Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 33 (16.8.1929)
- Date
- 1929-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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^etne Höhe von 1,62 Meter, im Stichkampf wurde Simmenauer, Berlin, glücklicher Sieger. Die Staffeln waren Bar Kochba nicht zu nehmen, von Anfang an in Führung liegend gewannen sie sowohl die 4 X 100-, wie die 3 X 1000-Meter Staffel, deren Schlußmann Bergmann nur noch spazieren zu gehen brauchte. Die für alle jüdischen Vereine offenen Rahmenwettbewerbe sahen zum Teil recht harte Kämpfe, Frl. Ansbach. Damengruppe des RjF., muhte immerhin 13,6 Sek. laufen, um sich die 100 Meter vor der Leipzigerin Frl. Ganz zu sichern. Ausgezeichnet lief di« gut wechselnde Damenstaffrl des Leipziger Bar Kochba, die die Berliner Vereine glatt hinter sich lieh, da Bar Kochba, Berlin, distanziert wurde, kam RjF. auf den »«eiten Platz. Heftig umstritten war die ö X 200 Meter-Herren-Staffel. Hellermann wirft die Sportvereinigung der Jüdischen Studenten nach vorn, der zweite Mann bringt den Ri? in Front, Eger (Studenten) holt auf und reiht die Führung wieder ah sich. Die zahlreichen Fußballenthusiasten kamen durch die Darbietungen des Pariser Makkabi auf ihre Kosten, wenn auch die zu den führenden Pariser Mannschaften zählenden Hlakkabäer sich im Sturm nicht durchsetzen konnten. Doch fiel der Tormann und vor allem der linke Läufer angenehm auf. Hakoah, Berlin, spielte sehr energisch und gewann verdient 2:0 gegen die Franzosen. Ihr Angriff, in dem der linke Flügel tonangebend war, kombinierte zeitweise schön und vergah auch das Schießen nicht. Mit viel Glück gelangen dem Goalkeeper die gewagtesten Robinfonaden. I Kurt Pinczower. Resultate: 100 Meter: l. Kurz I (Bar «ockba. Berlins 11.3 Sek.: 2. Kurz II >Bar Stotbba. Berlin) 1 Meter zurück: .1. Varl-Vien 4 Meter zurück. — 400 Vlct'r: 1. Rosentnal-Berlin 52.5: 2. Berber-Berlin 6 Meter zurück: 3. Met-I-Wien 2 Meter. — 1000 Meier: 1. Beramann- Berlin 2: 40,8:. 2. S»ielmann-Vicn 25 Meter: 3. Janklawitz-Berlin 2 Meter. — 3000 Meter: 1. «an (Bar floAba. Berlin) fl : 16: 2. voben (Bar «ockba. Berlin) 40 Meter: 3. Vcik-Praa 50 Meter. — Hockiorung: 1. Simmenäuer-Berlin 1.62 Meter: 2. Dr. Zander- Praa 1.62 Meter: 3. Reack-Pras 1.62 Meter, durch Stecken. — Veit» frruno: 1. Dr. Zander-Pro» 6.72 Meter: 2. Sur, II-Berlin 6.62 Meter: 3. Reack-Praa 6 05 Meter. — «uaelftokcn: 1. «lemosuer- Praa 11.13 Meter: 2. Friedmann-Pra« 10.48 Meter: 3. «ofller.Berlin lO.sf Meter. — 4 mal 10o-Meter-Sla(fcl: 1. Bar «ochbo-Berlin 43.8 Sek.: 2. Vien-Praa 12 Meter zurück. — 3 mal lOON-Meter-Stoficl: 1. Bar «ockba Berlin 3 : 22.6: 2. Vien-Praa 35 Meter zurück. — Offene Vettbcwerb«: 800-Meter-Mallauf: 1. Sieael II (Schwarz- Veib Berlin)-2 :13.8: 2. Nober (Rricksbund tüdiscker l^ronisoldaten) 10 Meter: 3 Heft I ($Wi«) io Meter zurück. — 5 mal 200-Meter- -taflel: 1. ■&. B. jüdischer Studenten 2 : 06 7 : 2. ReickSbund iüdischer Frontsoldaten 8 Meter: 3. B. S. E. Sckwarz-Veiü 22 Meter zurück. — ^rauen-Vettbewcrbe: 100 Meter: 1. AnSback (Reicköbund lüdjscher Frontsoldaten) 13 8 Sek.: 2. Man, (Bar «ockba. Lekozia) 1 Meter: 3. Marber (Bar «ockba. Berlin) Handbr, zurück. — 4 mal 100-Metrr-staffel: 1.