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Der Schild · 1929-06-14 · 24 (14.6.1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
24 (14.6.1929)
Date
1929-06-14
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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schäften zur Mäßigung »eranlasten können. So hat «in Angeklagter vor ganz kurzer Zeit schon wieder einen jüdischen Herrn aus der Straß« angepöbelt. Der Angeklagte Drewnick ist sogar an einem schweren Hausfriedensbruch mit Sachbeschädigung und schwerer Körperverletzung führend beteiligt. Diese Tat. die sich «gen ein« jüdisch« Familie* richtet«. wird binnen kurzem da» tSericht beschäftigen. Der Fall de» Antiquitätenhändler» Z. und de» Geschäftsinhaber» B. folgt auch noch. Ein Fels mit Hakenkreuz durch di« Behörde gesprengt. Tie nationalsozialistische Fraktion im Bayrischen Landtag hat an die Negierung eine Anfrage gerichtet, die den folgenden Borfall betrifft: Bor einigen Wochen prangte auf einem Felsen am Kassel st ein oberhalb Kreuzwertheim ein weithin sichtbares zwei Meter hohes Hakenkreuz. Ter Bürgermeister der badischen Stadt Wertheim ver- Briefe an i Das Fronterleben An . die Redaktion des „Schild" B e r l i n W. 15. Wie kommt es. datz die Schriftleitung des „Schild" bis heute noch kein Wort über ein Buch gebracht hat, das', wie „Im Westen nichts Neues", die Oeffentlichkeit ziemlich beschäftigt* Unter ..Buchbesprechung" druckten Sie einmal ein paar Zeilen aus einem „Waschzettel" ab, wje er den Rezensionsexemplaren ge-" wohnlich beigegeben wird. . Aber kein einziges Wort selbständiger Stellungnahme zu einem Buch, das in dem Bere.nsblatt ehem. Frontkämpfer doch hundertmal mehr Erwähnung und Besprechung zu finden das Recht hat als die Bücher und Schriften, über die Sie manchmal berichten. Bon dem viel wertvolleren Buch Renos „Der Krieg" habe ich noch nicht einmal den Buchtitel im „Schild" gelesen. Als getreuer Mitarbeiter, am „Schild" kenne ich die großen Schivierigkeiten. die sich Ihnen cntgegenstellen bei dem Versuche, es Ihren Lesern recht zu machen. Ich bin auch selber oeraiMvortircher Schriftleiter eines Vereinsblattes ehem. Frontsoldaten und kenne das unentwegte Schimpfen der Leser. Und so weih ich. daß Sie unter den vielen Streitfragen ganz besonders zwei sich entgegengesetzte Ansichten im „Schild" zu berücksichtigen haben. Die eine, die nichts vom Kriege mehr wissen will, und die andere, die bei unserem Namen ..Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" das Wort „Frontsoldat" unterstreicht, weil nur dieser Beiname uns von den vielen anderen jüdischen Organisationen unterscheidet. Das Fronterleben verbindet unsere Seelen in' unserem Bunde, und nur dieses schafft die in unserem Bunde ficht- und fühlbare Kameradschaft. Zur Pflege jüdischer Gemeinschaft stehen »ins genug andere Vereine zur Verfügung, zum Lesen über jüdische Politik, und Kulturfi'agen haben wir überreichlich andere Blätter. > Kam. Tr. N e t e r. Mannheim. * Kam. Tr. Neter hat jetzt, wie er uns nachträglich mitteilt, bemerkt, daß wir außer kürzeren Hinweisen unter der Bücherrubrik auch einen Aussatz in Nr. 16 des „Schild" über die ge nannten beiden Werke gebracht haben. — Welches der/beiden Bücher „wertvoller" ist oder ob sich überhaupt der Wert solcher erschütternder Kriegsdokumente mesten läßt, sei dahingestellt. Die Schriftleitung. Für und gegen Frauenattitel An die Redaktion des „Schild" Berlin W 15. I Ter Brief des Kameraden und C. V.-Syndikus Kamnitzer an den „Schild", in dem er Kritik übt wegen Aufnahme von Frauenartikeln in unserem Bundesorgan, veranlaßt mich zu einer Stellungnahme. Es wäre die Frage auszuwerfen: sollen Bereinsblätter. die ..C. B."