Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 19 (10.5.1929)
- Date
- 1929-05-10
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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1 gestalten wir. unsere Arbeit wirksamer?" Wir wollen das schwere moralische Gewicht unseres Zusammenschlusses in die Wagschale des öfsentlichen Urteil» werfen. Wir sind gewiß, daß sich die Schale zu unseren Gunsten neigen muß. Die künstlich ausgerichteten Mauern zwischen den jüdischen Deutschen und den übrigen Deutschen umzulegen, dem allein gilt unsere Arbeit. Wie kommen wir an unsere Brüder heran, die wir suchen, dem gilt unser Sinnen. Auf diesem Wege hat unser Landesverband recht beachtliche Erfolge erzielen können. Besonders vorbildlich — das sei hier erivähnt — arbeiten unsere beiden Gruppen in Kiel unter der Leitung des Kameraden L a s k und die Ortsgruppe Unterweser unter Kamerad Kahn. Unsere Kundgebung vom 12. November 1926 in Bremen, zu der dort die gesamte Gemeinde last ohne Ausnahme erschienen war. war eindrucksvoll und nachhaltig. Eine tiefe Wirkung hatte unsere halböffentliche Kund gcbung vom 7. Mai 1927 in Kiel, in der Kam. Rechtsanwalt Jacobsohn-Lübeck den Geist der Kameradschaft pries und der tragische Gedanke „Vom unbekannten Soldaten" von mir dar gestellt wurde. Zu einer Kundgebung von überwältigendem Eindruck wurde aber die von Kam. Kahn für kerbst 1927 in langen Monaten vorbereitete große öffentliche Kundgebung in dem größten Versammlungsraum Bremerhavens, der Stadthalle, in der ebenfalls der Gedanke „Vom unbekannten Soldaten" das Leitwort abgab. Hier wurde vor breitester Oefsentlichkeit mit nachhaltigem Widerhall in der gesamten nordwestdeutschen Presse und der bekanntesten deutschen Weltzeitungen unser Ge? danke vorangetragen. So sind wir gewiß, daß unsere Arbeit und das große An sehen unseres Landesverbandes in der Außenwelt dem Gesamtbund in erheblicher Weise Client und zustattenkommt. -- Kam. Dr. Urias. Spott im RjF. Traiuiugslage der 71iu-71itsu»Gruv»e. Berti». Kampf,naniischast: iedc» Montag ab 8.S0 Ubr. — ftoriacft&niicitc: Kien Mittwoch ab 8.80 Ubr. — Anfänger: iedc» Donnerstag ab 8.80 llhr. Traiiiingsränme: Schüueberg. Hvhenstansrnstrakr 81. Kellerlokal. — ftläfte willkommen! Kameraden, besucht unser Training! Lparigruvve i« Reichst»»» jüdischer Zrautsoldaieu. Ortsgruppe Besli«. Geschäftsstelle s E. 2, Bnrgltr. 20. Zimmer 10 lbcnntzt Norden 88(181. Training fiir alle: mieden Dienstag ab 0 Ubr Sport platz Einsame Pappel iDa»,igcr Sir.l: iieden Donnerstag ab « Ubr Sportplatz Einsame Pappel iDanzigrr iStr.,. Training für Handballer Zedcu Mittwoch ab 0 llbr Sportplatz Einsame Pappel lDanziger Str.i. Am Sonntag, de» 28. Avril 1ii2», fand ei» Handballspiel iGe sellschastsspieli Rj,>. 1. Danicnmannichait gegen Lvort-Elnb Komet II. statt. Wir batte» nur lo Spielerinnen zur Stelle währcnd der Gegner vollzählig war. Die Torlteberi» des ^vort-Elub Komet war zwar Ersatz aus der ersten Maniischas«. Man mns, sage», das, es ei» wirklich scharfes Svicl war. Der Gegner de inühtc sich, das erste Tor vvrzulegen. doch war seine Bemühung vhue Erkolg. Nach schwerem Kampf und guter Kombination gelang es »ns ei» Tor vorznlegen. Ein paar Minute» später psiss der Schiedsrichter »ur Halbzeit. Nach 7» Minute» Pause setzte sich das Spiel wieder i» Bewegung. Der Gegner batte Anwuri. drängte ans »User Tor und ro gelang ibm eine» Ausgleich »» erziele». Durch einen >8 Meter-Ball konnte» wir ei» zweites Tor erziele» »nd somit »niere» Lieg üchcritellen. A» 12, Mai beteiligen wir