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Der Schild · 1929-08-23 · 34 (23.8.1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
34 (23.8.1929)
Date
1929-08-23
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Vorteile in erster Linie die Alten genießen. Sie rücken sittlich entrüstet ab von lokalen Ausschreitungen, in denen andere Gruppen vorprellen gegen den Staat, den sie nicht mit Nadelstichen, nicht mit Bomben in Margarinekisten, sondern nach einheitlichem Kriegsplan von der Peripherie aus an der Wurzel treffen wollen. Die antisemitische Agitation ist geräuschloser geworden, aber die mystischen Vorstellungen von einer machtvollen überstaatlichen Organisation des Judentums und des jüdischen Kapitals der Banken, von der dunklen Verschwörertätigkeit der Freimaurer und von der willkürlichen Zinsverteuerung und Steuerbelastung werden in der Stille so weiter genährt, daß jederzeit jede antisemitische Parole wieder Zugkraft hat. Das erfolgreiche Vordringen der Nationalsozialisten in den östlichen Provinzen, in Schleswig-Holstein, Oldenburg und Hannover könnte sich aber nicht in dem Tempo vollziehen, wenn nicht die Krise der Deutschnationalen Partei und des Landbundes durch die Emanzipation der Bauern gegen großagrarische Führung eine Verwirrung geschaffen hätte, in der einfach der stärkere und abenteueÄichere politische Wille die Jugend gewinnt. Als Hugenber^ noch der große Unbekannte im Hintergrund war, an dessen mächtigen Schatten man glaubte, stand die Sache der Deutschnationalen besser als heute, wo sich Hugenberg im" scharfen Licht der Rampe als ein sehr durchschnittlicher Akteur erwiesen hat, als ein verbitterter Geheimrat, desien Eingeständnis, daß er die neue Zeit nicht versteht, trotz aller großen Worte weder rührl noch begeistert. Wenn er sich'jetzt mit Hitler zusammenfindet, kann er das eigene Format nicht vergrößern, wohl aber innerhalb seiner Partei den Konflikt verschärfen, der die Besonnenen von den Abenteurern trennt. Italien hat das Glück gehabt, daß eine seltene staatsmännische Begabung durch den Kampf für den Fortschritt zur Macht kam unter Verhältnissen, die' auf Deutschland gar nicht zu übertragen sind. Hitler hat seine Heerschau in Nürnberg kurze Zeit vorher abgehalten, ehe der Verfaffungstag zu einer machtvollen Kundgebung für die Republik wurde. In aller Stille wurde in Nürnberg den Nationalsozialisten der neue Propagandafilm ihrer Zentrale gezeigt, „Kampf um Berlin". Wir wollen dafür sorgen, daß dieser Film nie Wirklichkeit wird. Osten Von Roda Roda. Cb es in Kaunas. Kowno, Judenpogrome gegeben hat oder nicht, ist kaum -sestzustellen. Beweisstücke für und gegen die Behauptung schlagen einander. Tie Regierung bestreitet entschieden. es hätte sich auch nur die geringste Gesetzwidrigkeit ereignet — und einer Regierung wird man doch wohl glauben müssen. Andererseits weifen die Juden von Kaunas hundert Schwerverletzte auf — das spricht wieder eher für verübte Pogrome .' Bei so gegensätzlichen Anzeichen wird einem schwer, die Wahrheit zu ergründen. Doppelt schwer, wo wir gerade über Litauen jetzt so viel hören, allzuviel — und darüber so wenig wisien. Es ist das frommste Land Europas, versichert man; vollzieht aber .die meisten Hinrichtungen . . . Ein Kenner, des Ostens hat mir besonders die Lage der Juden dort in Litauen und den Nachbarstaaten klarzumachen versucht: Wenn ich. sagte er. Jude bin. aus der Sadowaja in Moskau spazierengehe — es kommt ein Fremder und überfällt mich: so werde ich mich wehren. Passiert mir das gleiche an der Ecke der Ozieskienesstratze und Laisves-Aleja. Freiheitsallee in Kaunas: da, mein 5>err, werde ich gut tun. die Ohrfeige einzustecken und mucksmäuschen still zu sein. Anders in Warschau auf der Senatorska: ich schreie — Polizisten laufen herbei, schreiben den Namen meines Gegners auf — ich verklage ihn — es gibt ein? große Untersuchung — und er wird freigesprochen. (»Tempo “) Die Pogro m in Litauen Eie Kownoer Tageszeitung rücksichten erst jetzt in der La schen Borstädten Slabadan zurückßukommen, nachdem Aidasl nun — im Gegensatz graphchi-Agentur, die in Bericht überhaupt abgeleugnet hat — haben,: aber sie zu beschönige Das Regierungsorgan er. nisten lam 1. August versucht aber von den „nationalen A Die „Mische Stime" bemerkt cain gtnau zugesehen haben, und welche „Kommunisten" erwähnen, daß einer der Geschl dieneri(Schames) der Chewra beiter! der ihn