Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 29 (19.7.1929)
- Date
- 1929-07-19
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4911661-5448526-5449117--2268-4913672- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Simson befand sich in der Gefangenschaft der Philister, in die ihn die verräterische Delila, das Urbud eines tückischen Derbes, gebracht hatte. Er soll bei einem Feste der Philister singen. Das Haus aber war voll Männer und Weiber. Es waren auch der Philister Fürsten alle da, und auf dem Dach bei dreitausend, Mann und Weib, die zusahen, wie Simson spielte. — Simson aber rief den Herren an und sprach: Herr, Herr» gedenke meiner, und stärke mich doch, Gott, diesmal, dak rch für meine beiden Augen mjch einmal räche an den Philistern. — Und er fotzte die zwei Mittelsäulen, auf welche das Haus gefetzt war. und darauf sich hielt, eine in feine rechte, und die andere in feine linke Hand, — Und sprach: Meine Seele sterbe mit Len Philistern! Und neigte sich kräftigiich. Da fiel das Hausauf die Fürsten und auf alles Bold, das darinnen war, daß stier Toten mehr waren, d!e in seinem Tode starben, denn die bei seinem Leben starben." Ä ... . f xs. Dies war denn doch wohl e«ne andere Krafttat, als die berühmteste Arbeit und Tat des Herkules, durch die er den Stall des Augias vom mehrjährigen Unrat der Rinder durch Leiten zweier Flüsie durch den Stall reinigte. Denn dieser Stallbesitzer Augias. Fürst von Eli», war denn doch wohl nur ein Klemer Monarch und die beiden durchgeleiteten Fluffe waren ja auch nicht die „Bäter der Ströme", der Nil und der Mississippi! Aber auch der Mann, der das Bild von den beiden sich gegenüberstehenden Heeren entworfen hat. hat recht behalten. Es lebte da nämlich an dem Hofe des Erzherzogs Earl ln fflicn ein Jude, von Person und Leibeskräften einem Riefen ähnlich, der sich für den Stärksten und für unüberwindlich hielt. E.nes Tages erschien, dem Erzherzog sehr willkommen, bei Hofe ein Ritter, dessen Bart — ein Zeichen großer Körperkrafte — ihm bis zu seinen Fühen herunterhing, den er bei besonderen Gelegenheiten in zwei lange Zöpfe wickeln lietz, deren sich der Ritter zum Schlagen bzw. als recht schmerzhafte Peitschen zu bedienen pflegte. Der Erzherzog war, wie es heitzt, „lüstern, zu erfahren, welcher unter ihnen beiden dem anderen an Stärke überlegen wäre, daher er sie bewog, detz sie ihm „zu Gefallen Ortsgruppen! ^-Achll eure Beiträge! und Ehren" jeder seine Stätke erzeigen und einer dem anderen einen Fauststreich oder Schlag aus allen Kräften aushaiten sollte". Ueber das Borrecht des ersten Schlages entschied der Würfel, und Zwar zugunsten des starken Ritters. Er machte davon auch Gebrauch, ergr.ff, als es zum Kampfe kam, den Juden bei seinem Bart, der auch nach damaliger Zeit und Mode sehr groß war, wickelte ihn um seines Hand und wollte den Gegner auf diese Weise wehrlos machen. Durch einen harten Schlag verletzte er ihn sehr starke er kam jedoch von den schweren Verletzungen nach einiger Zeit wieder auf. Schlecht aber sollte es nunmehr dem Ritter mit dem fürchterlich langen Barte ergehen. Er wurde durch einen harten jüdischen Schlag derart verletzt, datz er nicht wieder aufkam. Auch bei einem Kampfe zwischen einem riesen- und baumstarken Schweizer Bauern aus Uri und einem ebenso beschaffenen jüdischen Manne am Hofe Kaiser Maximilians II. kam es auf den Wunsch des Kaisers zu einem Ringen zwischen beiden, und zwar sollt« der Sieg darin bestehen, datz es dem Sieger gelinge, den Kopf des anderen in einen dereitgehaltenen Sack zu stecken. Das Ringen war heitz und bitter; es schien, als ob die Kräfte und der Widerstand des Bauern gar nicht abnehmen wollten, aber schließlich mutzte der Kopf des ungeschlachten Bauern doch in den Sack. — Er atmete erst wieder tief und beglückt auf, als des jüdischen MannLs eiserne Finger loslietzen. Es liehen sich noch gar sehr viele Beispiele von den Körperkräften jüdischer Männer und von ihrer Ueberlegenheit über nichtjüdische berichten. Nebenbei mag nur noch bemerkt werden, datz vielfach von einem überaus tapferen und kräftigen Juden in Alexandrien berichtet wird, dem Gegner, wenn er sie zum Kampfe forderte, sich bereit erklärten, ihm lieber soviel Pfund Gold und Silber, als des Juden Leib schwer, zu geben, als sich mit ihm in einen Kampf einlaflen zu muffen. Selbstverständlich ist, daß die tapferen und starken Juden nicht mit einemmale ausgestorben oder verschwunden sind. Es wird aber jetzt wahrscheinlich ihrer Leistungen auf dem Gebiete der körperlichen Betätigungen nicht mehr so eifrig gedacht angesichts ihrer Errungenschaften auf rein intellektuellen Gebieten. Das man aber von solchen Betätigungen, wie z. B. in den Bar Kochba Vereinigungen. bei den Makkabäer-Zirkeln und ähnlichen Veranstaltungen sieht, ist wirklich bemerkens- und bewundernswert, und Klio, wenn sie sich den „gerechten Griffel" bewahren will, wird nicht umhin können, diese. Betätigungen