Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 35 (30.8.1929)
- Date
- 1929-08-30
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Der Verb Wiener jSonn In der „Wiener schreibt Generalmaj a Meine jüngst in diesem Bläht >(c>.rriere jüdischer Soldaten geringe Anzahl von Zuschrifter gehabt. Als deren interessante Lesterreicher in hervorragender reftclftc Brief mit authentischen iamilie der Ritter von Eiß. Di narin der Beweis erbracht wird Artißel erwähnten nach Königs iieitMedaille ausgezeichneten Husaren B a ch r a ch jüdische Ärmer gedient hatten. So der Osfi iente Maria-TherefieN' Sonn- und Montags-Zeitung" r Freiherr von B.: e erschienenen Artikel über die begreiflicherweise eine nicht an die Redaktion zur Folge te dünkt mich der von einem Stellung mir zur Beifügung Haten über die jüdische Soldaten- * es auch aus dem Grunde, weil daß schon vor dem in' meinem ätz mit der Goldenen Tapfer- >snd zum Leutnant ernannten iziere als Helden in der alten in Mähren geborene Alexan» er Eitz, der sich als Sechzehnjähriger, nach der im Jahre 1848 am Prager Gymnasium abgelegten Matura, freiwillig zu den Jägern meldete. Als „Kadett-Gemeiner Jäger" machte er sogleich den Feldzug 1819 unter Radetzky mit. Wiederholt ausgezeichnet, war E i tz zu Beginn des Krieges 1859 Unterleutnant, kämpfte bei Magenta und Sol fe rin o und« wurde auf dem Schlachtfeld zum Oberleutnant befördert. Im dänischen Feldzug 1861 wie auf dem italienischen Kriegsschauplatz 1866 stürmte er als Iägeroffizier stets an Entscheidungspunkten der Schlachtest und Gefechte. Bei Eustozza aber führte Eitz an der Spitze seiner Kompagnie jenen tollkühnen Handstreich aus, „welcher zum siegreichen Ausgang dieser Schlacht wesentlich beigetragen hat" — wie in der Lerleihnngsurkund« zum Orden der Eisernen Krone wörtlich hervorgehoben wurde. Statutengemätz war E i h als Inhaber dieses Ordens in den Ritterstand erhoben worden. Das gesamte Offizierkorps seines Truppenkörpers sah aber den Eisernen Kronen-Orden als nicht genügende Belohnung an für eine Tat, die den siegreichen Ausgang der ganzen Schlacht entscheidend beeinflußt hatte, und machte daher eine Eingabe an das Kapitel des Militär- Maria-Theresien-Ordens: datz Ritter von Eitz dieses höchsten Ordens würdig sei. Da geschah nun etwas Sonderbares. Eitz erhielt vom Armeekommandanten Erzherzog A l b r e ch t, der dem hervorragend tapferen Iägeroffizier sehr wohlgesinnt war, eine Zuschrift, worin er „im Namen des Kapitels des Militär-Maria-Tyeresien-Ordens aufgefordert wurde, das zur Verleihung des Ordens noch fehlende Dokument (Taufschein) beizubringen". Eitz meldete barauf schriftlich: er könne einen Taufschein nicht beibringen, wen er der R«ligion seiner Böter nicht untreu zu werden vermög«. Daraufhin wurde ihm der Militär-Maria-Thereslen-Orden nicht zuerkannt. Es fei hier unparteiisch festgestellt, datz diese Nichtverleihung als bewutzt ungerechtes Handeln der damaligen Mitglieder des Ordenskapitels hervorgehoben zu werden verdient. Die von Maria Theresia erlassenen Ordensstatuten bezeichnten ia ausdrücklich als „für ewige Zeiten festgelegten obersten Ehrenstandpunkt bezüglich Verleihung dieses höchsten Ordens, datz hierbei weder Rang, Chargt, Herkommen. Familie, noch die Religion des Bewerbers, sondern ausschließlich besten Tat in Betracht zu kommen hat. Im Jahre 1878 kämpfte Eitz während der Okkupation Bosniens und avancierte in den «achtziger Jahren zum Obersten, — Der erst.« Jude, der Regiments- Kommandant geworden. Späterhin — es war in der Aera Lueger — wurde er als Generalmajor zur Audienz befohlen. Kaiser Framz Josef legte ihm nahe, sich taufen zu lasten, „da die politischen Verhältnisse es nicht einmal ihm, dem Monarchen, ermöglichen würden, einen Juden auf höhere Generalsposten vorrücken zu »affen. Anderseits wolle er, als oberster Kriegsherr, auf einen so hervorragenden Offizier, der zum Korpskommandanten prädestiniert sei, nicht verzichten." Eitz antwortete, seinem Kaiser fest in die Augen blickend, daß er seinem Glauben treubleibe und überzeugt sei, auch Seine Majestät" würde einen Offizier nicht deshalb höher achten, wenn er nur um persönlichen Vorteils willen