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Der Schild · 1929-05-24 · 21 (24.5.1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
21 (24.5.1929)
Date
1929-05-24
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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L> Wie die RjF.-Ortsgruppen gegründet wurden Nachdem wir öü: Berichte unserer Landcsvcrbäiidc über ihre Lntwieklung und ihre beschichte veröffentlicht haben brinaen wir jetzt die uns zuaegangenen Mitteilungen von Ortsgruppen über ihre Gründung und ihre Arbeit. Äoln Neun Kriegsteilnehmer waren es, die, dem Ruf des Bundesgriinders und -führers folgend, sich im September 1920 hier zusammenfanden und die Ortsgruppe gründeten. Auch sie hatten sich zu dem Gedanken bekannt, daß der Zusammenschluß aller jüdischen Kriegsteilnehmer in Deutschland in hervorragendem Maße dazu geeignet sei, einen weithin sichtbaren und stets lebendigen Beweis dafür zu erbringen, wie unrichtig die über die Teilnahme der Juden am Kriege und ihre Leistungen während des- Krieges ausgestreuten Behauptungen waren. Obwohl die Lage der Juden hier im Westen und insbesondere in Köln damals durchaus erträglich war, glaubten die- Gründer der Ortsgruppe dennoch, daß der Reichsbund seine Aufgaben nur dann wirklich erfüllen könne, wenn er die jüdischen Kriegsteilnehmer möglichst restlos erfaßte. Tie Entwichlung der Ortsgruppe Köln hat ihren Gründern durchaus recht gegeben, denn die Zahl der Mitglieder wuchs schnell auf mehrere Hundert. Aus allen Ständen und Bevölkerungskreisen trat man in die Reihen der Ortsgruppe ein. . Das war nur dadurch möglich geworden, daß immer betont wurde, der RjF diene keiner politischen Partei und keiner einzelnen Richtung, sondern nur den allgemeinen Interessen der deutsche» Iudenheit. Zunächst konnte sich die Ortsgruppe darauf beschränken, in monatlichen Zwischenräumen Zusammenkünfte zu veranstalten, bei denen allgemeine jüdische Fragen des Tages besprochen und auch' Referate erstattet wurden. Aber schon bei den Wahlen zum Reichstag 1923 begann die deutschvölkische Propaganda auch in Köln. Deshalb war es notwendig geworden, einen besonderen Abwehrausschuß zu bilden, dessen Aufgabe es war, auf die Entwicklung der völkischen Tätigkeit in Köln ein wachsames Auge zu haben. Der Ausschuß hat gut und mit Erfolg gearbeitet. Dabei war dir Ortsgruppe stets bestrebt, die erforderliche Fühlung mit der Bundesleitung zu Hallen und innerhalb des jüdischen Lebens in Köln eine allgemeine Bedeutung zu erlangen. Es ist auch gelungen. So hatte die Ortsgruppe Kölndie Ehre, anläßlich der Iahrtausendausstellung die Bundestagung hier zu erleben. Jedem, der an jener Tagung tcilgenommen hat, wird die machtvolle Kundgebung noch in Erinnerung sein, bei der in Anwesenheit der staatlichen und städtischen Behördenvertreter Kam. Dr. Ludwig Haas M. d. R. und der um Köln und das ganze Rheinland sehr verdiente Iustizrat Bernhard F a l ck M. d. L. durch bedeutsame Reden.mit dazu beitrugen, das Ansehen des RjF. im allgemeinen und der Ortsgruppe Köln im besonderen zu. stärken. Am 21. September 11124 konnte dann auch zu Ehren unserer gefallenen Kölner Kameraden in der Synagoge Roonstraße in einem Ehrenraum eine Gedenktafel eingeweiht werden. An der Einweihungsseier nahmen fast alle in Köln bestehenden Regiments- und Kameradenvereine mit Fahnen teil. Auf der „Pressa" war-der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten an drei verschiedenen Stellen vertreten. Das Interesse an unseren Ständen war so groß, daß die aufliegenden Schildnummern immer vergriffen waren. Die Zahl der Ortsgruppenmitglieder beträgt augenblicklich über 700. Tie sportlichen Veranstaltungen finden in Gemeinschaft mit dem FTV. statt, dessen Vorsitzender unserm Verbände angehürt. Das Interesse an unserm Bunde besteht auch heute noch in allen jüdischen Kreisen Kölns und darüber hinaus in so manchem kameradschaftlichen Verbände. In Erinnerung an unsere