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Der Schild · 1929-08-23 · 34 (23.8.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
34 (23.8.1929)
Date
1929-08-23
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Me jiidif iidis» Siedlungsfrage in Deutschland Herr Professor Dr. Boi v. unmer 30 des „Schild" seh > , i zu den jüdischen Siebst j. :d gemacht. E» ist dies u '' ulicher, als der Artikel z v. cht nur Gegenstand der - s Kreises des RjF., fände icn Judentums. Wenn ich , uhrungen des Herrn Profes , schieht dies nicht, um ihiich, , :> Gegenteil, um sie zu unt id aus welchen Gründen die l• H." im allgemeinen gemäj rofestor Brutzkus zu arbeit ris Brutzkus hat in der i beachtenswerte Ausführun ngsbestrebungen in Deutsch n so dankenswerter und erügt, datz diese Bestrebungen Betrachtung sind außerhalb r n auch außerhalb des deutr lit hier erlaube, auf die Ausor Brutzkus zu erwidern, so entgegenzutreten, sondern < rstreichen und darzutun, daß „Jüdische Landarbeit G. m. den Anregungen des Herrk en gedenkt. Deutschland zu schaffen. Al .haftliche Lage des Bauern :an ihm jegliche Chancen t s.'rechen muh. Ich will hier i ingehen, die in letzter Zeit Herr Professor B. hat vie leicht recht, daß die deutsche randwirtschaft nicht dazu ermutigt, jüdische Bauern in er andererseits ist die Wirtin Deutschland nicht so, daß ines Vorwärtskommens abnicht auf Veröffentlichungen auch in der herrischen Presse . -ne große Rolle gespielt st >ben, nämstch, daß die Verschuldung des bäuerlichen i Besitzes in ^Deutschland eine/ i'id geringere als die des Großgrundbesitzes und eine in >ch recht tragbare ist. Ich möchte aber bietonen, daß un .veifelhaft der Jude sich zuin Bauern nicht weniger gut ->gnet als zum Gärtner, To bakpflanzer/Geflügelzüchter niiD. Wir haben in Westpr iege eine ganze Reihe jü gehabt, deren Wirtscha ten genau so gut dastanden, . die ihrer christlichen S achbarn, und in manchem ^oezialgebiet der Landwirtsc >aft, wie der Milchwirtschaft, >er Viehzucht und -mästung waren sie vorbildlich. Ich abe ferner aus Deutschland stammende jüdische Farmer >i Deutsch-Südwestafrika kennengelernt, die, gut vors arts kamen, und wenn sie auch nicht selbst täglich de» ,<ilug in die Hand nahmen, o mußten sie doch mit alle» 'ndwirtschaftlichen Arbeiter vertraut sein, schon um >ren schwarzen Arbeitern ils Borbild und Lehrer zu icnen, und ihre Viehherden, Mais- und Weizenfelder ' oen nicht schlechter aus a s die der anderen Farmer. Gewiß. Herr Professor! irutzkus hat recht, die Idee - jüdischen Sämanns, des jüdischen Bauern, der hinter nein Pflug daherschreitet, hat etwas verlockendes und -!I uns doch nicht verleiten, den Typus des traditionellen auern für uns Juden in! )eutfchland zu begünstigen erade das Beispiel „Paläst na", das Herr Professor B. ich anführt, spricht hierfür. Aber die Gründe des lang- >>nen Erfolges der Ackern irtschaft sind in Palästina iderer Natur als Herr Pr> festor B. zu meinen scheint. ie Bauernkolonisation in Palästina, die aus einer ge- 'sten Ideologie heraus ge chaffen wurde, kommt nicht st voller Befriedigung voi wärts, weil die Juden hier r nicht geeignet sind, sonl ern weil Boden, Klima und ure Arbeitskraft bei de i nie-rigen Getreidepreisen e Rentabilität der reine > Getreidewirtschaft sehr erweren. Unter den Kolo» isten in Nahalal, Balfouria, yjamina u. a. gibt es unz veifelhaft eine ganze Anzahl htiger jüdischer Bauern, die auch schon prosperieren, oer diese Fragen habe ich oft mit den deutschen Kolo- >en der in der Nähe vor Haifa gelegenen