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Der Schild · 1929-06-07 · 23 (7.6.1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
23 (7.6.1929)
Date
1929-06-07
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Wie die RjF.-Ortsgruppen gegründet wurden Nachdcin wir dse Berichte unserer Landesverbände über ihre Entwicklung und ihre Geschichte veröffentlicht haben, bringen wir heute die letzten uns zugegangenen Mitteilungen von Ortsgruppen über ihre Gründung und ihre Arbeit Hirfchberg Tie Ortsgruppe Hirschberg i. Rsgb. wurde am 7. April 192 l gegründet. - Um die Gründung haben sich verdient gemacht die Kameraden Tr. S. Beeret und Rechtsanwalt Tr. E. Popper, hier. Tie Namen der leitenden Kameraden sind: Dom Tage der Gründung bis zur Generalversammlung am 29. April 1926 Tr. Beerel als Vorsitzender» Tr. Popper als Schriftführer, Kfm. Albert Haendler als Kassierer; von diesem Zeitpunkt an Rechtsanwalt Foerster als Vorsitzender, Dr. Nellhaus als Schriftführer, Kam. Haendler wieder als Kassierer. Seit der letzten Generalversammlung am 19. April d. I. gehört außer den Genannten noch Kam. Martin Fakubowski als 2. Schriftführer dem Dorsianü an. Besonders wichtige Ereignisse: Aus dem Jahre 1927: Am 27. Januar öffentlicher Vortrag mit Lichtbildern „Unter General von Lettow-Vorbecks Fahnen in Deutsch-Ostafrika", Redner Kam. Theodor Freudenberger-Franksurt a. M.; am 11. Juni Teilnahme der Ortsgruppe an den Veranstaltungen in Hirschberg anläßlich des Jäger- und Schützentages, nämlich am Feldgottesdienste, bei welchem Kam. Tr. Nellhaus nach den beiden christlichen Geistlichen eine Ansprache hielt, an der Gedenkfeier auf dem hiesigen Heldenfriedhofe, bei der Kam. Foerster als Vorsitzender einen Kranz niederlegte, und an der Einweihung des neuen Kriegerdenkmals: am 24. Oktober Aufklärungsversammlung mit dem Thema „Die Juden im Weltkriege", Redner Kam. Tr. Elkeles-Berlin, stello. Bundesvorsitzender. In jedem Jahre fand eine Beteiligung der Ortsgruppe an der Gedenkfeier in der Synagoge zu Ehren der gefallenen Kameraden statt; bei einer solchen im Jahre 1924 legte Kam. Tr. Beerel. im Fahre 1928 Kam. Foerster einen Kranz an der Gedenktafel nieder. Unsere Teilnahme beim Jäger- und Schützenlage gab dem K'reisführer des „Stahlhelm" Anlatz zu einem gehässigen Artikel gegen die jüdischen Frontsoldaten. Es ergab sich daraus eine Auseinandersetzung der Bundesleitung mit derjenigen des „Stahlhelm" in Berlin einerseits und eine Aufforderung an den Kreisführer zur Zurücknahme seiner Aeutzerungen anderseits; dessen ablehnendes Verhalten führte zu der oben erwähnten Aufklärungsoersammlung. — Die Zeit des politischen Wahl- Kampfes veranlahte die Ortsgruppezur Beteiligung an antisemitischen Wahlversammlungen, u. a. in Landeshut; die Wahlarbeit hat zum Zufammenschluh der Kameraden, zur Gründung und Befestigung der Ortsgruppe wesentlich beigetragen. Tie in der Nachkriegs-, Inflations- und Deflationszeit schwankende wirtschaftliche Lage hat die Arbeit und Leistungsfähigkeit der Ortsgruppe mehrfach beeinträchtigt; sie sah sich genötigt, für Aufklärungszwecke die finanzielle Unterstützung der Ortsgruppe des CV. in Anspruch zu nehmen, für die Beteiligung an der Bundeshauptoersammlung in Breslau im Oktober 1927 eine Geldfammlung innerhalb der Gemeinde zu veranstalten. Bei der Gründung der Ortsgruppe zählte dieselbe 14 in Hirschberg ansässige Kameraden; noch im Laufe des ersten Halbjahres schlossen sich auf Veranlassung des Vorstandes 8 Kameraden in Landeshut der Ortsgruppe an. Zurzeit zählt unsere Ortsgruppe 34 Kameraden, von denen in Hirschberg selbst 24, in Landeshut 9, in Hermsdorf u. K. ein Kamerad wohnen. Einige Kameraden sind infolge ihrer ungünstigen Wirtschaftslage zurzeit von der Zahlung der Beiträge befreit. Vertrauensmann in Landeshut ist Kam. Karl Seiler. Zur Festigung der Beziehungen mit den Landeshuter Kameraden fand u. a. am 21. März 1928 in Landeshut eine gemeinsame Sitzung