Mannheim
Compact Memory

Der Schild · 1929-06-14 · 24 (14.6.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
24 (14.6.1929)
Date
1929-06-14
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4911661-5448526-5449105--2221-4913630
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

der jüdischen Helden. Ihm folgten Magistratsrat Deila Donna im Namen der Hauptstadt. Tr. Wilhelm Grauer im Aufträge der Pefter Ifr. Religionsgemeinde und der Lhewra Kadischa. Oberleutnant Rcchnitz in Tlertretung des ehemaligen Hoiweü Aigiments Nr. 1 und der frühere Feldrabbiner Dr. W. Fischer im Namen der wohltätigen Gesellschaft jüdischer Kriegsgedici-tcr und Kriegsinoaliden. '! In der Synagoge der Budapeftcr orthodoxen Ifr. Ge »tcinde ivurde zur Erinnerung an die gefallenen Kriegshcldcn ejn feieriicl>er Gottesdienst abgchalten. (I. T. A - Zehn Jahre „Akademie für die Im Logenhaus zu Berlin fand die stark besuchte 10. Jahresversammlung der Akademie für di« Wissenschaft de» Judentums statt. Vertreter hatten entsandt: Ter Preußische Landesverband . jüdischer Gemeinden, die Jüdische Gemeinde Berlin, ihre Teilgemeinden und Bibliotheken, der Deutsch.israelitische Gemeindebund, die Großloge für Deutschland, die Berliner Logen und Schwesternvereinigungen U. O. B. B.. die Hermann Cohen Loge in Irankfurt a. M., das Breslauer Ortskomitee der Akademie, die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und das Rabbinerseminar zu Berlin, die Israelitisch-Theologische Lehranstalt Breslau, die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, das Gesamtarchio der deutschen Juden, das Jiddisch- Wissenschaftlich« Institut, die Gesellschaft für jüdische Familiensorschung, die Soncino-Gesellschaft, die Freie jüdische Volkshochschule. die Rabbiner-, Lehrer- und Kantplenverbände. die hebräische Lehranstalt, die Vereinigung für das liberale Judentum. der Verein zur Erhaltung des überliefertem Judentums, die Zentralwohlfahrtsstelle der'deutschen Juden und das Wöhlfahrts- und Iugendfürforgeamt der jüdischen Gemeinde, das Arbeitsfürsorgeamt, der Hilfsverein der deutschen Juden, das American Joint Distribution Committee, der Central-Berein .deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, die Zionistische Bereinigung für Deutschland und die Berliner Zionistische Bereinigung. der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, der Verein zur Abwehr des Antisemitismus, der Jüdische Frauenbund und der Verband Berlin desselben, der Verband ostjüdischer Organisationen in Deutschland, der Verband der Russischen Juden, die Gesellschaft ORT, die Gesellschaft OSE. der Verband der Posener Heimatoereine, der Hilfsverein für jüdische Studierende, die jüdischen Studentenkartelle und -Verbindungen, Chewra Kadischa Groß-Berlin. „ An Stelle des unpäßlichen ersten Vorsitzenden Aron Hirsch eröffnete der zweite Vorsitzende Oskar Wassermann die Versammlung. Er begrüßte die Erschienenen, insbesondere die auswärtigen Mitglieder, die Vertreter der Organisationen und der allgemeinen und jüdischen Presse. Nach kurzen Worten des Gedenkens für den im Berichtsjahre Heimgegangenen Gründer der Akademie Tr. Gustav Bradt machte er Mitteilung von der Zuwahl des Herrn Professor Dr. Carl Lewin zum ersten Schriftführer des Berwaltungsvorstandes. Hierauf erstattete Professor Tr. Julius Guttmann den Bericht des Forschungs-Instituts. — Ein Jahrzehnt ist kein Zeitablauf im Leven einer wissenschaftlichen Institution, der zum feiern berechtigte. Ixides, die junge Schöpfung von vor zehn Zähren ist zu der »»gesehenen heutigen Akademie geworden. Früher mußte die jüdische Wissenschaft um die Leffentlichkeit werben: vor zehn Jahren zum' ersten Male ries das deutsche Judentum nach ihr. Der Akademie wurde das Ziel gesetzt, die jüdische Wissenschaft und zugleich den jüdischen Gelehrtenstand zu verjüngen. Bis dahin waren die Träger dieser Wissenschaft fast ausschließlich die Rabbiner »nd Lehrer, jetzt wurden Kräfte aus allen Fakultäten in ihren Dienst gestellt. Mittelpunkt für sie wurde das Forschungsinstittt, das in den ersten Jahren vier, im letzten über zwanzig Mitarbeiter zählte. Daß sie sich in diesem kurzen Zeitraum wissenschaftliche Geltung erwarben, beweisen die zahlreichen.Berufungen junger Akademie-Gelehrter an allgemeine und jüdische wissenschaftliche Institute in der Alten und Neuen Weih Die Akademie hatte und hat es schwerer als andere Institutionen ähnlichen Charakters: diesen steht die Unterstützung öffentlicher und stbatlicher Instanzen zu Gebote: sie war aus freie Initiative und Förderung im engeren jüdischen - Kreise angewiesen. Dem Enthusiasmus der Gründungstage ist die strenge und nüchterne Arbeit nachgefolgt, ihr Niederschlag liegt in einer Reihe