Templeri onien Bethlejhem und B aldheim gesprochen, die mir sicherten und Nachweisen rannten, daß auch ihnen die -reidewirtschaft in den letz en Jahren kaum eine Rente geworfen hat und daß di, Milchwirtschaft nur infolge -' ö künstlich hochgehaltenen Preises für Milch rentabel und sie gehen von Jahr ju Jahr mehr zur intensiven Garten- und Gemüsewirtschaft über. Diesen Weg gehen auch die jüdischen Kolonien in Palästina, also nicht aus Mangel an Eignung zum Bauern, sondern aus Rentabi- 'litätsgründen. Dieselben Gründe scheinen mir auch für Nordamerika oorzuliegen. Auch hier neigen die Juden, die sich landwirtschaftlichen Berufen zuwenden, mehr und mehr dazu, Gärtner oder Geflügelzüchter zu werden, oder sich mit speziellen Zweigen der Landwirtschaft zu befassen, die ihnen bei Investierung eines geringeren Kapitals eine größere Rente als die Bauernwirtschaft versprechen. Ich selbst habe mich von dem Wohlstand jüdischer Geflügelzüchter in Connecticut, die früher Kaufleute in New Dork gewesen sind, überzeugen können. Die Landwirtschaft ist ja überhaupt in allen landrvirtschaftlich fortschrittlichen Ländern den Weg der Typisierung und Spezialisierung gegangen, und besonders in Deutschland wird man diesen Weg gehen müssen, will man die Landwirtschaft wieder rentabel gestalten und das Manko an landwirtschaftlichen Produkten in Deutschland selbst erzeugen, oas heute durch eine Einfuhr im Werte von 2X Milliarden Mark (ohne Hinzurechnung der hier nicht erzeugdaren Lebensmittel, wie Mais, Reis. Kaffee, Tee, Kakao, Südfrüchte, Gewürze usw.) gedeckt wird. Welche Umwandlung die landwirtschaftliche Struktur in gewissen europäischen Ländern erfahren hat und wahrscheinlich auch in Deutschland aus Volks- und privatwirtschaftlichen Gründen nehmen muß, möge an dem kleinen Ländchen Dänemark gezeigt werden, besten landwirtschaftliche Fläche etwa derjenigen der Provinzen Westfalens und Hannovers gleichkommt. Bis zum Jahrs 1880 waren Weizen und andere Getreidesorten das Hauptprodukt der dänischen Landwirtschaft. Der immer stärker werdende Import überseeischen -Getreides und die damit verbundene Unrentabilität der eigenen Feldwirtschaft stellte die dänische Landwirtschaft vollständig um. Welche Veränderungen hier vor sich gegangen sind, mögen die folgenden Zahlen zeigen: In Dänemark betrug die Zahl der Milchkühe die durchschnittl. Milchproduktion pro Tier die durchschnittl. Butterpryduktion pro Tier die Gesamtmilchproduktion die Gesamtbutterproduktion der Butterexport die Zahl der Schweine die Zahl der Hühner der Wert der exportierten Eier 1881 1924 899 000 Sick. 1369 000 Stck. 1136 Kg. 2 900 Kg. 54 Kg. 1 440 000 To. 49 000 To. 15600 To. 115 Kg. 3 970 000 To. 175 000 To. 123 000 To. 527 417 Stck. 2 868 139 Stck. 1895 1924 5 900 000 Stck. 25 000 000 Stck. 7 000 000 Kr. 125 000 000 Kr. Heute marschiert Dänemark an der Spitze der Exportländer für Fleisch, Butter und Eier, die ausschlaggebend für den Wohlstand des Bauern und somit des ganzen Landes geworden sind. Eine ähnliche Entwicklung der Landwirtschaft wird in Deutschland vor sich gehen müssen, und sie wird von vornherein bei unseren jüdischen Siedlungsbestrebungen zu beachten sein. Hier können vielleicht auch die Juden in Deutschland für die Art unll Form der Produktion und ixbildlich werden, wie sie es in änderen anderen Berufen geworden sind, ist die Zahl der gärtnerisch vorgebildeten des Absatzes vo Ländern und in Im übrigen Juden in Deutschland größer als' die der bäuerlich oor- 275

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