uns an de« Strahrnlauf »Quer durch Potsdam". Mitteilungen der Bundeslettung Di« L»»rt«ru»»e» des R i werden dringen» gebeten, »na »su ihren sportlichen Beranstaltuuae» und de» Wettkäwvseu. au deucu sie sich beteiligen sowie «der »bre sportlich« Betätigung iiderdanvt Mitteilungen zur Brrdsfentlichnng im „Schild" »»«eben »u lassen. AuS den Landesverbänden und Ortsgruppen Landesverband Ost- und Westpreußen. Zehn-Jahr-Feier Der Landesverband Ost- und Westpreußen des Reichsbundes bischer Frontsoldaten beging die Feier des zehnjährigen Bestehens des Bundes durch Abhaltung einer Kundgebung in Rastenburg. Die Veranstaltung wurde eingeleitet durch einen seierlichen Festgottesdienst in der festlich geschmückten Synagoge, in der auch das Banner des Bundes Aufstellung gesunde» hatte. An dem Festgottesdienst nahmen als Vertreter der Reichswehr Oberstleutnant und Bataillonskommandeur von Loebcll und als Vertreter der Stadtverwaltung Erster Bürgermeister Dr. Schock teil: ferner war eine Abordnung des Reichsbanners und des Kavalleristenvereins erschienen. Nach Orgelspiel und liturgischen Gesängen von Kantor Hecht hielt dieser die Festpredigt. Er gedachte der Gründung des Frontbundes, dessen Schaffung für die jüdischen Kriegsteilnehmer notwendig wurde, da ihnen Drückebergerei im Kriege vorgeworfen wurde, obgleich >über 12 999 von ihnen^ für das Vaterland gestorben ivarcn. Sodann gedachte br ganz besonders der Gefallenen des Weltkrieges ohne Unterschied der Konfession und gab zum Schluß .dem Wunsche Ausdruck, daß die einzelnen Religionen und Volks gruppen in Deutschland zu einem inneren Frieden kommen möchten.' Nach weiteren gottesdienstlichen Zeremonien folgte das Kaddischgebet für die gefallenen Kämeraden. Dann ergrisf der Vertreter der Bundesleitung, Gutsbesitzer Sandelowsky, Norgehnen, das Wort. Der Festredner ging zunächst aus die Geschichte des Bundes ein und schilderte dann den Anteil der Juden an der deutschen Kultur. Die Verwurzelung mitdem deutschen Heimatboden und die Leistungen in Krieg und Frieden gäben dem deutschen Juden ein Anrecht auf das deutsche Vater land. Mit dem Gemeindegesang des Adaun aulom schloß der feierliche Gottesdienst. Im Anschluß daran fand die. Festsitzung statt, der eine Arbeitstagung folgte. Währenddessen übernahm der stcllver tretende Landesverbandsvörsitzende S e e I i g - Königsberg die Leitung der Versammlung und begrüßte insbesondere dle Ver Ireter der besrundetcn Körperschaften. Der Landesverbands Vorsitzende Rechtsanwalt Dr. Eyich C ohn--Konigsbrrg sprach.' dann über das Thema „Zur Geschichte der jüdischen Kriegsteilnehmer" und ging insbesondere auf die 'Kriegstcilnehmerschost der Juden in den Kriegen 1812 und 1879 sowie im Weltkriege ein.An Hand historischer Dokumente wies der Landes oerbandsoorsitzende nach, daß die Juden trotz ärgster Entrechtung im Obrigkeitsstaat doch stets 'ihre Pflicht und Schuldigkeit dem Vaterlande gegenüber getan h«»bell und daß an allen Kriegen eine große Anzahl jüdischer Freiwilliger', teilgenommen habe. Es folgte ein Referat ' des Landesverbandsgeschästssührers - Syndikus S a b a tz k y- Königsberg über „Die Geschichte und Tätigkeit des Landesverbandes Oft-, und Westpreußen des RjF." Der Redner schilderte, wie unter dem Druck pogromantisemiti scher Stimmungen die ersten oft-- und ivestpreukischen Gruppen entstanden seien und wie sich diese zu einer festgefügten Orga nisation der jüdischen Kriegsteilnehmer Ost- und Westpreußens entwickelt haben. Er ging dann auf die antisemitischen Strö mungen in den Wehrorganisationen