben sich von ihrer Umgebung durch Gesichter von äußerst gütiger, geistreicher Klugheit und durch ein Gehaben von geradezu biblischer Bedächtigkeit ab. Ihnen selbst ist dieser Umstand nicht bewußt. Bon den Juden haben sie nicht mehr Ahnung als ihre Umwelt, und wer vor ihnen von ihrer jüdischen Abstammung spräche, den würden sie für verrückt halten. Aber es sind in jenen Ortschaften Sitten zu finden, die fick unschwer vom Judentum herleiten lassen. Da stehen an erster Stelle' die C h u e t a s auf Mallorca, über die viel geschrieben mordet) ist. Wie bekannt, war der bedeutende spanische Staats mann - Maura ein Chueta. Ich persönlich habe oft das tzroße Dorf B a r g a s in der Provinz Toledo besucht, ja wochenlang dort gewohnt. Abgesehen davon, daß ein großer Teil der Be völkerung den jüdischen Typ in verblüffender Weise bewahrt hat. wird die Annahme ihrer Abstammung von Juden durch allerlei Eigenheiten bestätigt. In diesem Dorf sorgen die Frauen 319

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