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Der Schild · 1929-05-10 · 19 (10.5.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
19 (10.5.1929)
Date
1929-05-10
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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.vxiltunfl auf dein ©«biete der June» und Außenpolitik befliiiflhielt Sxrrii Äube nicht non der $cimil)uiin ab, ihr Mitglied ,^u luerbeii. Aber die Deutschnationale» »ahmen ihn nicht. Ifij hatte nämlich früher ,}u ihnen gehört, f i c h a » » t c n i h» daher: und sie waren froh, ihn los zu sein. Herr Kube muhte sich zu Helfer,. «ach einem schiveren »>»«. re» Kamps«, der fünf Minuten gedauert haben soll, schloß er sich derselben Nationalsozialistische» Deutschen A r b e i t e r p a r t e i an. deren Berliner Führer er eben erst hinter Schloß und Riegel hatte bringen wollen. Das Mandat ivar gerettet. Zwar schied Herr Kube aus dem Reichstag aus, vermutlich aus Wunsch seiner bisherigen Fraktionskollegen, aber er wurde in den Preußischen Landtag gewühlt. Dort und in Volksversammlungen wettert er jetzt wieder gegen die Landes Verräter, die den Dawes-Plan sowie den Locarnopakt unter zeichnet und Deutschlands Eintritt in den Völkerbund »xkra» iaht haben. Im Landtag hat er-auch den preußische» Richter stand in seiner Gesamtheit für verlumpt erklärt, wobei bemerk! werden soll, daß dieser- Stand die Ehre hat. Herrn Ktzbe nicht zu seinen Angehörigen zu zählen. Wer zweifelt noch, daß Herr Kube der Tupus. des edle, selbstlosen, alles nur um der Cache selbst willen tuenden ©er inanen ist! Aber eines bleibt unklar: Da sich die Deufschnationa len des Preußischen Landtages willig feiner Leitung unter ordnen, weshalb hat dann eigentlich die Deutschnationale Volks partei die Tür. an die der reuige Herr Kube pochte, zu ölfnen ab gelehnt? Beide Teile scheinen doch einander vollkommen wer zu sein! (»Vorwärts'» Der Landesverband Westdeutschland Wir setzen hier die Entwicklungsgeschichte der einzelnen Landesverbände fort. Der Frontbundgedanke war schon kurze Zeit nachdem der RjF. in Berlin durch den Kam. Tr. Leo Löwenstein propagiert worden war. auch in einzelnen Städten Westdeutschlands auf fruchtbaren Boden gefallen. To. konstituierten sich schon im Jahre 101M insbesondere in Köln und Düsseldorf einzelne Gruppen, aus denen heraus sich später weitere Ortsgruppen bildeten. Insbesondere war dann über den Rahmen der Ortsgruppe-Düsseldorf hinaus der Kam. Rabbiner Tr. Klein bemüht, auch das-Interess^ der Kameraden in' den benachbarten Städten Rheinlands und Westfalens für den Zusammenschluß zu ivecken. und seinen besonderen Bemühungen ist die Gründung einer ganzen Reihe von Ortsgruppen innerhalb des jetzigen Landesverbandes Westdeutschland zu verdanken. In den ersten Jahren des Bestehens des Reichsbundes war die Werbetätigkeit in den besetzten Bezirken zunächst rein äußerlich aus dem Grunde gehemmt, weil man noch nicht wußte, wie sich die maßgeblichen Besatzungsbehörden zum Frontbund -stellen würden. Es hat auch nicht an Reibereien gefehlt, die zum Teil Gründungen im französisch besetzten Gebiet unmöglich machten oder zum mindesten erschwerten. Wir wurden als politischer Verein mit unklarer Tendenz ge wertet und waren verpflichtet, von'jeder noch so kleinen Ver sammlung vorher durch Vermittlung der deutschen Polizei der Besatzungsbehörde Kenntnis zu geben, die sich ihr Vetorecht jeweils vorbehielt. Als dann schließlich auch die Besatzungsbehörde» erkannt hatten, daß der Zweck unseres Zusammenschlusses nahezu ausschließlich die Abwehr des Antisemitismus war, schwanden die Hemmungen, und so konnte bereits im Jahre 1923 der Landesverband Westdeutschland, der sich inzwischen unter dem Präsidium des Kam. Tr. Klein'in' Düsseldorf gebildet hatte, über ca. 30 Ortsgruppen mit etwa 2ö00 Mitgliedern verfügen. Mit Ablauf des Geschäftsjahres 1925, .wurde dann der Sitz des Landesverbandes von Düsseldorf nach Köln verlegt, weil von hier aus infolge der zentraleren Lage insbesondere die bis dahin noch vernachlässigten mittelrheinischen Gebiete besser bearbeitet werden konnten. Tie Leitung des Landesverbandes wurde gleichzeitig dem Verfasser dieses Aufsatzes anvertraut. Hauptsächlich auf Grund des allgemeinen Interesses. das man angesichts der Reichstagswahlen dem Kampf gegen den Antisemitismus in den Jahren 192-1 und 1925 ent gegenbrachte, hatte eine enorme Werbetätigkeit eingesetzt, die dahin führte, daß sich das Gebiet des Landesverbandes Westdeutschland von der nördlichen Landesgrenze rheinaufwärts bis einschließlich Worms, westlich bis ebenfalls zur Landesgrenze und östlich bis tief nach Westfalen einschließlich Hamm hin erstreckte. Die