-Bar «ockba. Leivzia 55 Sek.: 2. Rricksbund ludilcker ilrontsoldaten: 3. Bar «ockba. — Jnarnd: CRarlottenburger Staffel: 1. Bar »ockba. Berlin 3 :30.6: 2. S. E. Adak-Sckiil« 50 Meter: 3. Reicksbund jüd'fcker Frontsoldaten 8 Meter zurück. — 4 mal IM-Meter-Snatenftafsrl: 1. Bar «ockba I 55»! Sek.: 2. S. v. Hakoah, Berlin: 3. Bar «ockba II. Deutsch« Ziu-Iitfu-Meisterschaften Zu den diesjährigen Deutschen Meisterschaften, die vorn 11. bis 15. September in Leipzig abgehalten werden, beabsichtigt die Iiu Iitfu Gruppe des RjF. zum ersten Male eine vollständige Mannschaft zu entsenden. Die nur sehr kurz bemesiene Tauer der Kämpfe wird eine Erprobung der Kämpfer der Gruppe gegen die Besten Deutschlands bringen und äußerste Anforderungen an Kampfkraft und Mut unserer Kameraden stellen, jedoch sind wir nicht ohne gute'Chancen. Fünfjähriges Jubiläum. Zur Feier ihres fünfjährigen Bestehens wird die Iiu-Iitsu- Gruppe in den ersten Tagen des Oktober einen großen ölfentlichen Kampfabend veranstalten, nachdem ihr der Kampfabend im April vorigen Jahres einen so schönen Erfolg gebracht hatte. Als Gegner sind diesmal 3 Sädte Mannschaften, die Kämpfer der Polizei-Chemnitz, Leipzig und Köln, eingeladen worden. t Gottesdienst am Dersossmgstag Der Sonnabend vor dem Tage der Verfassung war der Sabbat Chäson, ein Sabbat der Trauer und der Tröstung im Gedenken an die Zerstörung des jerusalemifchen Heiligtums. In zwei Synagogen der Jüdischen Gemeinde Berlins war ^er auf tiefsten Ernst gestimmte Gottesdienst mit einer würdigen Feier der Derfasiung verbunden: in der Reuen Synagoge Oranienburger Straße und in der Synagoge Fasanenstra^e. 266 . . Beide Gotteshäuser-waren mit den Farben der Republik fesili-, geschmückt: und beide waren von einer großen Schar And tiger besucht. Zu der Feierlichkeit in der Reuen Synaswaren Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörd., der Berliner Handelskammer und mehrere Reichswehroffizi, als Delegierte des Reichswehrministeriums er chienen. Rabbi Dr Freund, in der Reuen Synagoge, un» ebenso Rabbi: Dr Galliner, in der Fasanenstraße, bel 'richteten in ih Predigten die geistige Bedeutung der Weima, er «Erfassung u. den ethischen Sinn der republikanischen Stc atsform. Gefä der verstärkten Synagogenchöre und Gebete der Oberkanto: Gollanin und Magnus Davidsohn umrahmten Worte der Geistlichen. Ganz besonders eindrucksvoll war der Synagoge Fasanenstraße das Oraelnachsptel. dasdieMelod des Deutschlandliedes in seine feierlichen «länge verwob. t Wo hat Moses Mendelssohn gewohnt? An dem Hause Spandauer Straße 29 ii Berlin (frühe, Nummer 63) befindet sich eine Gedenktafel nit der Aufschris. -Hier lebte und wirkte Unsterbliches Moses Mendelssohn, geb. Dessau 1720 — gest. Berlin 1786. Seinem A idenkeu die Stat Berlin 1911." In einer Zuschrift an die „Dossische Zeitun," wird behaupte, daß sich die Tafel an einem Hause befinde, in dem Moses Men delsfohn nie gewohnt hat. Im Treppenflur )es Hauses Span dauer Straße 33 (frühere Nummer 68) befin ret sich nun eben falls eine Gedenktafel: -In diesem Hause lebte und wirkte Unsterbliches Moses Mendelssohn, geb. Dessau 1729, gest. Berli, 1786." In der Zuschrift