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Der Schild · 1929-08-16 · 33 (16.8.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
33 (16.8.1929)
Date
1929-08-16
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Wissenschaft und Rassenschwmdel In K i e l wurde die U alogischen I n st i t .ejrakt in Gegenwart der u',i und zahlreicher deutsch r .erlich begangen. Bei ' urator der Unive ne höchst bedeutsame R -ikhropologie uni ns ihr wollen wir, dem lgend, die nachstehende! ingen, die gegenüber -chen völkischen Rassenr ly Sachlichkeit als wohltuend: Dr. Sitzler die Anwesende i >eberblick über die i pologie-Lehrstuhles an , i alte, fuhr er in seiner Re> Vergabe des Äeuen A n t h r ot s durch einen akademischen tniversitäts- und Staatsbehörr wie ausländischer Ehrengäste dieser Gelegenheit hielt der sität Kiel, Dr. Sitzlejr. de über das Wesen der der Rassenforschung. Bericht der „Kieler Zeitung" Ausführungen zum Abdruck »er heute beliebten oberflächftik durch ihre phrasenlose Reinigung wirken. Nachdem n begrüßt und einen kurzen e Entwicklung des Anthro- Kieler Universität gegeben e fort: „Gestatten Sie mir, etP Bemerkungen allgemeiner Tätigkeit, die hier künftig ich das Institut übergebe, einige Art zu der Art wissenschaftlicher betrieben werden soll. Nach großen politisch, n Generation stets nad Napoleonifchen Kriegen In romantischer Weste niufci goldenes Zeitalter verherpl Frömmigkeit der Deutsche vor einem Jahrhundert gedachten mittelsl der Katastrophe des Weltkisi ein neues Borbild, sprechend wird ein ge Idealbild aufgerichtet genannten nordi hierbei volkstümlich geholt Kunde in Deutschland sehr dings wissenschaftlich gen populären Schriften konstsu der Anthropologie verg Deutschland eine sogenannte anderen deutschen Rasten Raste, die dinarische Raste nicht die besonderen Eige sitzen sollen, aber denen s'h De c lsch e Katastrophen sucht die junge neuen Idealen. Nach den te sie das Ideal im Mittelalter, de das Mittelalter als verlorenes icht, zu dessen tiefer inniger zurückkehren müste. Die Jugend ihr Borbild in einem ideal erlichen Menschen. Nach eges sucht auch die heutige Jugend : veränderten Zeitrichtung ent» stiges und körperliches es ist der Mensch der so» n Rasse. Die Jugend folgt nen Büchern, die sich über Rasteneingehend auslasten, ohne allerihgend unterbaut zu sein. Diese irren, die bisherigen Ergebnisse rpbernd oder mißverstehend, in nordische Rasse, die seelisch'alle benagen soll, ferner eine ostische und andere Rassen, die zwar alle r schäften der nordischen Rasse beipnnerhin eigene besondere Fähigkeiten zugeschrieben werden, allerdings nicht die Fähigkeit, die der nordischen Rasse besonders zugeschrieben wird, die Führereigenschast, die gerade die Jugend besonders mitreißt. Die Jugend folgt nun blindlings diesen Volks tümlichen Schriftstellern und sie vergröbert deren Konstruktionen noch mehr. So stellt sie sich die rassenmäßige Einteilung Deutschlands — etwas sehr einfach — oft so vor, daß die mit guten Führereigenschasten ausgestattete sogenannte nordische Raste allen anderen deutschen Rassen oder Rassengruppen gegenübersteht. Man kann diese romantische Ideologie auf dem Gebiet der. Rassenkunde nur mit Sorge betrachten. Zu den zahlreichen inneren Gegensätzen des deutschen Volkes politischer und konfessioneller Natur tritt nun noch ein xastenmäßiger Gegensatz dazu. Sollte er sich vertiefen, so besieht die große Gefahr, daß wir Deutschen, die wir die innere Einheit so dringend nötig gebrauchen, in neue unerträgliche Zwietracht geworfen werden, eine Zwietracht, die uns endgültig zu zerreißen drohte. _ Hier wird hoffentlich die Anthropologie durch ihre wistenschaftlichen Forschungen die Wahrheit wiederherst e l l e n und nüchtern das populär gewordene Trugbild zerstören. Mir ist bekannt, daß sich schon heilte eine Reihe angesehener Anthropologen in gleichem Sinne ausgesprochen haben, wobei betont. wird, daß die Entwicklung der wistenschaftlichen Anthropologie in Deutschland noch nicht so weit vorgeschritten sei, daß man mit wistenschaftlichen Beweisgründen statt mit Warnungen dem populären Trugbild entgegentreten könne. Eine Mißachtung sogenannter tiefer st ehender Rassen innerhalb des deutschen Volkes ist, soweit mir bekannt geworden ist, auch n ach der Ber/rbungsforschung unbegrün d e £ e i n gesphichtlrch muß man festst eilen, daß die grötz^n Leistungen des deut- -schen Volkes er st v odt-h^a ch t morde