der Hirschberger und Landeshuter Kameraden unter Leitung des Vorsitzenden statt; auf der Tagesordnung standen wichtige Vereinsangelegenheiten und ein Vortrag von Kam. Dr. Nellhaus über „Gottfried Sender, ein jüdischer Held aus dem Weltkriege". Unsere Ortsgruppe arbeitete bei der Bekäinpfung des Antisemitismus und zum Zwecke der Aufklärung, besonders in der Wahlzeit, Hand in Hand mit der Ortsgruppe des CV.; es besteht teilweise Personalunion im Vorstand, Vorsitzender und Schriftführer Unserer Ortsgruppe gehören auch dem Vorstände der Ortsgruppe des CV. an. — Für das Zustandekommen einer Aufführung de» Wohlfahrtsfilms „Ein Freitagabend" hatte sich unsere Ortsgruppe mit den übrigen hier bestehenden jüdischen Vereinen zusammengeschlossen und zu dieser Veranstaltung am 22. April gemeinsam mit ihnen eingeladen. — Für die Mitwirkung unserer Ortsgruppe bei den Gefallenen-Gedenkfeier» in der Synagoge hat der Vorstand der Gemeinde stets feine Einwilligung gegeben. Es fanden nur gelegentlich Ausflüge und Spaziergänge der j Kameraden statt. Die Beziehungen zu den hiesigen Behörden dürfen als gut bezeichnet werden, u. a. zu Magistrat und Polizei. Die Ortsgruppe ist im Februar 1927 dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Hirschberg, mit eintm Jahresbeiträge von 10 Nk. korporativ beigetreten. Vereine wie der Kolonial-Kriegerverein und der Verein ehern Jäger und Schützen haben unsere Ortsgruppe oder deren Vor sitzenden zu ihren Veranstaltungen eingeladen. Breslau [23. Oktober 1919 Tag der Gründung. Bruck, Dr. Franz Engel, Dr. Ernst Fraenkel, Willi Simmc nautr, Dr. Emil Löwisohn, Dr. Ernst Rosenthal, Ernst Schäsfer. Otto Elkeles die führenden Kameraden bei der Gründung. Gründung des Landesverbandes Schlesien am 28. 1. 1923 mit den Ortsgruppen: Beuthen, Gleiwitz, Hindenburg, Bunzlau, Gr. iStrehlitz, Grünberg, Kreuzburg, Waldenburg. in 26. September 1926 schlossen sich die oberschlesischen uppen zu einem „Landesverband Oberschlesien" zu n. ie Ortsgruppe Breslau erfreute sich von ihrer Grünm stets grotzen Ansehens bei der jüdischen Gemeinde; sie ielt freundschaftliche Beziehungen zum CV. und erwarb htung und Beachtung bei den städtischen und staatlichen )en. ir haben den Versuch mit der Bildung von Sportabtei- : gemacht, hauptsächlich, um die Jugend an 7»en RjF. zu Alle diese Bestrebungen scheiterten daran, datz ein Teil der Mitglieder paritätischen Turn- und Sportrn, ein geringerer Teil dem bereits bestehenden jüdischen tlub „Bar Kochba" angehört. Trotzdem wir während Jahres einen tüchtigen Turnlehrer besoldet hatten, der al in der Woche Turnstunden abhielt, auch durch Verung von Ausflügen das Sportleben beleben wollte, kam lenes Sportleben im RjF. nicht auf. Wir begnügten uns mehrere Jahre hindurch einmal in der Woche einen nmabend einzurichten. Unsere Mitglieder erhielten Eincmätzigungen; jedoch gelang es nicht, die wöchentliche erzähl bis auf hundert zu bringen. Wir mutzten für diejenigen Eintrittskarten aufkommen, die bis zu 100 fehlten. Am h. November 1928 hat sich nunmehr ein „Jüdischer Schwimm - verein" gebildet, der in keinem Zusammenhang mit dem RjF. steht. Unsere Schwimmabende hören auf, jedoch haben unsere Mitglieder die Möglichkeit, beim „Jüdischen Schwimmverein" als Mitglieder oder Gäste zu baden oder zu schwimmen. Wir sind in der glücklichen Laste, daß der Oberpräsident, der Regierungspräsident, der Polizeipräsident, der Oberbürgermeister sich durchweg loyal zur jüdischen Bürgerschaft stellen, wir hatten zu diesen Stellen stets die besten Beziehungen. < Äir sind korporativ dem Volksbund deutscher Kriegsgräber- Fürsorge Bezirksverband Schlesien Ortsgruppe Breslau beigetretfn und stehen in guten Beziehungen zum Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und zum Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen Ortsgruppe Breslau. Kameraden! Benützt die Lebens- Versicherung des RjF. 190

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