Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 37 (13.9.1929)
- Date
- 1929-09-13
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I Die Mendelssohn- », ch di n der f'i. Tiefe Stadt ist lebensgefährhi! uihausts. Das liegt vor dem tiiiflcn energischen Köpfen pn ditionsreichen Stadt immer c es einst jenes andere Ghetto ,oscs nach Berlin wanderte, -istoßend. Auch nicht wegen :,;icrt und ausprobiert? die e Radfahrer sind es, die selbst die Gefahr bringen, ein un vielen Technik zu nehmen. Sie ar. dessen Große Moses M .ißen und das sogar sein Tiefurt dessen herbstliche Schönheit cmgen. Eine der vielen Klingeln er die Reden zu den Festakter i r,',cn und aus dem dumpfen i'egräbnisstimmung fortzuscheuche sollten Fest eines Staates und . scheint in Deutschland nun ei liehe zugleich traurig und humhr Pathetische übertreiben muß, sich selbst nicht allzu wichtig zu drückt der immer näher rückenqe Selbständigkeit auf dieses Fest, diese Selbständigkeit sein sollte, waren festlich beleuchtet, das G räumt. Gäste waren geladen, rr> lauren waren angesetzt. man p und Kunstgebäuden hin und hei uiit Lessing und dem Enkel und n'ieder auf alter Höhe stehende unter der ausgezeichneten Leituiig ch geworden. Nicht wegen des maginären Tor der Stadt, von o^egiert, von den Bürgern dieser abgelehnt: ein Kunst-Ghetto, gab, aus dem vor 190 Jahren deutschen Juden viele Tore Flugzeuge, die Junkers prägen sicher über die Köpfe hin. den nicht nervösen Großstädter rühmliches Ende unter einer ver beherrschen dieses kleine Weienhelssohn und Wilhelm Müller hat, diesen Park von Wörlitz, die Mendessohn-Feicrn aus- Historischem muß historisch Tcutschen und Mendelssohn der e"r. Al ü I l e r sprach über den der Staatlichen Gemäldegaler eben Räumen ist der Stoff an nd seiner Zeitgenossen, Mendelssohn zum Gedächtnis, -rgfältig ist Auswahl und An irdnung. Biele Quellen älgewirkt, hier so ziemlich alles on jüdischen Kultgegenständen ucher, Autogramme vog ihm, ge Dokumente, vor allem aus .leren Stücken, die auch in di: ine sehenswerte Schau, in der uni jener Andacht, die man aus ugt des Landesrabbiner Dr. Synagoge mitbrachte. Wp Feier in Dessau Bon Dr. O. E. Hesse. er Fahrinstrumente hätte man ausborgen sollen. Um abzu- Iplockenton der Feierlichkeit die n, die über diesem großge-, äiner Stadt drückend lag. Aber' iymal so zu sein, daß das Feierlos sein muß, daß man das man nicht die Cyurage hat, nehmen. Vielleicht aber auch Untergang der anhaltinischen das ein Fest des Stolzes auf Die Brunnen und das Rathaus tter vor dem Denkmal weggez ees und Frühstücke und Autoejnbelte zwischen Staats-. Ctadtmit Reden über Mendelssohn. Bach und Beethoven, die das Orchester des Friedrich Theaters Artur R o t h e r s spielte. aufgeholfen werden; da hilft halt nichts. Dem wurde in Test, u Genüge getan. Eine Morgender im Theater brachte zwei Torträge, über Mendelssohn den Juden. Ctaatschiuister a. D. listen, die Bedeutung Mendelsjühns für das Judentum würd gte Professor Dr. Elbogencrliii, kenntnisreich und liebevoll die Akzente verteilend. Den lsittelpunkt bildete die Eröffnung der Mendelssohn-Ausstellung Das ist eine vorbildlich ausbaute Schau, den Geist der Ziiten aufklingen zu lassen. In geteilt: Heimat und Aufgang. 'ie Aufklärung. Deutsches Iutentum, Chodowiecki und Zeit- > nassen, das Zeitalter Friedrichs II., Porträts Mendelssohns Sehr haben zusammenzubringen, was mit m Geist und dem Werk des Philosophen vertraut machen kann, ... •:v:r~ «fe..ri. ri. ~ v _ w A«Uu« ~ aus den anhaltinischen Kultusemeinben bis zu den Nachwirkungen in die Romantik hinein: Lessing, den Zeitgenossen, wichder Emanzipationsgeschichte des Zutschen Judentums, Gemälde, öraphik: Tausende von Stücken. äußersten Verzweigungen den Beziehungen des 18. Jahrhunderts hineinleuchten. Das Ganze man gern mit Andacht weilt, der Festvorstellung des „Nathan" nd der stimmungsvollen, von einer geistig hochstehenden Pre l t h e r gekrönten Feier in der Was vermißte man?Z,Wir, die wir heute.", sM egann manche Rede, so klang es in mancher Rede auf Wir, ,e wir heute...? Ja, was dSnn?... Die wir heute wieder nlolerant sind?... Die wir wieder junge Revolutionäre müheoll ihre eigenen Wege gehen lassen?... Die wir einen Revoitionär damit feiern, daß wir ihn mit Klassik verbrämt und t>> Klassik verpackt zu einer historischen Erinnerungssache »achen?... Der Bürgermeister Hesse,! der, viel befehdet und gehemmt, >»er Stadt Austrieb und Schwung zu geben versucht, betonte in iner Ansprache, Mendelssohns Geist müsse neu lebendig werden earum hat man nicht in und piit dieser Feier den Anfang geacht? Haben die Deffauer nicht gewußt, daß aus ihrer Stadt, oß aus der israelitischen Kultusgemeinde der Stadt neuerdings "ige Kräfte aufgestanden