Zahl der Ortsgruppen hatte sich auf ca. 5,0 und die Zahl der Mitglieder auf ca. 4300 erhöht, die sich statt der früheren 4 Bezirksgruppen in 9 Bezirksgruppen teilten. D^e große Rheinlandtagung des Reichsbundes fand aus Anlaß der Iahrtaufendfeier der Rheinlande im Herbst 1925, statt, wo >oir das Vergnügen hatten, nahezu den gesamten Bundesvorstand und zahlreiche Gäste aus allen Gauen Deutschlands bei uns begrüßen zu können. — Allen Teilnehmern dürfte insbe sondere die in der deutschen Presse vieisach besprochene würdi ge Wormser Tagung und die sich am nächsten Tage daran anschließende Rheindampferfahrt nach Köln in stetiger Erinne rung bleiben^ Neben dem zum Riesen angewachsenen Landesverband Westdeutschland bemühte der an Gebiet und Kameradenzahl kleine Landesverband Cüd-West-Deutlchland mit dem Sitz in Frankfurt a. M. sich auszudehnen, und ,im Interesse der gesamten Organisation mußte dann der Landesverband West deutschland einen Teil feiner besten Gebiete, nämlich die Bezirke Rheinhessen und Wiesbaden, insbesondere auch Worms, 158 an den Rachbaroerband abtreten. Hierdurch verminderte sich die Ortsgruppenzahl auf ca. 40 und die Kameradenzahl aus etwa 3200. Anläßlich des 10jährigen Bestehens des Bundes darf nicki versäumt werden, darauf hinzuweisen, daß'die Bundesleitung, und insbesondere der Bundesoorsitzende, Kam.; Dr. Leo Löwenftei», sich den Ausbau des Landesverbandes Westdeutsch land ganz besonders haben angelegen sein lassen. Fast bei jeder größeren Veranstaltung des Landesverbandes ist entweder Kam. Dr. Löwenstein persönlich zugegen gewesen oder hat zu,n . mindesten einen Vertreter der Bundesleitung entsandt. Zu Ehrenmitgliedern des Vorstandes des Landesverbandes sind die Kameraden Dr. Klein aus Düsseldorf, als früherer. verdienfwoller Vorsitzender, und die Kameraden Alfred Herz und Oberarzt Tr. Fried. Breslau, als verdienstvolle langjährige Mitglieder des Vorstandes und Leiter ihrer Ortsgruppen, bei Ausscheiden aus dem Landesverband ernannt worden. Die Aussichten für den Landesverband für die nächste Zeit sind insofern als günstig zu bezeichnen, als sich ohne weiteres als Reaktion gegen die gerade in letzter Zeit sich be' ' merkbar machenden hier in Westdeutschland zunehmenden Vor stöße der Nationalsozialisten der Indifferentismus in Se>! eigenen Reihen nachzulassen scheint. Auch hat sich der Leitung des Landesverbandes ein Mitglied der Kölner Ortsgruppe in der Person des Kameraden Dr. Spiegel zur Verfügung gestellt, um den verwaisten Posten eines Geschäftsführers zu über nehmen. Wenngleich nahezu sämtliche in Betracht kommenden Städte des Landesverbandsgebiets schon über Ortsgruppen, verfügen, so wird gerade von dem neu begonnenen Jahr gehofft, auch noch die letzten, sich bisher zurückhaltenden Ortschaften für den Frontbundgedanken zu erobern, so daß dann als er ftrebenswertes Ziel der Landesverband Westdeutschland fick rühmen kann, tatsächlich die übergroße Mehrheit sämtüche.i Frontkameraden in seinen Reihen vereint zu sehen. Kam. M. ßejrnholz. Der Landesverband Nordwestdentschland Der Landesverband Nordwestdeutschland ist das Stiefkind des Reichsbundes. Ihm wird, weil die zweitgrößte Stadt des Reiches, unser Hamburg, in seinem Zentrum liegt, beigemessen, auch die nach Berlin bedeutendste Wirksamkeit und Stärke zu entfalten. Das kann er aber nicht leisten, weil ihm Land und Leute fehlen. Niemand will ihm indes glauben, daß außer in den 3 Hansestädten und den in ihrem Wirkungsbereich liegenden kleineren Städten und Orten kaum irgendwefche jüdische Gemeinden oder Einzelbewohner vorhanden find und so müssen wir den Kamps führen in dem Bewußtsein, üns^re Freunde in Berlin und im Lande immer wieder zu enttäuschen. Unser gan zer Landesverband besteht aus Hamburg,. Lübeck und Bremen mit Unterweserorten, Bremerhaven-Wesermünde sowie nicht zu letzt Kiel. Die kleinen Gemeinden in Stade, Cuxhaven, Gkück stadt und dergleichen kommen für Ortsgruppengründungen nicht in Frage. Die einzelnen RjF.-Gruppen unseres Bezirkes haben sich zu gemeinschaftlicher Tätigkeit erst verhältnismäßig spät verbunden, von da ab jedoch in um so ersprießlicherer Intensität. Das Programm des Landesverbandes ist im wesentlichen nach außen eingestellt. Jeder Landesoerbandstagung geht eine große Kundgebung, mindestens halböffentlicher Art voran. Mm Bor mittag des darauffolgenden Tages geben sich die dem Landeswerband angeschlossenen Orte Rechenschaft darüber, inwieweit sie im abgelaufenen Zeitraum die Aufgabe des RjF. erfüllt haben. Statuten, Debatten und Zänkereien gibt es nicht, sonder» stets nur die leidenschaftliche Erörterung der Frage: »Wie

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