bedeutungsvoller Publikationen zutage." Möge der glückliche Stern, der über der Entwicklung ihres ersten Jahrzehnts waltete, auch über dem zweiten stehen. Das Leitziel bleibt: Verjüngung und Entfaltung der jüdischen Wissenschaft in der Einheit ihrer letzten Zielsetzung und in der methodischen Gliederung ihrer zahlreichen weittragenden Aufgaben. Namens des Berwaltungsvorstandes erstattete der Generalsekretär Tr. Israel Auerbach den Rechenschaftsbericht. — Am Tage der Beisetzung Bradts traten die Vorstände zusammen zu dem Gelöbnis, sein Werk in seinem Geiste fortzuführen und möglichst zu sichern. Das ist geschehen. Die Akademie geht 196 Wissenschaft des Judentums- I ihren Gang wie früher. Das Jahr 1928 erforderte große Anstrengungen und Opfer. Die Ausgaben mit Mk. 12s 000 übersteigen weit die des Vorjahres, ebenso aber auch die Einnahmen, so daß ein früheres Defizit und der neue Bedarf gedeckt werden könnten. Indes konnte das Grundvermögen keine Vermehrung erfahren. Als neuer Bestandteil desselben ist ein Bradt-Fonds gegründet worden. Die Publikationen des Jahres waren Baers „Die Juden im christlichen Spanien". Tykocinskis „Gaonäifche Verordnungen". die abschließenden Lieferungen von Albe .s Edition „Midrasch Berschit Rabba", der erste Halbband der Ailenskischen Edition des „Sefer ha Rikma" und in der Her männ Cohen-Stiftung „Cohens Schriften zur Philosophie „ud Zeitgeschichte" nebst Gordins „Zur Theorie des unendlichen Urteils". ' Tie großen Ausgaben des neuen Jahres sind bezeichnet mit Selma Stern-Täublers „Iud Süß", dem großen statistische» Wprke ^ilbergleits „Ueber die Bevölkerung»- und Berufsverhältnisse der Juden in Deutschland" und mit der Mendelssohn Jubiläumsausgabe (letztere in Gemeinschaft mit der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums), deren erste drei Bande von im ganzen sechzehn am Mendelssohn-Jubiläums tage, dem 6. September 19^9, erscheinen. Der Akademie ist es noch nicht gegeben, auf ihren Lorbeeren auszuruhen: eine anerkannte, aus öffentlichen Mitteln unterhaltene Institution eines Reichsoerbandes der deutschen Juden ist sie noch nicht. Bis ste es wird, können keine anderen Kräfte sie erhalten, als Drjadtscher Enthusiasmus und großzügige Förderung durch alle einzelnen und die jüdischen Körperschaften. Dem Berwaltungsvorstapde wurde nach dem Bericht der Revisoren einstimmig EntlastPng erteilt, der Etat für 1929 mit Einnahmen und Ausgaben im Betrage von 160 000 Mark ge nekmigt und in den Ausschuß die Herren Dr. Fritz Mannheimer Amsterdam. Rabbiner Dr. Baerwald-München. Rabbiner Tr. Freudenthal-Nürnberg. Kommerzienrat Tr. Albert Moos und Koinmerzienrat Max Wolf-Stuttgart und Dr. James Loeb-Mur nah hinzugewählt.! Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit der Mahnung, die! deutsche Judenheit möge erkennen, daß zu den Dingen, die für uns Bedeutung haben über das Leben hinaus, an erster Stelle die Erhaltung unseres geistigen Besitzstandes gehört. Sie zu sichern ist der Sinn der Akademie, und das beruft sie dazu, einp von der jüdischen Allgemeinheit Deutschlands zu überneh me >de und zu erhaltende öffentliche Institution zu werden. Der türkische Felbmarschall Murad Pascha Al» polnischer^ Jude geboren. Tie Türkei, Polen und Ungarn veranstalteten in Gemein schast Gedächtnisfeiern für den einstigen Feldmarschall der türkischen Armee Murad (Asmurad) Pascha, der auch al- G e!n e r a l Joseph B e m an den ungarischen Unabhängig keijskämpsen neben K o s s u t h teilgenommen hat. Joseph Bern wurde 1794 in Polen als Kind frommer jüdischer Eltern geboren. In den Jahren 1812 bis 1830 nahm er an den polni schen Aufständen gegen Rußland hervorragend Anteil, mußte danir nach Bjms emigrieren und kämpfte später für die unga riscke Unabhängigkeit. Er gehörte 1848 zum engeren Stabe Lud wim Kossuths. flüchtete nach dem Niederbruch des Aufstandes nach der TürkeL wo er zum Islam übertrat, an den türkischen Kriegen hervorragend Anteil nahm und ein Günstling des Sultans wurde, der ihn zum Befehlshaber der arabischen Divi sion! in Syrien, dann zum Generalgouverneur des grüßen Syrien-Distriktes ernannt hat. Bem unter stützte feine in Polen verbliebenen Verwandten, ließ einige der felbtn zu sich kommen und ließ sie in Syrien hohe Aemter be kleiden. Er starb 1850 in Aleppo und wurde dort bestattet. Eine polnische Delegation wird sich in kurzem nach Aleppo begeben, um die Gebeine Joseph Bems auszugraben und nach Polen zu überführen. Die Urne mit dem Ehrengeleit wird die Türkei und Ungarn passieren, wo Feiern veranstaltet werden sollen, und dann nach Tarlow in Galizien gebracht werden, wo für Vem ein Mausoleum errichtet worden' ist. (I. T. A.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.