lind den Sturmtrupps der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ein und so» derte die Kameraden zu starkem Zusammenhalten aus. Nunmehr setzteeine lebhafte Aussprache über die Referate ein, die in bezug auf die Landesverbandsarbeit recht sruchtbringend ivar. Es folgte die Vorstandswahl, bei der die gesamten bis herigen Borstandsmitglieder wiedcrgewählt wurden. Neu ge wühlt wurden Ratmann Sande.lowsky - Nordenburg und Apotheker R o s e n b e r g - Insterburg. Es wurde beschlossen, die nächste Landesverbandstägung im Herbst dieses Jahres in Guttstadt und die darauffolgende Tagung in Insterburg ab zuhaltcn. Laudesoerdaud Nirdrrichlesie». Waldenburg, Unser allzeit bewährter Kamerad. Herr Handclsgerichtsrat Adolf M e o c r. beging am-4. Mai seine» 7,0. Geburtstag. Wir wünschen ibm aus diesem frcndigcn Anlast recht viel Glück und bussrn, das, er noch viele gabre »niesen Bund durch Rat und Ta» sürder» möge. .Laudesverbaud TCh* und Westpreuke». Elbing. Am 28. März fand unser Stistungsseü statt und war eine rege Anteilnahme.zu verzeichne». Das >>eit wurde eingeleitet durch einen vvn Kam. Laalwtv gesprochenen Prolog, woraus der l. Borützende. Kam. Wicrich. die Gättc begrünte und in seiner Ansprache cbenialls der I2i!it0 gefallenen Kameraden gedacklkr. Die Anssührungen fanden rege» Beiiall. Eine Tombola spendete reichliche Gewinne. Ralteuburg. Am Sonnabend, dcu 18. 4. er., verschied an einem schweren Pelden unser lieber Kamerad Arnold-E o h ». Seit Gründung der Ortsgruppe gebürte er dieser und längere .-seit dem Borstaude iiu. i Kn der Träuerscier nabne eine Abordnung des Reichsbanners „schwarz-Rot-Gold" teil sowie der bieüge Gardeverei». dem der Beriiorbe»« 17, gakre Imia a»gebürte und vor kurzer Zen erst das Berdienitkreiiz für »reue Mitgliedschaft erhielt. Kam. Kantor Hecht hielt die Trauerrede u»d nabm auch im Namem des Ri,> Abschied vv» dem scheidenden Kameraden. Dem Leichenzuge schritt voran der Gardeverei» mit seinem Banner. Am Grabe legt« der iSardeverei» und das Reichsbanner Ktänze nieder. Wir werde» das Andenken »nlercs üercwigtcn Kameraden stets in Ehren halten. Laudesverbaud Mitteldrutschlaud. Walldari a. d. Werra. E i n w e i b » » g einer Gedenk» t a s c l. 71» der Souagvge wnrde eine von Herrn Oberlehrer Grünstein rnlworsrne und gestiftete Gedenktafel für die im Weltkrieg Gesallcue» »nlerer jüdischen Gemeinde angebracht. Dir seierlichc Einiveihung der Gedenktafel sand kürzUch statt. Laudesverbaud Südutesidcuischland. Haua«. SU’t der Beerdigung des Ehrenkameradc» genel H o l - b e r g. von dessen Ableben wir in dem Bericht der Ortsgruppe Elle» Mitteilung mache», sprach ans dem israelitische» gricdbvs Kam. Schivab rdrende Worte der Auerkennuna. im Namen des Reichs bnndcs, des Landesverbandes und im 'besonderen Auftrag der Orisgrnvve ENen. dessen Ehrenmitglied Kam, Holbcrg war. Er hob hervor. wie der verstorbene Kamcrnd. ei» schlichter, einfacher Mensch, trotzdem er als Metzgermcister sich immer in wirtschaftlicher Hinsicht abmüben niuüte. um seine Kinder »» tiichtige» Menschen ,n erziehen, stets Zeit genug fand, seine.vaterländischen Emvilndungen" zu pflege». Er gebürtc zu denen, die stets in treuer Pflichtersüllun« »nd selbstloser Weise für ihr geliebtes» Vaterland cintrcteu. Der Berstorben« war Mitglied des hiesigen Kricaervcrcins seit 88 Tlahren. Er siedelte im Jahre l»22 »ach Elle» über und ist dann iVäter auch dem Kriegerverein Esse» beigetrcte». Auch die ,>ab»e des Hanauer Kriegervcrcins mit DevNlatio» ivar vertrete» sowie eine Ehren — 159.