Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 25 (21.6.1929)
- Date
- 1929-06-21
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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mit den Lemberger Aufrührern solidarisch und verbreitete einen Aufruf zu einem Judenpogrom. Nach der Versammlung wurden jüdische Passanten in der Nähe der Universität überfallen und aufs schwerste mißhandelt. E. Lewin-Dorsch. Auch in Wien gärt cs. Ungefähr gleichzeitig mit den antisemitischen Unruhen in Lemberg fanden auch in Wien Ausschreitungen gegen die jüdische Studentenschaf. statt, vor der Rampe der Wiener Universität wurden am 8. Juni 80 jüdisch« Studenten «ährend des all- § «meinen Studenrenäummels von mehr als 500 antisemitischen itudenten und Heimwehrleuten übersallen, mit Stöcken und Gummiknütteln geschlagen und zum Teil so erheblich oerletzt, daß sie sich in ärztlich« vehandlung begeben mutzten. Das Rek torat erlietz insolgedesien das Verbot, eine Woche lang die aka demischen Farben zu tragen. Das Betreten des Universitäts gebäudes ist vorläufig nur bei Vorweisung der studentischen Legitimationen gestattet. Nachdem ein Versuch des Rektors, die jüdischen und hakenkreuzlerischen Verbindungen zum friedlichen Ausgleich zu bewegen, mißglückt ist. hat er den traditionellen l Eonnabend-Bummes der Hörer in der Aula vorläufig untersagt. Im Zeichen der Nächstenliebe In den Tagen vom g. bis 12. Juni fand in Berlin die 11. Delegiertentagung des Jüdischen Frauenbundes statt. Sie war. wie der „Schild" bereits vor einigen Wochen berichtete. (y zugleich die Jubiläumsfeier des fünfundzwanzigjährigen Bestehens des Bundes. Wenige Tage zuoor hatte ln. Hamburg die «eitkonferenz jüdischer Frauen stattgefunden und in der Grün, duna eines Jüdischen Frauenweltbundes Höhepunkt und Abschluß gefunden. Diese beiden Ereignisse gaben der Delegiertentagung einen besonderen, zugleich festlichen und bedeutungsvollen Charakter. Jubiläum des Jüdischen Frauenbundes infjaltDoIf aus. Besonders interessierte ein Vortrag von Pro feffor Selma Meyier-Düsseldorf, die die bevölkerungspolitischen Aufgaben der deutschen Jüdin im Kampf gegen die Misch ehe. gegen die Beschränkung der Kinderzahl und den Austritt aus dem Judentum, diese größten Gefahren für den Bestand der jüdischen Gemeinschaft, anregend behandelte. Die bisherige Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes, Frau Bettina*B r e n n e v - Leipzig, wurde am letzten Verhandlung» tag mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. elrl. 3" dem geschmückten Saale der Hochschule für Musik wurde unter stärkster Beteiligung der Reichs- und Staatsbehörden, des Magistrats Berlin, des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, der Jüdischen Gemeinde Berlin, zahlreicher jüdischer Verbände und Organisationen — unter ihnen auch der RjF. — der Kongreß durch Choraesang und durch eine Festrede des Rabbiners Prof. Dr. Leo Baeck in weihevoller Stimmung eröffnet. In einer geschichtsphilofophischen Analyse der allgemeinen und insbesondere der jüdischen Frauenbewegung stellte Dr. Baeck diese gesellschaftlich umwälzenden Vorgänge als den geschichtlichen Weg dar, auf dem die Frau und die Jüdin nach tausendjähriger Bevormundung zu sich selbst, zu ihrem eigenen Wesen und zu ihrer freien Selbstbestimmung gelange. Dr. O l l e n d o r ff von der Zenträlwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden, Frau Sternberger - New Aork vom Jüdischen Frauenbund Amerikas und Kammergerichtsrat Wolfs, der Präsident des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, begrüßten in eindrucksvollen Ansprachen die Tagung. Ihren markanten Abschluß bildete eine öffentliche