i n d, nachdem die Rassen, um bu>rtTCI) hd«r^han» d^lt, längst vermischt waren. (J Es entspricht daher der Wahrheit, wenn aIle Rasten deß deutschen Volkes dazu beigetragen haben, unser Vaterland zu einem Kulturstaat zu machen. Wenn man z. B. an den heute so gefährdeten äußersten Osten unseres Vaterlandes denkt, so brauche ich nur die Namen Kopernikus, Imanuel Kant und Herder zu nennen! Man kann heute nicht vom Anthropologie sprechen, ohne sofort zu den brennenden Rassefragen Stellung zu Euscha i d (So Wir lagen französischen u ( der. Bor unserer Feuerstelli ulgarischer Infanterie. Wir n einem toten Winkel. Die ls außerordentlich strapaziös Me Krankheiten, die tropische Faktoren verminderten den ^nder Weise. Malaria und « erschieden war nur das Maß ie elenden Berpflegungsoerl, 'örmigkeit des Lebens. Feu oechslung wie alsLchrecken. Ich selbst war als zweier eteilt. Kowolowski war me usmäßig noch der einfachste ^schütz und das anstrengende lall kamen. Ich hatte abwechselnd . uuf der Beobachtung. Die relsennest. das noch vor den Entfernung von ungefähr traben lag. Ich wohnte mit dem_ m Unterstand bei den Manns ) ^urch die militärischen Berhäl n >og ich ihn zu mir heran. In diesen Tagen kam de! orn Liebesbrief wie tausend c Dame, der Brief einer Frau, mich an mein Versprechen, für mit ihm nicht darüber, daß Wechsel stand. Novelle vonl Steffen Kann, rpetzung.) griechischen Formationen gegenng lag lediglich eine dünne Linie standen hinter einer Hügelkette Stellung war weniger verlustreich Die schlimmsten Feinde waren Hitze und das Ungeziefer. Diese gestand der Truppe in beängstit uhr wüteten. Gesund war keiner: ~l der Erkrankungen. Dazu kamen yältnisse und die ungeheure Einrgefechte wirkten mehr als Abr Offizier dem dritten Zug zun Telephonist. Das war verhältvienst, da die schwere Arbeit am Schleppen von Geschossen in Weg- Dnn 30 Zug ü st in der Feuerstellung und vorn Beobachtungsstelle war auf einem bulgarischen Schützengräben in einer Metern von dem französischen ührer zusammen, Kowalowski lag saften. So oft der Dienst und der iste gebotene Zwang es zuliehen. erste Brief von Sascha. Es war clndere, nicht der Brief der großen die Sehnsucht hat. Sie erinnerte Stanislaus zu sorgen. Ich sprach h mit seiner Schwester in Brief- An jenem Abend war er als. Telephonist und ich als Beobachter zur Beobachtung kommandiert. Er meldete sich bei mir zum Abmarsch. Ich erschrak, als ich ihn sah. Er sah erbärmlich aus, die Haare hingen ihm um den Kopf, die Augen lagen hohl, die Backenknochen standen scharf und häßlich heraus. Er ging gebückt, und seine Uniform war beschmutzt. Ich fragte ihn nach seinem Befinden. Er hatte Malaria. Er sagte, er habe sich morgens krank gemeldet. Der Arzt habe ihn aber für dienstfähig erklärt. Er kroch mehr hinter mir her als er schritt. Ich nahm ihm das Gepäck ab. Ich sah, wie er weinte. Ich war damals doch viel zu viel Soldat, als daß ich ihm ein gutes Wort hätte sagen können. Erst in der Nacht sagte ich ihm dann, daß ich mit dem Arzt und dem Zugführer reden wollte. Er sah an mir vorbei wortlos in die Nacht hinaus. Am Tage nach der Rückkehr sprach ich mit dem Arzt. Gewiß, Kowalowski war krank, aber alle Mannschaften waren krank. Wenn man Kowalowski nach Hause sandte, so konnte man mit gutem Gewisten die Formation auflösen. Der Arzt war ein ernster Mann, der gern hals, der aber seine Anweisungen zu befolgen hatte. Wahrend ich gerade mit dem Doktor sprach, hörte ich draußen ein militärisches Schimpfen. Der Wachtmeister schrie mit Kowalowski, der schmutzig und matt vor ihm stand. Kowalowski bot das Bild eines alten Mannes. Er muhte noch dazu eine ungehörige Antwort gegeben haben; der Wachtmeister tobte. Als ich hinzutrat, meldete mir der Wachtmeister den Vorfall. Ich winkte ab und ließ Kowalowski in seinen Unterstand gehen. Ich sah Saschas Augen vor mir. Am nächsten Abend ging ich wieder vor auf Beobachtung. Abermals ging Kowalowski mit als Telephonist. Am Nachmittag hatte es für ihn noch böse Stunden gegeben. Der Wachtmeister hatte den Vorgang vom Tage vorher dem Batterieführer gemeldet. Ich vermochte den Sturm nicht von Kowalowski abzuwenden. Es gab sehr böse, vielleicht unerträgliche Worte. Es fiel auch so etwas wie „Polack" und „Schwein". Ich war sehr erregt; ich dachte immer an Sckcha. Ich hatte Sehnsucht, heiße, gierige Sehnsucht; auch mein Blut war krank. 268

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