in die ehernen Blätter einzutragen und sie auch noch späten Enkeln aufzubewahren. Bei den schwarzen Juden von Hartem Datz es in. New Aork jüdische Neger gibt, ist bereits seit langem bekannt. Aber im allgemeinen wurde die Zahl dieser jüdischen Reger als viel geringer angenommen, als sie in der Tat ist. Heute gibt es bereits einige tausend schwarzer Juden in New Aork, die ihre eigenen Gemeinden und Zentren mit ganz modemen jüdischen Kultureinrichtungen besitzen. Ein jüdischer Iourimlist, der die jüdische Negerkolonte in New Aork in den letztens Tagen zu Studienzwecken besuchte, erzählt: Eine dieser jüdischen Negergemeinden hat sich so erfolgreich emporgearbeitet, datz sie in der letzten Zeit erst zwei grotze Häuser erworben hat, in welchen eine große Synagoge und ein Gemeinfchaftszentruin errichtet wurde, in -welchem die Jugend von Harlem in das Leben und die Geschichte des Judentums eingeführt werden fol Das Interessanteste jedoch ist. datz es diesem Häuslein lüdischer Neger gelingt, immer mehr christliche Neger, besonders der stu geren aufgeklärten Generation heranzuziehen, welche sich a» fangs für das Studium der hebräischen Sprache und der jüöi scheu Religion interessieren, schließlich aber nach eingehenden, Studium restlos zum Judentum übertreten. Daher kommt cs. datz unter oen schwarzen Juden von New Aork immer mehr und mehr der Typus des unverfälschten amerikanischen Negers in Erscheinung tritt. Besonders erfolgreich in dieser Propaganda zur Bekehrm, der Neger zum Judentum ist eine zweite Gemeinde, die auch deshalb interessant ist, weil diese eigentlich keine reinen Juden, sondern ein Gemisch von Judentum und Christentum darstellen Sie nennen sich auch die „Hüter der zehn Gebote, die heilige Kirche des lebendigen Gottes, die Säule des Fundamentes der Wahrheit". Ihr Oberhaupt nennt sich nicht, wie der Führer der anderen jüdischen Negergemeinden, Rabbi, sondern Bischos. Bischof Mathäus, ein intelligenter Neger von 30 Jahren, er klärte dem Journalisten, datz er sich eig^tlich auf der Linie der Reformjuden bewege; er habe einen Ausgleich zwischen Judentum und Christentum herbeigeführt, um die christliche» Neger heranzuziehen, und sie allmählich zu „Juden" zu mache». Bei ihm lernt man hebräisch beten, die jüdischen Gesetze, beson ders die Sabbathaltung, die jüdischen Feiertage. Kaschruth und die Gesetze der jüdischen Familienreinheit kennen und erfassen. Nebenher anerkennen sie auch Jesus als Lehrer der Moral. Außerdem gibt es noch zwei jüdische Gemeinden, von denen die älteste, die unter der Führung des jungen Rabbis Abrahani Jesaias Ford stehende, die „Gemeinde der Söhne Abrahams" bereits wiederholt beschrieben wurde. Sie ist außerordentlich regsam und zieht auch die meisten christlichen Neger heran. Bei der Aufnahme christlicher Neger ins Judentum wird überaus rigoros vorgegangen. Der Kandidat muß längere Zeit hindurch einen Kurs im jüdischen Glauben und jüdischer Ge schichte durchmachen, dann mutz er ein schriftliches Gesuch um Ausnahme ins Judentum einreichen, worauf eingehende Recher chen über den Charakter des Aufzunehmenden und feine Be weggründe für den Glaubenswechsel durchgeführt werden, da nur überzeugungsfeste und charaktervolle Menschen ausgenommen werden. Aber selbst nach seiner Aufnahme kann er, wenn er sich nicht im Sinne der jüdischen Ethik tadellos aufführt, aus der Gemeinschaft wieder ausgeschloffen werden. * K Sehr romantisch verläuft hier der Gottesdienst. Männer und Frauen befinden sich in einer gemeinsamen Synagoge. Tie Gebete werden hebräisch, aber auch englisch vorgetragen und zumeist in Begleitung eines Pianos oder Chors mit Trommeln und Zimbeln von der ganzen Gemeinde gesungen. Die Trommeln und Zimbeln werden von den Frauen bedient, welche sich in eine Art religiöse Ekstase Hineinspielen und während der Gebete auch. Tänze aufführen. Mitglieder der Gemeinde, welche die hebräische Sprache noch nicht voll beherrschen, sagen ihre Eegenssprüche in Arabisch, Französisch oder in Hebräisch, das ihnen in Lateinbuchstaben vorgelegt wird. Ein großer Teil der Mitglieder der Gemeinde stammt aus Abessinien, Marokko, dem Sudan, Aegypten, Arabien, Nigeria, Liberia, und den verschiedenen Negerkolonien in Afrika. Sie sind alle stolz auf ihr Afrikanertum. Sie behaupten, daß die ersten Juden aus Afrika stammen, denn der Glaube an einen Gott habe sich zum ersten Male in Aethiopien entwickelt. Andere wieder leiten ihre Abstammung vom Stamme Juda ab und behaupten, daßin der Zeit des Krieges zwischen Israel und Juda nach dem Tod Salomos ein Teil des Stammes in die Dschungeln von Afrika vertrieben worden sei; wieder andere halten an der Sage fest, datz, als die Königin Saba nach dem Besuch bei König Salomo nach Afrika zurückgekehrt war. viele Juden mit ihr nach Afrika gezogen seien, aus denen sich dann der jüdische Negerstamm entwickelt habe. Diesen Sagen sind auch einige gottesdienstliche Gesänge gewidmet. („Die Neue Welt!") 238