und gleichfalls in die Welt hineinü-sahren sind, die man. einem Revolutionär von ehedem zu Thren, hätte für diese Feier spannen können? Kurt Weil! und Alfred Wolfenstein sind aus Dessaus jüdischer Gemeinde hervorgegangen. Wäre es nicht finnioller gewesen, etwa Alfred. Wolfensteins, ganz im Geiste Mendsissohn^ für Aufklärung und Menschenliebe kämpfendes Drama cufzuführen und Kurt Weil! um zu bitten... Revolutionäre, die i ie Geschichte zu Klassikern gemacht hat, zu fetteren und selbst leider ein Unterschied. Für die Zukunft bleibt ein Ge Nachkommen Moses Mendelssohns an den Ehrungen teilnahmen. zweihundertsünfzigtausend Mark, Förderung der Geisteswissenschaft, ln Werken und von >ungen Die Nacht vor dem Beil" sine Musik für diesen Text revolutionär zu sein:, das ist chenk: eine Stiftung der von denen zwei Vertreter Diese Stiftung, in Höhe von soll "mit ihren Zinsen der Ein Kuratorium von großen nger, Junkers. Schmitt-Ott. aufstrebenden Begabungen, dienen. Namen — Einstein, Harnack, Spru Arnold Zweig und andere — soll i ie Garantie geben, daß diese Mittel angemessen angewandt werten. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten wurde bei der Feier durch den Kameraden Rechtsanwalt Dr. Sonder-Tessau vertreten; Kamerad Dr. Sonder ist auch Mitglied der Repräsentantenversammlung der Dessauer israelit schen Kultusgemeinde. Gedenkfeier in der - Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, die Akademie für die Wissenschaft des Iu »entums und die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums luden zur, Mendeissohn-Feier in die Singakatemie. Eine festlich gestimmte Zuschauermenge füllte den Raum bis auf den letzten Platz. Viele Persönlichkeiten von Rang waren gekommen und ehrten durch diese Ehrung Moses Mendelssohn-, sich selbst. Man sah den Reichsinnenminister S e v e r i n g und den Oberbürgermeister Büß, die beide später das Wort nahmen, Prof. E i n st e i n , Prof. Georg Bernhard. M. d R., Vizepräsidenten W e i ß. zahlreiche Mitglieder der Universi ät, Abgeordnete des Reichstages, des Landtages und der Stldt. Mit verständlicher und schöne' Geste hatte man ein musikalisches Werk des Enkels Mose s Mendelssohns, des großen Komponisten Mendelssohn-Bartholdy, der in derselben Singakademie gewirkt, an den Anfang der Feier gestellt. Es waren die Klänge der Ouvertüre zu „Athc im", die das Philharmonische Orchester unter der Stabführung 2 r. Heinz Ungers vortrug, die diese festliche Stundje feierlich ein! iteten. Der Vorsitzendeider Jüdischen gemeinde, Georg Kareski, sprach Worte des Großes und erinne sie daran, daß die Niänner der damaligen Iüdischen'Gemeinde schoi bei Lebzeiten MosesMendelssohn ihn als Großen in Israel erkonnt und anerkannt hätten. Reichsinnentninister Seoeri i g sprach alsdann mit herzgewinnender Schlichtheit. Er fei -- so sagte er — weder Jude, noch Berliner, noch Philosoph, er sei nur der politische Tageskärrner; aber er wäre wahrscheinlich der Einladung zur Feier gefolgt, wenn er nicht die Reichsu id preußische Staatsregierung zu vertreten Hütte. Er bekannte ich zum grundsätzlichen Optimismus und hoffe deshalb, daß T ileranz und Geist wieder obsiegen und wieder verehrungswürdig erscheinen würden vor manchem hochgezüchteten Tagesioert. Er fordere „Mehr N a t h a n", so schloß er. Oberbürgermeister B ö ß stieß äußerst glücklich kurz in die Geistesgeschichte Berlins und der Iudenheit zur Zeit Moses Mendelssohns vor und feierte Moses Mendelssohn als den Erwerber des Geistes im Judentum, rer ihnen die Gebiete deutscher Kultur erschloß. Ohne ihn seien Zeiten wie die der Rahel und die H. Heines nicht denkbar. Prof. Baumgardt brachte im Namen der Kant-Gefellschast und deren Ortsgruppe den Gruß der Philosophie für den Genius Moses Mendelssohn. _ — In glänzender Diktion, vollendet nach Form und Gedankenführung. führte Rabbiner Dr. Baeck als Festredner in den geistigen Gehalt der Persönlichkeit des gefeierten großen Juden. Ernannte Mendelssohns schriftstellerische Schi pfungen im Goetheschen Sinne „Gelegenheilswerke", sie feien aus der Situation heraus geboren. Er hätte znjiar nicht wie der Alle.zermalmer Kant die Zeit geformt, aber, in einer Schöpfung ijage er über Kant hmaus, in der Schaffutig der „Besonderheit" dem großen Deutschen, dem große Ipden für sein Werk. “. von liichard Strauß „Tod und Der Singakademie Die sinfonische Dichtung ies „Individuellen". Er dankte n Europäer und dem großen Klärung" schloß die herzbewegend. Im refjing Im Lefsing-Musellin in Berlin Hause des Freundes Mendelssohns 6. September, abends, eine Men sehr würdig verlief. Paul Alfred ~ Stunde. Museum das im Nicolai-Haus, dem untergebracht ist. wurde am helssohn-Feier abgehalten, die Dierbach zeichnete dasWesens- 299