gefallenen Kameraden werden wir wie bisher den Kampf weiterführen: Für Ehre und Recht! Chemnitz 16. Mai 1920, vorm. 11 Uhr, im Saale der Loge zu Chemnitz. Herr Fritz Kupferberg eröffnete die Sitzung, zu der sich ca. 80 Herren eingefunden haben, und erteilt, da Herr Tr. Werner aus Berlin in letzter Stunde am Erscheinen verhindert war, Herrn Rechtsanwalt Dr. Cohn, hier, das Wort zu einem Referat über den Zweck einer Ortsgruppe des RjF. Nach diesem Vortrag beantragte Herr Arthur Sußmann, daß die anwesenden Herren sich als Ortsgruppe konstituieren sollten und gleich die Wahl eines Vorstandes vorgenommen werden soll. Auf Antrag des Herrn Wolfs- 174 heimer wurde die Wahl durch Akklamation vorgenommc Gewählt wurden als: 1. Vorsitzender Herr Fritz Kupferberg, Chemnitz. 2. Vorsitzender und Schriftführer Herr Rechtsanwa Dr. Cohn, | 3. Vorsitzender und Kassierer Herr Erich Wangenheim. Hierauf bewirkten die Erschienenen in aufgelegten Listihre Anmeldung zur Ortsgruppe. Sie wurden aber darauf hi, gewiesen, daß damit ihre Mitgliedschaft noch nicht entstände! sei, vielmehr erst einer besonderen Nachprüfung durch di>. Prüfungskommission bedürfe. In diese Kommission wurde! gewählt die Herren Adolf Pakulla, Josef Kahn und Via Stein. Ein Antrag Heidenheim, zu prüfen, ob auch bundes genössische Frontsoldaten zur Aust,ahme berechtigt seien, wurd. dem Vorstand zur Weitergabe an den Berliner Hauptvorstan überwiesen. Auf Antrag des Herrn Martin Cohn wurde eine Zeick nungsliste für sofortige Spenden aufgelegt, die, igje Heu Kassierer Erich Wangenheim mittelste. ein Ergebnis von co 1100,— Mk. erbrachte. Hierauf wurde die Sitzung nach einem Schlußwort dc- Borstandes geschlossen. Eisenach In der Absicht, viele ehemalige jüdische Frontsoldaten hier zu einer Ortsgruppe des RjF. zusammenzufassen, hatten die Kameraden Dr. Alf. Backhaus und Moritz Schloß für den. 9. 12. 1922 eine Zusammenkunft aller in Frage kommenden Kameraden in den „L u t h e r k e l I e r" berufen, in welcher Kamerad Kamnitzer-Erfurt über die Ziele und Zwecke des RjF. berichtete. - In dieset Versammlung wurde die Ortsgruppe Eisenach gegründet und der B o r st a n d wie folgt gewählt: I. Vorsitzender Berth. Spangenthal, II. Vorsitzender Dr. Alf. Backhaus, Beisitzer Martin Wolf, - Schriftführer und Kassierer Moritz Schloß. Der zurzeit amtierende Vorstand besteht aus: I. Vorsitzender Dr. med. Oppenheimer, Kassierer und Schriftführer Rud. Grünewald, I. Beisitzer Julius Neuhaus. II. Beisitzer Moritz Schloß. Seit Januar 1921 war Herr Leop. Präger Schriftführer und Kassierer,' bis Juni 1928 hat Kamerad Präger während dieser 4% Iahte sich um alle Angelegenheiten der Ortsgruppe sehr verdient gemacht. Die Ortsgruppe zählt zurzeit 41 Mitglieder. Ihre Be Ziehungen zu jüdischen Organisationen sind die denkbar freund schaftlichsten. Meiningen Sofort nach - dem Aufrufe unseres verehrten Bundes Vorsitzenden Dr. Löwenstein gründete ich die hiesige Ortsgruppe. Begeistert von dem hohen sittlichen Werte unserer Sache behielt ich trotz aller Schwierigkeiten die Leitung bei. Gründung: 1. September 1919. Gründer der Ortsgruppe: Kam. Julius Grünstein. Jetziger Vorstand: Julius Grünstein: I. Vorsitzender, Felix Frühauf: II. Vorsitzender, > Julius Stein: Kassierer, S. Warschauer: Schriftführer, Ferdinand Stein u. Julius Mühlfelder, Beisitzende. Wichtige Ereignisse waren die Errichtung des Ehrenmals auf dem -Ehrenhain des bürgerlichen Friedhofs. Im Denkmalsausschuß waren der I. und II. Vorsitzende des RjF. tätig. Erleichtert wurde die Bundesarbeit durch die freudige Zusammenarbeit der gesamten Vorstandsmitglieder, der Kametaden Stein und Frühauf und durch die guten Beziehungen zü den übrigen militärischen Vereinen. Die Ortsgruppe hat im Laufe der Jahre viele Unter- - stützuugen an bedürftige Kriegskameraden, an Kriegerwitwen und -waisen — an jüdische und nichtjüdische — ergehen lasten.

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