wird dieses Haus (< n dem sich außen auch eine Gedenktafel für Lesstng befindet!) als die richtige Wohnstätte des Philosophen bezeichnet. * Also: der Streit geht um die Häuser 29 (63) und 33 (681 unöj gewinnt aktuelles Interesse, da am 6. September, den, 200. Geburtstag Mendelssohns. Gedächtnisfeiern begangen werden sollen. Die Staatsbibliothek wird mit der berliner Jüdischen Gemeinde unter dem Titel: -Moses Mendelssohn und sei» Krels" eine Ausstellung veranstalten. In d:r Zuschrift heiyi es Nun: Nicolai schreibt vorn Jahre 1758: ..Ich rwhne in unseren, Hause, in dem Rarnler, Rsyiius und Lestinx gewohnt haben: ganz in meiner Nähe wohnt Moses." Dieses -ganz in meine, Nähe" bezog sich aber nicht auf Spandauer Straße 63. T,. andere Ecke, Spandauer Straße Ecke Bischofs raße, die Bisn-si stratze 14 Numerierte, gehörte seit dem Jahre 1750 dem Seiden warenfabrikanten Bernhard Isaac und war no h im neunzehnien Iahehundert im Besitz der Bernhardschen Familie. Moses Nie» delsfohn war von 1751 an Hauslehrer bei Be: nhards und dann dort Buchhalter und hat. sicher im Hause seir es Brotherrn ge wohnt, schon deswegen,-weil er damals noch inverheiratet war Er heiratete -1763. verließ nun das Haus Bi rnhards und zo nachi Spandauer Straße 68. Nicolai berichte!: „Moses wohn , jetzt in unserem Hause, das ihm gehört." Das stimmt allerdi» auch: nicht ganz: denn nach dem Ausweis der Grundbuchakte im Geheimen Staatsarchiv gehörte Spandauec Straße 68 vv> 1765 bis 1787 Frau Rösel Meyer, geb. Ephraim. Darüber, da Mendelssohn hier nur zur Miete gewohnt hate, klärt noch ei, weiteres Schriftstück auf. Im Jahre 1766 mochte Mendelssoh, -eine E'ngabe, um von der Einquartierung b, freit zu werde,. Er berichtet, daß er das Büro und die Kaste des Bernhardschen Geschäftes nach Spandauer Stratze 68 verleg hätte und aiu noch Räume für seine Studien benötige. Er h< tte die Wohnunr. für zehn Jahre gemietet. Das wäre bis 1766 gewesen. Es i,i anzunehmen, daß er den Kontrakt auf weitere zehn Jahre ver längsrt hat, denn über einen Wohnungswechsel wird nirgend-: etwa» berichtet. Nach Ablauf dieser zweiten z:hn Jahre (1786 starb Mendelssohn. Eul Jahr nach seinem Tide kaufte seine Witwe für 5000 Taler dieses Haus. Es kommt also für die Wohnstätte Mendilssohns nur das Bernhardsche Haus, Bischofstraße 14, Ecke Sp andauer Straße und vor allem das Haus Spandauer Straße 68, das „Lesting haus", in Frage, für das Haus, an dem sich jetzt die Tafel der Stadt Berlin befindet, liegt nicht die geringste Bestätigung vor. (Ita.) Jubiläumsausgabe von Mendelssohns Schriften. Das Mendelssohn-Komitee zur Herausgabe von Moses Mendelssohns gesammelten Schriften (Prof. Tr. >M Sobernheim. Prof. Tr. Isrnar Elbogen, Prof. Dri Julius GBttmann, Tirek tor Oscar Wasterrnann) teilt mit:! Moses Mendelssohn gehört in der Geschichte der Misten-, fchaft und der Literatur mehr als einem Fachgebiet an. „Welt Weisheit" und Judentum sind die Mittelpunkts seines Werkes das in imposanter Universalität alle Strömurigen seiner Zeit repräsentiert. > Von diesem Werk gibt es keine modernen! Anforderungen genügende Gesamtausgabe. Die von G. B. Mendelssohn ver anstaltete liegt mehr als 80 Jahre zurück und ist längst ver-