und nicht aus Uebexzeugung den Glauben wechsle. In spontaner Rührung trat der Kaiser auf seinen General zu und, das sanft rigorosest beachtete Zeremoniell beiseitelaffend, umarmte er den alten Soldaten, mit dem er im Jahr« 1848 gleichzeitig in die Arme« Radetzky «ingerückt war. und dekorierte Sitz, dem er kur, vorher de« Leopolds- Orden oerliehen hatte, beim Uebertrttt in den Ruhestand mit der seltenen Auszeichnung de» „Ellfabeth-Ther e f i« n - O r d « n »“. ’ Diese von der Kaiserin Elisabeth gegründete und von Maria Theresia erneute Ordensstiftung befogt, datz „dieser Orden den Orden der Armee verliehen werden b 1921 im 90. Lebensjahre, en zwei, Hermann und Weltkrieg' geblieben. Der 21 besten Obersten und Generalen soll". Der alte Radetzky-Veteran stör Bon seinen drei Söhnen war Otto, aktive Offiziere und sind ijm ältere^Sappeurhauptmann Hermann Ritter von Eitz, hat durch seine Heldentat beim S'anübergang Anfang Oktober 1911 zur Rettung ärotzer Truppenoerbände deigetragen. Ein Teil der Armee war bereis übersckifft, da trat derartiges Hochwasser ein, datz die weitere Uebersetzung eingestellt werden muhte. Die feindwarts zu llberschifften Truppen schienen verloren.. T In dieser Situation alarmiert« Eitz. trotz Warnung der Kameraden vor der ganz unmöglichen Ausgabe, seine Kompagnie, überquert« dip tobenden Wassermassen mit seinen Pontons und bracht« di« schon für abgeschnitten gellenden Truppenhörper. als letzten das 8. Regiment Tiroler Kalserjiiger. über den reihenden Strom zurück. Als er mit dem letzten Pontdn herliberruderte, fiel, er, von einem russischen Geschoß ins Herz getroffen. Nach dem Tode erhielt er d m Eisernen Kronen-Orden. Nun blieb nur noch ein Sohn Karl Ritter überlebend, von Sitz, auf leitendem Posten in einer Munitionsfabrik tätig. Nachdem Tode des Bruders Hermann ineld!te er-sich — was bei seinen Vorfahren seit hundert Jahren ja Tradition gewesen — sofort an die Front und trat ins 3. Regiment der Tiroler Kaiserläger, jene Truppe, bei deren Rettung sein Bruder gefallen war. Als Einjähriger und Kadettoberjäger erwarb Karl von Eitz in der Frühjahrsoffensioe 1916 gegen Italien die silbernen Tapfer^ keitsmedaillen zweiter und erster Klaffe. , Als am zweiten Offensivtage die Vorrückung des^Korps Erzherzog Karl Franz Josef ins Stocken geratenwar und trotz Einsatzes großer Verbände bis zum 18. Mai nicht weiterkam, meldet« sich E i tz an diesem Tage freiwillig. mit einer Patrouille von zwölf Mann di« beherrschend« Höh« 1804 zu stürmen. Im grotzkalibrigen eigenen und feindlichen Trommelfeuer erreicht« er mit noch sechs Ueberlebenden das Plateau und fetzt« sich, schon schwer oerwundet. fest. Run kam das Regiment stürmend nach und machte 8969 Gefangene. Jetzt erst verließ Eiß, der eine Zerschmetterung des rechten Armgelenkes erlitten hatte, seine Stellung und lietz sich verbinden. Er erhielt für diese großartige Wafsentat, welche die steckengebliebene Offensive. der ganzen Gruppe des Thronfolgers wieder ins Rollen gebracht hatte, die goldene Tapferkeitsmedaille für Mannschaften und wurde zum Leutnant befördert. Drei Monate später meldete er sich, mit einem künstlichen Arm gelenk, wieder zum Regiment ins Feld und machte alle Kämpfe und Gefechte der Herbstoffensivs 1917 als Kompagniekommandant mit. Nach deren Beendigung trat er Anfang Juli 1918 an die Spitze eines aus Freiwilligen gebildeten Truppenkörpers im Mündungsgebiet des P i aw-ei Mitte Juli Bundes-Hcwptversammlung! statt Di« diesjährig« ordentliche Bundes-Hauptoersammlung findet am Sonntag, dem 24. November 1929,- zu Berlin — im Logenhau», Kleiftsträtz« 19. - Anträge müsse« btt zum 80. September 1S2S im Boabesböro eiogegavge» sei«. Wir bitten, die Einsendung „nachträglicher" Anträge im Interest« der möglichst glatte« und guten Erledigung der Borarbeiten und de» guten verlaut» der Vuades-Hauptoersammlung zu vermeiden. — Für rechtzeitig« Weitergab« etwa nach dem 89. September 1929 «ingehender Anttäg« kann «ine Gewiihr nicht geboten werden. ,, Die Delegierten unserer Landesverbände und Ortsgruppen und die Kameraden des Bundesvorstandes werden hierdurch bereits zur Teilnahme kameradschaftlichst «ingeladen. 285