-Zeitung ist ja auch ein Vereinsblatt, nur solche Abhandlungen und Gedanken bringen, die lediglich nur mit der Bereinsarbeit im Einklang stehen? Dadurch würde doch wohl die Ausgestaltung einer Zeitung gar zu einseitig erscheinen. Im ..Schild" würden dann immer nur Antikriegsgedanken und Friedensschalmeien aaher den nackten Berichten über die Bundcsarbeit zu lesen sein. Eine Zeitung, wenn sie auf der Höhe sein will, muß sich aber für die Arbeiten in allen Lagern interessieren. Auch an 194 anlaßte, daß bei dem Besitzer des Grundstücks in Kreuzw^ l heim, das auf bayrischem Boden liegt, die Entfernung Hakenkreuzes verlangt wurde. Der Grundstückseigentüi.r weigerte sich, das Hakenkreuz entfernen zu lasten, daraui „ erschienen einige Tage später Arbeiter des städtischen G. ' Werkes Wertheim unter deyi Schutz eines bayrischen Gendarm u und überstrichen das Hakenkreuz mit Teer. Später wurde ' -s Hakenkreuz neuerdings auf dem Felsen aufgemalt. Darausl ., wurde der Felsen in der Nacht vopi 17. zum 18. Mai von i '-f Gendarmeriewachtmeistern des Bezirksamtes Marktheideni.js bewacht. Am Nachmittag des 18. Mai wurde der Felsen du-st, badische und bayrische Beamte in Anwesenheit des Stadtb.' Meisters von Werlheim gesprengt. Tie nationalsozialistische Anfrage schließt: „Was nebr t die Staatsregierung zu tun, um den Schutz des Eigentums geg> über Behörden zu sichern, die sich den Forderungen des Iud stims aflzu willfährig zeigen?" iv ih:. „Schild" Jen Leistlingen der Frau darf der „Schild" nicht spurlos »berge he mV^Die Frau hat ein Anrecht darauf, daß auch Mitarbeit in allen Fragen, die das deutsche Judentum Hein? bewegen, entsprechend gewürdigt wird. Der „C. B." möchte Heu:, in seinen Reihen die Mitwirkung der Frau nicht mehr e» Kehren. Auch der RjF. hat die Verpflichtung, die Frau für seii Interessen zu gewinnen. Wie sollte der Siedlungsgedanke -> Wahrheit werden, wenn wir die Frauen davon ausschließc wollten? Der Ruf zur Scholle ist nur in Gemeinschaft mit tv Frau durchführbar. In der Landwirtschaft spielt die Frau eir ungemein wichtige Rolle, für sie ist die Frau unentbehrlich. Auch haben sich jüdische Frauen und Mädchen während dr Krieges als Schwestern und Helferinnen hervorragend betätig: Unsere tapferen Krieger hatten der wohltuenden Hand der Fro. manche Annehmlichkeiten zu verdanken. Soll das jetzt ve: gesten sein? Man könnte uns dann mit Recht der Undankbn, kxit bezichtigen. Mit kameradschaftlichem Gruß Lehrer Iwan Goldschmidt, Bütow i. P. An die Redaktion des „Schild" Berlin W 15. Bon einer kleine» Reife zurückgekehrt, finde ich Ihr, Beleg-Exemplare und darin meinen Ihnen seinerzeit übersanü len Brief im Wortlaut mit meiner vollen Unterschrift und. wo das Unglaublichste ist, mit der Bezeichnung meiner Stellung im Centralverein, so daß jeder einzige Leser den Eindruck cmp fangen muß, ich hätte diesen Brief in meiner Eigenschaft al Syndikus des Centraloereins an Sie gerichtet. In Wirklichkei habe ich -als eines der ältesten Mitglieder des Frontbundes voi meinem Recht, Kritik an dem Bereinsorgan zu üben. Sebrauä' mpchen wollen. Es widerspricht allen redaktionellen Gepflogen heften, einen derartigen Brief abzudrucken. Es wäre viel rick tiger gewesen, die darin enthaltenen Lehren zu beherzigen. Da Sie aber nun einmal mit dem Abdruck meines Brieseangefangen haben, muß ich Sie schon bitten, auch diesen Briei Zur Aufklärung der Leser zu veröffentlichen. j Mit kameradschaftlichem Gruß Kamnitzer. I 14 Juden im neuen britischen Parlament. Im neugewählten englischen Parlament werden 14 Iudei ützfu: Bon der Liberalen Partei Sir Herbert Samuel, Iamc de Rothschild und Major H. L. Nathan, die neugewählt wurden sowie die früheren liberalen Unterhausmitglieder Major Höre Besisha und Percy H. Harris. Der frühere liberale jüdische Abgeordnete E. A. Strauß ist in der Minderheit geblieben Feyner alle bisherigen jüdischen Konservativen, und zwar Sir dh>üp Sastovn, M. A. Samuel, Major Isidore Salmon, Major "'..^^"^^'^ohen, Sir Walter de Frece und Samuel Samuel mrt: Ausnahme von Samuel Finburgh, der nicht wieder kandi Viert hat. Zu den beiden bisherigen jüdischen Mitgliedern der Fraktion der Arbeiterpartei. Emanuel Shinwell und Colonel Haüry Day, kam jetzt ein drittes jüdisches Mitglied hinzu: Dr.G. E. Spero. -

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