geschlagen haj ein Fäll unter vielen „Lnetuwas Aidas" schreib: munisckn in Sancain hätte Slabaaan gehabt, wo ganz urjü zu leiden hatten. Die „natichi gesagwdatz die Mehrheit der scher Rationalität ist, folglich So ist es zu erklären, datz nicht sondern auch eine ganze Reihe wahrscheinlich, gar keine Be leiden »nutzten. Es ist schon e leidet per Dritte. „ ..Mische Stime jlie, auf die Pogron (Slobodka) und S,i das Regierungsor g zur offiziellen l t en an das Ausla t zugibt, datz Pogror > sucht. zählt, daß in Sancäi laben, zu „demonsr i beitern" arg zug«r >azu, datz die Einwp welche „Arbeiter" g-schlagen wurden, lagenen der 70jähi i. Kadischa, Ialewezi i l, der Polizist Nr. * Aib früh Idische Stime" schreibt zu, öas „nätionalgesinnte Da diese Patrioten aber die munisten zu schlagen, so oerze mütig! Wir Juden können Offenh :rzigkeit dankbar sein. Hätte nan uns einen Tag Pogro^ileute von Slobodka hätten! es nicht geglaubt, dli Hoolig, ins Störer der Ordnung ihr Tür für den litauischen als fü> feine jüdischen Bürge Offizio us als erster solche Tatsi: schänden, verdammen würde, datz wir in einem grötzen Irrtsi der Of iziosus glaubt, datz er kann, jvenn er die ganze An, annehn lichkeit" hinstellt, so kennen! diese Weise noch aus ähnlich! Taten durch den „Volk lutionäre“ offiziell zu rechtfer: i i ht Ge zenüber der Mitteilung der Iut en keine Klagen einger fest, da; bei Gericht Anklagen und verletzter Juden eiligere -schlichen Brutalitäten von „Lietuwas Aidas beitern *, die ein Recht hätte zu sorgen, nicht zu eigen m Zrm Schluß macht „Misch die be tehende Vorzensur, die irregef ihrten Oeffentlichkeit z. klärt i ie Behauptung, daß dir nisten und Revolutionäre besteh Schriften gar nicht zur Vorzen Pressejgezwungen. Auch in t Tpruckj: der eine sündigt, de ist aus Zensur e in den lstau: ncain (Schanz an „Lietuwo tauischen Tele d die Pogrom e stattgefündei, in die Komm:, ieren", daß fu ^richtet wurden hner von Sa» geschlagen haben Es genügt, zu ige Synagogen und der „Ar 104 war. Nur weiter, der Durch einen anangenehp,?iar unschuldige gesinnten Arbe kommunistischen müßten es die nur die kommunji Bürger jüdischer iehung zum Ko nmal so: wenn znt 2 i Of lsazu: „Lietuwas eiter" Juden rute Absicht" ge! ht es ihnen der dem Offiziosus denn sie klärt er gesagt, datz de ür ehrliche PatrHo nn wir nahmen und Feinde Litauk Htaat nicht weniges Wir hätten er: i, die den guten Sein Artikel ab, m befangen war, der Sache aus d, elegenheit als befindet er sich im Zeiten des szorn gegen die igen suchte. en ,i d;n Zar s der „Lietuwas Aid »s", datz seitens r, icht wurden, stellt von einigen Dutze rd geschlagener Die Opfer der worden sind. hoffen, datz das ckericht sich die von den „nationblgesinnten Ar in ihrer Weise eichen wird. fall der Kom en Epilog in jüdische Bürger ter" haben sich Agitatoren jüdi en ausbaden. Mischen Führer. Nationalität, die unismus hat. ei sich schlagen, mm idas" gibt also chlagen haben. ,t haben, Komfiziosus „grotzür eine solche die Situation. Offiziosus die ten hält, wir an, datz diese ns sind, indem gefährlich sei chartet, datz der Hamen Litauens r beweist uns Wenn aber Wege gehen e kleine „Un Irrtum. Wir mus, wo man üdischen Revo Mische Stime" zur e Stime" eine es hier verbietet. Kenntnis zu Zensur nur geg, t. für absurd. Di ur, dies zu tun i escm Falle bewa! anderen züchtig Andeutung über Tatsachen der bringen, und er n die Komm» e bringen ihre nur die legale rheitet sich der man . . . Eine Mofes-M mdelssohn-St iftnng Anläßlich der zweihunder: si des Philosophen Moses Meng Jahre haben, wie wir hören, sohns, an der Spitze der Berliije von P endelssohn, beschlossen, Stif uug ins Leben zu . Mend, lssohns haben zu diese n Mark zur Verfügung gestellt sich ü, s Stifungskapital nock Stiftu ig sollen zur Förderu, i wendr, ig finden. Dem V e werde: namhafte Gelehrte Springer, Friedrich S ch itz Die Stiftung wird ihren Sitz Mende ssohns, ^aben. ten Wiederkehr elsfohn am 6. C die Nachkommen r Handelskammeijp eine Moses-M< rufen. Die Nach -n Zweck den Bet a. Es ist nicht auerhöhen wird, g wissenschaftlicher waltungsrat wie Adolf Har i d t - O t t und ar Dessau, der Gebt in ür „Ordnung" Geburtstages ptember dieses Roses Mendels räsident Franz ndelssohnommen Moses g von 250 800 geschlossen, datz Die Zinsen der Zwecke Berger Stiftung a ck, Eduard dere angehören, rtsstadt Moses 274

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