Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 21 (24.5.1929)
- Date
- 1929-05-24
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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/ Eine seltene Kriegsauszeichnung Arthur ik'i'g hat den «ricn im Westen als Führer eines Stcsßtrupps beim Infanterieregiment «r 1« <Hacketäüer>, :t. Bataillon. 9. Kompanie, milgemacht. Am 5. Januar 191« lief vom 1. Bataillon die Nachricht ein, daß bei einem Vorstoß gegen den feindlichen Graben ein deutscher Offizier innerhalb Belobigung für hervorragende Tapferkeit im Kriege. /tyastfe/frr Jpi S//tcs,*'e/rer rfc/rya. ( hat Seeefiw för6«re/yi//y/f0&t&j/ftfacr/tp <foC&jßyvytpet/t/er/2tfimr»7j avrS/JfenrfrtA Zeugnis von hervorragender, vorbildlicher Tapferkeit abgelegt Ich spreche ihm hierfür meine besondere Anerkennung aus. Div. St Qu., y^tLujJL Otmt ’ der feindlichen Stellung gefallen sei, daß es aber nicht möglich gewesen sei, die Leiche des Gefallenen zu bergen. Da der Offizier überaus wichtige Papiere bei sich trug, wurden Freiwillige zur Bergung der Leiche aus der feindlichen Stellung aufgerufen. Das Eindringen in die feindliche Front war mit ° dem sicheren Tode oder Gefangenschaft gleichbedeutend, und so neidete sich niemand. Daraus wurde Levy zur Bergung kommandiert und beauftragt, sich zum 1. Bataillon zu begeben und rt nähere Instruktionen entgegenzunehmen. Als L. sich beim l. Bataillon meldete, sagte ihm der Bataillonskommandeur in erregtem Tone: „Da sind 15 Mann, die schon seit gestern abend vergeblich auf einen günstigen Moment warten,- glauben Sie, daß Sie mehr können?" Levy: „Ich bin kommandiert und inuß dem Befehl Nachkommen. Wenn es mir nicht gelingt, werde ich umkehrenich kann es aber nicht allein und bitte um zwei Mann Begleitung. Kommandeur: „Suchen Sie sich zwei Mann aus!" L. suchte sich zwei Mann aus und machte sich auf den Weg. Da Schnee lag, legten die drei Soldaten weiße Schneemäntel an und krochen langsam auf Händen und Füßen durch den Stacheldraht der deutschen Stellung, dann iveiter, gelangten glücklich durch den Drahtverhau und kamen wie durch ein Wunder in die feindliche Stellung. Dort fanden sie den toten Offizier in einem Granattrichter und schleppten ihn in die" deutsche Stellung zurück. Als L. später zur Division kam, fand er die ganze Division zum Empfang des Divisionärs angetreten, L. als einziger — so wie er aus dem Graben -kam — mit Mütze. Beim Eintreffen des Divisionärs wurde L., der nicht ahnte, um was es sich handelte, vor die Front gerufen. Der Divisionär hielt eine warme Ansprache und schloß: , das E. K. 1l bereits besitzen, gilt diese Auszeichnung, hiermit zum ersten Male zu verleihen Gelegenheit habe als das E. KZ.1." Levy erhielt dann die abgebildete Als nung und wurde auf Befehl dLs Divisionärs sofort vier in die Heimat beurlaubt. T a Sir )tc ich höher szeich Wochen , Bortrag über die Berlmrr^FHdenfchflft _ Im Verein für Geschichte dex MdrA^Brandenburg machte Studienrat Dr. Jahn interesiante -Mitleilungen üdex seine vom Stadtarchiv Berlin angeregten Untersuchungen zur Ge schichte der früheren Feldmark Berlins. Df?>Rachel svrach dann über die Lage, und Entwicklung der Berliner Iudenschast in der Zeit von der Wiederaufnahme der Juden in derTMark, 1671, bis zu ihrer^ftlmlsbürgerlichen Gleichstellung 1812. Er beleuchtete /die' schroffen Gegensätze zwischen zünftige: und jüdischer Wmttschaftsethik, die starke fiskalische Halt» rg dort Landesherrschaft und die Bedeutung der Hof- und Münzsudei^ ais bahnbrechendem Element. Der Wohlstand der Juden ist trotz scharfer Einschränkungen sehr rasch gestiegen, sie w irr» in Edelmetall-, in Geld; und Darlehnsgeschäften überlegen und nahmen auch seit 17-10 regeren Anteil an den Manufakturen. Gerade der ihnen sonst wenig freundliche Friedrich der Große hat zu ihrem Ausstieg durch seine Kriege und seine Münz- und Manufakturpolitik am meisten beigetragen. Mit der M tte des 18. Jahrhunderts setzte, die kulturelle und soziale Assin lilation der Juden ein, und seit 1787 war ihre völlig^ Emanzipation nur eine Frage der Zeit. Freispruch für Fnedhofsschander > Begründung — ein Lausbubenftreich. Bor der Heidelberger Strafkammer hatten sich zwei Volksschüler aus Eppingen zu verantworten, die Novembersonntag des vergangenen Jahres auf dem Isra Friedhof in Eppingen vier Grabsteine aus den Sockeln f und ein Gartenhaus beschädigt hatten.. Die Jsraelitis meinde hatte für die Aufklärung des Falles eine Belohnet 200 Mark ausgesetzt, döch blieben die Täter unbekannt, sich selbst durch Prahiereien in der Konsirmandenstunde v ifjährige einem etitischeü g iworfen sche Ge ng von bis sie dirietzm. en mit ntelleksbubenan llt und Mutter werde, «gelegt. ober Das Jugendgericht hatte beide Knaben freigesproch der Begründung, daß sie zur Zeit der Begehung der Tat tuell und moralisch nicht reif waren und die Tat ein Lar streich gewesen sei. Dabei hatte das Jugendgericht geordnet, daß der eine Schüler unter Schutzaufsicht gestfr! der andere, dessen Vater im Kriege gefallen und dessen schon 1918 gestorben ist, in Fürsorgeerziehung gegeben Gegen das Urteil hatte der Staatsanwalt Berufung e Die neue Verhandlung vor der Strafkammer fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Die Angeklagten g iständen reuevoll, daß sie in Zukunft brave Menschen werden wollten. Der Staatsanwalt verlangte zu den angeordneten Erz ehungs strafen wegen des schweren Religtonsfreoels eine Freiheitsstrafe mit Bewährungsfrist. Die Strafkammer urteilte jedoch dahin, daß das Jugendgericht die Persönlichkeiten der Täter und die Tat selbst zutreffend gewürdigt habe. Die Berufung wfirde als unbegründet zurückgewiesen. Ehrung der jüdischen Gefallenen in Frankreich Care Aus Anlaß des Jahrestages der Schic:'! bei Jahre 1915, in der mehrere Tausend jüdis:..: Freiwisl französischen Armee ihr Leben gelassen hclrrn, fand Synagoge Turnelle ein Gedenkgottesdienst stctt. Die 6 war von Mitgliedern des Bundes jüdischer Kriegsfrc i und den Famiiienangehörigen der Gefallenen bis auf den Platz gefüllt. Die Teilnehmer begaben sich dann unter tragung der mit Trauerflor umwundenen blau-weitz-roten sahne mit Davidsschild zum Grabe des Unbekannten < am Triumphbogen, wo das Heilige Licht angezünLrt iti net) im ige der in der Synagoge iwilliger letzten Voran Bundes- Saldaten urde. •j 173