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Der Schild · 1929-09-27 · 39 (27.9.1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
39 (27.9.1929)
Date
1929-09-27
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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hnen liebenswürdigerweise die Beifügung gestellt hatte. Die Platz für das Denkmal zur Weiherede hielt Rabbiner Dr. i'.rün, Danzig, der Sohn eines e>>emaligen Neustädters, er gedachte - der Verstorbenen und forderte, daß man der in fremden Ländern «iühenden nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich gedenken lulle. Eigentlich gehörte ja dieses Denkmal nach Neustadt, doch ■>': die Stadt inzwischen polnisch geworden und die meisten früher ••■rt lebenden Familien sind nach Berlin übergesiedelt. so daß .,s Ehrenmal hier viel besser am Platze sei. Nach Schlußlangen gab der jüdische Milisärverein „Deutsches Vaterland" e Ehrensalve ab.! _ r Hochschmpolitit Von Wolfgang Siegbttt Matzdorff-Breslau. Angesichts der in den letzten Wochen immer stärker .n Erscheinung tretenden nai ionalsozialistischen Agitation bedarf die Tatsache einer näheren Beleuchtung, oatz an den deutschen Hochschulen d e sog. „Hochschulpolitik" in Bahnen sich zu bewegen drol t, die die Hintermänner der antisemitischen Kreise unschwer erkennen lassen. Nicht mehr die Fragen der studentischen Selbstverwaltung, der Organisation des deutschen Studententums stehen zur Debatte, an deren Stelle sin! die übelsten antisemitischen und völkischen Methoden des Nationalsozialismus an den Hochschulen zu Blüten gelanst, die die stärkste Aufmerksamkeit über den Rahmen d«r jüdischen Akademiker hinaus erfordern. Aus der C erie der Numerus-elausus- Befchlüfse der letzten Wochen ei nur auf die Entschließung der Berliner völkischen (Studentenschaft hingewiesen, ferner auf den Beschluh^der noch staatlich anerkannten Studentenschaft der Universität Erlangen, der sich für die Einführung eines Numerus clausus für jüdische und ausländische Studenten einse zt, und nicht allein sich mit dem Religionsbekenntnis begnügt, sondern die „Fremdstämmigen" nach ihrer Rosst ausgesondert wissen will. Die von Nationalsozialisten!»eherrschte Würzburger Studentenschaft hat ihren Nt merus-clausus-Beschluh mit der Begründung verteidigt, ein Beschluß auf Einführung des Numerus clausus berülre nicht Fragen der Par- :eipolitik oder des Glaubensbekenntnisses. Es handle sich bei dem jiampf um die Anerkennung des Volksbürgerprinzips, um ein Problem von allgemein vaterländischer Bedeutung. Noch über die bekannten liumerus-clausus-Beschlüsfe sinaus geht der Spruchhof der völkischen deutschen Studentenschaft, der entschieden hat, „daß die völkische Bewes ung einerseits weit über die Parteipolitik hinausgewachse i und zu einer nationalen Sache geworden sei, anderer eits nicht die jüdische Religion, sondern die jüdische Russe betreffe", Nimmt man »och hinzu, daß die Nationalsozialisten in München und Karlsruhe Numerus-clausus-Anträge stellten, daß die Technische Hochschule in Brünn >inen Numerus clausus für jüdische Studenten und Dozrnten gefordert hat. daß schließlich der österreichische Kreis der Deutschen Etudenlenschast die Erklärung abgegeben hat, geschlossen völkisch gesonnen zu sein, so ergibt sch im Zusammenklang mit den nationalsozialistischen Wchlerfolgen in Berlin. Jena. Halle, Heidelberg usw. ein B ld, das nichts anderes darüellt, als eine verstärkte Radikalisierung der Studentenschaft im Sinne des Nationc lsozialismus. Mag man diese Entwicklung als einen Fortschritt festftellen im Sinne einer klareren Front Ser völkischen Gruppen, so, ist sie doch ein Rückschritt in bezug auf die Befriedung des Hochschullebens. Gerade die Zeit zwischen den Semestern muß genutzt werden, um den Ernst der Sit ration zu erkennen. Wenn uuch in der Abwehr alle Kreise der Studentenschaft sich '.usammenfinden, denen die Würde der deutschen Hochschulen am Herzen liegt, so ist es dringendste Ehrenpflicht gerade der jüdischen Kreise d< r Akademikerschaft, sich im Kampf gegen die maßlosen Angriffe zusammenzufinden. Hat man es bisher vorgezosen, die Verteidigung eini- »en wenigen, denen es eine .iberlassen, so ist es jetzt an jüdischen Studenten zuzurufen: tu-, m, »pitnr! Schon