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Der Schild · 1929-05-31 · 22 (31.5.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
22 (31.5.1929)
Date
1929-05-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I Erscheint «Schextttch. OBonamiaiMpnU M.1.SV olCTtriMttl. aiMchl. Posi- MMOotB Onaa«fl«6<cuni ‘Vrrtcgcr: ytochtbund |fl* stUch. Sn»tto(battn L 'D v« Schild kommt Frrtkagmorgen durch da« -poftzrituaqdnmt zum -Versand. Mir «usnahm» und Racksendung unveilangt »Ingesandtrr Manuskript wild kein« S««L!>r geleistet. QDIiMoi •OmaiiM Anzeige, »4l ■M. <S» Ml «««■<& 88. Vlnwl *8, -vertag und Qbiftn icnoccsoiMia. StU 9tfi taftotf Ö041—42. Änzt1g»«schI»Yrtznbea Gcmnabchib fflt Mt ndcftfct tsf^tfÄnbt 9tnMMt An^igenterM, W» M« tu diese» Tage «t«st, bei uni «ing^ange» sind, »ersten in der . dnrausfetgenden 9hm* ausgenommen. -verantwortkich Mi den Älnzeigmuetd -Din »SS &J> tz- »ist » »>»» Rümmer 22 Berlin, 31. Mai 1929 8. Jahrgang Die Siedlungsarbeit in Bayern Eine Münchener Kundgebung L Im Herbst vorigen Jahres hatte der Landesverband IBayern' in Verbindung mit dem Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden und den über das Land oeri teilten, Organisationen den „Bayerischen Siedlungsaus-! schuß"!gegründet, der die Aufgabe hat, den Siedlungsgedanken in Bayern zu verbreiten und für die Aufbrinlgüng von Mitteln zur Siedlung zu sorgen, darüber hinsaus die für Bayern besonders notwendigen Arbeiten zur Unterstützung der in Landwirtschaft und Handwerk befindlichen Juden vorzunehmen. Die Münchener Mitglieder dieses Ausschusses hatten kürzlich die Mitglieder der Gemeinde zu einer Kundgebung in den Herkules-Saal eingeladen. Es war eine ansehnliche Zahl dem Ruf gefolgt. Der Vorsitzende des Siedlungsausschusses, Kam. Dr. Gutmann, begrüßte die Anwesenden und erteilte Kam. Rittergutsbesitzer M o s s e das Wort. Dieser schilderte die jetzige Lage der Landwirtschaft in Deutschland. Die offensichtliche Krise hat vor allem die großen Güter erfaßt, dagegen hat selbst die ungünstige Zeit gezeigt, daß Bauer und Gärtner, der mit eigener Kraft arbeitet, wohl widerstehen kann. Deshalb fei jetzt der Augenblick gekommen, in dem wir sehr billig Grundbesitz Kausen und an einzelne Siedler so verteilen, daß jeder volle Ackernahrung erhält. Herr Masse berichtete dann über die von der Jüdischen Landarbeit G. m. b. H. sIla) bereits getroffenen Maßnahmen und über die Aufgaben in der nächsten Zukunft. Unerläßlich sei es, daß die Juden in der Großstadt in kürzester Frist die verhältnismäßig geringe Summe aufbringen, um die ersten Siedlungen anlegen zu können. Das Gesellschaftskapital der „Ila" soll auf etwa 300 000 Mark gebracht werden. Dadurch ständen der Gesellschaft dann billige Reichssiedlungskredite in mehrfacher Höhe des Gesellschaftskapitals zur Verfügung. Sobald das Siedlungsgut fest in den Händen der einzelnen Siedler ist. kann die „Ila" ihr Kapital wieder herausziehen und neuen Unternehmungen zuwenden. Es ist deshalb nicht zu befürchten. daß die „Ila" in den nächsten Jahren wiederum Geld braucht, wenn jetzt die Erhöhung des Kapitals auf 300 000 Mark gelingt. Dann berichtete Kam. D r. G u t m a n n über die Gründe, die uns zur Siedlung zwingen. Er zeigte an Hand statistischer Zahlen die soziologisch bedenkliche Lage der Juden in Deutschland. Es fei ein Erfahrungssatz, daß die Großstadtbevölkerung verproletarisiere. und. wenn sie keinen Zuzug vom Lande erhält, aussterbe. Daß bei den Juden das Reservoir der Landbevölkerung nun bald völlig erschöpft ist, zeigt bereits der Rückgang der jüdischen Bevölkerungsziffern in den Großstädtjrn. D i e Jugend sei bereit, in ihrem Drange nach stärkerer Verknüpfung mit dem heimatlichen Boden ünd in der klaren Erkenntnis nach der unsicheren Zukunft in den Städten, auf unsere Pläne einzugehen, und-hat sich in erklecklicher Zahl bereits zur Verfügung gestellt. Aber vorerst wird sie durch das Vorurteil von Eltern und Der-, wandten gehemmt, die in der körperlichen Arbeit eine Deklassierung sehen. Mit dieser Gedankenwelt müsse bei uns Juden aufgeräumt werden, wenn wjr aus dem gefährlichen Geleise, in dem wir jetzt fahrtn, herauskommen wollen. Dr. Gutmann beleuchtete dann die Verhältnisse in Bayern. Hier haben vor einigen Jahrzehnten die Juden in beachtlichem Maßstab Landwirtschaft getrirben. Diese Beteiligung sei sehr Hurllckgegangen. Es gelte hier, das noch Vorhandene zu erhalten und zu stützen. ,Es sei dies" eine der vornehmsten Aufgaben des Bayerischen Siedlungsausschusses, hier einzugreifen und auch da, wo einzelne Gemeinden so klein geworden sind, daß das jüdische Leben zu verfallen drohe, einige Familien gnzusiedeln und ihnen eine gesicherte Zukunft zu verschaffen. Da solche Fälle dem Siedlungsausschuß bereits bekannt sind, wird er hier in der nächsten Zeit einyreifen wüsten. Er kann und muß damit zugleich auch die Förderung der handwerklichen Tätigkeit verbinden. — Der Redner schloß mit einem starken Mahnruf, daß jedes die Siedlung als eigene Angelegenheit ansehe, und das durch den Beitritt zum ..Reichsbund für jüdische Siedlung in Deutschland" lRis) dokumentiere. Auch die- Skeptiker unter uns hätten die Verpflichtung durch materielle f Schließt Versicherungen ab! Die Lebensversicherung des RjF. ist eine soziale Fürsorge. Darum hinein in die Lebensversicherung des RjF!

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