Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 22 (31.5.1929)
- Date
- 1929-05-31
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Opfer den Pionieren einer besseren Zukunft den Weg zu ebnen. Nach einer kurzen Pause sprachenDberlandesgerichtsrat Dr. A. R e u m e q e r als Pertreter des Verbandes Bayer. Israel. Gemeinden und der Kultusgemeinde München, Sanitätsrat Dr. F. Baron für den Centralverein Landesverbdnd Bayern, Frau Clem. Krä - mer im Namen des Israelitischen Frauenvereins Landesverband Bayern, I. L i ch t e n a u e r für die Zionistische Organisation in Bayern. Sie alle betonten ihre wärmste Sympathie für die Siedlungsbestrebungen, deren Notwendigkeit sie schon vor Jahren ausgesprochen hatten. Biele Redner begrüßten es besonders, daß eine unparteiliche. Organisation, wie der RjF.» der die Männer in sich vereinige, die den heimatlichen Boden mit der Waffe in der Hand verteidigt hatten, diese Zukunftsaufgabe energisch aufgegriffen hat. Darauf sprach Gutsbesitzer E i n st e i n aus Augsburg über diegutenErfahrungen. dieermitjudischenAnge st eilten auf seinen Gütern gemacht habe, und betonte die Möglichkeit, gerade jetzt in die Siedlung praktisch einzutreten. Rabbiner Dr. L. Baerwald gäbe der Ansicht Ausdruck, dadurch dem religiösen Leben der Juden neue, lebendige, mit der Natur verbundene Kräfte zuzuführen. Als Vertreter des Frontbundes sprach Kam. Dr. Alired Werner seine Genugtuung darüber aus, daß alle jüdischen Organisationen für das Siedlungswerk einrreten. Der RjF. bittet allL, an dem Werk mitzuarbeiten. Man spreche nicht von Utopie. Prof. Franz Oppenheimer, der wiffenschaftliche Vorkämpfer auf dem Gebiet der Siedlung, sagte einmal: Die Utopie von gestern ist die Wirklichkeit von heute. In der weiteren Aussprache gedachte man des Gründers der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Schule in dshlem^des verstorbenen Konsuls Simon. Ein weiterer Redner betonte die Bedeutung der Frau bei den Siedlungsunternehmungen. Dann schloß die mit großem Beifall aufgenommene Kundgebung. Im Anschluß an die Versammlung traten die Beriner Gäste, dje Kameraden Götz und Masse, mit einigen Kameraden der Münchener Ortsgruppe zusammen, um über die Möglichkeit der Aufbringung von Mitteln für die „Ila" in Bayern zu beraten. Die Gewinnung der Mitglieder für den „Ris" wird durch eine ^Aufforderung seitens her Bayer. Israel. Gemeindezeitüng erfolgen. In der Nächsten Nummer wird für jeden Bezieher eine Karte zur Beitrittserklärung beigelegt. Es besteht begründete Aussicht, daß auch Heuer die Tagung des Landesverbandes Bayer. Israel. Gemeinden einen namhaften Betrag für die Siedlungsarbeit bereilstellen wird. Auf Grund dieser Besprechungen wurden im Laufe der folgenden Tage bei hervorragenden Mitgliedern der Gemeinde Besuche abgestattet, die einen erfreulichen Erfolg zeitigten. Bei dem Interesse, das die Siedlung in Bayern hat und da erkannt wird, daß es notwendig ist, das Kapital der „Ila" in Deutschland zu erhöhen, müssen alle Anstrengungen gemacht werden, einen ansehnlichen Betrag für die Siedlung aufzubringen. Jedoch erwarten wir, daß auch die anderen Landesverbände sich regsam an der Verbreitung des Siedlungsgedankens beteiligen. Es dürfte nicht schwer fallen, die 300 000 Marl, in wenigen Wochen aufzubringen, wenn alle Kameraden im Reiche die Siedlung energisch fördern. Eine Breslauer Ortsgruppe des Der Vorsitzende der Synagogengemeinde zu Breslau, Geh. Iustizrat Dr. Goldfeld, hatte einige prominente Persönlichkeiten zu einer Besprechung über den Siedlungsgedanken eingeladen, bei der Güterdirektor Dyk über den Stand und die Pläne der Siedlungarbeiten berichtete. Es gelang ganz besonders durch den Einfluß des Herrn Geheimrat Goldfeld und die liebenswürdige Unterstützung des Vorsitzenden der Ortsgruppe Breslau des RjF., Kam. Dr. R e ch n i tz, der Herrn Goetz vom ^Reichsbund