iinöct die maßlose Hetze der Goebbels, Streicher, Strdsier Passion zu sein schien, zu der Zeit, jedem einzelnen und Genossen in den Mauern der Hochschulen ihren Widerhall, und nicht abzusehen ist die Steigerung, wenn die Propaganda für die Landes- und Kommunalwahlen im Herbst noch verstärkt wird.! Sofortige energische Verfolgung jedes einzelnen Falles und aufklärende Tätigkeit kann mit bestem Erfolge völkischen Hochschulexzessen Vorbeugen. Die in letzter Zeit besonders gepflegte „Auslandsarbeit" der völkischen „Deutschen Studentenschaft" hat dazu geführt, dem Numerus-clausus-Gedanken neuen Antrieb zu geben. In der leisten Nummer des Organs des größten deutschen Ko worationsverbandes, der „Deutschen Burschenschaft", finden sich folgende beachtlichen Bemerkungen: „Die akademische Berufslage in Deutschland ist aber so, daß mc n nächstens den Numerusclausus sehr viel wertgehender als gegen Juden wird in Anwendung bringen müssen, sofern -dieser Numerus clausus einen Sinn haben soll." Der Numerus clausus gegen Juden ist also eine Selbstverjtändlichkertl! Vergessen sind die finanzielle und wissenschaftliche Anteilnahme der Juden Hm deutschen Hochschulleben! Gegen Verhetzung nützt vor allem: Aufklärung. Diese muß hinau« getragen werden in die Reihen der irregeleiteten Mitläufer. Sorgt dafür, daß die jüdische Akademikerschaft gerüstet ist! Spenden zum Gefallenem Gebentbuch des RjF. uhe» er sich > Zur Herausgab« de» (Scbenkbi fallen«» jüdischen Soldaten de» deü her Zuwendungen erhalten von fol |< Anhalt, Aschersleben, Barn e lauer Logen-Verband. Tüsleldofs furt a. M., Israelitische Religio Frankfurt a. d. O.. Friedberg, witz. Guben, Hannover. Herss^I Iserlohn, Karlsruhe, Kassel, Köpenick. Kottbus. Langen, LaH Marktbreil, Vierzig, München Saarbrücken. Saarlouis, Colinpje Ernst Borchardt, Dt.-Kronc. Allen Spendern sprechen wir Dank au» für die gütige Unterstützust freundliche und uns wertoolle An« ' druck gebracht worden ist. für die im Weltkrieg geschen Heeres haben wir bislenden Shnagogengemeinden: . Bremen. Breslau. Bres Elbing, Eschwege. Frank- »sgesellschaft Frankfurt a. M.. Gedern, Geilenkirchen. Glei d, Hildcsheim, Hindenburg. Königsberg i. Pr., Konstanz: enburg. Leipzig. Mannheim^ Gladbach. Ober - Ingelheim, n. Trier. Worms, Kamerad hierdurch unseren herzlichen g unserer Arbeit unlrstür di« Kennung, di« ^uns zum Aus- Gemeine Bolttverhetzun Nutznießer des Systems, Sfegierungsräte, Landrät« und alle Volksvertreter, die Arbeit das jüdisch« System So etwas kann in einer deutsches« „Wie dien« ich dem deutschen _ „Jeder Deutsch« muß feinen Fe das jüdisch« Großkapital m t Versklavung." „Die Helfer des Juden sind ojlle also: Minister, Präsidenten, viel« Berwaltungsbeamte. durch sogenannte sachliche stützen, gehören hierher." „Nun, Deutscher, wehr« dich! Durch „Verweigerung jeglicher gänzlich« Abkehr von ihren So etwas kann man in fetten Zeitung „Das Landvolk" lesen und Führer der „Landvolkbewegurj hast, der Mittäterschaft und der Mits anschlägcn dringend verdächtig Taten dieser Patrioten entsprechen Wo aber bleibt die Autorität und Beamte in solcher Weise als und für vogelfrei erklärt werden? ungestraft und ungehindert in das Teil an der Verantwortung für die entstehe». — Man braucht nicht jede Genie nhest. die ge gesprochen wird, ernst zu nehme « Urheber meist zu viel Ehre. Wensi Hetze gegen das Gemeinivefen aus Früchte getragen und geme dann ist es Zeit, daß die Quelle langen, hat die Allgemeinheit ein Notwehr für den Staat. Darum zupacke», und «ver autz -schreit, der verrät dadurch nur. Zeitung äbgepruckt werden! Volke?" ind kennen. Der Feind ist dem Endziel der Bülker- J Mitarbeit am System und Handlangern"., Leitern ain Sonntag in der Redakteure dieser Zeitung g" sitzen in^ijlntersuchungs vifserschaft an den Bombenzum Teil geständig. Die ihren Worten. )es Staates, »essen Organe inde des Polles" hingestellr Wer eine solche Verhetzung s Poll, gehen läßt, trägt seinen Tinge, die aus solcher Hetze chricben oder Damit geschieht ihrem aber die Nirdertracht zur qartet und diese Hetze schon ne Taten ansgelöst hat^. vjerstopft wird. Das zu vor' Recht. Es gibt mich eine >cr den Betroffenen mit daß er mitgckröfsen ist. 315

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