Kundgebung, die am letzten Verhandlungstage im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses eine stattliche Zuhörerschaft versammelte. Jüdische Frauen aus England. Holland, Amerika, aus der Schweiz, Polen und Palästina gaben über jüdisches Leben in ihren Ländern und über die Schöpfungen der sozialen Frauenarbeit in drei Kontinenten lehrreichen Aufschluß. Bon Interesse waren aus dem Gesichtspunkt der Bestrebungen des RjF. die Mitteilungen, die die Vertreterinnen des amerikanischen und polnischen Judentums über die produktive Wohlfahrtsarbeit auf dem Gebiete der Berufsumschichtung machten. Frau Dr. E s ch e l b a ch e r, die Seniorin des Jüdischen Frauenbundes, schloß die Kundgebung mit der Feststellung, daß die Schicksalsgememjchaft aller Juden der Erde sich in tiefer Ueberzeugung zu der Idee des Weltfriedens bekenne. Die Arbeitstagung Die stark besuchte Arbeitstagung — der Saal im Logenhaus war viel zu klein — eröfsnete die Vorsitzende Bettina Brenner. Sie betonte, daß der Jüdische Frauenbund sich stets der großen, noch ungelösten Aufgaben bewußt bleibt und bleiben muß, auch wenn in den Festtagen und Feiern des fünfundzwanzigjährioen Jubiläums eine Pause eintritt. Die Pause soll Zeit zur Besinnlichkeit, zu Rückblick, Ausblick und Selbstkritik geben. In vielem find die Aufgaben des Bundes noch die gleichen, die Bertha Pappenheim, die Gründerin, schon vor fünfundzwanzig Jahren sah und stellte: die innere Mission steht noch an erster Stelle, die Notwendigkeit, auch die Masse der Indolenten zu bewegen, zu erschüttern und zu erfassen, sie jüdisch zu organisieren, d. h. jüdisch bewußt« zu machen. Anders als vor fünfundzwanzig Jahren ist die Stellung der jüdischen Frau zum Judentum geworden. Größer ist die Zahl derer, die sich frei und stolz zu ihrem Glauben bekennen, für ihn eintreten und, wenn nötig, für ihn kämpfen. Mit dem Wunsche, daß auch bei der künftigen Arbeit des Bundes, die Frau immer ihr gutes Herz sprechen lassen, daß sie überparteilich und vor allem von der menschlichen Seite aus alle Probleme und Aufgaben in Angriff nehmen möge, übergab Frau Brenner Frau Paula Ollendorff (Breslau) das Wort. Die zweite Rednerin gab in kurzen Worten einen Rückblick auf die Geschichte und äußere Entwicklung des Zahlreiche Referate über die soziale Arbeit der jüdischen Frauenoereine, über die bisherigen Leistungen, gegenwärtigen Fortschritte und zukünftigen Aufgaben füllten die Tagung zwischen ihrer Eröffnung und der abschließenden Kundgebung Diese Kart« ist eigenhändig auszufüllen und in einen Briefkasten desjenigen Postbezirkes zu werfen, in dem der Besteller wohnt! weise nach für einen ritterlichen Adligen gehalten worden ist, dem der Baron zum Zeichen seiner Liebe und Dankbarkeit» die Hand seiner Tochter anbietet — der Retter entpuppt sich als ein Jude. Der edle, uneigennützige Mann lehnt jede Belohnung ab, er weist auch * das verlockende Angebot, die Hand der Tockter des Barons, in edelster Bescheidenheit ab, er bittet und wünscht nur eins, der Baron möge fortab jedes Vorurteil gegen die Juden ablehnen, er möge gut denken von denen, aus deren Kreisen der Retter seines Lebens stammt. Und dann hören wir aus dem Munde des Barons die Worte: „wie liebenswürdig wäre Ihre Nation, wenn alle so wären, wie Sie". (Fortsetzung folgt.) Bestellschein Ich bestelle hiermit für das dritte Quartal 1929 die wöchentlich erscheinende Zeitschrift „Der Schild“, Verlag Reichsbund jüdischer Frontsoldaten E. V., Berlin W 15, Kurfürstendamm 200. Der Bezugspreis von 1,95 RM. vierteljährlich zuzgl. Bestellgeld ist bei mir zu erheben. Wohnort und Straßa Namo Da utikh und ganauaatana auaaufttUan Bttt^vandan i i ^206