für jüdische Siedlung in Deutschland" bei 178 seinen Besuchen in den folgenden Tagen begleitete, von Einzelpersonlichkeiten Zeichnungen in beträchtlicher Höh, für die „Jüdische Landarbeit G. m. b. H." zu erhalten Außerdem hat sich Geheimrat Goldfeld bereit erklär: diese Werbeaktion weiter zu führen, um Beträge, dir nicht einen ganzen Anteil von Mk. 500,— ausmachen, zr erhalten und sie als Treuhänder im Aufträge der Synn gogengemeinde Breslau für die einzelnen Zeichner b der „Jüdischen Landarbeit G. m. b. H." erntragen z lassen. Auf diese Weise dürfte der Gründungsanteil de Synagogengemeinde der Mk. 2000,— beträgt, nicht u, ' erheblich erhöht werden und den finanziellen Erfolg h Breslau noch weiter steigern. Auch bei dieser Arbeit ii die „Jüdische Landarbeit" der praktischen Mithilfe de Ortsgruppe Breslau des RjF., besonders seines Vorsitzen den. sicher, der ferner zugesagt hat. eine Ortsgruppe de-, „Reichsbundes für jüdische Siedlung in Deutschland" (Ri? ins Leben zu rufen. Prof. Oppenheimer spricht in Dresden Kürzlich fand lüer eine große Siedlungykundgebum statt, zu der alle/jüdischen Organisationen eingeladen hatten. Ein Ehrelausschutz hatte sich vorher gebildet bestehend aus den Herren Rudolf A p t, Konsul Dr. Hein rich A r n h o l d. Geh. Iustizrat Dr. Felix B o n d i. Gene raldirektor Wilhelm Hertz. Fabrikbesitzer Nathan Friedmann. Dr. John Levy, Siegmund Lifs mann. Rechtsanwalt Dr. Paul S a l i n g e r, Rechtsan walt Dr. Wienskowitz, Rabbiner Professor Dr Winter, Rabbiner Dr. Wolf. Der Saal war überfüllt. Nach den Begrüßungs warten des Leiters der Versammlung. Kam. Rechtsanwalt Dr. Wienskowitz. des Vorsitzenden der Ortsgruppe Dresden des RjF., brachten die Pertreter der einzelnen Organisationen ihre warme Sympathie für die Siedlungs bestrebungen der Juden in Deutschland zum Ausdruck Alsdann sprach Güterdirektor S. Dyk. Geschäftsführer der „Jüdischen Landarbeit G. m. & H". über die Not wendigkeit der- Siedlungsbestrebunsen, ihre Möglichkei ten und die Art ihrer geplanten Durchführung. Sein , sehr interessantes Referat, besonders feine Worte über die wirtschaftliche Lage des deutschen Judentums und die für uns Juden damit verbundenen Gefahren wurden mii sehr großer Aufmerksamkeit angehört: und am Ende seiner beredten Ausführungen konnte sick wohl niemand dep Gründen verschließen, die zu den Siedlungsbestrc bunqen geführt hatten. Die Anwesenden gewannen den Eindruck, daß unter seiner und des zweiten Geschäfts fübrers der Iüdiscken Landarbeit, des Herrn Ritterguts besikers. Kam. Rudolf S. Masse, sachkundiger Leitung die Durchführung der-Bestrebungen in jeder Hinsicht ge sichert sei. Zuletzt sprach Herr Professor Dr. Franz O p v e n he im er, der seit einiger Zeit in der Nähe von Berlin wohnt und an diesen jüdischen Bestrebungen hervorragenden Anteil nimmt. Er behandelte die Frage vom allgemein deutschen und sozioloqiscken Standpunkt. Seine packende Art der Rede wußte die Anwesenden vom ersten bis zum letzten Wort in Bann zu ziehen. Es war eine Freude und ein Genuß, ihn. der das 85. Lebensjahr bereits überschritten hat. mit solck jugendlichem Feuer lorechen zu hören, und sein Appell, mit dem er seine Rede schloß, wurde mit großer Begeisterung ausgenommen. Im Anschluß an diese Kundgebung wurden in den folgenden beiden Tagen einzelne Persönlichkeiten in Dresden besucht, und es gelang mit der freundlichen Unterstützung des Kam. Dr. Wienskowitz. große Beträge! für den „Reichsbund für jüdische Siedlung in Deutschland" und die „Jüdische Landarbeit G. m. b. H." aufzubringen. Außerdem hat der Vorsitzende des „Sächsischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden" einen größeren Anteil an der Siedlungsgesellschaft zugesagt, so daß außer dem preußischen und dem bayerischen, nun auch dieser Landesverband an der „Jüdischen Landarbeit G. m. b. H." beteiligt sein wird. > l